Archiv für die Kategorie ‘Persönliches’
Iron Blogger Kiel
Ich erwähne hier eine neue Initiative in Kiel, die ich zwar sympathisch finde aber nicht für den richtigen Weg halte. Ich zitiere aus der Philosophie der Initative:
“Beim Iron Blogging geht es um Bloggen und Bier. Wenn Du mindestens einmal in der Woche einen Artikel schreibst, ist alles okay. Wenn Du das nicht schaffst, zahlst Du 5,- EUR in die gemeinsame Bierkasse. Wenn der Topf genügend gefüllt ist, gehen wir zusammen ein Bier trinken. Einfach, oder?”
Dahinter steht eine “Erkenntnis”, dass im ganzen Social Media Hype angeblich das Web, wie wir es kannten verloren gegangen ist. Eigene Inhalte auf eigenen Blogs sollen dagegen anstinken. Es gibt sogar weiterführende Ideen.
Ich persönlich halte allerdings den Anlaß anreiz zu schaffen mindestens ein mal die Woche zu bloggen für falsch. Zum einen gibt es m.E. insgesamt zu viele, vor allem schlechte Artikel im Internet, zum anderen befördert dies vielleicht nur das regelmäßige Bloggen. Bei mir ist die Frequenz sehr unterschiedlich von mehreren Artikeln pro Tag bis zu wochenlangem Schweigen. Sicher ist es besser regelmäßig zu bloggen, wenn man regelmäßig Besucher haben will. Von der Marketing-Perspektive her. Ich habe mir aber so manche Top-Blogger immer mal wieder angesehen. Da wird dann von technischem Spielzeug zum Fernsehprogramm und Kochrezepten alles verwurstet. Die Abrufzahlen erreichen dabei schwindelerregende Höhe. Aber ich frage mich dann eher: Wer liest das eigentlich alles und warum? Das ich mich der Wette nicht anschließe liegt daher nicht daran, dass ich kein Bier mag oder ungern blogge. Sondern weil ich mich ungern unter Druck setze und lieber meine Unregelmäßigkeit weiter pflege. Ich freue mich aber, wenn in Kiel mehr gebloggt würde. Insbesondere, wenn es mehr Blogger gäbe, die über Kieler Themen bloggen und man mal zu einem Dialog via Internet kommen würde. Also viel Erfolg von meiner Seite für die Initiative. Ich bin gespannt, was sich tut!
Abrufzahlen dieses Blogs
Für die, die sich dafür interessieren, wie viel dieses Blog gelesen wird hier ein paar Zahlen. Von Monaten über Wochen zu Tagen sind die Zahlen aktueller:
- Im Monat im Schnitt 2.000
- In der Woche in den letzten 6 Wochen rd. 600
- Am Tag die letzten 12 Wochen im Schnitt über 60 Abrufe pro Tag
Mit einer leicht steigenden Tendenz die letzten zwei Monate. Das ist nicht wahnsinnig viel, aber ganz ok für ein lokales Blog, dass gegen den Mainstream schwimmt und nicht versucht die Abrufzahlen künstlich und mit Tricks zu erhöhen (außer ab und zu mal provokativ zu formulieren). So kann man sehr einfach hohe Abrufzahlen erreichen, in dem man in vielen hochfrequentierten Blogs Kommentare schreibt oder sich auf die dortige Diskussion bezieht. Damit bescheißt man sich aber primär selbst. Lieber Leser*innen, die wissen, warum sie das Blog lesen als viel “Laufkundschaft”, die nie wieder kommen ist meine Devise.
Dein Vater und du
Eigentlich bezeichne ich mich als rationalen Menschen. Aber ich habe auch meine irrationalen Seiten. Da am 23. Dezember mein Vater (Erich Pfennig) verstorben ist, habe ich dafür gerade eine sensiblere Ader. Vorhin sprang mir in seinem Zimmer ein Schrank ins Auge der geöffnet war. Darin sprang mir ein altes Schulbuch von ihm ins Auge: Bayerisches Lesebuch 7. und 8. Schuljahr von 1947
Ich dachte: Naja, vielleicht ist es ein zeichen und schlug eine zufällige Seite auf. Darin dieses Gedicht
Dein Vater und du
Es hat eine Zeit gegeben, da hast du zu deinem Vater aufgeschaut wie zu einem sichtbaren Herrgott. Dem fünf-, sechsjährigen Buben ist sein Vater der gescheiteste Mann, der stärkste Mann, der Mann, der alles kann. Mit den Jahren wird das anders. Vom 12., 13., 14. Jahre an wächst der Bub von den Eltern weg. Wie der Sohn vom Vater denkt, hat das Volk schon seit langem so ausgesprochen:
Mit zehn Jahren denkt der Junge, daß sein Vater viel weiß;
mit fünfzehn Jahren, daß er ebensoviel weiß wie sein Vater;
mit zwanzig Jahren meint der junge Mann, daß er doppelt so viel weiß wie sein Vater;
mit dreißig Jahren, daß er seinen Vater vielleicht einmal um Rat fragen könne;
mit vierzig Jahren, daß sein Vater doch etwas mehr weiß;
mit fünfzig Jahren beginnt er seinen Rat zu suchen; mit sechzig Jahren und mehr — wenn der Vater schon gestorben ist — meint er, daß der Vater der klügste Mann gewesen sei. – Josef Weigert
Alles nur Zufall?
(Texterkennung via Free Online OCR)





