KielKontrovers

Politblog aus Kiel

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Warum D115 keine Beamten ersetzen kann…

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Da ich bisher noch nie ein Auto umgemeldet hatte, rief ich mal die D115 an. Die gaben mir auch eine Liste der Dinge, die ich brauchen würde. Darunter auch  eine Bestätigung  der Bankeinzugsermächtigung für die KFZ-Steuer, sowie Prüfberichte bzw. -bescheinigung für HU und AU.

Wie genau die Bestätigung für die Bankeinzugsermächtigung aussehen müsste wurde nicht gesagt. Am Termin selbst, den ich dann (unnötiger weise) online reservierte stellte sich dann heraus, dass die Prüfberichte gar keine Rolle spielten (waren als Kopie noch mal 19 € teuer). Denn es war ja eigentlich nur eine Namensänderung. Und die Bankeinzugsermächtigung natürlich einfach vor Ort gegeben wird.

Das ist der Unterschied zwischen einer Callcenter-MitarbeiterIn, die ihr Wissen aus einer Wissensdatenbank bezieht und einer MitarbeiterIn vor Ort, die das ganze jeden Tag MACHT. Eine Auskunft aus einer Wissensdatenbank entspricht in etwa dem Unterschied, ob ich alles über Ringelblumen weiß, oder ob ich auf Nachfrage alles schnell lese, was Wikipedia zu “Ringelblume” ausspuckt.

Wissen ist zum Teil abstrahierbar. In meinem Fall hat mich der Unterschied als Bürger 19 Euro zusätzlich gekostet (zusätzlich zu den 19 € für die Ummeldung selbst). Fatalere Auskünfte sind auch denkbar.

Der Glaube daran, dass Technologie alles löst – gerade bei Hotlines haben wir den Unterschied gelernt, ob wir nur in einer Wartschleife hocken mit unterbezahlten und frustrierten MitarbeiterInnen, die dann wie bei Arcor oder Kabeldeutschland auch gerne mal auflegen, wenn sie keinen Bock mehr haben – oder ob man es mal erreicht, zu den Experten durchgestellt zu werden, die nicht einfach nach Schema-F vorgehen, sondern auf Anhieb verstehen, wo das Problem ist.

Davon abgesehen: Natürlich sind die meisten Auskünfte wahrscheinlich schnell zu beantworten – dennoch kann nur der Experte oftmals erkennen, wenn sich eine Frage leicht von einer Standard-Frage unterscheidet. D115 ist eben wie eine Bestellung bei McDonalds – man kriegt immer das Gleiche.

 

Zitat Stadt Kiel:

Mit der Aufschaltung der 115 im Regelbetrieb geht Kiel einen weiteren Schritt in Richtung Bürgernähe. Alle Ämter sind unter einer Telefonnummer erreichbar.

So fern war Verwaltung dem Bürger nie!

Geschrieben von tlow

Februar 9, 2012 um 09:29

Neue Initiative zur Rettung von Katzheide!

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Eineinhalb Jahre nach der Laternenumzugs/Demonstration für einen Erhalt von Katzheide am 18.11.2009 ist das Thema Bäderlandschaft aufgrund überbordender Baukisten für das Zentralbad wieder auf dem Tisch.

Und ich habe mich entschlossen die offenen Fragen noch einmal mit einer Initiative “Rettet Katzheide!” zu unterstützen.

Leider hat sich da in den letzten Jahren wenig an Aktionen getan. Eine Infoliste zu Katzheide, die ich damals für die Stadtteilinitiative Gaarden einrichten lies wurde über ein Jahr nicht mehr mit Informationen beschickt. Und auch sonst passierte wenig. Das Zentralbad wurde zu einem zunehmend verblassenden Begriff, der nur noch als Beispiel einer gescheiterten Politik dienen sollte. Vergessen wurde dabei aber vielerorts der aktive Kampf für den Erhalt des Bades!

Bitte unterstützt diesen neuerlichen Versuch. Ihr dürft gerne die Grafik hier bzw. auf der Initiativen-Seite auf euren Seiten einbinden und dann auf gaarden.wordpress.com/rettet-katzheide verlinken.

Ich will hier gar keinen falschen Eindruck erzeugen. Im Moment besteht die Initiative wahrscheinlich nur aus zwei-drei Leuten – ist damit aber auch nicht viel kleiner als manche anderen Gruppen. Was wollen wir anders machen? Mein Vorschlag wäre, sich tatsächlich auf die Bäderfrage zu konzentrieren. Weil man so auch seine Kräfte besser einteilen kann. Was nicht geht ist glaube ich Katzheide von anderen Bädern zu trennen. Denn laut Ratsbeschluss  existiert dieser Zusammenhang. Katzheide hängt auch an der Zukunft des Zentralbades an der Hörn.

Warum sollte man das Zentralbad ablehnen?

  1. Weil es das Aus für Katzheide bedeutet (alle darüber hinaus gehenden Überlegungen sind reine Spekulation!)
  2. Weil damit auch die Eintrittspreise steigen! Für eine Familie mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern von rund 8 auf 18 Euro!
  3. Weil Katzheide eine wichtige Naherholungsfunktion in Gaarden erfüllt und auch ein Ort für Begegnungen darstellt.
  4. Weil das Zentralbad weiter weg vom Gaardener Zentrum ist und dort weitere Preissteigerungen auch nicht ausgeschlossen sind.

Geschrieben von tlow

Mai 17, 2011 um 10:41

Informationen zu den wahren Kosten des Projektes D115

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Großes Lob an die Verwaltung der Stadt Kiel. Das Amt für Finanzwirtschaft hat mir per E-Mail bereitwillig die wahren Kosten für das Projekt D115 aus dem Haushaltsplan 2011 (Band 1,PDF) herausgesucht. Und mir wurde bestätigt, dass man diese Kosten tatsächlich nicht selber entnehmen kann, da diese in einem Pauschalbetrag versteckt sind. Hier nur meine Kritik an dem doppischen Haushalt, dass das leider oft der Fall ist: Ein großer Betrag und man sieht nicht, was dahinter steckt. Bei der Stadt Frankfurt a.M. ist das übrigens anders: Da sieht man ganz klar die Kosten. Ich zitiere aus der Antwortmail aus Kiel:

Für das Projekt D115 sind im Haushaltsplan der Landeshauptstadt Kiel für das Haushaltsjahr 2011 Haushaltsmittel in Höhe von 134.500,– € eingeplant. Mittel für die Folgejahre 2012 – 2014 sind noch nicht eingeplant.

Die Mittel stehen im Teilergebnisplan 1113 – Innere Verwaltungsangelegenheiten und Service – unter der Position 13 – Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen -. Da es sich hier um die Aufsummierung aus verschiedenen Produkten handelt, ist dieser Einzelbetrag so auch nicht erkennbar.

Die Ausgaben für das Projekt D115 gehören zum Produkt 11130200 – Servicecenter -.

Rund 135.000 Euro also für 2011. Gehen wir davon aus, dass die Kosten auch bis 2014 so bleiben, so müsste man für den Zeitraum also mit insgesamt mit Kosten von 540.000 Euro rechnen. Wohlgemerkt: D115 ist eine freiwillige und zusätzliche Dienstleistung der Kommune, die vielleicht nur von fünf Prozent der AnruferInnen genutzt wird?

Update 19.4.11: Abhängig ist das aber auch von der Natur der Kosten. Da die Nummer erst im Juni geschaltet wird, könnten die 135.000 auch nur die Hälfte der Kosten für ein Jahr darstellen. Dann würde man 2012 eher mit 270.000 Euro zu rechnen haben.

Geschrieben von tlow

Februar 20, 2011 um 12:49

Kiel plant Geld für Tourismus zu verbrennen

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Man denkt ja immer, das Kiel kein Geld hat. Dem scheint aber nicht so. Denn auf der Tagesordnung der nächsten Ratsversammlung finden wir folgende Punkte:

  • Antrag zur Förderung zu beantragendes Projekt im Rahmen des Zukunftsprogramms Wirtschaft: Cruise Kiel – Touristisches Destinationsmanagement Schleswig-Holstein
  • Was ist das? Zitat: “Im Zuge des Projektes sollen touristische Produkte für Seetouristen von Touristikern und weiteren Leistungsträgern (z. B. Hotellerie und Gastronomie) in Kiel und Schleswig-Holstein benannt und weiterentwickelt werden, um in „Cruise Kiel“ zu einer Gesamtinfrastruktur zusammengefasst zu werden, die dann gezielt international kommuniziert und beworben werden kann.” – Übersetzt heisst das, dass die Stadt Kiel gerne die Hotellerei und Gastronomie subventionieren möchte.
  • Was kost? 610.198 € – Die Summe von 150.000 € an Eigenmitteln der Stadt Kiel sind irreführend, da ja auch Eigenmittel der stadteigenen GmbHs zu berechnen sind, die sich auf die o.g. Summe addieren.
  • Eine Stadt wie Kiel, die angeblich in Schulden ertrinkt, kann sich derartige Geschenke nicht leisten. Die Landesmittel kann es zwar geben – aber die meisten Subventionen erfordern auch Eigenmittel und kosten somit dem Haushalt (und somit uns Bürgern) Geld.

Zu beachten ist auch, dass der Antrag selbst (ohne Begründung) sehr einsilbig ist. Daraus geht nicht einmal hervor, dass für die Stadt Kiel Kosten entstehen. Aber es ist ein typisches Beispiel wie unter dem Deckmäntelchen des Einsteichens von Förderungen kostbares Geld verbrannt wird. Und das auch noch besonders an die Branche, die schon durch die FDP mit Steuergeschenken beglückt wurde. Städte denken oft das alles was Tourismus fördern könnte getan werden muss. Dort wird nicht gejammer, dort wird nicht der Rotstift angesetzt. Seien die ausgaben auch noch so unsinnig. Mal sehen, wie sich die Fraktionen am Donnerstag, 20.5. dazu stellen werden.

Geschrieben von tlow

Mai 17, 2010 um 23:32

Linke klaut Direkter Demokratie ihr Steckenpferd

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Nachdem die Direkte Demokratie am 10.12.(dummerweise)  alle ihre Karten in nur einem einzigen Antrag auf den Tisch legte und als einzige Fraktion im Kieler Rathaus eine verbesserte Kinder- und Jugendbeteiligung forderte, fällt nun der Linken nichts besseres ein als diese Vorlage als Blaupause der eigenen Politik zu übernehmen.

Die KN berichtet heute darüber, dass die Linke vor der Kommunalaufsicht Schleswig-Holsteins Beschwerde eingelegt hat. Doch schon heute ist absehbar, dass die Kommunalaufsicht hier nicht eingreifen wird. Genau so wie absehbar ist, dass der Beschluss der Ratsversammlung höchstwarscheinlich nicht ausreichend sein wird, um ein neues Zentralbad zu bauen, weil der Preisrahmen von 17 Millionen Euro, den die Ratsversammlung gesetzt hat deutlich gesprengt werden wird.

Das die FDP wissentlich und fälschlicherweise nachwievor behauptet, dass das Zentralbad eine günstige Lösung wäre ist natürlich auch nicht besser. Denn die meisten Zahlen die kursieren sind nicht belegt. Fakt ist z.B. auch, das z.B. das Auswahlgremium für einen Umbau der Lessinghalle ausgerechnet den teuersten Entwurf als Sieger gekürt hat – und die selben Leute (Löser, Möller,Todeskino) wurden dann zu Totengräbern der Lessinghalle weil der Entwurf ja viel zu teuer war. Auf den Umbau des Schrevenparks zu verzichten hätte vielleicht geholfen Kosten zu sparen.

Wie so oft werden Kosten zwar gerne als Argument ins Feld geführt – aber nicht ordentlich dokumentiert. Mangelnde Transparenz führt dann zu einem Glaubwürdigkeitsdefizit und auch Fehlentscheidungen. Würden Politiker nicht immer glauben alles besser zu wissen könnten sicher auch in Kiel viele zig Millionen gespart werden.

Wie es aussieht sind aber vor allem die GRÜNEN die treibende Kraft hinter vielen radikalen Projekten wie neues Zentralbad, Science Center oder der Schließung des Holtenauer Flughafens. Von der Stimme der Bürger hat sich diese Partei in ihren 30 Jahren mittlerweile zur Stimme der Investoren aufgeschwungen. Hat sie sich früher zusammen mit Bürgerinitiativen gegen Großprojekte gewandt, so ist sie inzwischen zur Gegnerin von Bürgerinitaitiven mutiert.

Die Aktion der Linken wird im Sande verlaufen und ist ein schlecht vorbereiteter Versuch das an sich zurecht kritisierte Zentralbad zu verhindern. Hätte die Altfraktion sich nicht vor und nach der Abspaltung so vehement gegen die Mitglieder der heutigen Direkte Demokratie gewandt und gemeinsam an den Themen gearbeitet statt einfach nur Ideenklau zu betreiben, so wäre vielleicht eine deutlich intelligentere Idee dabei herausgekommen.

Update 26.01.: Die SPD hat eine Stellungnahme veröffentlicht unter dem Titel Hanns und Stagars zur Jugendbeteiligung beim Zentralbad.

Geschrieben von tlow

Januar 22, 2010 um 20:49

Entscheidung zum Flughafen zurückgestellt

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Der Antrag zur schnellstmöglichen Schließung durch Die Linke wurde am Donnerstag, 21.01.10 zurückgestellt für sechs Monate. Das gibt allen Beteiligten Zeit zum Nachdenken. Nur Die Linke und die Direkte Demokratie waren der Meinung, dass es keine Alternativen geben kann und haben gegen die Rückstellung gestimmt.

Wie schon im Antrag der Linken so war denn auch die Rede von Herrn Rudau als mit heisser Nadel gestrickt zu erkennen. Zum einen war interessant, das Die Linke offenbar eine sehr eigene Zählweise von Arbeitsplätzen hat. Denn offenbar zählten die “immerhin” 39 Arbeitplätze der Bundesbankfiliale in Kiel im Antrag davor eine Menge, während die entweder 87 (Linke) oder 200 (SPD) Arbeitsplätze im Umfeld des Airport Kiel nicht erhaltenswert sind. Die Argumentation, die Arbeitsplätze am Flughafen seien subventioniert kann man auch auf die Arbeitsplätze der Bundesbankfiliale anwenden.

Mit keinem Wort ging man auf den Flughafen Lübeck ein, was deutlich machte, dass Die Linke die neueste Entwicklung dort nicht mit berücksichtigt. Auch war immer nur von den heutigen 1,2 Millionen Euro Zuschussbedarf gesprochen worden – eine Alternative, wie die Reduzierung der Kosten – wurde nicht erwogen. Unter dem Strich bleibt also das Die Linke und die Direkte Demokratie heute beide am liebsten entschieden hätten, dass der Flughafen (genauer Verkehrslandeplatz) in Holtenau ersatzlos gestrichen werden soll. In Kiel soll auf jeden Fall nie wieder die Möglichkeit bestehen, das ein Flugzeug landet – selbst dann nicht, wenn der Flughafen plus minus null arbeiten würde oder gar Gewinn abwerfen würde. Denn der Antrag der Linken ließ keinen Platz für Alternativen.

So erschienen denn auch die Reden der übrigen Fraktionen (CDU,FDP,SPD, GRÜNE,SSW) eher gemäßigt und mit Blick auf die Konsequenzen nicht zuletzt auch für die Arbeiter vor Ort.

Kern dieser Getriebenheit scheint mir eher eine ideologische Betrachtungsweise zu sein, nicht eine pragmatische. Oder einfach nur Dummheit. Dann aber haben sich die beiden kleinen Parteien als überaus dilletantisch dargestellt, da sie nicht in der Lage sind einen Infrastrukturfaktor wie den Flughafen von mehreren Seiten zu betrachten.

Wieso die Ökologie profitiert, wenn der Flughafen Holtenau wegkommt ist auch nicht nachvollziehbar. Denn daovn auszugehen, dass alle Flüge die nicht in Holtenau starten gar nicht mehr stattfinden ist naiv.

Was den Organtransport angeht, so zeigte sich auch hier die Inkompetenz des Redners Rudau. Denn zum einen ist der Flug mit einem Hubschrauber um ein vielfaches teurer als mit einem Flugzeug. Zudem können Flugzeuge Organe über weitere Strecken und meist doppelt so schnell befördern. Das bedeutet dann z.B., dass sich die Flugzeug entweder halbiert oder ein Transport mit dem Hubschrauber aufgrund viel geringerer Reichweite (maximal ca. 500-800 km, Flugzeuge z.B. bis ca. 3000 km) gar nicht stattfinden kann. Da z.B. ein Herz nur vier Stunden lang transplantiert werden kann, kommt es oft auf jede Minute und Zeitersparnis an. Im Endeffekt heisst das also für Kiel, das ohne den Flughafen Kiel viele Transplantationen nicht mehr in Kiel stattfinden könnten. welche genaue Implikationen das hätte, kann ich nicht beurteilen – aber vielleicht würde es auch bedeuten, das im UK-SH dann auch eine Abteilung geschlossen werden müsste mit all den Nebenwirkungen.

Es mag ja sein, dass manche Folgen einer Schließung weniger dramatisch wären aber zum einen würde ich dem Satz “Wenn wech dann wech” zustimmen, denn eine Entscheidung jetzt gegen einen Flughafen für Kiel würde das Aus für immer bedeuten. Und  zum anderen werde ich das Gefühl nicht los, dass die radikalen Flughafengegner oft nicht alle Implikationen bedacht haben – und zudem was die alternative Nutzung angeht auch keine klaren Vorstellungen. Etwas zu beerdigen ist immer einfach – neue Perspektiven oder Alternativen zu bieten aber schwieriger. Man darf e sich nicht zu eifnach machen, auch nicht bei Themen wo einem der Bauch scheinbar die richtige Richtung vorzugeben scheint. Was, wenn die Schließung Holtenaus fatale Konsequenzen hätte? Es gbt dann kein Zurück! Wir sehen am Beispiel Straßenbahn und SRB wie lange Kiel an einer Fehlentscheidung zu kauen hat. Man sollte daher nicht schon wieder etwas überstürzen!

Erinnern wir uns: Flensburg gibt jedes Jahr nur 52.000 € für ihren Flughafen aus. Vielleicht kann Holtenau sogar Gewinn abwerfen ohne groß ins Touristengeschäft einsteigen zu müssen?

Ergänzungen zum Artikel:

Zu den Sozialläden in Kiel

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Drehtür-Effekt

Dieser Artikel in der KN schreckte mich auf. Ich beobachte die sogenannten „Sozialläden“ in Kiel schon länger kritisch. Dort wird immer zu kostenlosen Sachspenden aufgefordert. Es gibt da z.B. die OBULUS-Läden. OBULUS ist eine Ladenkette der FAW. Auf dem Papier geht es hier um Qualifizierung von Arbeitslosen. Leistungsbezieher können hier auch bei entsprechendem Bedarf für 5 Euro Fahrräder erstehen. Bedenklich an diesem Fakt ist, dass hier gerade auf der  niedrigpreisigen Ebene kleinen Farradläden Konkurrenz gemacht wird – und zwar so, dass kein Fahrradladen, der sich selber finanzieren muss da mithalten kann. Als Gewinner steht nur die FAW selber fest. In wie weit die Arbeit in so einem Laden irgendeine Qualifizierung darstellt darf bezweifelt werden.

Dann gibt es auch noch die „Sozialladen Kiel e.V.“, der nach eigenem Bekunden nicht nur mehrere Sozialläden betreibt, sondern auch „Schleswig-Holsteins größtes Sozial-Kaufhaus“: SparFuchs. Auch dieser Laden tritt in Konkurrenz zu bestehenden Gebrauchtwaren-Läden. An sich aber steckt dahinter kein gemeinnütziger Gedanke, sondern durchausmonetäres Interesse.

Auch stehen beide Ladenketten in Konkurrenz zueinander – beide rufen gerne zu Sachspenden auf – verschenkt wird seitens der Läden jedoch nichts. Alles wird zu Geld gemacht. Und die Überschüsse landen überall nur nicht im Portemonnaie der Organisatoren und Ladenbesitzer. Mit Arbeitslosen Geld verdienen ist hier die Devise. Schade nur, dass viele Kielerinnen und Kieler darauf hereinfallen und denken diese Läden hätten einfach nur ein gutes Herz.

Es sind aber weder selbstorganisierte Läden ehemaliger Arbeitsloser, die sich zusammengetan hätten – noch sind es eben gemeinnützige Läden ohne Gewinnabsicht. Es sind Läden, die am guten Glauben der Mitbürger ansetzen und dies dann zu Geld machen. Die Arbeitslosen dienen dabei lediglich als billige Arbeitskraft. Erheblichen Schaden nehmen dabei insbesondere kleine Läden, die bisher auch schon Entrümpelung oder billige Gebraucht-Fahrräder angeboten haben. Je erfolgreicher diese Ladenketten sind, desto mehr kleine Selbständige werden wieder in die Arbeitslosigkeit gedrängt. Aber der Trost ist ja, dass sie dann irgendwann bei ihren Konkurrenten als billige Arbeitskräfte anfangen dürfen. Drehtüreffekt nennt man das glaube ich. Gut auch,  dass der Staat diese Schatenwirtschaft mit Milliarden stützt – also wir Steuerzahler – durch Sachspenden, durch Steuern, durch die Arbeitslosenversicherung,… eine gewaltige Geldmaschinerie in die auch die kleinen Sozialläden eingebunden sind. Gegenvorschlag. Ermutigt und ermöglicht Arbeitslosen Kooperativen zu gründen und sich so vollständig vom Jobcenter zu lösen anstatt Kleingewerbetreibenden das Leben schwerer zu machen!

Zu den Kosten einer neuen Fraktion im Rathaus

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Da mich die in der Pressemitteilung der SPD und der GRÜNEN gemachten Behauptungen neugierig gemacht haben, dass eine neue Fraktion mindestens 120.000 Euro pro Jahr kosten würde habe ich bei der SPD Ratsfraktion und der Stadtpräsidentin nachgefragt. Die Antwort aus dem Büro der Stadtpräsidentin steht noch aus. Die SPD Kiel war aber mir gegenüber nicht in der Lage eine eindeutige Quelle der Zahlen zu nennen. Auch konnte ich keine zitierfähige Aussage dazu erhalten. Ich finde es schon ziemlich dreist einfach irgendwelche Zahlen in den Raum zu stellen ohne diese offensichtlich belegen zu können. Es ist zu vermuten, dass es doch irgendwelche Zahlen geben wird. Vielleicht sind diese auch tatsächlich in der Näher der 120.000 – bisher aber sind dies nichts als Behauptungen und Gerüchte mit denen aber bereits fleißig Politik gemacht wird. Offenbar nimmt man es bei SPD und GRÜNEN nicht so genau mit der Wahrheit.

Geschrieben von tlow

Oktober 12, 2009 um 14:38

Veröffentlicht in Rathaus

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Fehler bei der Ausschreibung der Lessinghalle?

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Das Freibad Katzheide

Das Freibad Katzheide

Wie bekannt wurde, orientiert man sich in Kiel inzwischen hin zu einem Zentralbad. Lessinhalle, Gaardener Schwimmhalle und Katzheide sollen geschlossen werden. Einige Punkte sind dabei auffällig

  1. Der Sport- und Begegnungspark in Gaarden sah das Freizeitbad Katzheide von Anfang an als zentrales Element vor. Die gesamte Planung und auch die Bürgerbeteiligung fand unter der Annahme statt, dass das Bad erhalten wird. Sprich was jetzt kommt hat nichts mehr mit dem Plan zutun, der besprochen wurde. Katzheide ist derzeit integriert in Gaarden. Es ist selbst für die Bewegungsfaulen in kurzer Frist erreichbar und fordert auch so Gesundheit und Bewegung. Ob die Kinder, die jetzt nach Katzheide gehen dann auch bis an die Hörn laufen ist fraglich, da wie man auch im Ortsbeirat Gaarden lernen konnte, viele Leute ihren Ortsteil oft kaum verlassen. Zudem wurde noch  im September 2008 von der Ratsversammlung einstimming beschlossen: “Entsprechend der Intention des Ratsbeschlusses vom 18.5.2006 (Beschlussvorlage 0310/2006, Ziffer 6) ist dafür Sorge zu tragen, dass auf dem Ostufer eine Schwimmbadeinrichtung angeboten wird, die auch die Nachfrage nach Schul- und Vereinsschwimmen vollständig abdecken kann. Im Hinblick auf das Modellvorhaben „Sport- und Begegnungspark auf dem Ostufer“ ist der Standort Katzheide abzusichern.
  2. Lessinghalle. Es gab eine Ausschreibung für die Sanierung. Diese enthielt aber keinerlei Angaben zu Obergrenzen von Kosten (siehe unten Ausschreibungstext) Am Ende der Ausschreibung, die für die ersten drei Preise Kosten von alleine 34.000 Euro kostete war das Fazit dann aber plötzlich, dass die Vorschläge zwar schön gewesen seien, aber doch zu teuer in der Umsetzung mit 13-15 Millionen. Die KN schrieb dazu am 2. Juni 2009:Die Kosten für die Lessinghalle seien geschätzt worden, um eine Rechtfertigung für den Neubau eines wenige Millionen Euro teureren Zentralbads mit 50 mal 25 Metern Schwimmfläche zu haben, wurde auf dem Rathausflur bereits hinter vorgehaltener Hand gemunkelt.” Fraglich also, was die Basis der Schätzungen ist. Kann man die einsehen? Wieso hat man die Architekten vorher nicht zu sparsamer Planung angehalten?
  3. Der Ort an dem das Zentralbad entstehen soll ist das Grundstück zwischen Werftbahnstraße und Adolf-Westfal-Straße (Kartenausschnitt). Dort verläuft derzeit eine zentrale Grünverbindung zwischen West- und Ostufer. Ein großes Spaßbad mit angedocktem Freibad dürfte dazu führen, dass dort sehr viel Grün Beton weichen müsste. Nun soll die Verwaltung wieder prüfen. Auch das kostet Zeit und Geld. Und am Ende soll wohl wieder eine Art Leuchtturmprojekt für Kiel entstehen?
  4. Da der Vorschlag vom Kreissportverband Kiel kam, scheint er auch besonders ihre Interessen zu berücksichtigen, die ggf. durchaus professionell sind. Nichts gegen das Wahren der eigenen Interessen. Fraglich aber, ob eine zentrale Lösung auch für die breite Masse (also auch Nichtsportler) die beste Lösung ist. Sportlern ist es oft wohl egal wie weit sie fahren müssen, wenn die Schwimmhallen gut sind. Für den einfachen Bürger ist oft der kurze Weg attraktiver, als eine große, anonyme Halle.
  5. Für die Kieler Bäder ist in dern nächsten drei Jahren (2009-2012) ein Zuschuss von 16,7 Mio Euro vorgesehen. Wenn schon die bisher angedachten Lösungen zu teuer sind – wie kann man dann einen Neubau mit Kosten von um die 20 Millionen rechtfertigen. zu berücksichtigen ist dabei auch, das durch den Neubau weder die fixen Kosten für Lessinghalle und Katzheide wegfallen würden, noch sind darin inbegriffen die nötigen Investitionssummen für eine Unwidmung von Gebäude oder Flächen. Eine Planung eines neuen Zentralbades müsste somit auch berücksichtigen welche Kosten an anderen Orten weiterbestehen und dürften sich nicht auf die reinen Baukosten beziehen. Zusätzlich würden die 20 Millionen die Finanzplanung für die nächsten drei Jahre um 3,3 Millionen Euro sprengen – und es wäre für kein anderes Projekt mehr Geld über. Gerade nach dem reinfall mit dem Science Center würde man denken, das Kiel eher vor Großprojekten zurückschreckt.
  6. Es fehlt bei der Planung auch eine Kalkulation darüber, was es eventuell kosten würde ein oder zwei kleine Hallen dezentral wie bisher als Ersatz für die Lessinghalle und die Gaardener Schwimmhalle zu erbauen. Da diese deutlich kleiner wären, müssten diese billiger sein. In Botrop wird eine Halle mit 6 Bahnen gebaut, die lediglich 5,9 Millionen Euro kostet. Zwei solcher Hallen würden dann also kapp 12 Millionen Euro kosten können und wären damit nur  fast halb so teuer wie das geplante Monsterbad.

Ausschreibungstext Lessinghalle:

Nahe der Kieler Innenstadt in direkter Nachbarschaft zur historischen Parkanlage des Schreventeichs befindet sich die „Lessinghalle“ – Kiels ältestes, im Jahre 1935 errichtetes Schwimmbad. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und wurde im Juli 2008 aufgrund von technischen Mängeln der Bädertechnik vorübergehend geschlossen. Um den historischen Gebäudebestand zu sichern und auch langfristig den Badebetrieb konkurrenzfähig zu betreiben, soll die Sanierung und ggf. Erweiterung des Schwimmbads am Lessingplatz in diesem Wettbewerbsverfahren untersucht werden.

Ziel ist die denkmalgerechte Sanierung sowie die Attraktivierung des Schwimmbades unter funktionalen, technischen und energetischen Gesichtspunkten. Dabei soll das Angebot unter Berücksichtigung des Schul- und Vereinsschwimmens durch Fitness- und Wellnessangebote sowie eine attraktive Gastronomie erweitert werden. Angestrebt ist die Entwicklung eines hochwertigen Gebäudeensembles, das unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen vermag und gleichzeitig flexibel und zukunftsoffen orientiert ist. Im Rahmen einer denkmalgerechten, architektonisch und wirtschaftlich ausgereiften Entwurfslösung werden überzeugende Konzepte gesucht, die den Standort in seiner Attraktivität sichern und weiter steigern.

Aufgefordert zu diesem Wettbewerb sind freischaffende Architektinnen und Architekten. Zur Bearbeitung dieser Aufgabe ist die Zusammenarbeit mit einem Fachingenieur der Gebäudetechnik (Bädertechnik) zwingend erforderlich. Der Inhalt der Bekanntmachung wurde mit der Architektenkammer Schleswig-Holstein abgestimmt.

Fazit: Vieles an den Überlegungen scheint unausgegoren. Man hat auch in Kiel wieder einmal keine Wertschätzung für das Bestehende und will allzugerne wieder etwas tolles, großes neues, schönes. So entstand Mettenhof, so entstand Schilkseee, so scheiterte man mit dem Science Center. Nicht alle o.g. Überlegungen von mir müssen richtig sein. Ich bin ja auch kein Planungsstab, der 5 Millionen Euro hat, um alles durchzurechnen. Dies sollen daher nur eine Reihe offener Fragen und Ideen sein.

Lizenz: CC (Bestimmte Rechte Vorbehalten)

ScienceCenter – 5 Millionen und kein Ende in Sicht

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Mit der Aufforderung Email-Spam an den Landtag zu versenden tun sich einige Fraktionen des Kieler Rathauses in Kooperation mit der AWC AG hervor. Kieler Bürgerinnen werden aufgefordert auf einer Firmenseite der AWC AG für die Genehmigung des Science-Centers durch den Landtag zu stimmen, obgleich dies schon abgelehnt wurde.

(Hier der Brief als PDF)

Kürzlich wurde bekannt, das nicht nur 2,5 Mio Euro ausgegeben wurden für Gutachtem sondern 5 Mio. Diese entstanden, soweit ich es verstanden habe auch durch Personal der AWC AG, das an Planungen gearbeitet hat und wo die AWC AG in Vorleistungen getreten war. Ich will ja gar nichts gegen Gutachten als solches sagen. Nur finde ich, dass bei einem Projekt mit einem Investitionsvolument von 25 Millionen zusätzliche 5 Millionen für Gutachten doch erheblich sind. Wenn der Projektträger selber die Kosten in Rechnung stellt, für ein Projekt das gar nicht verwirklicht wird, bevor es eine definitive Zusage gibt stellt sich auch die Frage wo die Stadt Kiel vorher Grenzen der Kosten benannt hat?  Für 5 derartiger Gutachten könnte die Stadt Kiel schon 100% der Kosten tragen.

Am 13. Mai warnte der Landesrechungshof den Landtag in einer Stellungnahme (PDF) auch davor, das in Lütjenburg bereits eine Zusage für ein Science Center besteht. Interessanter weise hat die KN online soweit ich sehen konnte niemals von diesem Konkurrenzprojekt berichtet. Dieses aber bedeutet, das die prognostizierten Besucherzahlen noch weniger erreichbar wären. Der Bau weiterer Science Center  würde ebenso mehr und mehr potentielle Besucher abziehen.

Ich würde gerne sehen wie die Verträge der Stadt Kiel mit den Projektträgern und Gutachtern aussahen. Ohne ein Experte zu sein halte ich Gutachtenkosten für maximal 100.000 Euro für ein solches Bauprojekt für angemessen. Zumindest in einer Phase in der es noch keine verbindliche Zusage irgendwelcher Gelder gibt.

Bedenklich finde ich die Website der AWC AG für die auch die Grüne Ratsfraktion wirbt. Kielerinnen sollen dort einfach ihre Mailadresse eingeben und damit blind für das Science Center werben. Bedenklich dabei vor allem, das hier Bürger aufgefordert werden ihre Mailadressen einem kommerziellen Unternehmen in den Rachen zu werfen und damit dem Missbrauch Tür und Tor geöffenet werden. Die AWC AG kann diese Mailadressen sammeln und diese Befürworter später nochmals aktivieren (oder die Mailadressen für andere Zwecken nutzen). Wenn schon, dann sollten Bürgerinnen aus Eigeninitiative Emails schreiben und auch vorher LESEN, was sie da senden.

Vergleiche dazu auch meinen älteren Artikel im Blog “Gaardener Notizen”.

Ich fordere im Gegenteil dazu auf, das sich die Kielerinnen ein eigenes Bild machen – und wenn sie auch zu dem Schluss kommen, das sich ein SC in Kiel zur Zeit nicht trägt sich an die Herrn Wadephul (CDU) oder Herrn Stegner (SPD) zu wenden um sie und ihre Fraktionen zu bestärken die getroffene Entscheidung zum Wohle Kiels beizubehalten. Dies aus meiner Sicht als ein Gegengewicht an unsinniger Einflussnahme einer Koalition aus SMG,AWC,CDU,SPD,GRÜNE & FDP. Schluss mit der Verschwendung von Steuermitteln für nichtsnutzige Leuchtturmprojekte. Stattdessen Aufklärung wieso die Stadt Kiel so viel Geld im Vorfeld ausgegeben hat. Selbst wenn das SC gebaut worden wäre, wäre es zu viel gewesen.

Das Scheitern des SC sollte Konsequenzen haben in der Stadt Kiel! Wer hat diese Geldverschwendung zu verantworten?

Geschrieben von tlow

Juni 12, 2009 um 03:18

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