KielKontrovers

Ein Projekt vom 1Todo Institute

Leser:innen #Umfrage: Fahrrad/Fuß oder Auto? #KielAutofrei #Autokorrektur #Mobilitätswende

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Da die KN eine Leserumfrage zum Verkehr gemacht haben, wollen wir überprüfen, wie nah sie an der Wahrheit ist und führen ebenfalls eine Umfrage unter unseren Leser:innen durch.

In jeder Straße stehen Autos, aber nicht in jeder Straße stehen Fahrräder. Der Platzbedarf von Autos ist höher. Soll es einen Ausgleich geben?

Written by Thilo

17. Oktober 2020 at 08:46

Veröffentlicht in Allgemein

#runtervomradweg Luftabsauger einen Besuch abstatten! #THRing #NoX #sauberLuft @umwelthilfe

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Kleine Aktionen gegen große Absauganlagen, Foto: Thilo Pfennig

(Alle Fotos lizensiert als CC-BY_SA 3.0 DE, Urheber Thilo Pfennig, 2020, oder nachfragen)

Jetzt gibt es einen neuen Radweg, aber man darf ihn nicht benutzen auf dem Theodor-Heuss-Ring. Der Radweg wurde auch nur neu gemacht, weil seine Steine im Labor ebenfalls Stickoxide aus der Umgebung filtern. Kiel setzt weiter auf Schilfbürgerstreiche statt echter Mobilitätswende.

Ich war heute mal zum Theodor-Heuss-Ring gefahren und hatte das vorher auch im Netz angekündigt:

Ich hatte ein einfach Banner gemalt mit dem Hashtag #runtervomradweg . Der stammt übrigens ursprünglich von einer Münchnerin!

Dazu habe ich dann eine kurze Videosequenz zur Dokumentation aufgenommen live via Periscope:

Übrigens wird inzwischen bereits unten an der Alten Lübecker Chaussee das Fahr- und Fußgehverbot eingeführt:

Die Container sind pervers. Man muss das glaube ich nicht weiter erläutern: Sie stehen auf dem Radweg, um die angeblich die Abgase der Autos zu reinigen. Das Landesverwaltungsgericht Schleswig hat entschieden: Funktioniert nicht, Beweise reichen nicht aus. Darauf hatte ich schon vor Monaten hingewiesen, dass es ja durchaus eine offizielle Messstelle gibt, die in der Testphase keine Senkung der Schadstoffkonzentration anzeigte. Die Presse hat das nicht wirklich aufgegriffen, sondern eher den Beschönigungen des Herstellers Purevento und den Hoffnung der Stadt Kiel geglaubt.

Wie gehts weitere? Sowohl Stadt als auch Land haben Revision gegen das Urteil eingelegt. Im nächsten Schritt wird erneut vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt. Bisher hat die Deutsche Umwelthilfe jeden Prozess gewonnen. Auf Kosten der Kieler Steuerzahler:innen versucht Kiel es jetzt ebenfalls. Weil für die Stadt offenbar Teilfahrverbote für Autos undenkbar sind. Das macht man nur bei Fußgänger:innen und Radfahrer:innen.

Übrigens sollen städtische Angestellte einen Zuschuss von 1.000 erhalten, wenn sie sich ein neues Fahrrad anschaffen. Eben genau wegen dem Theodor-Heuss-Ring. Fun Fact: Mit dem Rad können sie dort dann aber nicht darüber fahren wegen der Fahrverbote fürs Fahrrad!

just wow… Absaugcontainer mitten auf dem Radweg!

Written by Thilo

10. Oktober 2020 at 16:01

Einheitsallerlei @dlfkultur #Wiedervereinigung

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File:1184-MRT 2265.jpg
Straßenbahn in Rom – Auto: giokai421 licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Den Tropfen zum Überlaufen brachte eben die Sendung Zusammenwachsen und Zusammengehören von Von Uwe Birnstein, München, Evangelische Kirche auf Deutschlandfunk Kultur in der die Einheit ziemlich religiös verbrämt wird und insbesondere der Willi Brandt-Satz „Es wächst zusammen, was zusammengehört“.

Doch bereits seit einer Woche wurde man von Sendungen geweckt in der man uns wieder und wieder erklärte, wie wir das mit der Einheit zu verstehen haben. Angefangen mit Wolf Biermann.

Eigentlich kein Thema, mit dem ich mich gerne länger aufhalte. Aber nun ist heute ein mal „Tag der Deutschen Einheit“ und es kam dann eben der letzte Tropfen. Ich verstehe auch bis heute nicht, was überhaupt Sendungen von Kirchen im Radio zu suchen haben. Wenn sie ihre Botschaft verbreiten wollen,dann doch bitte mit eigenen Sendern?

Aber warum ein Foto einer Straßenbahn oben in diesem Artikel? Weil es dazu eben eine kleine Geschichte gibt, die mein Verhältnis zur Wiedervereinigung beschreibt. Für mich war die Zeit 89/90 auch die, in der ich die letzten Jahre in der Schule war und damit auch auf einer Klassenfahrt in Rom 1989. Das erste mal, dass ich von Demonstrationen in der DDR erfuhr war eben in einer römischen Straßenbahn vom Straßenbahnfahrer, der uns auf Deutsch davon erzählte. Er war selber ein paar Jahrzehnte in Deutschland aus beruflichen Gründen.

Ich fand die Zeit des „Umbruchs“ (wie ich sie nennen würde) durchaus spannend. Für mich wirkte die DDR eher als etwas, das nicht von heute auf morgen zusammenbricht. Wenige Jahre zuvor hatten wir eine Klassenfahrt nach Berlin gemacht mit einem Ausflug in den Osten Berlins, der auf uns alle glaube ich sehr befremdlich wirkte.

Die Geschichte aus Rom kann man eben auch anders interpretieren: Es war eben nicht nur eine Geschichte von 2 Deutschlands, die zusammenkommen. Für die ältere Generation war es teilweise ein Zustand der Trennung, der revidiert werden musste. Für meine Generation, aber zumindest für mich war es doch eher etwas mit dem wir leben konnten, der eher selbstverständlich war. Und für mich war es eben ein Zustand wie vieler auf der Welt, den an ändern könnte. Und eigentlich betrachte ich das heute noch genau so!

Ich finde es menschenverachtend und befremdlich wenn bis heute zwar die Toten an der Grenze beklagt werden, aber die täglichen Toten an den Außengrenzen der EU und in vielen anderen Staaten nur mit einem Schulterzucken hingenommen werden. Zunächst ein mal sollte ja jeder Mensch gleich sein, oder? Wenn das Denken aber ist: „Deutsche sind gleicher als andere“, dann führt das doch in eine sehr bedenkliche Richtung. Das ist zutiefst rassistisch und führt zu falscher Politik und falschen Ergebnissen. So ist die deutsche Wiedervereinigung für mich vor allem ein Sinnbild für Ungleichheit und der Negierung von fundamentalen Menschenrechten. Die Welt war hinterher nicht per se besser. Ich begrüße jeden, der nicht mehr inhaftiert, oder erschossen wurde. Insofern war die Demokratisierung der DDR natürlich richtig. Aber warum müssen Menschen zB aus Syrien oder dem Suda weiterhin sterben und wir kehren unsere Argumentation um?

Wo warum war es damals richtig gegen alle Widerstände und trotz aller erwartbaren Kosten die Millionen DDR-Bürger:innen aufzunehmen, aber heute meint man, das man lieber menschen ertrinken oder verdursten lässt, weil die reiche EU zu arm wäre zu helfen?

Diese beiden Themen lassen sich nicht sinnvoll getrennt diskutieren, außer eben wenn man meint das ein deutscher Mensch mehr wert wäre als jemand aus einem anderen Land? Dann sind wir aber eben auf Augenhöhe bei AfD und Nazis. Oder eben bei einem Sarrazin oder anderen Spinnern, wie es sie zu hauf auch in anderen etablierten Parteien gibt.

DIESE Debatte wird bisher gar nicht geführt. Da wird schon eher für Tierrechte eingetreten. Es gibt eine zunehmende Minderheit, die das nicht mehr hinnehmen will, aber gesellschaftlich sind wir aktuell noch in dem Modus, wo Merkels „Wir schaffen das!“ kritisiert wird. Angeblich war die Zeit, als man in Deutschland mehr Menschen aufnahm ja schlimm und furchtbar. Und wir bilden uns ein, wenn die Menschen in der Türkei verrotten wäre alles gut.

Was hier nicht stimmt ist primär die Wahrnehmung und Blickwinkel auf Menschen. Das, wie Menschen beurteilt und gewichtet werden.

Während man heute feuer, wie sich 89/90 die Grenzen öffneten, so beklagt man wie sich 2015 die Grenzen öffneten. Der Unterschied lässt sich nur rassistisch begründen. Und genau hier liegt der blinde Fleck der deutschen Gesellschaft. Und auch die Kirchen wollen da nicht mahnen, sondern werden in die Einheitsfeierlichkeiten passend eingebunden. Die Augen vor dem Rest der Welt verschliessen.

Das ist auch naiv und kann nicht gut gehen, denn man gibt sich einer Illusion hin. Und es ist geprägt von Ignoranz gegenüber der Realität.

Wir sollten eigentlich schon viel weiter sein in unserem Denken, in einer globalisierten Gesellschaft. Doch immer noch ist Deutschland geprägt von kleinkariertem und kleinstaaterischen Denken und offenbar noch immer im Glücksstrudel der Wiedervereinigung, nach der man sich nichts Größeres oder Besseres vorstellen kann. Aber genau dieses Denken hat die Probleme mit erschaffen, vor denen wir heute stehen.

Wir schaffen unsere eigenen Probleme und weigern uns sie vernünftig zu lösen und verstärken sie somit immer weiter.

Written by Thilo

3. Oktober 2020 at 07:59

Klage zum Fehmarnbelttunnel: „Der geht auf keinen Fall so durch!“ #FFBQ #BVerwG #Ostseetunnel

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Zur Zeit laufen die ersten Prozesstage in einem großen Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Sieben Kläger klagen gegen den Tunnel. Das Verfahren fängt offenbar bei Adam und Eva an um langsam alles aufzurollen, in wie weit alles rechtmäßig abgelaufen ist bisher.

Ein NDR-Reporter kommentierte es bereits so: „Der geht auf keinen Fall so durch!“:

Interessantes zum ersten Tag berichtete die Leipziger Volkszeitung:

Am ersten Tag ging es unter anderem um den Bedarf für den Straßen- und Eisenbahntunnel. Deutschland und Dänemark haben das Projekt 2008 in einem Staatsvertrag festgeschrieben. Aber ist damit schon der Bedarf gesetzlich geklärt – ähnlich einer Verankerung im Bundesverkehrswegeplan? Und falls dies so wäre, wäre der Bedarf dann rechtmäßig festgestellt worden?

Leipziger VZ am 23.9.20

Dieser Aspekt kam durchaus überraschend für die Prozessbeteiligten. Denn die Sinnhaftigkeit schien rechtlich bislang für die Kläger trotz ihrer eigenen Überzeugungen nur schwer angreifbar. Da mehrere Studien die Bedarfe stark in Frage stellen, u.a. auch die NABU-Studie von HTC zur Bedarfsermittlung: https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/verkehr/190710-nabu-htc-verkehrsgutachten-ffbq.pdf

Wie bei vielen Großprojekten entwickeln diese eine Eigendynamik und das Infragestellen wird eher als Majestätsbeleidigung betrachtet. Mein Fazit nach vielfacher Lektüre und Reflexion ist, das es diverse Defizite im Bahnverkehr gibt, aber das die geplante Tunnelstrecke keine der bestehenden Defizite sinnvoll angeht. Bestehende Routen verfügen bereits über Infrastrukturen wie Bahnstrecken, Bahnhöfe, Güterbahnhöfe, Signalanlagen. Für die neue Strecke müsste nicht nur neue Bahnstrecken gebaut werden, sondern auch wichtige Bahnverbindung und Ressourcen abgebaut, wie der Bahnhof von Timmendorfer Strand, der damit für Pendler und Touristen weg fällt.

Für den Güterverkehr wäre eine schnellere Bahnverbindung nicht vom Vorteile, da es sowieso zahlreiche Hindernisse in Europa gibt und Schnelligkeit für die auf der Bahn transportieren Güter aktuell kein Faktor ist. Die Aufgabenstellung im Bahnverkehr lautet eher Zuverlässigkeit. Und auch eine Verbesserung der bestehenden Bahnlinien und ab und zu Mehrgleisigkeit und Modernisierung könnte die Verbindungen von Hamburg nach Kopenhagen schneller machen. Bisher führten die Pläne eher zu einer Verschlechterung des Bahn-Angebotes über die Fährverbindungen.

Man muss auch alle Verkehre getrennt voneinander betrachten: Also Bahngüterverkehr, Bahnpersonenverkehr, LKW-Verkehr und PKW-Verkehr. Darüber hinaus spielen natürlich auch die existierenden Fähren auch beim Tunnel eine Rolle und die Prognosen, wie sich der Verkehr zukünftig entwickelt.

Das Verfahren in Leipzig läuft zur Zeit so ab, dass das Gericht bereits umfassend informiert ist und nun Fragen stellt uns sich bestimmte Sachverhalten von beiden Seiten erläutern lässt. Nach den bisherigen Verhandlungstagen erscheint es unwahrscheinlich, das alle Bedenken einfach vom Tisch gewischt werden. Die große Frage ist, wie sehr das Urteile bei einzelnen Aspekten zu Verzögerungen führt, oder es gar grundsätzlichen Zweifeln recht gibt, die eine Verwirklichbarkeit des Tunnels in Gänze in Frage stellen.

Dazu noch meine persönliche Sicht zu dem Bauwerk: Die Pläne wirken wie aus der Zeit gefallen. Wir müssen es nicht mit anderen Bauwerken vergleichen, die relativ erfolgreich waren. Für mich ist der entscheidende Punkt, das wir uns im Jahr 2020 befinden und alle Großprojekte im Lichte des dringender werdenden Climate Emergency betrachtet werden müssen. fest steht nur, dass der Bau Unmengen an CO2 produzieren wird und auch was Bausand angeht eine unheimliche Verbrauch bedeutet. Ja, es wird auch CO2-Einsparungen durch kürzere Wege geben. Aber nur dann, wenn durch die kürzere Strecke nicht der Verkehr zunimmt. Wenn der Tunnel den Verkehr insgesamt erhöht, so wird es das auch in ganz Europa tun. Und insofern kann man dann nicht einfach nur von „Einsparungen zwischen Hamburg und Kopenhagen“ sprechen.

Und dann eben die Tatsache, dass in Ostholstein keine bessere Verkehrsinfrastruktur für die Bahn entsteht. Stattdessen muss die Landschaft und Städte umgebaut werden, damit lange Güterzüge mit möglichst wenig Belastung durchrollen können. Es bringt nichts Positives für Ostholstein. Für die Region ergeben sich daraus ausschließlich Nachteile. Es wird zu einer reinen Transitstrecke.

Sinnvoller wäre es, wie schon geschrieben, wenn man das Bestehende verbessert, zB durch weitere Reaktivierungen von Bahnstrecken und Bahnhöfen und nicht mit Stilllegungen!

Written by Thilo

26. September 2020 at 23:21

#StadtgalerieKiel zeigt ab 25. September „Positionen japanischer und norddeutscher Gegenwartskunst“ #LinkingTransformations

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Constanze Vogt „Reifen #4“ 2020 , Detail, Foto Frank Kleinbach

Die Stadtgalerie Kiel zeigt vom 26. September bis zum 29. November die Ausstellung „Positionen japanischer und norddeutscher Gegenwartskunst“ stehen nun im Fokus der neuen Ausstellung „Linking Transformations“, die zu sehen sein wird.  

Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 25. September, um 19 Uhr in der Stadtgalerie Kiel, Andreas-Gayk-Straße 31.

Die Ausstellung kombiniert zwei Künstlerinnen aus Kiel und Lübeck mit Positionen japanischer Gegenwartskunst. Die beteiligten Künstler*innen sind Janine Gerber, Nobuyuki Osaki, Ken’ichiro Taniguchi, Aiko Tezuka, Rikuo Ueda und Constanze Vogt.

Rikuo Ueda, Wind drawing, 16. Mar. 2018 Ota garden 6.30 rain, war

Zu der Ausstellung erscheint ein Katalog.  Die beiden in Norddeutschland lebenden Künstlerinnen haben in jüngster Zeit renommierte Förderpreise in Schleswig-Holstein erhalten und ihre künstlerischen Positionen weisen eine formal-ästhetische Nähe zu unterschiedlichen Positionen japanischer Gegenwartskunst auf. Ziel der Ausstellung ist es auch, diese formal-ästhetischen Ähnlichkeiten genauer zu beleuchten und vor der Folie von aktuellen Diskursen um „Transkulturalität“, „Hyperkulturalität“ und auch der kulturellen Globalisierung mögliche kulturelle Spezifika und Differenzen herauszukristallisieren.   Was die ausgewählten Positionen ebenfalls verbindet, ist der Aspekt des Transformatorischen, der in den einzelnen Ansätzen in unterschiedlichsten Ausprägungen zutage tritt. Vom Wind, über Leerstellen im Außenraum, über Stoffe und Tapisserien werden auch Papier, Sprache und Licht von den einzelnen Künstler*innen genutzt, um in transformatorischen Prozessen und dem Spiel von Dekonstruktion und Rekonstruktion Aspekte von ostasiatischer und westlicher Kultur(geschichte) in raumgreifenden Installationen zusammenzuführen.  

  Der Eintritt in die Stadtgalerie Kiel ist frei.

Bildquellen

Written by Thilo

24. September 2020 at 17:34

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