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Politblog aus Kiel

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25. Juni: Premiere des Dokumentarfilms: “Die Kriegstrommel” (Uni Kiel, AudiMax)

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Am 25.06.2012 findet um 18:15 Uhr im AudiMax der Uni Kiel im Hörsaal F die Premiere der Dokumentation über den Iran-Israel Konflikt und der Syrien-Krise mit anschließender Feedback-Runde statt.

Filmlänge: 55 Minuten

Interviews mit renommierten Experten aus Politik, Medien und Wissenschaft sind Teil der Doku. (siehe erste Ausschnitte im unten angegebenen Link)

Ausgangsituation:
Die Welt steht vor großen Herausforderungen: Die Wirtschaftskrise hat die Weltordnung ins Wanken gebracht und die Euro-Krise schwächt den Zusammenhalt Europas. Hinzu kommen die Rebellionen in der arabischen Welt, die nun verstärkt die syrische Regierung zur Zielscheibe von Frust des Volkes werden lassen. Die Folge ist ein blutiger Kampf zwischen Staat und Bevölkerung. Zahlreiche Experten warnen vor einem miltärischen Eingriff in dieser höchst explosiven Region, da ein solcher eine globale Krise zur Folge hätte. Ein erbitterter Stellvertreterkrieg ist dort schon in Gange. Der Westen stützt die Opposition. Russland, China und Iran das Assad-Regime. Ähnlich geteilt sind die Lager im Konflikt zwischen Iran und Israel. Israel vermutet eine nukleare Bewaffnung Irans und plant in den kommenden Monaten einen Miltärschlag gegen den Iran. Ein fieberhaftes Wettrüsten hat schon begonnen, eine aggressive Rhetorik der Konfliktparteien schafft eine giftige Atmosphäre.

Gedreht wurde der Film von Kieler Filmstudierenden.

Hier gibt es die ersten Ausschnitte:

Geschrieben von tlow

22. Juni 2012 um 00:11

SPD-Ratsfraktion Kiel bläst zur Attacke auf Lübeck

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Man kann da wirklich nur noch den Kopf schütteln, was da alles in Sachen Bildungspolitik in Schleswig-Holstein läuft. Keiner der Lokalpolitiker hat sich da mit Ruhm bekleckert. Die SPD-Ratsfraktion in Kiel schaltet jetzt eine Stufe höher in der Eskalationsspirale und stellt sich hinter Fouqet (Präsident der Uni Kiel).  Und mit ihr die ganze Kieler Kooperation. Wenn man Lübecker Nachrichten und Kieler Nachrichten online mitverfolgt kann man klar die Syampathien ablesenn: “Natürlich” stehen beide Zeitungen voll hinter IHRER Stadt und hinter IHRER Uni.

Das Ganze ist äußerst dumm, überflüssig und unnötig. Wer hier Öl ins Feuer gie0ßt wird vor allem eines erreichen: Das beide Uni-Standorte Schaden nehmen werden! Hier wird auch die regionale Feindschaften beider Städte vertieft. Das ist genau so dämlich wie nationale Fahnen zu schwenken. Von dem gezeter und Gezerre wird kein müder Euro mehr eingenommen oder eingespart.

“Die Zusammenarbeit zwischen der Landeshauptstadt Kiel und der CAU hat sich in den vergangenen Jahr deutlich verbessert, zunehmend wird die CAU als wichtiger Teil der Stadtgesellschaft wahrgenommen. Mit dem geplanten Samuel Reyher Haus wird mitten in der Stadt ein Haus der Begegnung von Wissenschaft und den BewohnerInnen Kiels entstehen. Wir stehen an der Seite der CAU und werden alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, die CAU in Kiel zu stärken.”

Bla bla bla…. Was für ein Müll! DA wird Geld zum Fenster rausgeworfen. Werbung statt Bildung scheint da das Programm zu sein. Kommunikation wird allzu gerne als Trendwort im Munde geführt. An die eigene Nase fassen wäre mal was. Das was die Politiker und Uni-Professoren da verzapfen ist das Allerletzte!

Geschrieben von tlow

15. Juli 2010 um 23:59

Veröffentlicht in Bildung, Universität

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Kiels “Größte Demo seit 30 Jahren”

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Sowas lass ich mir ja auch nicht engehen wenn ich kann. Am 16.6.2010 demonstrierten nach Polizeiangaben 14.000 in Kiel. Es ging im wesentlichen gegen weitere Streichungen an der Uni Lübeck. Es ging aber auch gegen eine mögliche Privatisierung des Universitätsklinikums (Kiel/Lübeck) zu der ebenfalls zu einer zeitgleichen und ortsggleichen Demo seitens des Personals eingeladen wurde.

Allerdings waren es nach meinem Gefühl eher schon an der CAU fast schon 10.000, da an mir minutelang der Demozug vorbeizog am Audimax. Bei youtube habe ich ein Video (leider nur 15 Sekunden)  vom Start der Demo gefunden:

Ich habe die Demo ein wenig begleitet, war aber dann am Hauptbahnhof schon nicht mehr dabei. Vielleicht können da andere Ihre Eindrücke ergänzen.

Was ich lagweilig fand, war das nun schon traditionelle Zugrabetragen der Bildung an Amfnag des Zuges. Ich kenne dieses Bild nun schon seit Jahrzehnten und glaube nicht, dass das noch irgendwie Leute aufschreckt. Es ist weder witzig noch innovativ. So oft wie die Bildung zu Grabe getragen würde, so tot müßte sie längst sein. Vielleicht ist sie das auch auf eine Art. Die Unis ist nicht mehr das, was sie vor 20 Jahren war. Aber darum geht es auch nicht. Denn vor 20 Jahren war es auch nicht besser. Das System Universität ist grundfalsch. Und diese Proteste sind trotz ihrer Größe zu harmlos. Es fehlt die Konsequenz und die echten Alternativen. Die Studenten müssten mal zu Denken wagen, was Universität ein könnte.

Schlecht fand ich:

  • Beteiligung von Burschenschaften.
  • Das die Ansagen vom Demowagen “Das ist so toll, ihr seid so toll” mich irgendwie an eine CASTING-Show erinnerten.
  • Das Politiker wie Stegner und Saxe sich auf die Proteste draufsetzen durften.
  • Das Auftreten der Ordner.

Gut fand ich:

  • Das Kiel, Lübeck und Flensburg sich solidarisiert haben. Jetzt fehlt nur noch der Blick über den studentischen Tellerrand.

Werde auch weitere Stimmen und Videos in diesem Artikel sammeln für einige Zeit. (Stand: 16.06.2010)

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Geschrieben von tlow

16. Juni 2010 um 23:40

AK Kritischer Studierender zu Studi Demo am 16.06.

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ich zitiere hier eine Mitteilung des LEISTUNGS_VERWEIGERUNGS_BLOC auf der Studi Demo am 16.10.2010.:

Für dieses Land keinen Finger krumm …
Für den kommenden Mittwoch wird von den AStAen Lübeck, Flensburg und Kiel eine Demonstration organisiert gegen die Sparpläne der schwarzgelben Regierungskoalition. Diese Sparpläne lassen weitgehende Kürzungen im Bildungs- und Sozialbereich erwarten. Vor allem die Universitäten in Flensburg und Lübeck sollen massiv verkleinert werden. An der Lübecker Uni soll der Studiengang Medizin sogar komplett eingestellt werden. Soweit so beschissen. An diesen Plänen gibt es auch nach unserer Sicht nichts Positives. Jedoch können die Begründungen für die Gegenaktionen nicht unkommentiert bleiben. So wird im Flyer „Uni-versenken … spielen WIR nicht mit“ mit dem Satz geschlossen: „Finger weg von der Zukunft Schleswig-Holsteins!“ – Soweit genauso beschissen. Wir sehen Bildung nicht als Möglichkeit sich selbst mit einer gehörigen Menge Humankapital zu befüllen um dann auf dem Arbeitsmarkt gut gerüstet mit dem Rest in den Ring steigen zu können. Bildungsproteste begreifen wir nicht als Protest für bessere Marktchancen und Arbeitsplatzgarantie.Sobald jedoch von einer Verminderung der zukünftigen Chancen im Zusammenhang mit Kürzungen im Bildungsbereich gesprochen wird, wird meist auch diese ökonomische Logik reproduziert. Die Angst vor der verlorenen Zukunft gekoppelt mit dem Bezug auf Region oder Nation, ist aber kein akzeptabler politischer Weg, sondern Anfang der politischen Widerlichkeiten. Statt einer politischen Analyse wird hier auf simple Identitätskategorien zurückgegriffen, um das Thema zu popularisieren und die Volksmassen zu bewegen.

… 30 Semester Minimum !

Wir wollen diesem regionalistischen Zukunftsgedöns einen Bildungsbegriff entgegenstellen, der Bildung vom Individuum her denkt und es nicht mit Verwertung verbindet, in (nationaler) Kollektivität erdrückt oder es im Ring des Lebens alleine boxen lässt. Wir stehen auf eine solidarische Gesellschaft in der sich alle nach ihren Bedürfnissen einbringen kann. Trotzdem gilt: Niemand möchte, dass die Unis in Lübeck und Flensburg beschnitten und/oder geschlossen werden. – Im Gegenteil viele Unis, ohne Zugangsbeschränkungen, überall – aber populistisch – regionalistische Bezüge, gepaart mit der Angst um die eigene Position im Verwertungsprozess und die Sorge um die deutsche Wirtschaft sind für uns keine politische Perspektive. Deshalb:

Keinen Finger krumm für diese Gesellschaft – Leistungszwang verweigern – Für etwas Besseres als Schleswig Holstein !

Join the LEISTUNGSVERWEIGERUNGS- BLOC auf der Demo – 16.06.2010 14h Audimax Kiel * akkiel.blogsport.de ____ Ak kritischer Studierender

AK Kritischer Studierender – Vortrag von Roger Behrens: »Sie wissen das nicht, aber sie tun es.«

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Der Arbeits- und Aktionskreis kritischer Studierender Kiel veranstaktet am 2. Juni einen Vortrag von Roger Behrens mit dem Titel: »Sie wissen das nicht, aber sie tun es.« Oder: Was ist eigentlich Ideologie, heute? (A. Demirovic fällt aus)

Roger Behrens (* 1967) ist ein deutscher Philosoph und Sozialwissenschaftler. Seine Arbeitsgebiete sind die kritische Theorie der Gesellschaft sowie die Philosophie und Ästhetik der Moderne und Postmoderne.

Geschrieben von tlow

31. Mai 2010 um 23:19

Kieler Klimaforscher ziehen beunruhigendes Fazit aus weltweiten Forschungsarbeiten

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Institut der Geowissenschaften CAU Kiel

Professorin Birgit Schneider und Professor Ralph Schneider, Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft” und Institut für Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universität Kiel, haben auf Einladung der Fachzeitschrift Nature Geoscience weltweite Forschungsarbeiten zum Klima der Vergangenheit zusammengeführt und kommentiert.

Die Studien geben neue Hinweise darauf, warum der Klimawandel unterschätzt wird“, sagt Professor Ralph Schneider, Institut für Geowissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Die Forschungsarbeiten über die Zeit des Pliozän, einer Periode vor etwa fünf Millionen Jahren, zeigen, wie das globale Klima in der Zukunft aussehen könnte. “Der Blick in die Geschichte der Erde, erlaubt uns eine Einschätzung des zukünftigen Klimawandels”, erklärt Birgit Schneider, Juniorprofessorin im Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”, Institut für Geowissenschaften an der CAU.

Kieler SPD legt Thesenpapier für Wirtschaftspolitik vor

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Unter dem Titel „Neuer Start für die Kieler Wirtschaft Weichen stellen bis 2011“ hat die Kieler SPD ein Thesenpapier vorgelegt.

Mein erstes Fazit beim ersten Durchlesen: Schlecht formatiert (Zeilenabstände, Abkürzungen), wirkt etwas mit heisser Nadel gestrickt, ein paar Trend-Begriffe eingeworfen – “SWOT-Analyse” – auf englisch klingts ja auch viel besser. Aber auch das gute alte “Kieler maritime Stärken” fehlt nicht.

Es wird darin z.B. bemängelt: „Die Erfahrungen der letzten Jahre in der In-
nenstadtentwicklung haben dabei gezeigt, dass wertvolle Zeit verschwendet wird, wenn erst über unterschiedliche Vorschläge unterschiedlicher Investoren gestritten wird, ohne dass klar wird, wohin die Entwicklung gehen soll.
“  Da würde mir sofort zu einfallen, dass da ganz offenbar ein Mangel an Stadtplanung deutlich wird. Der Stadt fällt erst ein nachzudenken, wenn Investoren vor der Tür stehen. Aber die Stadt will lieber eine SWOT-Analyse in enger Zusammenarbeit mit  „den wichtigsten wirtschaftlichen Akteuren und den wissenschaftlichen Einrichtungen in Kiel“ und „enge Zusammenarbeit mit dem kreativen Potenzial in der Stadtentwicklung„, sowie eigene Vorschläge der SPD. Ich kann da keine Stadtplanung erkennen, bzw. wird das ganze auf eine rein wirtschaftliche Betrachtungsweise reduziert. Ich glaube aber, dass es eben diese rein wirtschaftliche Betrachtungsweise war, die die Innenstadt in die Bredouille gebracht hat. Denn viele wirtschaftliche Akteuere handeln rein aus Eigeninteresse. Und was das “kreative Potenzial der Stadtentwicklung” ist, mit dem man zusammenarbeiten will, ist mir schleierhaft. Da wirken die „eigenen Vorschläge der SPD“ auch nur noch als Feigenblatt. Übersetzt klingt das für mich so: “Wir haben keine Ahnung was wir wollen – aber wenn wir wieder einen neuen Selbstfindungsprozess anfangen auf  Basis eines Werkzeugs der Betriebswirtschaft, dann wird das ganz toll – und kreativ darf es auch sein – ach ja und wir haben bestimmt auch eigene Ideen” Das ist NICHTS – das sind hohle Phrasen – das bietet keinerlei Orientierung. Letztendlich muss die Stadt eine Idee von Stadtenwicklung haben. Aber im Kieler Rathaus scheint nachwievor Ratlosigkeit vorzuherrschen.

Im weiteren soll eine “One-Stop-Clearingstelle” für die kommunale Wirtschaft eingerichtet werden. “Clearingstelle” ist ein wirklich gruseliges Wort. Ich bin kein Gegner englischer Begriffe, aber diese Verquickung von deutsch und englisch (denglisch) ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Nun hat man ein neues dezernat für Wirtschaft eingerichtet – und nun braucht man auch noch ein neues Büro das unterhalb eingerichtet wird um Informationen von links nach rechts und umgekehrt zu schaufeln.

Interessant könnte auch folgendes werden: “Für die Stadtverwaltung soll die interne Regel gelten: Genehmigungen und Zulassungen werden grundsätzlich innerhalb von 30 Tagen beschieden.” – Wenn man das ernst nimmt, so bedeutet das entweder massive Einstellungen seitens der Verwaltung um Engpäße zu vermeiden – oder das nicht mehr so genau geschaut wird – Hauptsache der Termin wird eingehalten? Die Dinge brauchen nun mal so lange wie sie brauchen, weil sie bestimmte Zeit beanspruchen. Vielleicht geht es hier und da schneller – aber wenn es einen festen Zeithorizont gibt, dann muss das m.E. zwangsläufig zu Fehlentscheidugen führen – da irgendwer dann nur darauf achtet, das nach 30 Tagen das Papier seinen Schreibtisch verlassen hat – und den letzten beissen die Hunde.

Zude droht das Papier die Gründung eines „Innovationsnetzwerk Arbeit und Wirtschaft“ an – es sollen “Think tanks” (also gewinnorientierte Forschungsinstitute) eingerichtet werden für die Themen “Maritime Wirtschaft, Tourismus, Wissenschaftsstadt Kiel, Gesundheit, Qualifizierung und Bildung, Verkehr”. Aha und die denken dann also für die Stadtverwaltung? Warum zum Teufel arbeitet man so hart daran sämtliche Kompetenz nach aussen zu verlagern? Sowohl die Denk- als auch die Entscheidungsprozesse. Dies ist eine schleichende Entdemokratisierung, da statt mehr Transparenz die Entscheidungen zwischen Denkfabriken, Wirtschaftsförderungsgesellschaften und städtischen GmbHs hin- und hergeschoben werden.

Irgendein Autor des Papiers muss sich dann gedacht haben, das noch nicht genug englische Fachbegriffe vorkommen und hat dann noch ein „Spin-Off-Center“ für die Uni vorgeschlagen.

Weitere Aussage:

Öffentlich-Rechtliche Betriebe haben nicht das Ziel, Marktgewinne zu erzielen, sondern Leistungen bereitzustellen. Dazu genügt ein ausgeglichenes wirtschaftliches Ergebnis.

Da die Stadtwerke über 26 Mio. € Gewinn in 2007/2008  (PDF) machten ist damot bestimmt gemeint, das die Bäder GmbH wieder in die Stadtwerke integriert werden soll, damit endlich wieder der Bestand der Bäder gesichert ist?

Gewinne oder Verluste sind einfach nur eine Frage dessen, wie man einen Betrieb definiert. Die übliche Vorgehensweise von Investmentfonds zu übernehmen, nämlich verlustreiche Teile herauszuschneiden um dann Unternehmen präsentieren zu können, die besser dastehen ist nichts als Augenwischerei und einer Stadt unwürdig. Der Ausverkauf öffentlicher Einrichtungen hat zu vielen Problemen geführt, für die heute keiner mehr zuständig sein will – und man fährt darin fort.

Fazit

Kaum erwähnenswert. Nur die Tatsache der Veröffentlichung selbst. An sich bietet das Thesenpapier wenig Neues und um so mehr oft gehörtes. Ich wette, dass da auch Teile der Wirtschaft die Feder geführt haben. Viele der Vorschläge werden sehr teuer werden. Wie das zu finanzieren sein wird und wieso das ganze erfolgreich sein soll steht da nicht. Denn die Kompetenz das zu beurteilen hat man wohl schon länger ausgelagert und verloren. Es fehlt übrigens darin jede konkrete Aussage zum Flughafen Kiel.

Geschrieben von tlow

20. Januar 2010 um 13:31

Nazi-Symbolik und Kieler Politiker

mit 2 Kommentaren

Sowohl in derzeit neun Läden in Deutschland als auch im Internet produziert das in Zeesen (Dahme-Spreewald) ansässige Unternehmen Mediatex
GmbH die bei Rechtsextremisten hoch im Kurs stehende Marke „Thor Steinar“.

Thor Steinar aus Sicht des Staates

Der Verfassungsschutzbericht von Brandenburg (PDF) fasste es 2007 so zusammen:

Das Sortiment der Firma Mediatex kann als Bedienung völkischer Symbolik in Farbgebung und Schrifttyp – etwa durch das Verwenden von Tarnfarben und -mustern oder gedruckten Schriftzügen in Runenschrift – verstanden werden. Auch gibt es Bekleidungsstücke mit militärischen Reminiszenzen. Hierzu zählt die ME 262 – ein in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges als „Wunderwaffe“ angepriesenes Flugzeug.
Das Tragen von „Thor Steinar“ dient als identitätsstiftendes Erkennungszeichen unter Rechtsextremisten. Nicht umsonst bezeichnet der einschlägig rechtsextremistisch bekannte Internet-Versandhandel „Rock-Nord“ die Käufer von „Thor Steinar“- Artikeln als „patriotische“ Kunden. Die rechtsextremistische Ausrichtung von „Thor Steinar“-Trägern wurde am 28. August 2007 in Königs Wusterhausen deutlich: Dort wurden mit blauer Farbe an den Kletterwänden auf einem Spielplatz Symbole und Schriftzüge wie „PUNKS RAUS – HITLER JUGEND – SIEG HEIL – HEIL HITLER – NAZIS4eva – Thor Steinar – SRS – NINO BITCHES – SS/SA – 18/88“ festgestellt. (Seite 167)

Der Thor Steinar Hack

Nun wurde die Website des Online-Shops der Marke gehackt und Kundendaten sowie Umsatzzahlen veröffentlicht (Indymedia berichtete). Durch das Veröffentlichen sind nun auch einige öffentliche Personen in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, wie z.B. der FDP-Politiker Sebastian Ratjen, der in der Kundendatei auftaucht. Er bestritt nun aber gegen der OSTSEE-Zeitung je dort eingekauft zu haben.

Auch Kiel hat einen solche Fall: Die Adresse des 29jährigen Thorsten Albrecht (Twitter), derzeit Vorsitzender des Rings Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) und Mitgliedes Ortsbeirates Gaarden ist auch in der Kundendatei mit der gleichen Anschrift, die auch im Verzeichnis der Bewerber für die Kommunalwahl 2008 (PDF).

Der RCDS hat in seiner Vergangenheit mehrfach Zweifel gelassen an seiner Ablehnung rechtsradikaler Ideen (Siehe Wikipedia). Insbesondere in Kiel, was die Süddeutsche Zeitung 2007 zu einem eigenen Artikel “Rechte Parolen an der Uni? Der RCDS in Kiel” veranlasste. Darin wird beschrieben, dass es gerichtsfest festgestellt wurde, dass Hochschulgruppen an der Uni Kiel in Flyern behaupten darf, dass es dem RCDS an der Distanz zu “Positionen, die im Umfeld von Neonazis und Unbelehrbaren gang und gäbe seien” fehle.

2009 also immer noch eine Nähe zum Rechtsextremismus? In meinem Blog “Gaardener Notizen” habe ich vor einigen Monaten schon darüber berichtet, wie die CDU im Ortsbeirat Gaarden gegen die Umbenennung der Gustaf-Friedrich-Meyer-Schule – nach einem Vordenker des völkischen Kults der Nazis in Schleswig-Holstein – aussprach. Über diesen Artikel erhielt ich auch erste Hinweise über den Hack von Thor Steinar und dem Namen. Da die Kundendaten inzwischen weltweit überall verbeitet werden, war es für mich auch kein Problem die Daten zu überprüfen (z.B. via Bittorent ) und festzustellen, dass Herr Albrecht tatsächlich in der Liste der angeblichen Kunden von Thor Steinar steht.

Einige Fragen und Antworten:

  • Was sagt Herr Albrecht selbst zu der Sache?
    • Ich habe ihn am 2. Januar per Mail um Stellungnahme gebeten und bis zum 9. Januar keine Antwort erhalten. Da er seitdem aber wieder getwittert hat, gehe ich davon aus, dass er es vorzieht es nicht zu kommentieren.
  • Ist es strafbar bei Thor Steinar einzukaufen?
    • Nein
  • Kann man Rückschlüsse auf Leute ziehen, die bei dem Laden einkaufen?
    • Nicht direkt. Entweder sind sie total unwissend, sie sind Rechtsextreme, die sich mit einschlägiger Kleidung eindecken oder sie gehören zu der Fraktion, die aus irgendwelchen Gründen Nähe zum rechte Rand sucht und gerne alles unterstützt, was irgendwie rechtsradikal ist (Junge Freiheit, Thor Steinar,…) und somit irgendwie gegen “Links” ist.
  • Sind die Kundendaten verifiziert?
    • Nein, es ist theoretisch möglich, dass irgendwer dort Adressen hineingetan hat, die nicht in dem Laden eingekauft haben
  • Ist es strafbar Kundendaten zu stehlen und zu veröffentlichen?
    • Definitiv. Wobei wahrscheinlich alle Informationslücken bis hin zum Watergate-Skandal daher rühren, das irgendjemand sich entweder Informationen auf nicht legalem Wege beschafft oder ein Insider Daten weitergibt, die er nicht weitergeben darf. Aus datenschutzrechtlicher Sicht müsste man dies also klar verurteilen.

Was machen wir nun daraus?

Was ins Auge fällt ist natürlich, dass dieses neuerliche “Gerücht” natürlich in ein Bild passt, dass sich im RCDS-Umfeld schon seit vielen Jahren abzeichnet. Und bis dato hat kein Skandal da für einen nachhaltigen Gesinnungswandel gesorgt. Ebenso passt es zu dem Bild, dass die CDU-Mitglieder im Ortsbeirat Gaarden seit Jahren abliefern, wo sie aus meiner Sicht keine Gelegenheit auslassen ihrer rechtsradikalen Gesinnung Ausdruck zu verleihen.

Da Herr Albrecht RCDS-Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein ist, gibt dem ganzen ein weiteres „Geschmäckle“. Es wäre wünschenswert, wenn diese Unklarheiten beseitigt werden könnten. Die Kielerinnen haben es verdient über die Gesinnung ihrer ernannten Vertreter (Orstbeiräte werden ernannt) nicht weiter im Unklaren gelassen zu werden. Insbesondere sollte damit gezeigt werden, wie  man es denn nun in Kiel meint mit dem Kampf gegen Rechtsextremismus? Alles Lippenbekenntnisse?

Weiterführende Links:

Geschrieben von tlow

9. Januar 2010 um 14:37

17.12. Vortrag zu „CAU im Nationalsozialismus“

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Zum letzten Mal diesen Jahres gibt es im Rahmen der Vortragsreihe des Arbeits-und Aktionskreises kritischer Studierender (Infos: akkiel.blogsport.de) einen Vortrag wie gehabt nur diesmal pünktlich um 18:00 Uhr in der OS75, Gebäude 2, Raum 23 von Prof. Dr. Hans-Werner Prahl und Prof. Dr. Uwe Danker zur Auseinandersetzung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit dem Nationalsozialismus.

„Äußerlich sichtbar wurde der Wandel, den das Jahr 1933 heraufführte, für unsere Kieler Universität darin, daß alle rassefremden und politisch untragbaren Elemente beseitigt und neue, junge Kräfte hierher berufen wurden. Die Universität Kiel hat sich in ihrem Bestande in den ersten Jahren nach 1933 nahezu völlig erneuert, sodaß sich nur wenige Lehrstühle in der Besetzung gleich geblieben sind .“ – So lautet 1940 beim 275jährigen Jubiläum die zynische Rückschau, vorgetragen von Rektor Prof. Dr. Paul Ritterbusch.

Mit dem Vortrag wollen wir uns mit der Geschichte der Institution Universität im Nationalsozialismus beschäftigen, was noch nicht umfassend geschehen ist. In unserem Fall wird dies im besonderen die CAU sein. Nur durch eine Reflexion und kritische Aufarbeitung des Vergangenen kann über die Problematik aufgeklärt werden. Hans-Werner Prahl selbst hat den Forschungsprozess für die CAU als Herausgeber der zwei Bände: „UNI-Formierung des Geistes. Universität Kiel im Nationalsozialismus“ selbst mit angestoßen und wird unterstützt von Uwe Danker, dessen Schwerpunkt Schleswig-Holstein und der Nationalsozialismus ist.

Uwe Danker: Ist seit 1994 Universitätsprofessor und Direktor am Institut für Geschichte und ihre Didaktik der Universität Flensburg sowie Direktor am Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte der Universität Flensburg. Mitglied des Beirats für Geschichte und Mit-Herausgeber des regionalgeschichtlichen Jahrbuchs “Demokratische Geschichte”. (vgl.
http://www.izrg.de/danker.html
)

Hans-Werner Prahl: Leiter der Abteilung für Soziologie am Institut für Pädagogik an der Uni Kiel und Vizepräsident der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft. Er befasst sich seit langer Zeit mit Hochschulentwicklung und hat wie gesagt den Forschungsprozess der Auseinandersetzung der CAU im Nationalsozialismus maßgeblich durch die Herausgabe der zwei Bände “UNI-Formierung des Geistes. Universität Kiel im Nationalsozialismus” angestoßen und beeinflusst

(Quelle:
http://akkiel.blogsport.de/2009/12/13/171209-prahldanker-cau-im-nationalsozialismus/
)

Zu den Forderungen der Kieler Studentinnen

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Nachzulesen seit Freitag abend im Blog der Besetzerinnen.

Da habe ich einiges an Kritik:

  • Nach 10 Tagen Besetzung ist das alles an Text?
  • Es fehlt der konkrete Adressat. Jede Forderung richtet sich an alle möglichen Stellen – so kann jede Stelle weiterhin auf die anderen verweisen.
  • Es fehlen Fristen, Schritte und konkrete Konsequenzen, die aus dem Nicht-Erfüllen folgen würden.
  • Es wird nicht  auf die angedrohte Räumung eingegangen. Heisst das, dass sie bleiben oder gehen?
  • Vieles ist viel zu schwammig formuliert
  • Der Freiraum auf Punkt 5 macht klar, dass euch der Freiraum unwichtig ist, den ihr gerade noch besetzt haltet. Mit dem Signal wird die Unileitung sicher die Räumung vornatreiben und  sich auch gerade an dem Punkt unnachgiebig zeigen.
  • Leider nur als Bild verfügbar und nicht als Text. Dadurch kein Weiterverbreiten und Auffinden durch Suchmaschinen möglich. Schade.
  • Insgesamt alles sehr schwammig formuliert.
  • Es fehlt der Ausblick, was danach kommt. Was ist mit der Räumung?

Bei dem Ergebnis sehe ich tatsächlich die Besetzung als mittel fraglich. Diese fünf Punkte hättet ihr auch am ersten Tag mal schnell zusammenschreiben können. Ich bin sicher das ganze war trotzdem mühsam und  ist auch nur deswegen so, weil es einen Kompromiss darstellt. Aber so ein Papier wird mit Sicherheit kaum ernst genommen. Ich denke wenn ihr sowas am Anfang rausgehauen hättet, dann könnte man das kaum kritisieren und wäre gespannt auf eine Ausarbeitung. Aber das ist ja jetzt die Ausarbeitung – und für den wissenschaftlichen Nachwuchs ganz schön mager.

Was in Kiel auch fehlte, was ich aus anderen Städten gehört habe, war der Versuch einer Solidarisierung mit anderen Teilen der Bevölkerung herzustellen. Ich denke nicht, dass das nicht noch in der Zukunft passieren kann, aber dazu müssten einiges an Scheuklappen abgelegt werden.

Geschrieben von tlow

28. November 2009 um 00:32

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