Archiv für die Kategorie ‘Infrastruktur’
Kriegsgetöse seitens Kieler DGB Gewerkschaften
Vor 100 Jahren war Internationalismus – eine Ablehnung von Krieg bei Gewerkschaften noch selbstverständlich. Heute blasen Gewerkschaften wie ver.di mit in das Horn globalisierter Kriege. Sie haben die Selbstverständlichkeit der Wahrung deutscher Interessen weltweit bereits verinnerlicht. Den „Platz an der Sonne“ wollen sie nicht hergeben. Denn es soll uns nicht so gehen wie anderen Nationen.
Also positioniert sich ver.di am kommenden Samstag, um dem CDU-Bundesvorstand mal so richtig zu zeigen, wie man Kriege besser führen kann:
Die Marine wird auch weiterhin im Ostseeraum stationiert sein und bleiben. Die Dienstleistungen des Arsenalbetriebs in Kiel werden somit auch weiterhin erforderlich bleiben. Die Marine ist, um ihre vollumfänglichen Fähigkeiten aufrecht erhalten zu können, auf diese notwendigen Arbeiten zwingend angewiesen“, so Frank Hornschu vom ver.di Büro in Kiel. Und weiter: „Wenn die Auflösung tatsächlich realisiert wird, dann müssen die für die Marine erforderlichen Tätigkeiten durch private Vergabe erledigt werden und genau dies ist erheblich teurer für den Steuerzahler. Der Minister verfehlt seine selbst gesteckten Ziele. Seine Entscheidungen bringen dem Bundeshaushalt keine finanziellen Entlastungen.“ (usw. …)
tönt es aus der Propagandamitteilung von ver.di Kiel. Vereinnahmt werden hier einfach mal ganz nebenbei ALLE Kieler Gewerkschaften. Gefragt wurden diese aber nicht. So hatte die FAU Kiel bereits im Dezember gegen das Schlagen der Kriegstrommel einiger Kieler DGB-Gewerkschaftler gewettert. Das hindert ver.di und den DGB offenbar aber nicht daran weiterhin verallgemeinernt von “Kieler Gewerkschaftern” zu sprechen. Und damit all diejenigen, die sich seit Jahrzehnten für Abrüstung und gegen Krieg aussprechen zu verhöhnen. Das der CDU nicht viel anderes einfällt ist eine Sache, die man schon gar nicht anders erwartet, das der Kieler DGB aber derart unreflektiert unterwegs ist, ist nicht nur peinlich, sondern im höchsten maße bedenklich.
ver.dis Haltung schlägt dabei schon Wellen in der bundesweiten Presse.
Dear Kiel GES 2011 guests
Dear GES 2011 guests,
you may notice, that some inhabitants of Kiel are not welcoming the Global Economic Forum and their guests. And you may ask yourself: Why is that?
There are a lot of reasons. Just one example is, that GES uses pupils to advertise its agenda and to promote companies that are known to have a very negative social an ecological impact:
- Example of a public school (german)
- Veolias improper billing
- Veolias NOB (train company) refuses to pay equal and just salaries to train engine drivers (german)
Kurzbericht Podiumsdiskussion “Brauchen wir Wirtschaftswachstum?” (30.9.2011)
Am ersten Tag des Alternativkongresses “Eine andere Welt ist nötig” fand eine Podiumsdiskussion in der PUMPE, Kiel statt. Auf dem Podium
- Ulrich Schachtschneider (Politologe, Rosa Luxemburg Stiftung)
- Dr. Norbert Reuter (Wirtschaftsexperte beim ver.di-Bundesvorstand)
- Wolfgang Pomrehn (Journalist und Geophysiker)
- Dr. Barbara Muraca (Uni Greifswald, Schwerpunkte u.a. feministische Philosophie und Nachhaltigkeitsethik)
- Die Moderatorin Andrea Vetter zerlegt die einzelnen Worte der Frage “Brauchen wir Wirtschaftswachstum” also “Wir, Wirtschaftswachstum, Brauchen”. Interessant fand ich, dass “Wirtschaft” als Begrifflichkeit nicht hinterfragt wurde. Der Konsens schien zu sein, dass Wirtschaft so konstituiert sein muss, wie sie ist – und das es lediglich darum gehen können für die Wirtschaft neue Regeln aufzustellen – und das die Politik gefordert ist, diese Regeln zu implementieren und unsere Aufgabe es ist Anforderungen an die Politik wie wir sie kennen zu stellen. Für “Eine andere Welt” fand ich das etwas mau und vielleicht auch bezeichnend für den Stand der politischen Diskussion in Deutschland.
- Der Herr Reuter entwarf das Bild eines Flusses (Kapitalismus), der sich ja zu einem See entwickeln könne. Und meinte dazu, dass man den Kapitalismus “ausschleichen” könne. Das führte bei den einen zu Gelächter und Kopfschütteln – bei anderen, wie bei Herrn Schachtschneider auf Zustimmung. Mir selbst scheint das eine eher naive Vorstellung darüber zu sein, wie man zu einer anderen Welt gelangen könnte. Sie setzt voraus, dass diejenigen, die bisher profitieren ohne jegliche Gegenwehr aus alle ihre Vorteile und Besitztümer verzichten würden. Wie kann man das glauben, nach der Geschichte der Menschheit, wie wir sie bisher erlebt haben?
Bauernopfer im Möbel Kraft-Streit – Chance zum Bürgerbegehren!
Es gab zwei Bauernopfer beim Beschluss der Ratsversammlung, Möbelkraft und Sconto auf bestehenden Kleingärten anzusiedeln:
- Der umweltpolitiche Sprecher der GRÜNEN Björn Sander trat aus Protest gegen die Entscheidung zurück
- und natürlich die KleingärtnerInnen
Die Gemeindeordnung und die Kreisordnung geben den Wahlberechtigten das Recht, unter bestimmten Voraussetzungen über wichtige Selbstverwaltungsaufgaben selbst zu entscheiden. Wollen die Bürger zum Beispiel einen zusätzlichen Kindergarten, eine Sportanlage oder zentrale Abwasserentsorgung, so können sie mit einem Bürgerbegehren einen Bürgerentscheid beantragen. Das Bürgerbegehren muss von mindestens zehn Prozent aller Wahlberechtigten in der jeweiligen Kommune unterzeichnet sein. Richtet sich das Bürgerbegehren gegen einen Beschluss der Gemeinde- oder Stadtvertretung beziehungsweise des Kreistages oder eines Ausschusses, muss es innerhalb von sechs Wochen nach der Bekanntgabe des Beschlusses eingereicht sein. Das Bürgerbegehren muss schriftlich in Form einer Frage eingereicht werden, die mit “Ja” oder “Nein” beantwortet werden kann. Es muss auch zeigen, wie die Kosten der angestrebten Maßnahme gedeckt werden sollen.
Zu einem Bürgerentscheid kommt es entweder auf Antrag der Bürger (Bürgerbegehren) oder durch Beschluss der Gemeinde- oder Stadtvertretung beziehungsweise des Kreistages. Ein Bürgerentscheid ist erfolgreich, wenn eine Mehrheit der stimmberechtigten Bürger die gestellte Frage mit „Ja“ beantwortet und diese Mehrheit mindestens 20 Prozent der Stimmberechtigten beträgt. Durch Bürgerentscheid können nur Angelegenheiten der Gemeinde beziehungsweise des Kreises beschlossen werden. Angelegenheiten, die in die Zuständigkeit des Landes oder des Bundes fallen, sind ausgeschlossen. Dies gilt ebenfalls für Entscheidungen über Haushalt und Gebühren. Auch die Aufstellung oder Änderung eines Bauleitplanes kann nicht mittels Bürgerentscheid entschieden werden, da das Planaufstellungsverfahren bereits eine intensive, gesetzlich vorgeschriebene Bürgerbeteiligung enthält.
Diese Rechte haben die Kieler BürgerInnen – und der Kreisverband der Kleingärtner hätte die Kraft dazu, ihre Mitglieder bzw. “Gartenfreunde” zu mobilisieren. Zusätzlich zu vielen Kieler BürgerInnen. Die Zeit ist knapp!
New Urbanism: Ahwahnee Grundsätze
Die Ahwahnee Grundsätze des ‘New Urbanism‘ 1991
Vorbemerkung zur Übersetzung
Die ist eine Übersetzung der ‘Ahwahnee Principles‘ aus dem Englischen. Da ich kein Übersetzer bin, habe ich versucht das ganze nach bestem Wissen und Gewissen zu tun. An einigen Stellen bin ich mit der Übersetzung nicht glücklich und daher auch dankbar für Hinweise. Leider gab es m.W. bisher keine Übersetzung dieser Prinzipien – zumindest nicht im Internet? (Thilo Pfennig,2011)
Präambel
Bestehende Muster der urbanen und suburbanen Entwicklung beeinträchtigen ernsthaft unsere Lebensqualität.
Die Symptome sind: mehr Staus und Luftverschmutzung durch unsere zunehmende Abhängigkeit von Automobilen, der Verlust von kostbarem Freiraum, der Bedarf an kostspieligen Verbesserungen an Straßen und öffentlichen Dienstleistungen, die ungerechte Verteilung der wirtschaftlichen Ressourcen, und der Verlust des Gefühls von Gemeinschaft . Durch Rückgriff auf das Beste aus der Vergangenheit und Gegenwart, könnten wir zuerst bestehende Kommunen und zum anderen die Planung neuer Gemeinden, die erfolgreicher die Bedürfnisse derjenigen bedienen, die dort leben und arbeiten. Diese Planung sollte auf diese Grundsätze zu beachten:
(Anmerkung Übersetzer: Ich verwende das englische “Communities”, da dies etwas zwischen Gemeinde, Nachbarschaft und Gemeinschaft ausdrückt und es dafür m.W. keine gute Übersetzung gibt.)
- Alle Planung sollte in der Form von vollständigen und integrierten Communities sein, die Wohnungen, Geschäfte, Arbeitsplätze, Schulen, Parks, und bürgerlichen Einrichtungen beinhalten, die für das tägliche Leben der Bewohner essentiell sind.
- Die Communitygröße sollte gestaltet sein, dass Wohnraum, Arbeit, tägliche Bedarfe und andere Aktivitäten in fußläufiger Entfernung voneinander erreichbar sind.
- So viele Aktivitäten wie möglich in fußläufiger Entfernung von Zwischenhalten befinden.
- Eine Community sollte eine Vielfalt von Wohnformen beinhalten, die es BürgerInnen eines unterschiedlichen Einkommmensniveaus und Altersgruppen ermöglichen, innerhalb ihrer Grenzen leben.
- Unternehmen innerhalb der Community sollten eine Reihe von Job-Typen für die EinwohnerInnen der Community zur Verfügung stellen.
- Die Lage und der Charakter der Community sollte im Einklang mit einem größeren Verkehrs-Netzwerk sein.
- Die Community sollte einen Zentrum haben, der kommerziellen, gesellschaftlichen, kulturellen und Erholungsnutzung verbindet.
- Die Community sollte eine reichliche Versorgung mit spezialisierten Freiflächen in Form von Plätzen, Grün-und Parkanlagen haben, deren häufige Nutzung durch die Platzierung und Gestaltung gefördert wird.
- Öffentliche Räume sollten so konzipiert sein, dass sie die Aufmerksamkeit und Präsenz von Menschen zu allen Stunden des Tages und der Nacht fördern.
- Jede Community oder jedes Community-Cluster sollte eine gut definierte Grenze haben, wie landwirtschaftliche Grüngürtel oder Wildtierkorridore, die dauerhaft vor Bauvorhaben geschützt ist.
- Straßen, Gehwege und Radwege sollten auf ein System von vollständig angeschlossen und interessante Routen zu allen Zielen beitragen. Ihre Gestaltung sollte zum zu Fuß gehen und Radfahrer ermutigen, indem sie klein ist und durch Gebäude, Bäume und Beleuchtung räumlich definiert ist, und durch Hochgeschwindigkeitsverkehr erschwert.
- Soweit möglich, sollte das natürliche Gelände, Entwässerung und Vegetation der Community bewahrt werden mit anspruchsvollen Strukturen innerhalb von Parks oder Grünflächen.
- Das Die Communitygestaltung sollte helfen Ressourcen zu schonen und Abfälle zu minimieren.
- Communities sollten für eine effiziente Nutzung von Wasser die Nutzung der natürlichen Entwässerung, trockenheitstoleranten Landschaftsbau und Recycling bereitstellen.
- Die Austrichtung der Straßen, die Platzierung von Gebäuden und der Einsatz von Sonnenschutz sollte auf zur Energieeffizienz der Community beitragen.
Regionale Grundsätze
- Die regionale Landnutzung der städtebaulichen Struktur sollte in ein großes Transportnetzwerk integriert sein, das eher um den Transit gebaut ist als um Autobahnen.
- Die Bereiche sollten ein durchgängiges System von Grünzone / Wildtierkorridore begrenzt werden und bieten, durch das natürliche Bedingungen bestimmt werden.
- Regionale Einrichtungen und Diensten (Verwaltung, Stadien, Museen, etc.) sollten sich in der Kernstadt befinden.
- Werkstoffe und Bauweisen sollen typisch für die Region sein, und damit eine Kontinuität von Geschichte und Kultur darstellen und einer Verträglichkeit mit dem Klima, um die Entwicklung eines lokalen Charakters und Identität der Community zu fördern.
Umsetzungsstrategie
- Der umfassende Plan sollten aktualisiert werden, um die obenstehenden Grundsätze zu übernehmen.
- Anstatt einer entwicklerinitiierte und fragmentarischen Entwicklung, sollten die lokalen Verwaltungen die Verantwortung für die Planung übernehmen. [Umfassende] Pläne sollten benennen, wo neues Wachstums, Auffüllungen oder Neuordnungen entstehen darf.
- Vor jeder Entwicklung, sollte ein konkreter Plan, der auf diesen Grundsätzen beruht, vorbereitet werden. Mit der Annahme der konkreten Pläne, könnten Projekte, die sich daran halten mit minimaler Verzögerung fortfahren.
- Pläne sollten durch einen offenen Prozess entwickelt werden und Beteiligte des Prozesses sollten mit bildhaften Modellen aller Planungsorschläge versorgt werden.
Zum Aufbau freier Funknetze in Kiel
Es gibt seit einigen Monaten eine neue Initiative Freifunk in Kiel besser zu etablieren. Versuche gibt es in Kiel schon länger. Deswegen habe ich auch gezögert noch mal etwas zu schreiben. Das Thema ist auch sehr techniklastig. Daher eine kurze Einführung in die Grundideen:
Beim Freifunk geht es zunächst darum, eine alternative Netzstruktur zum Internet zu schaffen. In Berlin hat Freifunk die größte und beste Verbreitung. Vernetzt wird primär mit Routergeräten, auf die eine alternative Software (meist Linux) aufgespielt wird. Diese Router kommunizieren untereinander über WLAN-Wellen. Wer sich mit diesen Routern vor Ort verbindet kann somit auf das ganze, drahtlose Netz zugreifen.
Mehr will ich gar nicht zur Technik erzählen. Wer mehr wissen will kann die obigen Links durchforsten. Was aber ist die Herausforderung bei Freifunk?
- Die Router, die sogenannte “Netzknoten” bilden liegen teilweise in einer Stadt zu weit auseinander, weil sie dort stehen, wo jemand wohnt. Das heisst aber nicht, dass sie immer in ausreichender Nähe zueinander stehen.
- Jede Technik kostet Geld, so auch diese Router
- Es braucht technischen Sachverstand, um diese Router umzuprogrammieren und daraus ein funktionierendes Netz zu bauen.
Freifunk in Kiel
Ohne auf viele Ups und Downs und Details einzugehen: Chaoskueste und Toppoint betreiben seit Jahren verschiedene Router. wobei nach meiner bisherigen Erkenntnis kaum Router direkt via WLAN verbunden sind, sondern die meisten Knoten über ein sog. “VPN” (Virtuelles Privates Netzwerk). Sven Thomsen sagte dazu auf dem Barcamp Kiel “Das Netz steht!”. Die Idee des VPNs ist, dass man sich auch ohne bestehende WLAN-Verbindung vernetzen kann, bis eine Freifunk-Verbindung besteht.
In Berlin werden damit z.B. Netzlöcher gestopft. Allerdings ist es etwas anderes, ob man lediglich kleine Löcher stopft, oder ob die Netzstruktur zu 99% aus Nicht-WLAN-Verbindungen besteht.
Freifunk in Gaarden
Durch Zufall erreichten wir im Sandkrug in Gaarden eine hohe Dichte an Freifunk-Interessierten. Wir hatten ein kleines Netz aus drei Interessierten Wohneinheiten, als eine weitere Partei dazukam: Die Crew der Thor Heyerdahl, die nicht wussten, wie lange sie in Kiel bleiben würden und eine Möglichkeit suchten Internet machen zu können.
Darüberhinaus gab es noch einige weitere Interessierte. Doch uns fehlte die Entschlossenheit, Technik und das Geld, um die längeren Distanzen zu überbrücken. Nicht die Möglichkeiten, denn wir hatten durchaus Sichtverbindung.
Als “Gaarden Funkt!” bestand das kleine Netz einige Zeit (1-2 Jahre). Am Ende waren es dann aber doch nur noch wieder zwei Router/Parteien. Und für zwei Leute die sowieso kaum 50 Meter auseinander wohnen ist die Frage, warum man ständig zwei Router betreiben soll, die Strom verbrauchen und senden, ohne das das Netz viel genutzt wird.
Wie kanns funktionieren?
Die Erkenntnisse aus den bisherigen Vernetzungserfahrungen bringen mich zu folgenden Thesen:
- Freifunk kann funktionieren, auch via WLAN und ohne VPN. Allerdings erfordert es, dass man Vernetzungsmöglichkeiten konkret nutzt.
- Ein Router der nur sendet ist schon ein Hinweis an Nachbarn, dass hier was läuft. Dadurch wurde ich angesprochen. Allerdings fand man uns auch via Internet.
- Ein echtes Netz sollte aus mindestens vier zuverlässigen Wohneinheiten bestehen. Ich meine damit bewusst nicht Router. Es geht nicht um Technik, sondern um die Stabilität der Vernetzung.
- Es ist kein Problem lange Distanzen zu überbrücken, vorausgesetzt es existiert eine Sichtverbindung. Die ganze Power steckt in Antennen, die dem Zweck entsprechen und teilweise auch billig herzustellen sind:
Ich denke ein gutes Freifunk-Netz braucht eine gute Netzplanung und engagierte Leute. Ich würde empfehlen sich gar nicht erst mit VPN in einem frühen Stadion aufzuhalten. Denn VPN suggeriert, das der Job schon erledigt ist. Die Leute merken auch gar nicht mehr, wenn das WLAN nicht gut funktioniert, weil dann das VPN sofort eine Alternativroute anbietet.
Es gibt viele Interessierte an Freifunk. Vor allem junge, bastelfreudige Menschen. Freifunk wird auch auf absehbare Zeit ein Freakprojekt bleiben. Der Versuch dieses Netz jedermann schmackhaft zu machen muss scheitern. Denn man überträgt Vermarktungsgedanken der kapitalisitischen Welt auf ein selbstorganisiertes Projekt. Dann hat man bald eine handvoll Leute, die nicht begriffen haben, wie man sich beteiligt. die in erster Linie ein Anspruchsdenken/Serviceanspruch haben, den ein gemeinnütziges Projekt gar nicht leisten kann. Insbesondere wir Freifunk bei der derzeitigen Technik und am Anfang immer unzuverlässig sein. Auf dem Barcamp Kiel z.B. gab es die Idee, dass man eine App für iPhones anbietet und somit jeder Kreuzfahrer sich das installiert und zu einem Freifunk-Knoten wird. Wieso die Leute das machen sollten, ist aber die große Frage.
Ein funktionierendes Freifunk-Netz in Kiel aufzubauen ist nicht schwer. Es braucht dazu nur gute Standorte und die entsprechenden Antennen. Die Router sind dabei gar nicht so wichtig, werden aber selbstverständlich auch gebraucht.
Die ersten Knoten sollten von engagierten Enthusiasten betrieben werden. Betreiben kann dabei auch heissen, dass jemand einen externen Knoten auf einem guten Standort pflegt.
Die Frage des Internets
Das Internet wird immer als ultimative Anwendung gesehen die jeder haben will oder muss.Vergessen wir dabei, dass die Struktur eine Alternative zum Internet darstellen soll. Und das eine Internetferne auch ein Feature sein kann. Ich kann meine Wohnungstür bei mir zuhause auch mal auflassen. Aber das würde ich nicht tun, wenn die ganze Welt reinkommen könnte. In einer Zeit, wo das Internet zunehmend omnipräsenter wird, wird auch Internet immer weniger ein Argument.
Wenn man versucht das Internet als Hauptargument zu verwenden, so wird das Argument für Freifunk jedes Jahr schwächer. Aus meiner Sicht bedeutet das Internet aber nur eine große Anzahl an Fallstricken. Es kann Sinn machen, z.B. jemanden per VPN Zugang auf das eigene Internet zu geben. Das wäre dann aber etwas, was jeder einzelne mit anderen aushandeln kann. Das Freifunk-Netz selber wäre aber “internetfrei”.
Und die Zukunft?
Die Zukunft gehören m.E. drahtlosen Netzen, die niemandem gehören. Die Technik könnten die Kommunen bereit stellen. Jede Straßenlaterne ist ein potentieller Sendemast. Dazu sollte es dann aber beschänkte WLAN-Netze geben, wie Router niemals konkurrieren, sondern sich immer nur ergänzen. WLAN muss wie Straßen sein. Ohne dass man damit immer von überall nach überall kommt. Lediglich eine lokale Ebene z.B. für Kiel wäre angesagt.
Ich sehe Freifunk als Testfläche für so ein zukünftiges Medium. Es macht aber an sich keinen Sinn dauerhaft tausend unterschiedliche WLANs zu betreiben, wo jeder eine eigene Policy entwickelt. Im Moment sind wir im Experimentierstadium. Da ist fast alles erlaubt. Und die Technik entwickelt sich weiter.
Fazit
Die Zukunft ist nicht, dass irgendwelche Leute, sich Router zu hause hinstellen und darauf warten, dass es funkt. WLAN kann durchaus auch weit senden mit der richtigen Technik. Es klingt simpel, aber bei der Funkvernetzung gehts drum, es einfach zu tun. Dinge ausprobieren, Netzwerke bauen, Erfahrungen machen, Leute kennenlernen. Es gibt dazu keine Abkürzung. Für Kiel würde ich sowas wie einen Antennenbau-Workshop als eine gute Sache ansehen. Dann am besten gleich aufstellen und loslegen.


