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Kommunalwahl Kiel 2013: “Plötzlich” GRÜNE gegen Flughafen? #kmw13 #kwkiel
Es ist offenbar Wahlkampf. Nicht anders erklären kann ich mir sonst die Aufregung über den neuerlichen Beschluss der GRÜNEN den Flughafen Holtenau aufzugeben und dort eine Nachnutzung als Wohngebiet anzustreben. Auch wenn ich da nicht der Meinung bin, dass das so eine Super-Idee ist, denn ich gehe davon aus, dass eine Erschließung des Gebietes teurer werden wird, als die derzeitigen Subventionen. Man muss dann auch die verschiedenen indirekten Einnahmen durch den Holtenau wegrechnen. Angeblich ja auch möglicherweise den Weggang des Transplantationszentrums in Kiel (Nein, geht nicht alles per Hubschrauber). Es ist jedenfalls nicht so, dass man sagen kann: Flughafen zu, also keine Kosten mehr. Genau so wenig ei bei der Lessinghalle, die nach der Schließung sicher bisher jährlich auch einiges gekostet hat in der Zwischennutzung.
Nun noch mal zu den GRÜNEN: Denen kann man ja vieles vorwerfen, aber nicht, dass sie plötzlich etwas gegen Holtenau hätten. So lange ich die Kieler Kommunalpolitik verfolge sind die Kieler GRÜNEN gegen den Flughafen. Und es ist doch genau richtig, dass sie VOR der Wahl sagen, was sie wollen. Es wäre im Gegenteil unehrlich, wenn sie an diesem Punkt herumlavieren, nur um eventuell Stimmen von Flughafenbefürwortern zu kassieren?
Was Holtenau anbelangt so wäre da doch wirklich mal angesagt herauszufinden, was die Anwohner dort eigentlich wollen? Wenn die keinen Flughafen mehr wolle – so be it? Es geht hier schließlich um Entscheidungen, die das Viertel in den kommenden Jahrzehnten stark beeinflussen werden. Es gab zwar Bürgerbeteiligungen zu MFG5 im Rahmen des Förderahmenplans, aber eben nicht etwas, was man als Zukunftssuche für Holtenau bezeichnen könnte. Oder von mir aus lasst uns auch nen kielweiten Bürgerentscheid zum Flughafen machen?
In der KN wird Frank Hornschu vom DGB zitiert. Zufällig ist der auch SPD-Ortsvorsitzender der SPD in Russee. Über 40 Arbeitplätze würden aufs Spiel gesetzt. Mag sein, nur fragt man sich, wo die SPD und der DGB waren als die Arbeitsplätze der Telefonauskunft in Kiel im D115-Projekt nach Hamburg verlagert wurden. Immerhin 10 Arbeitsplätze wurden vernichtet.
Arbeitslose sind eine beliebige Verschiebemasse in politischen Diskussionen. Mal sind sie das Argument schlechthin gegen eine Massnahme, mal zählen sie nicht. Je nach dem wie es gerade passt.
Es ist ja durchaus richtig den Flugverkehr kritisch zu sehen. Die Frage ist aber, ob es im Falle von Kiel richtig ist, dass eine Landeshauptstadt gar keinen Flughafen mehr haben soll, im Gegensatz zu manchem Dorf mit 100 Einwohner*innen? Von mir aus kann man den ja gerne schrumpfen, aber einfach abschaffen ohne das man weiss, was die Zukunft bringt? Ich denke ein Flughafen ist halt eine Infrastruktur wie ein Hafen, wie Strassen, wie Schienen, Entwässerung, Stromversorgung, Fernwärme,… Das die GRÜNEN argumentieren, 2009 wäre der Verkehr ja noch mehr gewesen verwundert allerdings, waren sie doch bereits 2009 mit mehr Flugverkehr gegen den Erhalt. Ich finds eigentlich gut, wenn der Flughafen wenig Verkehr hat: Das ist doch dann wirklich ökologisch? Ich denke bei der Idee des Airparks gehts ja gerade drum, dass in Holtenau nicht alles vom Flugverkehr abhängt. Vielleicht gibts irgendwann wirklich keine Flugzeuge mehr, oder das Gegenteil – Flugzeuge fliegen autonom und werden für jeden erschwinglich. Sollte Flugverkehr irgendwann wieder populär werden müssten die Stadt Kiel nämlich wieder bei null anfangen und ein weiteres Kleingartengebiet platt machen für eine Neuansiedlung. Damit haben die GRÜNEN natürlich kein Problem.
Update:
die GRÜNEN 2010 Zum Flughafen:
Kommunalwahl Kiel 2013: Wer tritt an? #kmw13 #kwkiel
Da es bezüglich der Gruppierungen, die antreten immer noch einige Verwirrungen gibt hier noch einmal eine alphabetische Zusammenstellung und Kurzbeschreibung:
- CDU – Christlich Demokratie Union
- FDP – Freie Demokratische Partei
- GRÜNE – BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
- LINKE – Die Linke
- PIRATEN – Piratenpartei Deutschland
- SPD – Sozialdemokratische Partei Deutschlands
- SSW – Südschleswigscher Wählerverband
- WaKB – Wahlalternative Kieler Bürger
- WIR – WIR in Kiel
Folgende Begriffe werden laut Wikipedia aber auch oft synonym verwendet: Wählerinitiative, Wählergruppe, Wählergruppierung, Wählergemeinschaft, Wählervereinigung, Bürgervereinigung. Ich verwende oft “Parteien” als Sammelbegriff, weil ich die wesentlichen Unterschiede zwischen Wählerinitiativen un Parteien für so marginal halte, dass eine Differenzierung oft nicht sinnvoll erscheint.
Kommen wir also zu den beiden antreten Wählerinitiativen:
- Wahlalternative Kieler Bürger (WaKB) – ist eine rechtsradikale Wählerinitiative, die von der NPD gelenkt wird.
- WIR in Kiel (WIR/WIK) – ist eine aus Teilen der ehemaligen Kieler Linksfraktion, Fraktion Direkte Demokratie, Wählergemeinschaft Bürgerbündnis Kiel (BBK) und verschiedenen Bürgerinitiativen und Einzelpersonen bestehende Wählerinitiative, die stark sozialdemokratisch/parlamentarisch geprägt ist.
Die Strategie der NPD zeigt ihre aktuelle Schwäche, denn sie meinen, wenn sie nicht unter ihrem eigentlichen Namen auftreten, könnten sie ein besseres Wahlergebnis erzielen. Die WaKB beweist mit ihrer Existenz aber auch, dass viel wichtiger als die Organisationsform auf dem Papier die tatsächlichen Inhalte sind. Wer glaubt IMMER mit einer Wählerinitiative besser zu fahren, kann sich auch schnell einmal “verwählen”.
Kommunalwahl Kiel 2013: Was tut sich auf Facebook? #kwkiel #kmw13
Obwohl ich selber bei Facebook bewusst nicht aktiv bin habe ich mal einen kleinen Rundgang gemacht um einen Blick zu werfen, was sich da denn wahlkampfmäßig tut. Und zwar mit den Suchbegriffen: “[parteiname] kiel facebook”. Hier ist das Ergebnis.
SPD Kiel
Letzte Veröffentlichung im März 2013 (Sigmar Gabriel in Kiel). Hier ein Snapshot der Seite:
Fazit
Räusper. Seriously?
CDU Kiel
Letzte Veröffentlichung am 18. April. Hier ein Snapshot der Seite:
Fazit
Hier tut sich schon mehr. Scheinbar wird die Seite besser betreut als die eigene Homepage.
LINKE Kiel
Letztes Update für 2 Stunden (22.4.). Hier ein Snapshot zu der Seite:
Fazit
Gerade sehr aktueller Post, ansonsten auch eher selten aktualisiert.
GRÜNE Kiel
Letzte Aktualisierung am 18. April. Hier ein Snapshot zu der Seite:
Fazit
Etwas öfters aktualisiert als die bisherigen Seiten. Auch hier frage ich mich, warum die Themen dort andere sind, als auf der eigenen Homepage?
FDP Kiel
Letzte Aktualisierung: 19. April. Hier ein Snapshot zu der Seite:
Fazit
Auch etwas häufiger aktualisiert, allerdings mehr Bundes- oder Landesbezüge vorhanden. Nicht sehr gehaltvoll.
PIRATEN Kiel
- Die PIRATEN Kiel verzichten bisher auf einen Facebook-Auftritt.
WIR in Kiel
Letzte Aktualisierung: Vor 11 Stunden (22.4.). Hier ein Snapshot zu der Seite:
Fazit
Am häufigsten aktualisiert. Allerdings sehr viel Redundanz, ähnlich wenig gehaltvoll wie bei der FDP.
Gesamtfazit
Insgesamt scheint man wenig zu verpassen, wenn man den Parteien nicht auf Facebook folgt. Manches schon, wobei ich mich dann frage, warum es Themen geben soll, die Leute auf einer Homepage nicht interessieren sollen (z.B. Schnellradwege). Da stellt sich auch die Frage, welche Funktion Facebook für Parteien hat. Die derzeitigen Updates lassen darauf schließen, dass die Kanäle derzeit für den Wahlkampf aufgehübscht werden sollen. Von einem Bürgerdialog weit und breit keine Spur. Vielleicht ist das eine wichtige Erkenntnis, über die bekannte Problematik des Datenschutzes hinaus: Facebook wird auch nicht aus einem Monolog einen Dialog machen. Und ob es verantwortbar ist, Bürger nach Facebook zu locken, um dort mit ihnen zu kommunizieren ist auch eine interessante Frage.
Kommunalwahl Kiel 2013: Programmcheck SPD II. #kwkiel #kmw13
Teil II. des SPD Programmchecks (s.a. Teil I.) zur Kommunalwahl in Kiel
Teil “Sozial”
Wichtiger Punkt:
Wir streben den Aufbau einer kommunalen Wohnungsgesellschaft unter Beteili-
gung von Kieler Bürgerinnen und Bürger z.B. als Genossenschaft an. Darüber hin-
aus wollen wir mit anderen Wohnungsbaugenossenschaften kooperieren. Dazu soll
geprüft werden, ob der vorhandene Wohnungsbestand der Stadt Kiel als Grundstock
für eine solche kommunale Wohnungsgesellschaft eingebracht werden kann.
Wie soll das passieren? Zwar an sich ein konkretes Ziel, aber der Weg dorthin ist entscheidend.
wollen Kiel zu einer demenzfreundlichen Stadt entwickeln
(Seite 28)
Das kann man so oder so verstehen
Da wird eine Menge genannt, worauf man eingehen und es überprüfen könnte in diesem Teil, dazu fehlt mir aber die Zeit. Weiter gehts:
Teil “Handeln.”
Dabei sollen Gärten, Spielplätze und Parkplätze (Freiflächen) einerseits und für die Erholung
bedeutsame Naturflächen zu einer mit der Förde als Mittelpunkt verbundenen Stadt-
landschaft verbundenen werden,
Schade nur, dass die Grünverbindung an der Gablenzbrücke gekappt wird und stattdessen ein hässlicher Betonklotz hinkommt:
Die Kieler SPD will die Innenstadtrahmenplanung auf dem Sanierungsgebiet Alt-
stadtinsel umsetzen. Hier soll ein lebendiges Quartier mit Wohnungen, Geschäften,
Gastronomie und kulturellem Angebot mit öffentlicher Unterstützung entstehen. Die
dafür erforderlichen Untersuchungen sind bereits eingeleitet worden: Wir wollen in
der Altstadt mehr Wohnen ermöglichen und die Altstadt – wie es die Dänische
Straße heute schon ist – zur „guten Stube“ der Innenstadt machen.
Grundsätzlich richtig. Kiel hat ja irgendwie gar keinen Kern. Die Altstadt ist tot. Seniorenheime, Parkhäuser, Parkplätze,… Da findet eigentlich fast nichts statt. Leider meinte man dann aber mit einem kleinen Kettensägenmassaker eine alte Eiche als Opfergabe bringen zu müssen. Ein schlechter Start.
Wir wollen mehr Wasser – und Meerwasser. Wir wollen die historische Wasserver-
bindung zwischen Bootshafen und Kleinem Kiel wiederherstellen, den gut gelun-
genen Bootshafen in Richtung der ohnehin grundsanierungsbedürftigen Holsten-
brücke ausbauen und dafür Fördermittel des Landes nutzen.
Nun ist mal gut mit Zubetonieren und Aufreissen. Der Bootshafen sollte reichen und ist bisher nicht ausreichend genutzt. Weniger Zubauen des Wassers wäre wichtiger als künstliche Kanäle.
Die Entwicklung des Hörngebietes mit einer lebendigen Vielfalt von Nutzungen im
Dienstleistungs- und Wohnbereich muss vorangetrieben werden. Dringendstes Pro-
jekt dabei ist der Brückenschluss zwischen Germaniahafen und Gaarden. Die Fuß-
gängerbrücke muss Gaarden endlich anbinden, statt gleichsam im Nichts zu enden.
Diese Fußgängerbrücke war der größte Witz. Ein Zeichen wurde gesetzt. Symbolpolitik. Große Einweihung. Ein Brückenschlag zwischen Ost- und West. Die Wahrheit ist: Wer Richtung Karlstal wohnt nutzt die Brücke nicht und wer Richtung Kieler Straße wohnt auch nicht. D.h. man braucht diese Verbindung und andere auch nicht. Stattdessen sollte man die bestehenden, barrierefreien Verbindungen verbessern. Brücken sind niemals ganz barrierefrei. Das wusste man aber von Anfang an!
Das was da Kai-City heißt ist weder Hoffnung noch Teil von Gaarden. Durch Straßen und Schienen ist es vom Ostufer abgeschnitten. Kai City wird als Neubaugebiet vermutlich eine seelenlose Hülle bleiben, die man möglichst schnell verlassen möchte. Zu krass der Gegensatz zu den Altbauten in Gaarden. Es mag das Herz manches Architekten höher schlagen, aber es hat allenfalls den Charme einer Gartenstadt-Siedlung. Planer lieben Tabula Rasa. Eine reine Fläche zum Austoben. Sie hassen die alte Stadt mit ihren engen Gassen undEinschränkungen. Wie die Gegensätze in Tatis “Mon Oncle”:
Ich möchte die Betrachtung abschließen mit einem etwas vergessenen Thema, der Wiedergänger Kieler Verkehrspolitik – der ”Südspange Gaarden“
Wer von oder nach Kiel über größere Entfernungen per Pkw oder Lkw fahren muss,
braucht eine sechsspurig ausgebaute Autobahn A 7 zwischen Bordesholm und
Hamburg und eine zur Autobahn A 21 ausgebaute Bundesstraße B 404, die nicht
anschließend auf dem Kieler Stadtgebiet im Stau vor Barkauer Kreuz endet. Wir for-
dern, die Südspange Gaarden als Abschluss der Autobahn A 21 auf Kieler Stadtge-
biet zu bauen und damit die Verkehre nach Osten bereits vor dem Barkauer Kreuz zu
teilen und die Leistungsfähigkeit der städtischen Straßen zu erhalten. Im zweiten
Schritt ist die Südspange Gaarden zur Entlastung der Menschen am Ostring so zu
verlängern, dass insbesondere die Lkw-Verkehre zum Ostuferhafen und die Pendler-
ströme aus der Probstei verlagert werden, damit die dichtbewohnten Bereiche in
Gaarden und Ellerbek entlang des Ostrings deutlich entlastet werden. Unser Vorbild
dafür ist der Olof-Palme-Damm, der den Westring deutlich entlastet hat. Wir wollen
eine Ostuferentlastungsstraße, um den Verkehr anwohnerfreundlicher lenken zu
können. Voraussetzung für die Realisierung der Ostuferentlastungsstraße ist die Auf-
nahme der Maßnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans,
um den Bau finanzieren zu können.
Seit Jahrzehnten als großartiges Projekt gepriesen, scheint es doch mehr eine Ausgeburt der Zeiten einer autogerechten Stadt zu sein. Wollen wir wirklich in 20 Jahren immer noch auf den Autoverkehr (MIV) setzen? Siehe dazu auch Initiative Erhalt der “Neuen Hamburger Straße“. Ich verhehle dabei nicht, dass diese Umgehung u.a. auch genau durch meinen Garten führen würde. insofern nehme ich solche Pläne durchaus persönlich.
– Fakt ist der Kleingartenverein Kiel-Süd würde damit unzählige Kleingärten verlieren. Ein abermaliger Exodus. Und das, wo man sich doch als SPD so gerne kleingartenfreundlich gibt.
So weit zur SPD. Viel Stoff, sehr detailreich und Material sich daran abzuarbeiten. Eigentlich ideal für jede Opposition etwas aufzugreifen und Alternativen zu bieten. Wenns in Kiel eine Opposition gäbe…
Kommunalwahl Kiel 2013: Programmcheck SPD I. #kwkiel #kmw13
In diesem Artikel geht es um das Wahlprogramm der SPD ”Gemeinsam. Sozial. Handeln.” für die Kommunalwahl in Kiel.
Aus der Einleitung:
Die Städte in unserem Land sind besondere Orte, und Kiel ist eine besondere Stadt.
In Kiel entfaltet sich das soziale Leben, hier arbeiten die Menschen – nicht nur Kiele-
rinnen und Kieler –, hier verbringen sie ihre Freizeit. In Kiel kristallisiert sich kulturel-
les Leben, hier treffen Handel und Dienstleistungen aufeinander, hier sind die Stand-
orte von Industrie und Gewerbe. Kiel ist Ort der Kommunikation und der Integration.
Kiel stand und steht immer wieder im Mittelpunkt der landesgeschichtlichen Entwick-
lung und ist gleichzeitig ein Ort der Modernisierung. Unsere Stadt stiftet Identität. Kiel
ist Trägerin von wichtigen öffentlichen Einrichtungen und Infrastrukturen. Ohne die
Städte wären Staat und Gesellschaft in Schleswig-Holstein nicht funktionsfähig. Vom
Wohl der Städte hängt der Zusammenhalt unseres ganzen Gemeinwesens ab: Ohne
Stadt kein Staat!
Die Kieler SPD – die „Kiel-Partei“ …
Das Programm der SPD ist das umfangreichste mit 58 Seiten und daher auch schwer in seiner Fülle zu würdigen. Wer es genau nimmt muss es selber vollständig lesen. Ich werde mich darauf beschränken mir stichprobenartig Passagen vorzunehmen. Hier wäre meine Kritik auch, dass 58 Seiten nichts ist, was Wähler*innen mal so eben lesen werden. So etwas wie ein Kurzprogramm wäre da schon hilfreich. Statt sich als “Großstadt-Partei” zu verkaufen, ist die SPD nun die “Kiel-Partei”. Das weckt Assoziation an eine Einheitspartei. Die eigentliche Partei neben der eigentliche keine andere Platz hat. Wie im guten alten realexistierenden Staatskapitalismus.
Hier das Inhaltsverzeichnis:
- Erstens: Gemeinsam 4
- Kindertagesstätten 4
- Schulen 5
- Hochschulen und berufliche Bildung 7
- Familie und Jugend 8
- Sport 9
- Kultur 11
- Kieler Woche 13
- Geschlechtergerechtigkeit 14
- Vielfalt in unserer Stadt 15
- Städtische Verwaltung und Personal 16
- Kiel und seine Partner 18
- Gegen Rechtsextremismus in Kiel! 19
- Zweitens: Sozial 21
- Wohnen 21
- Arbeitsmarktpolitik 23
- Sozialpolitik 25
- Integration und Migration 27
- Generationen- und Altersgerechtigkeit28
- Barrierefreiheit und Menschen mit Behinderung 29
- Gesundheitsversorgung 30
- Drittens: Handeln 31
- Städtebau und Stadtentwicklung 31
- Industrie, Gewerbe und Wirtschaft 34
- Einzelhandel und Nahversorgung in den Stadtteilen 37
- Hafen und Tourismus 40
- Straßen-, Rad- und Fußverkehr 42
- Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) 43
- Daseinsvorsorge: Strom und Gas, Fernwärme und Wasser, Abwasser- und Abfallentsorgung 46
- Solide Finanzen 48
- Umwelt, Grünanlagen und Kleingärten 55
- Öffentliche Sicherheit und Feuerwehren 57
und:
Wie dieses Programm entsteht
Dieses Kommunalwahlprogramm der Kieler SPD für die Kommunalwahlperiode 2013
bis 2018 entsteht „gemeinsam“, wie es die Stärke der Kieler SPD ist. Wir entwickeln
das neue Programm mit den Parteimitgliedern, mit Fachleuten anderer Organisatio-
nen und mit einem innovativen „Bürgerbefragungs-Verfahren“ (online und in „Stadt-
teil-Konferenzen“) mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt. So legen wir die
Grundlage für die Zukunft. Indem wir gemeinsam sozial handeln.
Haben die Stadtteilkonferenzen stattgefunden?
Bereich Gemeinsam
Der Begriff ”Gemeinsam” wurde auch von Ex-OB Albig immer gerne genannt. Er suggeriert Bürgernähe, Konsens, friedliche Koexistenz. Mit dem Begriff findet eine Umarmung statt. Wer kann schon etwas gegen “gemeinsam” haben?
Bei vielen Bereichen kann ich nicht viel zu sagen, da ich nicht in den Themen “drin” bin. Ich greife daher das Thema Bäderlandschaft heraus. Zitat:
Wir wollen ein zentral gelegenes, für die Menschen vom West- und vom Ostufer gut
erreichbares Sport- und Freizeitbad an der Hörn bauen. Denn die Schwimmhallen
in Gaarden und am Lessingplatz sind zu klein und zu marode. Zu wenig Kieler Kinder
können in ihnen schwimmen lernen. Selbst wenn die Hallen für viel Geld saniert wür-
den, stiegen anschließend die Eintrittspreise, sodass ein Badbesuch für viele Men-
schen zu teuer würde. Darum soll stattdessen ein modernes, großes Bad gebaut
werden, damit die Eintrittspreise auch in Zukunft für alle bezahlbar bleiben. Dieses
soll modern, familien- und kinderfreundlich und barrierefrei sein. Auf die besonderen
Bedürfnisse von älteren Besucherinnen und Besuchern – z.B. beim Einstieg ins
Schwimmbecken – soll schon beim Bau Rücksicht genommen werden. Die
Schwimmhalle in Schilksee soll erhalten bleiben.
Wahr ist, dass die Eintrittspreise durch das neue Bad definitiv um 250 % steigen werden. Jede erhöhten Betriebskosten werden auch nur durch erhöhte Eintrittspreise aufgefangen. Und man muss auch sagen, dass wenn das Bad 2015 fertiggestellt werden sollte, wie jetzt seit vielen Jahren und bis zu diesem Jahr kein vernünftiges Schulschwimmen in Kiel haben. Ist es ein Zufall, dass gerade in Gaarden zwei Bäder ersatzlos gestrichen werden? Gablenzbrücke ist definitiv nicht Gaarden, im Vergleich zu Katzheide oder zur Schwimmhalle Gaarden. Niemand bestreitet Renovierungsbedarf, aber das Abziehen von Schimmgelegenheiten aus Gaarden kann niemand als Fortschritt bezeichnen. Viele Gäste kommen nach Gaarden rein, um hier zu schwimmen. Diese werden wegfallen. Und damit einige der wenige Attraktionen. Es ist also auch eine Standortfrage.
Es sei auch noch einmal erwähnt, dass die Zukunft des ehemaligen Lessingbades immer noch offen ist. Es fehlt an überzeugenden Nachnutzungskonzepten. Da wird auch viel Geld verbrannt, dass natürlich nicht im Budget des Sports auftaucht. So kann man sich auch etwas in die Tasche lügen. Das die Lessinghalle kein Geld kostet stimmt einfach nicht.
Im Unterpunkt Städtische Verwaltung und Personal fiel mir auf:
Demokratie beginnt in der Kommune und muss heute mehr sein als die Teilnahme an
Wahlen. Die Kieler SPD will daher die Menschen in Kiel ermutigen, sich in die Stadt-
politik einzumischen, und will politische Teilhabe und Beteiligung in großem Um-
fang ermöglichen. Wir wollen die Ortsbeiräte und Beteiligungsgremien in die Gestal-
tung der Stadt einbinden und zum Beispiel durch die Einrichtung eines Kinder- und
Jugendbeirats den Einfluss der Jüngsten unserer Gesellschaft stärken.
Die Chance hat die SPD bisher immer verpasst. Beteiligungsveranstaltungen wurde immer inszeniert und Ergebnisse verfälscht. Ich kann da als Beispiel meine eigene Beteiligung bei einer Veranstaltung zur Umgestaltung des Vinetaplatzes nehmen. Zuerst wurde mein Vorschlag (Erweiterung der Treppen auf dem Vinetaplatz) als völlig unrealistisch auf dem Podium abgebügelt und bekam auch von den Teilnehmer*innen wenige Punkte. Um so erstaunter war ich dann, dass er dann doch Monate später als eines der “Ergebnisse der BV” vorne bei den Änderungen mitspielte. Schließlich scheiterte er aber an dem Urheberrecht des Architekten. Hieran sieht man, wie da Rosinen rausgepickt werden. Letztlich sind diese BVs nur Inspirationsquelle für die Stadt. Natürlich ist denen nicht total egal, was die Bürger*innen denken. Aber es ist nicht einmal ansatzweise so, dass populäre Forderungen immer aufgegriffen würden. Und das lieght nicht nur daran, dass sie unbezahlbar wären. Oft gibts auch Berichte zu Ergebnissen in denen ganz verrückte Ideen als Ergebnisse in den Vordergrund gestellt werden. Das gibt ein Lächeln – wie toll und kreativ wir Bevölkerung doch sind … aber natürlich wird das dann doch nicht umgesetzt.
Anderes Beispiel war der Umbau des Parks zum Brook. Es gab viele Anwohner*innen, die die alte Brücke erhalten wollten. Dummerweise hatte irgendwer rumgesponnen auf einer BV und gesagt “So eine Hängebrücke zum Klettern wäre doch lustig”. Herausgekommen ist dabei der Abriss der vorhandenen Brücke (statt Sanierung). Auch das wurde als Ergebnis der BV bezeichnet. Man nimmt einfach irgendeine Idee, dreht sie um bis zu 180 Grad und schon hat die Stadt das, was sie will.
Weiteres Beispiel Einwohnerversammlung 2011. Damals konnten die Bürger*innen direkt Anträge abstimmen. Aber nicht im ernst wurden die etwa der Ratsversammlung direkt weitergeleitet. Die ganze Inszenierung von Beteiligung war nur ein großes Spektakel für die scheidende Stadtpräsidentin Kietzer. Niemand hat vor Einwohner*innen ernsthaft zu beteiligen. Das ist den Jungs und Mädels auch viel zu gefährlich. Die BVs mögen manchen zu großen Unsinn verhindern, aber die Bezeichnung Bürgerbeteiligung haben sie nicht verdient. Die Bürger sind mehr Publikum als Beteiligte. Es bräuchte wohl genaue Regeln, um da was Vernünftiges draus zu machen. Im übrigen sind Beteiligungsverfahren nicht etwas Freundlichkeit der Verwaltung, sondern gesetzlich vorgeschrieben, u.a. im Baurecht.
Der Jugendrat ist auch so ein Witz. Er ist ein weiteres, nicht demokratisch gewähltes Gremium, das dann aber für die Jugendlichen der Stadt repräsentativ werden soll. Mandat ohne Legitimation widerspricht aber jeglichen demokratischen Grundregeln. Und das soll vorbildlich sein?
Open Source
Wir werden positive Beispiele wie das Münchner Projekt „LiMux“, bei dem Teile der
städtischen Verwaltung schrittweise auf Open-Source-Produkte umgestellt wurden,
als Vorbild nehmen und ein ähnliches Projekt für unsere Stadt prüfen. Der Erfolg der
Kieler Linux-Tage zeigt, dass davon auch kompetente Unternehmen aus der Region
profitieren können.
Da habe ich ganz große Zweifel. Es gab dazu bereits eine Kleine Anfrage, bei deren Formulierung ich damals geholfen habe. Kiel st derart mit Microsoft verwachsen, dass man sich schwer vorstellen kann, dass eine Alternative eine Chance hätte. Interessant wäre es z.B. wenn Kiel mit anderen Städten damit anfangen würde ein freies Ratsinformationssystem zu entwickeln. Wie hoch da die Lizenzkosten sind, weiß ich nicht. Aber es wäre doch sehr attraktiv, wenn die stadteigenen Admins sehr weitreichende Änderungsmöglichkeiten hätten. Klein anfangen.
Ende von Teil I – wegen der Länge des Programms höre ich hier erst einmal auf, um es übersichtlicher zu haben. Der nächste Teil wird sich mit dem Abschnitt “Sozial.” auseinandersetzen.
Kommunalwahl Kiel 2013: Die Spitzenkandidat*innen #kwkiel
Hier die Kandidaten, von den Parteien, die bis heute (8. April) Ende der Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen ihre Listen veröffentlicht haben (oder ich finden konnte). Auf Listenplatz 1 der Parteien und Wählerinitiativen:
CDU

Foto: Stefan Kruber (Quelle: Stadt Kiel)
Stefan Kruber
- Jahrgang 1976 (37 Jahre)
- Beruf: Rechtsanwalt
- Politisch: Aktuell Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion in Kiel.
FDP

Foto: Hubertus Heinke (Quelle: FDP Kiel)
Hubertus Henke
- Jahrgang: ?
- Beruf: Rechtsanwalt
- Politisch: bürgerliches Mitglied im Wirtschaftsausschuss der Stadt Kiel
- Artikel KN
GRÜNE

Foto: Lydia Rudow (Quelle: GRÜNE Kiel)
Lydia Rudow
- Jahrgang: 1990 (23 Jahre)
- Beruf/Politisch: Regionalmitarbeiterin von Anke Erdmann MdL
LINKE

Foto: Heinz Wieser (Quelle: LINKE Kiel)
Heinz Wieser
- Jahrgang: 1955 (58 Jahre)
- Beruf: Keramiker
- Politisch: Wahlkreismitarbeiter Raju Sharma MdB
PIRATEN

Foto: Sven Seele (Quelle: Twitter-Profil)
Sven Seele
- Jahrgang: 1972 (41 Jahre)
- Beruf: Bankbetriebswirt
- Politisch: Koordinator der AG Kommunalpolitik Kiel, Pressesprecher Piraten Kiel
SPD
(Update 13.4.13)

Foto: Gesa Langfeldt (Quelle: SPD)
Gesa Langfeldt
- Jahrgang: 1957 (56 Jahre)
- Beruf: Leiterin der Betreuten Grundschule an der Hermann-Löns-Schule.
- Politische: Fraktionsvorsitzende der SPD in Kiel.
SSW

Foto: Antje Danker (Quelle: SSW)
Antje Danker
- Jahrgang: 1960
- Beruf: Lehrerin
- Politisch: Ratsfrau für SSW
WIR in Kiel
(Update 12.4.13)

Foto: Sonja Vollbehr (Quelle: CAU)
Sonja Vollbehr
- Jahrgang: ?
- Beruf: Technische Assistentin
- Politisch: ?
Kommunalwahl Kiel 2013: Wahlprogramme #kwkiel
Hier zum schnelleren finden die Wahlprogramme, die ich bis zum, 4. April gefunden habe:
- CDU: Für die Menschen. Für die Stadt. Für Kiel. (Update 19.4.)
- FDP: Programm
- GRÜNE: “Hier geht noch was” (Update 19.4.)
- LINKE: Wahlprogramm
- PIRATEN: Wahlprogramm zur Kommunalwahl am 26.Mai 2013
- SPD: “Gemeinsam. Sozial. Handeln.” (Entwurf?)
Kommunalwahl Kiel 2013: Die SPD, der SSW #kwkiel
Der SSW hat in Kiel so wenig inhaltliches Profil, dass ich ihn mit der SPD im Verbund abhandle. Mehr ist dazu aber auch nicht zu sagen. Eine Stimme für den SSW ist eine Stimme für den SSW. Und es ist zweifelhaft, ob der SSW es 2013 wieder in die Ratsversammlung schafft.
Die SPD ist unzweifelhaft die stärkste politische Kraft in Kiel. Viele Mitglieder, gut vernetzt, überall vertreten und taucht auch überall auf. Während z.B. CDU-Vertreter im Ortsbeirat Gaarden oft desinformiert wirken, wurden SPD-Ortsbeiratsmitglieder oft offenbar intern über Fakten gebrieft. Ob das guter politischer Stil ist, ist eine andere Frage. Die SPD ist also so ein wenig die CSU Kiels. Man kommt nicht an ihr vorbei. Ämterhäufung ist an der Tagesordnung. Ob nun gerade bei Personen wie Müller-Beck als u.a. DGB-Vorsitzender und Staatssekretär oder dem ehemaligen OB-Bewerber und ehemaligen Jobcenter und AWO-Chef Gerwin Stöcken. SPD-Filz wohin man schaut in Kiel.
Der Politikstil der SPD bedeutet auch primär sich über Bürger*innenmeinung hinweg zu setzen. Man versteht sich als so bürgernah, dass man eigentlich meint auf Demokratie und Bürgerbeteiligung verzichten zu können. Natürlich schreibt man Bürgerbeteiligung dennoch, WIE ALLE, groß, denn es gilt als Synonym für Bürgernähe. Man beteiligt den Bürger, auch wenn man eh immer eins ist mit dessen Auffassung. Wahlen werden so zum reinen Ritual. Wer kann der SPD schon gefährlich werden außer dem Kooperationspartner, dem GRÜNEN? Aber noch sind die GRÜNEN Juniorpartner.
Als größte Fraktion stellt die SPD die Stadtpräsidentin, und auch in zweiter Amtszeit die Kandidatin der SPD: die Oberbürgermeisterin.
Generell arbeitet die SPD recht professionell und effizient und macht weniger Fehler in der tägliche Arbeit als andere Fraktionen. Bzw. schafft sie es durch ihre Stärke Fehler unsichtbar zu machen und vieles hinter verschlossenen Turen zu klären. Die SPD ist auch die teuerste Fraktion im Rat, was man immer bedenken sollte, wenn die SPD besonders gerne auf der kleinsten Fraktion, der Direkten Demokratie, herumhackt. Ratsabgeordnete bekommen eine Aufwandsentschädigung für ihre Ratstätigkeit, für Ausschussarbeit und für Verdienstausfälle.
Generell fährt die SPD in Kiel einen eher unauffälligen und keinen vergleichsweise extremen Kurs. Man versucht alles richtig zu machen und hängt sich dabei an die großen META-Debatten an. Damit trägt die SPD auch ihre großen Teil zur Gewöhnlichkeit von Kiel bei. Man macht jeden Trend mit, verschläft ihn aber meist um einige Jahrzehnte. So war man treibende Kraft bei der Abschaffung der Straßenbahn und nun bei der Wiedereinführung. Man hat “fußnahe” Bäder mit allen Mitteln verteidigt, nur um sie abzuschaffen. Die Politik der SPD ist immer natürlich alternativlos. Diskutiert wird dabei eher intern und nicht mit dem politischen Gegner. Zur Opposition komme ich noch in späteren Artikeln, man kann aber hier schon konstatieren, dass diese quasi nicht-existent ist. Was ich übergroße Kooperation nenne, bedeutet, dass in Kiel viele Fragen gar nichts diskutiert, sondern durch die Bank weg beklatscht und durchgewunken werden. Das macht es der SPD und der OB das “Durchregieren leicht”. Denn die Opposition ist öfters mehr bemüht sich gegenseitig ein Bein zu stellen, oder sich regierungsfähig zu geben, als den Finger in die Wunde zu legen.
Unter dem Strich: Ja, die Politik macht schlechte Politik, aber das liegt auch an der schlechten Opposition.
Offener Brief an Oberbürgermeisterin Gaschke wegen Zentralbad
Offener Brief an Susanne Gaschke zum Zentralbad
Am 18.1. schrieb ich eine Email mit folgendem Inhalt an Frau Gaschke als neue Oberbürgermeisterin:
“Sehr geehrte Frau Gaschke,
Frau Jürgensen sagte in der Ratsversammlung im Dezember wörtlich an Frau Zimmermann (Direkte Demokratie):
“Wir hatten sehr frühzeitig eine Unterweisung darüber, was für Kosten da auf uns zukommen. Ich glaube der damalige Oberbürgermeister war in jeder Fraktion. [...] und hat uns aufgeklärt, was für Kosten da auf uns zukommen.”
Da aus den Geschäftlichen Mitteilungen keine frühzeitigeBenachrichtigung der Ratsversammlung und auch aus den Medien keine Kostensteigerungen bekannt wurden, interessiert es mich, was ihrVorgänger denn an Material verbreitet hat, das müsste Ihnen ja als Nachfolgerin zugänglich sein? Nach eigenem Bekunden der Fraktionen von der LINKEN und DirekteDemokratie, haben diese keine “Unterweisung” bekommen.Ich denke das bei Kostensteigerungen sowohl die Ratsversammlung als Ganzes als auch die Öffentlichkeit ein Recht auf Auskunft hat.Ich stelle diese Anfrage auch in Bezugnahme auf das Informationsfreiheitsgesetz. Meine Frage ist konkret also: Wann wurden welche Kostensteigerungen bei den Planungen zum Bau des Sport- und Freizeitbades dem Oberbürgermeister bekannt und wann wurden welche Fraktionen über diese Steigerungen informiert? Wenn es dazu Papiere gibt, bitte ich um Kopien. Sollten dabei Kosten entstehen, bitte ich um vorherige Information über den Umfang. Die Antworten würde ich auch im Rahmen meines Blogs Kielkontrovers verwenden.
Mit freundlichen Grüßen,
Thilo Pfennig
–
Ich habe am 20.1. eine Lesebestätigung bekommen, aber bisher keine Reaktion. Ich dokumentiere das hier mal als Dokumentation des Normalzustands der Kommunikation Bürger<->Lokalpolitiker.
Ohne Transparenz gibt es keine Demokratie. Dennoch versuchen Politiker*innen immer ohne das auszukommen und begreifen Transparenz als Angriff auf die Demokratie. Aber wohl eher als Angriff auf ihre eigene Position, weil sie nicht souverän geniug sind mit berechtigten Fragen umzugehen.
Ich werde die Anfrage weiterverfolgen und in diesem Blog über Antworten berichten.
Kostensteigerungen beim Zentralbad verschwiegen?
Vor einiger Zeit habe ich ja über die gerade bekannt gewordenen
Kostensteigerungen beim Zentralbad berichtet. In der Dezember-Sitzung der Ratsversammlung gab es nun eine interessante Aussage von Frau Jürgensen von der FDP:
“Wir hatten sehr frühzeitig eine Unterweisung darüber, was für Kosten da auf uns zukommen. Das hat sich schon sehr frühzeitig geändert. Ich glaube der damalige Oberbürgermeister war in jeder Fraktion. Wahrscheinlich auch bei Ihnen[gemeint ist die Fraktion Direkte Demokratie Kiel] und hat uns aufgeklärt, was für Kosten da auf uns zukommen.“
Zu sehen in diesem Videoausschnitt der Ratsversammlung am 13.12. von der Stadt Kiel. Zunächst ist dort die Rede der Ratsfrau Zimmermann von der Direkten Demokratie zu hören:
(Die FDP bekommt dann 2 Minuten Redezeit von der SPD geschenkt, weil die FDP alle ihrer Redezeit bei den Haushaltsberatungen frühzeitig verbraten hatte)
Sowohl die Fraktionen Direkte Demokratie als auch Die LINKE behaupten aber, nie Besuch von dem Oberbürgermeister zu dem Thema bekommen zu haben. Und sie wurden ihres bekundens nicht frühzeitig über Kostensteigerungen informiert.
Ich hatte daraufhin Frau Jürgensen am 14.12.12 angeschrieben und um Stellungnahme gebeten. Sie schrieb mir, dass es ca. 1 1/2 oder 2 Jahre hersei , dass die “Fraktionen die Möglichkeit erhielten, von den zu dem damaligen Zeitpunkt aktuellen Entwicklungen des Förde-und Freizeitbades informiert zu werden. Der damalige OB Albig, sowie Mitarbeiter der Bäder GmbH erläuterten anhand einer kurzen Präsentation über Kosten und Potentiale zum Bau des Bades. Die Verwaltung kündigte die Möglichkeit zur Unterrichtung an. “
Sie wollte sich dann noch einmal in ihrer Fraktion informieren und mir dann genauere Informationen geben. Dies passierte jedoch nicht. Am 13.01.2013 fragte ich noch einmal nach, erhielt aber bis heute (25.01.2012) nach 6 Wochen immer noch keine Antwort.
Ich gehe bisher davon aus, dass die beiden Fraktionen, die nicht informiert wurden, die entsprechende Information bewußt nicht erhalten haben. Das hieße in erster Linie, dass die Verwaltung bewusst bestimmte Fraktionen aus Informationen ausklammert. Darüberhinaus würde das heißen, dass der Oberbürgermeister frühzeitig Informationen über Kostensteigerungen verfügte, die er weder allgemein der Ratsversammlung oder Ausschüssen (über Geschäftliche Mitteilungen) zur Verfügung stellte, noch der Öffentlichkeit über die Median zugänglich machte.
Das sind erst einmal nur alles Vermutungen, die aber aufgrund der mir vorliegenden Faktenlage als schlüßig erscheinen.
Wir erleben gerade in Berlin, dass die Frage wer ab wann wieviel wußte eine politisch brisante Frage ist. In Kiel scheint man da noch recht unbekümmert zu Werke zu gehen. Das Muster scheint aber ähnlich: Zunächst werden alle Kritiker*innen verlacht, die Kostensteigerungen befürchten. Und es will während des Bauprozesses auch niemand wirklich wissen, was an Kosten vorhanden ist.
Ich denke die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, welche Kosten tatsächlich auf den Haushalt zukommen und auch, wann entsprechende Kostensteigerungen bekannt wurden.
Am Ende kann es so aussehen, dass die Kosten explodieren und es will wieder niemand vorher gewußt haben. Herr Albig hat ja bereits den Absprung in die Landespolitik geschafft. Nun ist Frau Gaschke in der Verantwortung, sollte die Ratsversammlung ihre Aufgabe der Kontrolle der Selbstverwaltung weiterhin nicht ernst nehmen.
Und man sollte dringend an der eigenen Transparenz und dem Dialog mit Medien jenseits von KN, SHZ, NDR arbeiten.
















