KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Kiel ruft #Klimanotstand aus

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Beschlossen am 16. Mai:

Antrag:

Die Ratsversammlung schließt sich der Resolution zur Ausrufung des Climate Emergency an. Die Eindämmung des Klimawandels und seiner Folgen hat für uns Priorität. Die Landeshauptstadt Kiel unterstützt zudem ausdrücklich das Engagement allderjenigen, die sich für den Klimaschutz einsetzen.

Die Landeshauptstadt Kiel sieht im menschenverursachten Klimawandel eine der größten Bedrohungen des 21. Jahrhunderts. Kiel ist bereits seit 1995 Klimaschutzstadt. 2016 haben wir mit der Erarbeitung des Masterprogramms „100% Klimaschutz“ begonnen und uns ein Jahr später zum Ziel bekannt, bis 2050 klimaneutral zu sein. Das Gaskraftwerk, die Green IT des ABK, der BLUE PORT sowie der Landstromanschluss für Kreuzfahrer oder die Veloroute 10 sind erste stärke Zeichen, dass Kiel es ernst meint.

Die mehr als 250 vorgeschlagenen Maßnahmen im Masterplan Klimaschutz wollen wir weiterhin zügig umsetzen. Zudem werden die Berichte des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) auf aktuelle Entwicklungen geprüft und berücksichtigt. Ziel ist es, als Teil der Weltgemeinschaft zur Erreichung des 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens mit den verfügbaren kommunalen Einflussmöglichkeiten beizutragen.

Daher werden wir prüfen, wie wir unser Ziel, klimaneutral zu werden, früher erreichen können. Die Verwaltung wird gebeten, Maßnahmen aus dem Masterprogramm Klimaschutz oder dem Green City-Plan vorzuschlagen, die vorgezogen werden können und diese bis zur Ratsversammlung im Juni 2019 in einer Geschäftlichen Mitteilung aufzuzählen.

Der Klimawandel ist nicht nur eine ökologische Frage, sondern hat unmittelbare Auswirkungen auf die sozialen und wirtschaftlichen Fragen in Kiel. Daher werden wir soziale, ökologische und ökonomische Belange klug miteinander verzahnen. Das heißt für uns sicherzustellen, dass die Maßnahmen nicht diejenigen treffen, die finanziell schlechter gestellt sind. Die Energie- und Verkehrswende werden nur gelingen, wenn sie sozial ausgewogen gestaltet werden.

Das heißt für uns auch, die wirtschaftliche Innovationskraft der Klimapolitik zu nutzen, um zusammen mit den Unternehmen und mit Unterstützung der vier Hochschulen neue Wachstumsmärkte zu erschließen.
Kiel ist zudem Hafenstadt und Tourismusstandort. Diesem Umstand werden
wir Rechnung tragen und Klimaschutz sowie heimische Wirtschaft
miteinander vereinbaren.

Zuletzt kann auch die Digitalisierung auf vielen Ebenen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Bei allen Handlungen und Beschlüssen der Landeshauptstadt Kiel und der Selbstverwaltung werden wir die Auswirkung auf das Klima berücksichtigen. Ziel ist es, bei allen Maßnahmen die Auswirkung auf das Klima so gering wie möglich zu halten bzw. Maßnahmen mit höherer Klimafreundlichkeit zu fördern. Diesen Grundsatz werden wir auf die städtischen Beteiligungen übertragen.

Die Landeshauptstadt Kiel fordert daneben die Bundes- und Landesregierung auf, ihr Engagement im Klimaschutz zu verstärken. Daneben müssen Bund und Land die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen schaffen, die den Kommunen die Möglichkeit geben, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um den Klimawandel einzudämmen.

Begründung:

2018 und 2019 haben Städte
wie Basel, Bern, Vancouver, London und Konstanz den Klimanotstand
ausgerufen, um auf die Dringlichkeit der Klimaproblematik und die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf das Klima aufmerksam zu machen. Großbritannien ist der erste Staat, der ebenfalls einen Climate Emergency erklärt hat. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

In Kiel ist „Klimaschutzstadt“ eines der fünf Strategischen Ziele. Es gibt zahlreiche Pläne wie zum Beispiel den „Masterplan 100 % Klimaschutz“. Die Umsetzung der darin beschriebenen Maßnahmen muss deutlich beschleunigt werden. Kiel muss sich deutlich stärker zu einer strikten Klimapolitik bekennen und alle in ihrer Macht stehenden Veränderungen anstoßen und umsetzen.

gez. Ratsfrau Gesa Langfeldt    f.d.R. SPD-Ratsfraktion

gez. Ratsmitglied Jessica Kordouni   f.d.R. Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

gez. Ratsherr Dr. Ingmar Soll    f.d.R. FDP-Ratsfraktion

gez. Ratsherr Ove Schröter    f.d.R. Die FRAKTION


Written by tlow

16. Mai 2019 at 20:23

Veröffentlicht in Allgemein, Rathaus, Umwelt

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Antwort auf Große Anfrage zum Flughafen Kiel-Holtenau

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Die LINKE Ratsfraktion wollte wissen, wie sich die der Flughafen seit dem Bürgerentscheid 2017 entwickelt hat. Dazu stellte sie eine Große Anfrage in der Kieler Ratsversammlung.

Das Ergebnis liegt nun vor:

Einige der Ergebnisse:

  • rd. 10% mehr Flugbewegungen
  • überwiegend Privat- und Sportflüge
  • 2018: 82 Ambulanzflüge (+32%)
  • 47 neue Beschäftigte
  • Zuschussbedarf: 200.000 €
  • 80-90.000 mehr Einnahmen
  • ab 2022 kein Zuschussbedarf mehr

Written by tlow

16. Mai 2019 at 15:59

Alles ist #Gentrifizierung?

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Seit einigen Jahren gewinnt die Gentrifizierungs-Debatte immer mehr Anhänger. Um es kurz anzureißen: In der Theorie wird kritisiert, dass vor allem in großen Städten gezielt Aufwertungen von Stadtvierteln stattfinden, die mit den Jahren in verschiedenen Wellen die ursprünglichen Bewohner*innen verdrängen. In Deutschland z.B. in Städten wie Berlin und Hamburg.

Mein Problem mit dieser verkürzten Kapitalismuskritik ist unter anderem:

  • Das im Kapitalismus am Mehrwert Geld verdient wird ist keine neue Erkenntnis. Hier nun den Wohnungsmarkt im Kapitalismus herauszugreifen und zu erwarten, dass das Wasser stromaufwärts fließt, ist im besten Falle naiv, wahrscheinlicher aber eher der Versuch Erwartungen zu wecken, die nicht erfüllbar sind – wie z.B. eine Art „Gutes Wohnen“ (ähnlich wie beim DGB der Begriff „Gute Arbeit“)
  • Es werden Gräben aufgemacht zwischen den Alteingesessenen Bewohner*innen und Zugezogenen. Das hat in Berlin u.a. zum Phänomen des „Schwabenhass“ geführt. Inklusive Auswüchsen wie Brandstiftung. Und es hat dann auch Ähnlichkeiten zu Mechanismen des Rassismus oder der Rückbesinnung auf angebliche „Biodeutsche
  • Und es wird immer wieder unterschiedslos alles kritisiert, was irgend wie nach Aufwertung riecht. Dabei kann man natürlich sowohl Wohnkonzerne kritisieren oder die Intentionen in der Politik. Leider wird das aber oft mit einem Rundumschlag auf Alle und Alles angewendet

Und hier komme ich zum Anlass meines kleinen Exkurses: Am 11. Mai fand zum zweiten mal in Gaarden die sogenannte „Kulturrotation 143“ statt, die in Anlehnung an „48h Wilhelmsburg“ entstand. Die Grundidee dabei ist, das an einem Tag in einem Viertel mehrere Konzerte an verschiedenen (auch mal ungewöhnlichen Orten wie einem Waschsalon) stattfinden. Ziel dabei eine Aktivierung des Stadtteils – zum einen das Bewohner*innen zusammenkommen, aber auch, dass es sich für Menschen aus anderen Stadtteilen mal lohnt besonders abgelegene oder gemeinhin als unattraktiv geltende Stadtteile zu besuchen und dabei mehrere Stunden zu verbringen.

In Gaarden entstand die Idee aus den Überresten der Gaardener Kulturtage, die bis 2017 stattfanden und mit denen viele Seiten unzufrieden waren und für die seitens des Büro Soziale Stadt ein Ersatz gefunden werden sollte, der mehr Leute ansprechen würde. Ich selbst war bei dem Konzept skeptisch, ob dies auch in Kiel funktionieren würde. Wer würde überhaupt kommen? Wäre das wirklich irgend wie besser als die Kulturtage oder eher schlechter oder gar ein Reinfall? Wie sich herausstellte war es im Mai 2018 kein Reinfall und viele nutzten die Gelegenheit nicht nur Musik in Gaarden zu konsumieren. Man kann vielleicht sogar zu Recht eher von einem Überraschungserfolg sprechen.

2019 fand dies nun also erst das zweite mal statt mit vermutlich wieder vielen tausenden Gaardener*innen und Besucher*innen aus dem Westen. In erster Linie also Kultur umsonst für Alle.

Im Vorfeld hatte ich bereits gehört, dass das Fest als Anlass dienen sollte für „Gegenveranstaltungen“ (darunter auch kostenlose Musik). Kritik war unter anderem die Beteiligung der Vonovia. Kleiner Schönheitsfehler dabei: Die Vonovia war und ist gar kein Sponsor der Veranstaltung. Auf dem Fest selbst wurde dann ein Flyer verteilt mit dem Titel „Kulturrotation die niemand braucht“:

Flyer aus Mai 2019

Auch hier wird zum einen eine Nähe der Vonovia zur Kulturrotation wider besseren Wissens suggeriert. Und zudem behauptet die Kulturrotation wäre Ergebnis des Konzeptes „Gaarden hoch 10„, dass der Oberbürgermeister im Februar 2018 erstmals vorstellte. Auch hier allerdings der Schönheitsfehler, dass die Vorbereitungen dazu bereits 2017 gestartet wurden und es nie Teil des sehr kritikwürdigen Konzeptes war, dass aus meiner Sicht tatsächlich mit heißer Nadel gestrickt wurde. Das war damals aus meiner Sicht auch Teil des Kommunalwahlkampfes 2018 und mir sind damals viele Sachen eingefallen, die man in Gaarden verbessern könnte, um das Leben angenehmer zu machen, die aber nicht im Konzept auftauchten. Generell ist es auch eher Gaardens Problem, dass die Stadt hier zu wenig tut für ein angenehmeres Leben als zu viel. Während auf dem Westufer mancher Radweg schon seine dritte Verbesserung erfährt, gibt es in Kern-Gaarden z.B. aktuell keinen einzigen benutzungspflichtigen Radweg. Das führt u.a. dazu, dass Radler*innen hier alle auf dem Fußweg fahren und es auch immer mal wieder zu schweren Unfällen kommt. Aber eine Verbesserung hier wäre aus Sicht von Gentrifizierungsgegnern schließlich auch eine Aufwertung.

In Gaarden wird auch zweierlei kritisiert:

  1. eine mangelhafte Durchmischung im Sinne von zu viele Arme und zu wenig Reiche und
  2. aber auch die Versuche eine solche Durchmischung zu ermöglichen

Beides gleichzeitig geht aber nicht: Wir können nicht einen Zustand beklagen und gleichzeitig die Veränderung um jeden Preis verhindern wollen. Dann muss man auch ehrlich sein und sagen: Gaarden soll ein armer, unattraktiver und vernachlässigter Stadtteil bleiben – wir wollen keine Durchmischung! Which one is it? Aber an dieser Stelle wird es dann halt kompliziert und es gibt keine einfachen Rezepte oder Formeln auf die man alles herunterbrechen könnte.

Foto der Band Lenz und Publikum vor dem BioGaarden
Kulturrotation 143 2019 vor BioGaarden

Für mich war die Kulturrotation 143 2019 der letzte Tag, an dem ich meinen Laden geöffnet hatte. Noch ein mal eine Chance etwas Geld zu verdienen, um mit möglichst wenig Verlust aus der Nummer heraus zu kommen. Es gab Getränke zu üblichen Preisen. Und Kaffee für 1 € – und von Legga Essn Arancini und Anderes gegen Spende. Reich geworden ist an diesem Tag niemand. Und mich ärgert der verbreitet Flyer doch sehr, weil er überheblich ist und alle Veranstaltungsorte, Musiker*innen und Besucher*innen zu willenlosen Erfüllungsgehilfen einer gescheiterten Stadtpolitik und Verwertungsinteressen von Wohnkonzernen degradiert. Und es ist in dem eigentlichen Sinne kontraproduktiv: Man kann Wohnkonzerne und Stadtpolitik auch kritisieren ohne Menschen zu beleidigen oder sich selbst als moralisch überlegen zu präsentieren. Ich schreibe etwas dazu, weil ich etwas dazu zu sagen habe. Und weil ich sechs Jahre lang einen Bioladen vor Ort betrieben habe, der unter anderem aus finanzielle Gründen aufgeben musste (und nicht etwas weil ich mir damit in Gaarden eine goldene Nase verdient habe oder weil die Miete erhöht worden wäre!)

Die Kritik passt einfach nicht zur Realität in Kiel oder Gaarden. Natürlich gibt es hier auch Käufe von Spekulanten, insbesondere Hamburger Immobilienbesitzer*innen, die in Hamburg keine Objekte mehr finden, die noch eine Wertsteigerung versprechen (allerdings heißen die auch nicht Vonovia). Und es werden auch Wohnungen und Häuser renoviert und die Mieten steigen. Allerdings ist das kein neues Phänomen und dazu bedürfte es auch keiner Kulturrotation. Insbesondere ist es vollkommen absurd jetzt eine Aufwertung des Stadtteils auf eine Veranstaltung zurückzuführen, die erst im zweiten Jahr stattfindet. Es wird immer dann bedenklich, wenn man anfängt die eigenen Lügen zu glauben. Wahrer wird es dadurch nicht und gegen die realen Probleme hilft es nicht, sich die Welt so zurechtzulegen, wie es einem passt. Man muss im Gegenteil die Wirklichkeit am besten ungefiltert und klar zu erkennen versuchen und die richtigen Schlüsse und Konsequenzen daraus ziehen. Ansonsten schadet man nur seinem eigenen Anliegen. An dem Tag haben mir gegenüber verschiedene Menschen das absolute Unverständnis gegenüber diesem Flyer geäußert und einige fühlten sich auch persönlich angegriffen. Konsequenter wäre es vielleicht gewesen, der Flyer wäre nicht auf der Kulturrotation verteilt worden, wenn man der Meinung gewesen ist, dass diese Veranstaltung nutzlos gewesen ist. Denn dann taugte sie bestimmt auch nicht zum Flyer verteilen ? Es erinnert mich ein wenig daran, wenn die AfD sich im Fernsehen beschweren kann, dass ihre Kritik nicht gesendet wird. Point Proven! Für mich war die Kulturrotation genau das: Ein Anlass um zusammen zu kommen, eine gute Zeit zu haben oder auch Gelegenheit Flyer an viele Menschen zu verteilen.

1979: Ein Leserbrief und eine Ampel @kn_online

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1979 war die Situation an der Kreuzung Hermann-Weigmann-Straße/Möllingstraße/Eckernförder Straße (mein damaliger Schulweg zur Grundschule Sternschule) eine andere. Lediglich ein Zebrastreifen aber keine Ampeln. Außerdem war die Eckernförder damals am Ende nicht verkehrsberuhigt und der Verkehr an dieser Kreuzung stärker als heute. Meine Mutter Anneliese war damals ungefähr so als wie ich und wandte sich in einem Leserbrief an die Kieler Nachrichten. Zum Glück stieß dass unter anderem eine Änderung an, die bis heute Bestand hat mit 3 Ampeln. Den möchte ich hier mal dokumentieren mit ihrer Zustimmung. Ein genaues Darum habe ich nicht. Aber vielleicht kann jemand was dazu sagen, wann die Ampel genau aufgebaut wurde? :

Scan des Leserbriefes
Leserbrief 1979


* Besser vorbeugen:
Ausgeschreckt durch die Nachricht vom Unfall eines achtjährigen Jungen aus der Nachbarschaft, der vor ein paar Tagen auf dem Fußgängerüberweg bei Grün angefahren und schwer verletzt wurde, muß ich meinen aufgestauten Ängsten, die man als Mutter von schulpflichtigen Kindern bekommt, Luft machen. Unser siebenjähriger Thilo geht zur zweiten Klasse in die Sternschule und muß täglich zweimal die Möllingstraße und Eckernförder Straße überqueren. Ich bringe es noch nicht fertig, ihn allein gehen zu lassen, denn wenn man täglich die Situation vor Augen sieht, der Kinder schutzlos ausgeliefert sind, dann kann man einfach nicht verstehen, warum nichts unternommen wird, um unser kostbares Gut, nämlich unsere Kinder, besser im Straßenverkehr zu schützen. Da die Sternschule nur Grundschüler hat, gibt es keine Schülerlotsen, und so sind bereits die Vorschüler den Gefahren des Verkehrs ausgeliefert.

Wir wünschen uns schon lange, daß man mal eine Bedarfsampel aufstellen würde, aber angeblich sei dann der Rückstau der Autos zu groß. Also weiß man ganz genau, wie stark dort der Verkehr ist. Zum Beispiel wird ein ortsfremder Autofahrer, der von der Eckernförder Straße in die Möllingstraße einbiegt, möglichst schnell fahren, woher so er Wissen, daß dort ein Zebrastreifen kommt. Dutzendmal habe ich das erlebt, daß die Kinder gerade noch zurückspringen oder eben noch rüberrasen können.

Nun bin ich in der glücklichen Lage, daß ich Zeit habe und ich wechsle mich auch im Lotsendienst mit der Muter eines Schulfreundes ab, aber was passiert mit den Kindern, deren Mütter eben nicht die Zeit haben?


Wir sind so stolz, daß es der Wissenschaft gelungen ist, die Kinderkrankheiten zu bekämpfen. Man impft gegen Kinderlähmung, Diphterie und Keuchhusten. Aber auf den Straßen werden Kinder getötet und zu Krüppeln gemacht. Es heißt dann immer, es fehle am Geld. Aber was kostet es denn dann, die durch Unfälle Behinderten und Verletzten wieder zu rehabilitieren? Heißt es nicht immer „Vorbeugen ist besser als heilen“?
Anneliese Pfennig

Die Themen sind heute andere, aber aus meiner Sicht ist es heute genau so mühsam wie damals. Oft müssen Bürger*innen gegen Politik und Verwaltung ankämpfen um kleine Verbesserungen zu erreichen. Und oft kann man da nur mit dem Kopf schütteln. Hinter sind alle schlauer.

Written by tlow

4. Mai 2019 at 16:57

Fotos von Strassenparty Demo #THRKiel

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Written by tlow

27. April 2019 at 16:29

Demo gegen Theodor #THRKiel

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Tag der 1. Aufstellung des Luftreinigers

Aus allen Rohren wird geschossen unisono vom ADAC bis SSW. Die heutige Demo wurde vielfach kritisiert und angegriffen. Diese Angriffe offenbaren dabei einiges: Keiner die sich jetzt hervortun hat sich bisher bei Vorschlägen zur Vermeidung von der Klimakatastrophe und den damit verbundenen Kohlendioxid oder bei der Vermeidung der Stickoxide (nicht nur) am Theodor-Heuß-Ring bisher hervorgetan.

Die Kritik zeigt das Missverhältnis vieler Politiker*innen zur Verhältnismäßigkeit: 20 Jahre die Lungen von Anwohner*innen verpesten: „Kein Handlungsbedarf!“ – 1/2 Stunde Demonstration am THR: „Unverhältnismäßig und gegen den Menschen gerichtet!“

Es zeigt, warum nichts passiert ist. Für sie ist die Verpestung der Umwelt und Lungen bereits eingepreist und normal. Probleme sehen sie erst dann, wenn der Verkehr behindert wird. Man könnte es auch so betrachten: Genau diese Einstellung der Politiker*innen hat die Veranstalter*innen provoziert diese Demonstration zu veranstalten! Die Demo ist sozusagen alternativlos, da über demokratische Wege keine Einstellungsänderung in der Politik erreichbar war. Und schon wieder weisen sie jegliche Verantwortung von sich. Und um das klar zu machen: Verantwortung und Möglichkeit zu Handeln bestand schon lange bevor die Deutsche Umwelthilfe angefangen hat, Klage gegen Bundesländer und Städte einzureichen, um diese zum Handeln zu zwingen.

Und der ADAC? Was hat der ADAC jemals für den Klimaschutz getan. Abseits vom Einsatz für ihre Mitglieder, damit diese ihre Fahrzeuge in der Dieselkrise weiter fahren können? Wo sind denn ihre effektiven Konzepte?

Die Demo wird den Anwohner*innen nur einen Eindruck vermitteln, wie es sein könnte. Wie ruhig. Und wir werden beim Messgerät eine flachere Kurve sehen auf den offiziellen Messwerten. Die Autofreie Stadt ist DIE Alternative zu den Taschenspielertricks der letzten Wochen. Bisher hat die Stadt Kiel nichts dazu beigetragen Lösungen zu erarbeiten, die wirklich etwas bewirken.

Ich sehe große Parallelen zu Fridays for Future. Auch hier eine Bewegung, weil die Politik nicht handelt. So wie auch früher schon bei der Anti-Atom-Bewegung oder gegen die Aufstellung von Mittelstreckenraketen und und und… Nur das es hier um unseren Alltag geht.

Und je weniger gehandelt wird, desto höher der Druck auf der Straße. Man hätte das Thema Klima und Luftschadstoffe längst abhaken können!


Written by tlow

26. April 2019 at 07:50

Pressemitteilung: Bündnisdemonstration „Straßenparty statt Rush Hour“ auf dem Theodor-Heuss-Ring #THRKiel

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Ein Bündnis aus VCD, Wagengruppe Schlagloch, TKKG, linksjugend[’solid] und lokalen Fahrrad-, Anti-Atom- und Anti-Kreuzfahrt-Initiativen demonstriert für eine schnelle Verkehrswende und eine autofreie Zukunft in Kiel und anderswo. Die Auftaktkundgebung findet am Freitag, den 26.4.2019 um 14 Uhr am Platz der Matrosen statt, anschließend geht es zum Barkauer Kreuz, über den Theodor-Heuss-Ring und am Waldwiesenkreisel wieder zurück zum Platz der Matrosen, wo die Abschlusskundgebung stattfinden wird. Am Freitag, den 26.4.2019, gilt Kiel Autofrei und Vorfahrt für Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen! „Ulf Kämpfer würde uns gerne als isolierte Splittergruppe darstellen, aber die Demonstration wird von einem breiten Bündnis aus 20 Kieler Gruppen veranstaltet. Die winzigen Veränderungen der letzten Jahre reichen nicht aus, um den Klimawandel zu stoppen. Wir müssen das Problem des Autoverkehrs an der Wurzel anpacken.“, so Julia Schröder von TKKG. Die Veranstalter*innen kritisieren, dass die Verkehrswende in Kiel und in großen Teilen Deutschlands nur schleppend vorangeht. Dabei hat sich Kiel zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Doch die Realität sieht anders aus: „Wer Straßen sät, der erntet Verkehr. Sonntagsreden der Kieler Stadtpolitik über eine klimafreundliche Verkehrswende sind solange nicht glaubwürdig, wie immer noch neue Schnellstraßen wie Südspange oder Ostring II in der Planung sind“, so Niklas Hielscher von bielenbergkoppel.de. Nach wie vor hat in Städten Automobilität Vorrang, während Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen mit schlecht ausgebauten Fahrradwegen und Gehwegen Vorlieb nehmen müssen. Auch in Kiel sind große Flächen in der Innenstadt für Autoparkplätze reserviert. Von dem insgesamt 855km langen Kieler Verkehrsnetz sind nur etwa 12km Fahrradstraßen. Bei vielen vorhandenen Fahrradwegen handelt es sich um einen schmalen Streifen am Rand der Fahrbahn oder holprige Fahrradwege neben den Gehwegen. Die Veranstalter*innen sehen dabei nicht allein die Stadt Kiel in der Pflicht: „Wir brauchen dringend einen Ausbau des ÖPNV, vor allem im ländlichen Umland von Kiel. Hier muss das Land Schleswig-Holstein und allen voran Verkehrsminister Buchholz dringend handeln und darf Projekte wie die Reaktivierung von Hein-Schönberg nicht weiter schlecht reden“, so Frederik Meißner vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Philipp Walter vom ADFC Kiel ergänzt: „Die Fahrradinfrastruktur muss nicht nur in Kiel, sondern im gesamtem Umland ausgebaut werden, um den Verkehrskollaps zu verhindern. Die Staus auf dem Theodor-Heuss-Ring und im gesamten Kieler Stadtgebiet lassen sich nur verhindern, wenn das Fahrrad konsequent mitgedacht und dadurch als Alternative attraktiv wird.“ Der motorisierte Straßenverkehr erzeugt in Deutschland mehr als 17% der CO2-Emissionen, ist regelmäßig für die Überschreitung von Stickoxidgrenzwerten verantwortlich und sorgt für gesundheitsschädlichen Feinstaub sowie für schwerwiegende Unfälle im alltäglichen Verkehr. „Wenn wir den Klimawandel nur ansatzweise stoppen wollen und Szenarien wie in den Metropolen Asiens vermeiden wollen, müssen wir uns vom individuellen Autoverkehr verabschieden, Fahrradwege massiv ausbauen, den ÖPNV ohne individuelle Bezahlung (kostenlos, ticketfrei) gestalten und allgemein Mobilität überdenken“, so Ben Hansen von der TurboKlimaKampfGruppe. „Von der starken Luftverschmutzung sind häufig gerade die Menschen betroffen, die selbst kein Auto besitzen. Denn an viel befahrenen und entsprechend lärmbelasteten Straßen wohnen oft einkommensschwächere Menschen, die sich selbst kein Auto leisten können. Diese Menschen haben auch gar keinen Nutzen von der massiven Autoinfrastruktur, welche vor allem in Kiel das Stadtbild dominiert und dadurch andere Aspekte des Stadtbilds unterdrückt“, ergänzt Malte Klein von der linksjugend[’solid] Kiel. „Auch global sind nur 10% der Menschen verantwortlich für 80% der Passagierkilometer“, so Hanna Poddig, die Anmelderin der Demonstration. „Klimagerechtigkeit und globale Gerechtigkeit bedeuten, dass wir in den nächsten Jahren den Sektor Mobilität grundlegend umgestalten müssen. Dass dabei der individuelle Autoverkehr aus Städten verbannt wird, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Und Städte wie Kiel würden dadurch belebt und lebenswerter!“ Wir fordern für Kiel und Umgebung einen umfangreichen Ausbau des ÖPNV, die Umwandlung zweispuriger Straßen zu Straßen mit einer Spur nur für den Fahrradverkehr, ein konsequentes Tempolimit von 30 km/h innerorts und den Rückbau von Straßen zu verkehrsberuhigten Bereichen und Flaniermeilen. Beteiligte Gruppen:

  • ADFC Regionalgruppe Kiel
  • AStA der CAU
  • BioGaarden
  • BUND Kreisgruppe Kiel
  • BUND Campus Kiel
  • Bielenbergkoppel.de
  • Ende Gelände Kiel
  • Extinction Rebellion Kiel
  • Fahr-Rad-Gaarden
  • Fukushima Mahnwache Schönberg
  • Grüne Jugend Kiel
  • Hochschulgruppe Klimagerechtigkeit
  • IL Kiel
  • Initiative gegen Kreuzfahrt
  • Kieler Initiative gegen Atomanlagen
  • Linksjugend [ˋsolid] Kiel
  • TurboKlimaKampfGruppe (TKKG)
  • VCD Ortsgruppe Kiel
  • Veloroute Kiel-Ost
  • Wagengruppe Schlagloch

Weitere Informationen: Aufruf des Verkehrswende-Bündnisses: https://tkkg.noblogs.org/post/2019/04/04/aufruf-autofrei-demo-strassenparty-statt-rushhour/ Route und Ablaufplan der Demonstration am Freitag: https://tkkg.noblogs.org/post/2019/04/18/route-zur-autofrei-demo/

Written by tlow

25. April 2019 at 08:09

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