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Nutzt Seniorenpflegeheim die Unwissenheit von MigrantInnen aus?
Ende Januar 2012 gab das Kieler Seniorenpflegeheim DOMICIL gegenüber der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Kiel (FAU) zu, ungerechtfertigt den letzten Monatslohn einer Reinigungskraft einbehalten zu haben, die dort im vergangenen Jahr entlassen worden war. Ihre Ansprüche hatte die Beschäftigte daraufhin mit Unterstützung der FAU Kiel erfolgreich geltend machen können.
Im DOMICIL sehen sich die Reinigungskräfte jedoch weiterhin tagtäglich mit prekären Bedingungen konfrontiert: zu einem Lohn, der sich weit unterhalb des Mindestlohnes für Gebäudereiniger bewegt, sind sie meist ohne festen Vertrag bei der CADE Dienstleistungs- und Catering GmbH beschäftigt. In das gleiche prekäre Bild passen Berichte über unvorteilhafte Anrechnung von Pausen oder Drangsalierungen durch Vorgesetzte.
„Die systematische Unterwanderung arbeitsrechtlicher Mindeststandards bestärkt uns in dem Verdacht, dass bei DOMICIL mit der Unwissenheit von Migrantinnen und Migranten geradezu kalkuliert wird. Die Kenntnis ihrer eigenen Rechte kann für die Beschäftigten ein erster Schritt zur Gegenwehr sein“, kommentiert Felix Zimmermann, Sekretär der FAU Kiel.
Ungeachtet der vereitelten “Lohnvergessung” scheinen sich die Verhältnisse für die Reinigungskräfte bei DOMICIL noch mehr zu verschärfen. Die FAU Kiel wird die Situation deshalb weiterhin kritisch begleiten.
Die Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU) ist eine anarchosyndikalistische Basisgewerkschaft, die für eine kämpferische Betriebsarbeit von unten eintritt. Die lokalen, basisdemokratischen Syndikate haben sich bundesweit in der FAU und international in der IAA (Internationale Arbeiterinnen- und Arbeiter-Assoziation) zusammengeschlossen.
Es ging ganz gut anders zum Ersten Mai
Das Gerecht geht GANZ anders-Bündnis hatte zwei größere gemeinsame Veranstaltungen geplant:
- Ein Straßenfest als Kundgebung in Gaarden am 30. April und
- Eine Demobeteiligung an der traditionelle, revolutionären Ersten Mai_Demo in Kiel
Am Straßenfest waren meiner Schätzung nach rund 100-120 BesucherInnen zugegen. Es gab Musik, Stände verschiedener Organisationen wie FAU Kiel, SDAJ und dem Libertären Laden, sowie eine Sitzecke der Stadtteilinitiative. Für einen Samstagnachmittag wurde das Programm ganz gut angenommen. Es gab auch Essen und Getränke gegen Spende.
Der Erste Mai startete in Gaarden auf dem Vinetaplatz. Da sich aber viel mehr TeilnehmerInnen versammelten, als man erwartet hatte, entschloss man sich spontan doch schon in Gaarden eine Demo zu starten zum Wilhelmplatz, dem vom DGB bestimmten Startort der größeren Demo. Im Vorfeld war es innerhalb des DGB durchaus diskutiert worden, in Gaarden zu starten, aber von der DGB-Spitze abgeblockt worden. So waren es dann durchweg Unorganisierte linksradikale Gruppen und Einzelpersonen, so wie die Gewerkschaft FAU, die Gaarden als Ausgangspunkt wählten.

Ab der Ecke Bergstraße/Wilhelminenstraße trennte sich dieser sozialrevolutionäre Block wieder von der Hauptdemo und bewegte sich zum Hauptbahnhof, wo er sich dann auflöste. Mit dem Zug wurden auch verschiedene Forderungen nach einer anderen Gesellschaft und einer massiven Kritik am DGB von Ost nach West getragen. Das Motto könnte lauten: Wenn ihr nicht zu uns kommt, kommen wir zu euch. Das funktionierte dieses Jahr ganz gut.
In einem Indymedia-Artikel findet man einen weiteren Bericht zu diesen Veranstaltungen.
Kiel: Der Konflikt im Kino Babylon Mitte und die Folgen — Direkte Aktion
Am Sa, 26.06.2010 um 19 Uhr im Li(e)ber Anders, Iltisstr. 34, 24143 Kiel,
Im Januar 2009 geschah etwas, was in Deutschland leider noch viel zu selten passiert: Eine prekär beschäftigte Kino-Belegschaft beschloss sich gegen ihre miesen Arbeitsbedingungen und die willkürliche Behandlung durch ihre Chefs organisiert zur Wehr zu setzen.
Nachdem der Versuch bei Ver.di Unterstützung zu finden scheiterte und die Zentralgewerkschaft der Belegschaft die kalte Schulter zeigte, schloss man sich der syndikalistischen Freien ArbeiterInnen Union (FAU) Berlin an. Was folgte, war ein sich zuspitzender Konflikt zwischen der Betriebsgruppe der FAU Berlin und der Geschäftsführung des Kino Babylon-Mitte, die jedes noch so geringe Zugeständnis verweigerte. Als Zwischenergebnis einer kontinuierlichen Eskalation stand dann im Januar 2010 plötzlich doch ein von Ver.di abgeschlossener Tarifvertrag und ein de-facto Verbot für die FAU Berlin gewerkschaftlich zu kämpfen, oder sich überhaupt als Gewerkschaft, bzw. Basisgewerkschaft zu bezeichnen.
In der Veranstaltung wird diese Entwicklung nachgezeichnet. Es wird erklärt, warum dieser Konflikt in mehrfacher Hinsicht beispielhaft ist und warum die durch den eigentlich erfolgreichen Arbeitskampf der Betriebsgruppe ausgelösten juristischen Maßnahmen für viele Lohnabhängige in Deutschland zum Problem werden könnten. Im Rahmen der Veranstaltung wird es ausreichend Raum geben, um die Probleme, aber auch die Perspektiven, die sich aus diesem Konflikt ergeben, zu diskutieren.
Eintritt: frei
Organisiert von der FAU Kiel, Referenten von der FAU Berlin.
Siehe auch die Sonderseite zum Kampf um Gewerkschaftsfreiheit und das Blog von Beschäftigten des Kino Babylon Mitte
Quelle: Kiel: Der Konflikt im Kino Babylon Mitte und die Folgen — Direkte Aktion.





