KielKontrovers

Politblog aus Kiel

Das vorläufige Ende von @KielKontrovers

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Seit 2009 gibt es dieses Blog laut Archiv. Gefühlt auch schon länger. Seitdem wurden unzählige Beiträge von mir veröffentlicht. Allerdings hat sich das Konzept von mir gefühlt etwas erschöpft. Zum einen habe ich seit 2013 weit weniger Zeit das Blog mit Artikeln zu versorgen.

Es ist nicht so, dass Kiel nicht weiter politische Blogs brauchen würde. Es wird aber  auch schwieriger ein sinnvolles Blog zu betreiben. Der Widerspruch zwischen Anspruch und Realität bleibt. Es bräuchte mehr Recherche, mehr Zeit, um an bestimmten Themen zu arbeiten.

Momentan will ich das Blog nicht so weiterführen, wie es bisher läuft. Der Plan ist also mich mit diesem letzten Artikel zu verabschieden. Ob ich es so umsetzen werden, oder ob ich anderswo weiter Artikel einbringe bleibt offen.

Thilo Pfennig

(Redakteur KielKontrovers)

 

Written by tlow

24. Juni 2016 at 17:05

Veröffentlicht in Allgemein, Persönliches

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Trübe Aussichten für #Katzheide

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Da das Wetter ein sehr unberechenbarer Faktor ist, wäre es auch möglich, dass sich das Wetter genau dann verschlcehtert, wenn Katzheide eröffnet. Damit hätte man dann bereits einen Großteil der Saison verschlafen.

Ich höre und lese zwar Worte, die darauf hindeuten könnten, dass die Stadt umdenkt, allein: es fehlen die Belege und der Glaube an einen Sinneswandel. Warum so skeptisch? Weil die Geschichte seit 2009 und eigentlich schon davor gezeigt hat, dass die Stadt trotz deutlicher Stimmungslage pro Katzheide ihren Weg weitergegangen war die Schließung voranzutreiben.

 

Warum #Elektromobilität keine Lösung ist

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Zur Zeit wird die Elektromobilität als große Lösung für die Mobilität der Zukunft gehypt. Allerdings hat sie diese Rolle aus verschiedenen Gründen nicht verdient.

  1. Die ersten Autos, die den Markt dominierten waren keine Autos mit Verbrennungsmotoren, sondern Elektromotoren. Eine verdrängte Geschichte Das an sich ist kein Argument. Aber es zeigt: Elektromobilität prägte die Vergangenheit und kann somit nicht Sinnbild der Zukunft sein.
  2. Elektromotoren haben diverse Vorteile wie z.B. die höhere Effizienz und keinen direkten Schadstoffausstoß. Das darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass sie dennoch Energie benötigen und Teil des MIV (Motorisierter Individualverkehr) sind. Auch diese Energie muss produziert werden und die Autos werden individuell eingesetzt.
  3. Elektroautos lösen nicht das Problem der Parkplätze
  4. Elektroautos lösen nicht das Problem des nötigen Straßenbaus

Generell also: Elektroautos lösen einige Probleme, aber nicht die Mehrheit der Probleme. Als  Heilsbringer für die verkehrliche Zukunft taugen sie daher herzlich wenig. Mobilität in der Stadt muss daher anders gelöst werden. Dazu braucht es eine Abkehr althergebrachter Denkweisen, insbesondere die, das jeder ein Anrecht darauf haben muss mit seinem individuellen Auto an jeden Ort der Welt zu kommen. Das E-Auto wird sicher zu einem Großteil Benzinautos verdrängen. Man würde aber einen großen Fehler machen heute Elektroautos zu fördern, wie das jetzt umgesetzt werden soll.

Artikel wie der aktuell der von der SPD-Russee stellen somit einen veralteten Stand der Verkehrsplanung dar. Weder funktioniert Park&Ride so, wie sich das Planer vorgestellt haben oder immer noch umsetzen wollen, noch löst eine höhere Reichweite von E-Autos Probleme. Im Gegenteil. Eine höhere Reichweite von Autos wird immer dafür sorgen, das alternative Verkehrsträger wie die Bahn nicht so oft genutzt werden.

E-Autos stellen somit primär nur eine Scheinlösung unserer Verkehrsprobleme dar. Sie ändern nichts an der Notwendigkeit den MIV drastisch reduzieren müssen. Ihre Förderung jetzt könnte sogar ein dringend  nötiges Umschwenken verzögern und dafür sorgen, dass mehr Geld in den Straßenbau investiert werden muss statt in den Ausbau der Städte als Raum zum Leben. Wir dürfen nicht vergessen das jede Straße auch potentieller Raum zum Wohnen, für Gewerbe oder zur Naherholung ist. Und das Straßen den Druck erhöhen neues Bauland auszuweisen und Städte sich am Rand erweitern müssen. Große und breite Trassen könnten anders genutzt werden, wenn sie nicht mehr nötig sind. Straßen durchschneiden Stadtteile und schränken das Leben in der Stadt täglich erheblich ein.

Zum anderen: Die Vorteile der E-Autos als kleine, effiziente Stadtmobile hätten sie bereits vor Jahrzehnten spielen können. Der Druck, dass sie länger fahren können und schneller sind kommt vom Vergleich mit dem „normalen“ Auto. Für den Stadtverkehr wären viele Entwicklungen gar nicht nötig. Wir nehmen vieles heute als selbstverständlich war, die nicht selbstverständlich sein sollten. Wie z.B. die totale motorisierte Mobilität für jeden Einzelnen.Dieser Geist sollte gebrochen werden, um für Städte eine moderne Mobilität anbieten zu können. Dann würde vieles einfacher. Momentan können viele aber diese Alternativen nicht einmal denken und lehnen jede Änderung unseres generellen Mobilitätsverhaltens ab. Zukunftsweisend kann das aber  nicht sein!

Written by tlow

20. Mai 2016 at 04:04

Öffnungszeiten #Katzheide erst ab 13.6.

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Die Antworten, die ich von Stadtrat Stöcken bekam, bekamen offenbar viele im gleichen Wortlaut:

Die Frage des Zeitpunktes der Öffnung von Katzheide ist eng verbunden mit dem Schwimmunterricht von Kieler Schulen in der Schwimmhalle in Gaarden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schwimmhalle in Gaarden betreuen auch das Sommerbad Katzheide. Die Lehrerinnen und Lehrer der Schulen haben sich nicht dazu entscheiden können, den Schwimmunterricht nach Katzheide zu verlegen, so dass ich mich nach Beratung im Ausschuss für Schule und Sport entschieden habe, die Schwimmhalle in Gaarden für den Schwimmunterricht offen zu lassen, damit alle Kinder die Möglichkeit behalten, das Schwimmen zu erlernen.

Der Betrieb eines Freibades kann nur durch Fachpersonal sichergestellt werden. Zusätzliches qualifiziertes Personal zu finden ist derzeit äußerst schwierig, so dass eine gemeinsame Öffnung der Schwimmhalle und des Sommerbades schon aus personeller Hinsicht aktuell nicht darstellbar ist.

Ich bin mir sicher, dass Sie dieses Vorgehen nachvollziehen können.

Das Sommerbad öffnet am 13.6. 2016. Diese Information ist auf der Internetseite der Kieler Bäder auch hinterlegt. Ob ein Hinweis direkt vor Ort eine weitere Informationsquelle sein kann, lasse ich prüfen.

Hier ein Foto des nun doch installierten Hinweises:

oeffnungszeiten_katzheide

Hinweis fotografiert am 12. Mai

Man muss dazu noch einiges Wissen:

  1. Schulschwimmen man (nur) ungefähr 1/4 der Besucher aus. Welche Schulen sich weigern in Katzheide zu schwimmen und welche Gründe sie nennen, wäre zu prüfen.
  2. Wir gehen also jetzt davon aus, dass die Stadt dennoch aktiv nach Schwimmeistern sucht.

Offenbar ist damit die Situation in Kiel anders als im Rest von Schleswig-Holstein. Denn so hat z.B. Raisdorf, das nächste beheizbare Freibad seit dem 1. Mai geöffnet und auf der Karte der KN konnte ich kein einziges (nicht-beheizbares) Freibad finden, dass nicht schon am Mai eröffnet.

Da das Wetter ein sehr unberechenbarer Faktor ist, wäre es auch möglich, dass sich das Wetter genau dann verschlechtert, wenn Katzheide eröffnet. Damit hätte man dann bereits einen Großteil der Saison verschlafen.

Hat Kiel eventuell bei der ganze Vorbereitung der Bürgerbeteiligung versäumt sich auf den Normalbetrieb vorzubereiten? Ich will ja nix sagen, wenn wir jetzt einen verregneten Mai hätten  – würde keiner was merken. Aber der Mai scheint mir einer der besten Mai-Monate zu sein der letzten Jahre.

Einen wichtigen Hinweis erhielt ich noch: Und zwar das bei dem immer verbreiteteren Ganztagesbetrieb an Schulen, die Kinder später aus der Schule kommen. Der Weg zum Strand und zurück ist dann häufig zu lang, um noch eine sinnvolle Zeit dort zu verbringen. Insbesondere verknüpft mit einem anderen Hinweis: Das nämlich die KVG oft Kinderwägen und Rollstuhlfahrer wegen Überfüllung nicht in Richtung Strand oder zurück mitnimmt. D.h. eine Familie kann gar nicht immer davon ausgehen, dass sie in einer bestimmten Zeit fahrplanmäßig mit dem Bus am Strand ankommt.

Von Gaarden (Karlstal) bis Mönkeberg (Eksol) sind es 15 Minuten Fahrzeit mit dem Bus. Die Öffnungszeiten Katzheide gehen davon aus, dass eine 3/4 Stunde das Minimum sind, was Mensch braucht um im Wasser zu sein. Bei Abfahrt 16.36 wäre eine Familie 16.51 in Mönkeberg. Die Haltestelle ist recht weit vom Strand weg. Für ne Familie gehe ich mal von mindestens 15 Minuten Fußweg aus und mindestens 15 Minuten bis sie badefertig sind. Wären sie also frühestens halb 6 im Wasser. Und dann 18.15 wieder raus. Dann also frühestens 18.45 wieder an der Haltestelle Eksol. 18:52 fährt dann der nächste Bus. Gehen wir mal davon aus, den kriegen sie nicht (Wegen Überfüllung o.ä.) , dann würden sie den nächsten nehmen. Also 19.17 Uhr und wären dann 19.39 Uhr wieder im Karlstal. Dann kämen vermutlich die Kinder unter der Woche frühestens um 21.30 Uhr ins Bett, wenn sie morgens dann früh zur Schule müssten?

Da dürfen mir Familien gerne ihre Erfahrungen und Einschätzungen schildern, entweder als Kommentar zu diesem Artikel oder per Email. Beim Freibad Katzheide sieht die Rechnung natürlich ganz anders aus: Weder müssen sie sich in die überfüllten Busse zwängen, die sie evt. gar nicht mitnehmen (hätten wir wie jede ernstzunehmende Großstadt schienengebunden Verkehr, wäre das anders) , noch müsste man die Kinder hetzen, damit man möglichst den richtigen Bus so eben noch erwischt. Eine Gaardener Familie braucht zu Fuß zwischen einer Minute (direkte Nachbarn) bis maximal 20 Minuten nach Katzheide. Mit dem Rad natürlich schneller.

 

Written by tlow

13. Mai 2016 at 08:38

#Katzheide Warum eine Verkleinerung keine Lösung ist

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Es ist eigentlich ganz schnell erklärt: Katzheide hat seine Kapazität mit der Liegewiese und den drei Schwimmbecken. Die 50-Meter-Bahn lockt bestimmte Besucher, genau so wie das Baby- und das Nichtschwimmerbecken. Der Betrieb des Bades führt zu bestimmten Kosten. Als Argument gegen Katzheide wurden immer wieder sinkende Besucherzahlen genannt.

Nun muss man dazu natürlich auch wissen, dass die Öffnungszeiten nicht immer regelmäßig waren.2011 z.B. meist von 8-20 Uhr (aber wetterabhängig), an Mittwochen sogar 6.30-21 Uhr, 2012: erst ab 13 Uhr (wetterabhängig) [Informationen von der Seite http://www.kinder-kiel.de (Webarchiv), Danke für den Hinweis!]

Aber von der Vergangenheit abgesehen: Durch eien Reduzierung von Becken oder Beckengrößen und durch eine Reduzierung der Liegewiese, würde die Kapazität vom Freibad Katzheide weiter sinken. Es geht jetzt nicht darum, ob man am Rand mal 1-2 Meter wegnimmt. Das hat sicher nur geringe Auswirkungen. Aber alle größeren Maßnahmen würden sich massiv auf die Besucherzahlen auswirken. Und war Katzheide bisher (abgesehen vom Eiderbad und den Stränden) das Bad mit dem geringsten Zuschussbedarf (trotz Beheizung!), wird dies in Zukunft sicher anders sein.

seite_36

Mit Sicherheit wird das neue Kompromissbad einen viel höheren Zuschussbedarf haben.

Es wäre doch absurd, wenn man nun mit den vorgeschlagenen Maßnahmen genau das erreicht, was man am meisten an Katzheide kritisiert: Zu wenig Besucher und ein gewisser Zuschussbedarf. Die einzigen Maßnahmen, die sinnvoll wären, müssten eigentlich lediglich die Besucherzahlen erhöhen. Dadurch würde der Wert von Katzheide stark steigen. Es ist schon bezeichnend, das keine der vorgeschlagenen Maßnahmen bei dem Bürgerbeteiligungsverfahren zum Ziel hat mehr Besucher anzuziehen.

In einer „Information zum Bädermarkt“ zur laufenden Bürgerbeteiligung steht u.a.

„Freibäder sind ein Zuschussgeschäft, das nur schwer positiver gestaltet werden kann.“

Damit wird impliziert, dass Hallenbäder gemeinhin kein Zuschussgeschäft sind. Das könnte aber falscher nicht sein. In Kiel haben Hallenbäder mehr Zuschuss von der Stadt bekommen als die Freibäder (Hammer und Katzheide)!

Dann wird auch gesagt:

„Es wird mehr Erlebnis, bspw. Trendsport und Wellness, in Freibädern gefordert. Das klassische Schwimmen ist dagegen deutlich in der Beliebtheitsskala zurückgefallen.“

Im Bädergutachten 2005 wurde in eine ähnliche Kerbe gehauen und im Vergleich das Meerwasserhallenbad in Laboe als bessere Mitbewerber gesehen. Allerdings ist gerade dieses Bad in Laboe von der Schließung bedroht. Die Annahme, dass eine Umsetzung dieser Maßnahmen zwingend zu einem Erfolg führt ist also auch abwegig.

Generell beisst sich hier die Katze in den Schwanz: Wie die süddeutsche Zeitung  berichtet, können immer weniger Kinder und auch Erwachsene schwimmen. Diese sind dann natürlich auch keine potentiellen Besucher. Allerdings wird als Hauptursache die Verringerung der Wasserflächen durch die Schließung von Frei- und Hallenbädern gesehen. Immer weniger Schwimmkurse können angeboten werden. Da hat gerade auch die Stadt Kiel in den letzten Jahren den Vogel abgeschossen.

Man nimmt also die geringeren Schwimmerzahlen als Argument für eine Reduzierung der Wasserfläche, die dann aber gleichzeitig Grund für eine Abnahme der Schwimmer ist. Na bravo!

Kiel bezeichnet sich selbst als wachsende Stadt. Und warum braucht eine wachsende Stadt weniger Schwimmfläche? Und wieso braucht eine Landeshauptstadt kein einziges Freibad?

Zur Zeit ist Katzheide geschlossen. Angeblich, weil die Öffnungszeit an die der Strände angepasst ist. Die Kieler Nachrichten veröffentlichte vor kurzem eine Karte mit Freibädern in der Region. Zum einen noch mal interessant zu sehen, wie viele weit kleinere Orte selbstverständlich ein Freibad haben und zum anderen haben viele bereits geöffnet oder eine Öffnung steht in den nächsten Tagen bevor. Keines der Bäder aber soll erst im Juni eröffnen.

Am nächsten liegt das Freibad Schwentinental, das ebenfalls beheizt ist, aber bereits am 1. Mai eröffnet hat! Um Katzheide attraktiv zu machen kann man vieles tun, z.B. es einfach mal eröffnen. Natürlich werden Schwimmer, die erst einmal anfangen nach Schwentinental zu fahren das dann auch eher weiter nutzen im Jahresverlauf. Dazu brauchen wir keine Bädergutachten, sondern nur gesunden Menschenverstand!

#Politikersprache, bei der man vorsichtig sein muss

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Beliebte Sätze von Politikern, die oft nur Augenwischerei sind und als Warnzeichen dienen könnten:

„Noch ist ja noch gar nichts entschieden“

„Wir sind ja noch ganz am Anfang eines Entscheidungsprozesses“

„Das Projekt ist ja erst in ferner Zukunft geplant“

„Wir wollen den Bürger einbinden“

„Wir wollen das gemeinsam entscheiden“

„Alle sind herzlich eingeladen“

„Wir haben große Fortschritte gemacht“

„Wir sind für alle Vorschläge offen“

„Es gab tolle Gespräche“

Meistens deuten solche Aussagen darauf hin, dass das Gegenteil der Fall ist:

  • Wird Gemeinsamkeit betont, wollen sie es lieber alleine entscheiden, aber das Gegenteil signalisieren, um sich vor Kritik zu schützen

Ähnliches gilt für die anderen Aussagen. Kein Politiker möchte sich so darstellen, dass er im Grunde nur machen will, was er will. Die Öffentlichen Zu- und Aussagen muss man stark hinterfragen. Was gesagt wird und die Realität stimmen selten überein. Da wird einem meist Sand in die Augen geworfen.

Written by tlow

10. Mai 2016 at 06:36

Veröffentlicht in Allgemein, Bauprojekte, Rathaus, Transparenz

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Bericht zu erstem #JanesWalk in #Kiel

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jw_10_logo_smallIn Deutschland ist Jane Jacobs vielen nicht bekannt. Eher schon sozusagen den europäische Counterpart Lucius Burckhardt. Sie war eine großartige Kämpferin für Städte die menschengerecht sind. So half sie, dass Manhattan nicht weitere Stadtteile an weitere Schnellstraßen verlor. Ihr bekanntestestes Buch war auch gleichzeitig ihr erstes: „Tod und Leben großer amerikanischer Städte“

Zu Ehren von Jane Jacobs und ihrem Wirken werden weltweit die sog. Jane’s Walks durchgeführt. In manchen Städten finden sogar mehrere hundert Spaziergänge statt. Diese decken mehrere Orte und Themen ab. Es geht auch um Stadtplanung von unten von den „Experten“ (in dem Sinne die Anwohner*innen!)

Dieses Jahr gab es in Deutschland außer in Kiel lediglich in Leipzig und Bochum einen Spaziergang. Ich hatte mich entschieden dieses Jahr für Kiel-Gaarden  einen Spaziergang zu organisieren, um die Ideen vorzustellen und auch, um es zu nutzen mit einem Nachbarschaftsspaziergang Leute aus dem Viertel anzusprechen, ebenso wie Leute aus anderen Stadtteilen.

Insgesamt 12 Bürger*innen (davon auch aus jeweils einer aus Ellerbek, Brunswik und Südfriedhof). Ich hoffe nicht zu viele waren am falschen Ort, weil ich erst tage vorher feststellte, dass auf Ostufer Kiel war eine falsche Startadresse angegeben, die aber nicht von mir kam. Aber man kann leider nicht gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten sein. Vielleicht wären es so auch noch mehr Teilnehmer*innen gewesen.

Wir starteten vor der Werftapotheke, weil hier das Zentrum von Gaarden startet (also Elisabeth- Ecke Augusten- oder Norddeutsche Straße) und weil hier die Bürgersteige besonders breit sind. Was Frau Jacobs als einen wichtigen Faktor für funktionierende Straßen ansah: Man kann sich dort versammeln und dennoch können Passanten aneinander vorbeigehen. Es kann viel dort stattfinden und es macht Spaß dort spazieren zu gehen.

Der weitere Weg führte über den Vinetaplatz und dann via Wikingerstraße durch den Gustav-Schatz-Hof und unter dem Fußgängertunnel im Ostring zu dem derzeit geschlossenen Freibad Katzheide. Letzteres ist ein Skandal für sich, unabhängig von den weiteren Plänen der Stadt Kiel. Der Ortsbeirat wurde so informiert, dass Katzheide gleichzeitig mit der Strandsaison geöffnet wird. Ohne weitere Erklärung. Es schein also keine technischen Gründe zu geben. Und offenbar versteht man nicht, dass der eigentliche Vorteil von Katzheide ist, dass es weit vor den Stränden warmes Wasser haben kann! ein heißes Mai-Wochenende. Überall sind die Freibäder auf, außer in Kiel. Es zeigt wieder wie weit die Stadt von den Bürger*innen, vom Menschen entfernt ist. Ein Datum, was scheinbar beliebig festgelegt wird. Und das ist auch einer der Gründe, warum Besucherzahlen zurückgehen. Während wir davor standen, kamen auch einige Leute, um sich über die Öffnungszeiten zu informieren. Zu finden war aber nur ein Plakat aus dem Jahre 2015. Offenbar findet man es dieses Jahr wieder nicht nötig die potentiellen Besucher*innen ausreichend zu informieren.

Der Fußgängertunnel erlaubt dem Autoverkehr auf dem Ostring ungebremst durchzufahren, schafft aber auch einen Angstraum für Fußgänger und stellt auch ein gewisses Hindernis dar, da man Höhenunterschiede überwinden muss (insbesondere für Rollstuhlfahrer). Es wurde auch erwähnt, dass die Veloroute für Fahrräder hier durchführt, obgleich es ein Fußweg ist. Der Ostring durchschneidet Gaarden nicht nur an dieser Stelle. Ein Bau der Umgehung Südspange-Gaarden wird den Verkehr hier sicher vervielfachen.

Weiter ging es über die Hans-Christian-Andersen-Schule und die Medusastraße in den Medusahof und via Kaiserstraße zum Karlstal.

Abgeschlossen wurde der Spaziergang auf dem Rückweg an der Bushaltestelle vor der großen Fotowand, die inzwischen in Teilen schon stark beschädigt ist. Und wozu es von den Teinehmer*innen unterschiedliche Meinungen gab.

Mit einer verkleinerten Gruppe besuchten wir dann noch die aktuelle Ausstellung im ehemaligen Schlecker-Markt, der von der K34 bespielt wird.

Insgesamt dauerte der Spaziergang, so wie ich es auch eingeschätzt hatte ca. 1 1/2 Stunden. Ich hatte mich darauf insoweit mehr auf die Inhalte von Jane Jacobs vorbereitet und weniger konkret zu den Orten in Gaarden. Auf der Tour vermisste ich, dass es keine Teilnehmer der Generation 70plus gab, so dass z.B. niemand etwas zum ehemaligen Star-Palast sagen konnte. Vermutlich war diese schon zu früh geschlossen für die meisten Anwesenden.

Dies war auch der erste Spaziergang, den ich je geleitet habe und somit auch mein erster Jane’s Walk. In der Nachbetrachtung hätte ich dann dich gerne einiges mehr recherchiert. Da habe ich zu sehr darauf gesetzt, dass die Gaardener*innen sich mehr einbringen. Aber insgesamt war es schon angemessen und natürlich das beste Wetter, was man sich wünschen kann.

Es geht bei den Jane’s Walks ja nicht so sehr um eine fertige Touristenführung als viel mehr darum, dass sich Bewohner*innen eines Viertels begegnen und gleichzeitig Besucher*innen von außerhalb den Stadtteil kennenlernen. Je weniger da vorgegeben ist, desto mehr können Teilnehmer sich einbringen und desto variabler ist der Spaziergang.

Sicher wird das nicht mein letzter Spaziergang sein, den ich anbiete, weil er eine nette Möglichkeit darstellt Gespräche, Beobachtung, Begegnung und Freizeit miteinander zu verbinden.

Als nächste Themen bieten sich an: Radverkehr in Gaarden, die Südspange Gaarden und Kai-City und der Neubau des Zentralbades. Vermutlich dann ab Juni wieder.

Als einzigster Spaziergang in meiner stadt bin ich irgend wie automatisch zum City Organizer für Kiel geworden. Wer also selbst etwas anmelden möchte, auch außerhalb dieser Aktionstage, kann sich gerne registrieren und einen Spaziergang anmelden.

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