KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel & Schleswig-Holstein seit 2009

Eine #Kreuzfahrt ist nicht lustig (fürs #Klima) #obkiel #Petition

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Die Politik in Kiel freut sich: Immer mehr Kreuzfahrer machen Zwischenstopp in Kiel. Am Samstag waren es laut KN 800.000 Kreuzfahrer*innen in der Sommersaison.

Aus meiner Sicht sollte man sich beim Schutz des Klimas auf zwei Maßstäbe konzentrieren:

  1. Die großen Brocken anpacken, die richtig viel CO2 produzieren und wo eine Lösung besonders viel bringt. So ein Brocken ist z.B. die Kohleverstromung
  2. Viele kleine Sachen anpacken, die mit wenig Aufwand VIEL bringen. Das müssen keine großen Emittenten sein. Aber nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“. Oder einfache Maßnahmen, wie Tempo 120/130 bundesweit auf Autobahnen. Schnell durchgeführt und mit geringen Kosten ein Effekt.

Die globale Kreuzfahrt ist global gesehen nicht der größte Emittent. Die Schiffahrt weltweit für „nur“ 3 Prozent der menschgemachten CO2-Emissionen. Und die Kreuzfahrtwirtschaft ist nur ein geringer Teil. Aber dennoch: Es ist auch ein verzichtbarer Teil des Schiffsverkehrs. Hier kommt die Klimagerechtigkeit besonders zum Tragen: Reiche Menschen aus dem Norden machen auf Kosten vieler Geringverdiener weltweit Urlaub. Und die einzelnen Schiffe stellen eine große Umweltbelastung dar. Jede vermiedenen Kreuzfahrt ist ein Gewinn fürs Klima und auch darüber hinaus!

Die Kreuzfahrtbranche behauptet, trotz der genannten Zahlen, dass sich ihr Ausstoß verringere. Sie verweist auf relative Einsparungen pro Passagier. „Unser Treibstoffverbrauch ist in den letzten 20 Jahren um 70 Prozent gesunken“, sagt Helge Grammerstorf, Chef der deutschen Sektion des Kreuzfahrtverbandes CLIA. Nehmen wir einmal zugunsten von Helge Grammerstorf an, dass seine Angabe zur Verbesserung der Energieeffizienz stimmt. Vor zwanzig Jahren gab es rund 300.000 deutsche Kreuzfahrtpassagiere. 2018 waren es 2,23 Millionen, ein Zuwachs um mehr als das Siebenfache. Selbst bei einer Einsparung von 70 Prozent je Passagier hat sich der CO2-Gesamtausstoß der deutschen Kreuzfahrtindustrie in dem Zeitraum mehr als verdoppelt.

Aus: Klima kippt – Kreuzfahrt boomt – Panorama-Bericht

Kiel hat weltweit eine besondere Verantwortung zum Thema Kreuzfahrt, weil hier auch viele Fahrten starten bzw. Zwischenhalt machen. Bisher kommt Kiel und das Bundesland Schleswig-Holstein seiner besonderen Verantwortung nicht nach. Niemand will die Kreuzfahrt bisher begrenzen. Landstromanlagen als Pflicht. Aber das war es dann auch schon.

Daher habe ich eine Petition angestoßen. Gerade als die CDU Kiel beschlossen hat, Unterschriften für den Kreuzfahrttourismus zu sammeln. Ich bin ja dafür offen, dass es vielleicht noch ein gesundes Maß gibt für Kreuzfahrten. Wenn es das gibt, soll es gerne eine Restmenge an Kreuzfahrten mit sauberen Schiffen geben. Was aber nicht mehr geht ist wie bisher keinerlei Grenzen zu haben und jedes Jahr neue Rekorde und damit eine exponentielle Steigerung der Treibhausgase. Kreuzfahrten sind in Kiel der Prüfstein schlechthin für eine glaubhafte Klimapolitik, die eigene Begriffe wie Klimaschutzstadt oder Klimanotstand („Climate Emergency“) ernst nimmt. Nicht einfach nur Lippenbekenntnisse!

Die Petition ist betitelt mit Das Maß ist voll! Kreuzfahrttourismus in Kiel begrenzen und reduzieren!

Aus der Begründung:

Die Unterzeichner*innen dieses offenen Briefes wollen, dass gerade im Kreuzfahrt-Bereich ein großer Schritt Richtung Klimarettung passiert. Bisher gibt es in Kiel keinen Ansatz hier etwas wirksam zu tun. Die Landstromanlagen wirken lediglich im Hafen und viele Schiffe können diese bisher auch nicht nutzen. Wir wollen mit diesen Unterschrift ein Gegengewicht setzen gerade auch im Oberbürgermeisterwahlkampf, dass in Kiel die richtigen Weichenstellungen getroffen werden und dass es nicht (wieder) in die falsche Richtung geht!

Die Demonstrationen von Fridays for Future in Kiel haben gezeigt, dass sehr große Teile der Bevölkerung bereit sind größere Schritte zu gehen. Es bedarf aber der Politik, um hier Regeln aufzustellen und der unbegrenzten Klimaschädigung entgegen zu treten.

Ich rufe alle auf, die den Klimaschutz ernst meinen, diese Petition zu unterstützen. Im Wahlkampf geht es auch um das Thema Klima. Und wir können hier dem nächste OB auch eine Botschaft mitgeben (oder es sein lassen). Das Quorum liegt bei 2.100. Ab dann wird die Petition von openpetition.de weitergeleitet. Bisher (9.10.) hat keine der Kieler Klima-Organisationen die Petition weitergeleitet oder gar unterstützt. Die Bürgerinitiative zum Klimanotstand in Kiel hat das Thema Kreuzfahrten bei ihren Maßnahmen unverständlicher weise bisher total ausgeklammert.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Kreuzfahrt nicht nur selber Treibhausgase produzieren, sondern auch sekundär durch die An- und Abreise per Auto, Flugzeug, Bus, Bahn! D.h. Kreuzfahrten erzeugen auch z.B. Autoverkehr und Lieferverkehr für die Versorgung der Schiffe.

Vielleicht hätte manch einer die Petition anders formuliert, aber ich kann nicht verstehen, warum man vorgibt sich radikal fürs Klima einzusetzen und dann die Chance das Thema Kreuzfahrttourismus zu lösen einfach ignoriert. Wozu sich dann wochenlang engagieren, wenn man ein greifbares Ziel nicht einmal diskutieren will?

Leute, JETZT kommt die OB-Wahl und wir können etwas Druck aufbauen und dem nächsten im Amt gleich etwas mitgeben. Die nächste Chance kommt erst wieder mit der nächsten Kommunal- oder OB-Wahl.

Written by tlow

10. Oktober 2019 at 11:54

#Antisemitismus und #Fremdenhass geht uns alle an #hal0910 #Antifa

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Es sollte keinen Unterschied machen, wen es trifft, wenn Anschläge wie gestern in Halle passieren. Aber in diesem Fall kommt man schon nicht daran vorbei das Ziel zur Kenntnis zu nehmen: Es bestand die Gefahr, dass ein Nazi bis zu 80 Juden in einer Synagoge erschossen worden wären.

Dann höre ich heute morgen vom angeblichen Terror-Experten Rolf Clement auf PHOENIX, dass die Tatsache, dass der („Einzel“)Täter vor verschlossener Tür stand abgeleitet werden konnte, dass die Hallenser Polizei sicher sein konnte, dass wegen der sicheren Tür nichts passieren konnte. Insofern war dann die Nicht-Bewachung auch verschmerzbar. Sind ja nur zwei Menschen gestorben?

Und auch die frühzeitige Festlegung auf die Einzeltäterthese: Hier machen wir uns alle mit schuldig: In dem wir so etwas sagen, in dem unsere Radio- und Fernsehsender solche Journalisten einladen (immerhin wies die Moderatorin und Nicht-explizite Sicherheitsexpertin darauf hin, dass das mit dem Einzeltäter keinesfalls erwiesen sei). Und in dem man zur Tagesordnung übergeht. Oder damit, dass man gar nicht beachtet, dass der Täter dann ja auch irgend wen anders umgebracht hat, vermutlich zumindest eine Person, von der er ausging, dass sie nicht deutsch war. Zumindest der Sprecher des Zentralrats der Juden wies darauf hin.

Dies ist vielleicht der erschreckendste Anschlag der letzten Jahrzehnte. Aber es scheint in den Medien eher als Randnotiz gewertet zu werden. Nur weil nicht viele Menschen starben? Es geht nicht eigentlich um die Anzahl der Opfer. Das ist oft reiner Zufall. Was wäre gewesen, wenn der Täter mit einem ankommenden Gemeindemitglied gemeinsam in die Synagoge hätte eindringen können? Jede Tür ist irgend wann geöffnet. Und keine Synagoge bietet ewigen Schutz, denn die Leute müssen ja auch ein normales Leben zu Hause führen!

Und ein Sprecher der Polizeigewerkschaft verteidigte auch das Nicht-Bewachen der Hallenser Synagoge damit, dass er nicht wisse, ob die Gemeinde denn die Polizei über den Feiertag informiert hatte. Und ob die Polizei überhaupt etwas über Gefahrenlagen wusste! Und das sonst die Polizei ja auch alle Moscheen und Kirchen das ganze Jahr bewachen müsse.

Bitte? Jom Kippur muss nicht angekündigt werden! Es geht darum ausgewählte Orte wie z.B. Synagogen an bestimmten Tage zu schützen, die in der Vergangenheit schon für Anschläge genutzt wurden. Diese Verallgemeinerung auf jeden Tag, alles, überall dient lediglich der Verharmlosung, so als wenn man Kirchen jeden Tag bewachen müsste! Daraus spricht bereits ein Antisemitismus und Fremdenhass oder zumindest Ignoranz gegenüber spezifischen Gefahren für alle, die anders sind als die Mainstream-Deutschen. Ich sage bewusst nicht Nicht-Deutsche, weil das weder früher noch heute ein Kriterium für Nazis war: Entscheidend für die ist lediglich, wen sie selber für Nicht-Zugehörig halten. Da nützt es niemandem bei einem Anschlag seinen Pass hochzuhalten!

Ich glaube es ist machbar. Es gib rund 100 Synagogen in Deutschland und rund 250.000 Polizist*innen. Da muss es ZUMINDEST möglich sein, dass wir 100 Polizisten an jeweils einer Synagoge an Jom Kippur sehen können. Wer am Tag der Deutschen Einheit den größten Polizeieinsatz in der deutsche Geschichte in Kiel miterlebt hat kratzt sich den Kopf über diese Prioritäten! Hauptsache Herr Steinmeier fühlte sich sicher?

Dieser Anschlag ist kein Zufall, auch nicht, dass er in Sachsen-Anhalt stattfand. Sicher gibt es diese Gefahren auch in anderen Bundesländern, aber wir haben vor Monaten noch eine massive Verharmlosung bei Angriffe wie in Chemnitz von Verfassungsschutz und anderen Staatsorganen gesehen.

Der Staat züchtet sich Rechtsradikale. Durch Ignoranz, die von eigenen Vorurteilen geprägt ist, vom eigenen kleinen oder großen Rassismen. Und das fängt am Küchentisch an und hört bei der Berichterstattung in der Tagesschau auf.

Letztlich ist es sogar eine ähnliche Ignoranz wie gegenüber Gefahren wie dem Klimawandel: Die Politik vollzieht die Ignoranz großer Teile der Bevölkerung nach. Statt klar einzuschreiten und Grenzen zu ziehen wird debattiert, was denn überhaupt schon Rassismus ist oder ob es für Juden denn wirklich so unerträglich in Deutschland ist. Selbst so ein Anschlag gibt kein Aufwachen? Sind wirklich alle so verblendet? Muss die Bombe erst unter dem eigenen Hintern los gehen, bevor man sich Sorgen macht?

Ich finde es ganz wichtig sich jetzt vor allem aber nicht nur mit den Juden und den Synagogen zu solidarisieren. Nicht im Sinne eines Affektes, sondern aus der Erkenntnis, dass wir nun ein neues Maß an Gefahr erreicht haben und das nun endlich Schluss damit sein muss, Strömungen wie AfD, Verfassungsschutz oder Priorisierung einer Verfolgung von Extinction Rebellion weiter zu dulden. Nein, die Politik soll dort einschreiten, wo Leute rumlaufen und andere Menschen umbringen oder verletzen wollen. Das sollte das Mindestmaß sein. Ich will da keine Entschuldigung oder „Ja, aber“ hören. Seit Jahrzehnten erleben wir Repressionen linker Projekte, Umweltgruppen, Vorratsdatenspeicherung, Fingerabdrücke auf Personalausweisen und Kameraüberwachung. Aber dann weigert sich der Staat die unmittelbar gefährdeten zu schützen und fragt: Muss das wirklich sein? Das wird doch so teuer!? Bitte? Ich fass es nicht. Erzählt mir nichts mehr von Sicherheit. Solange keine Nazis Amok laufen fühle ich mich sicher auf den Straßen. Bitte ladet auch keine AfD mehr in Talk-Shows ein. Das brauchen wir nicht. Das macht Deutschland nicht sicherer. Der Krautreporter hatte das zu einen guten Artikel.

Natürlich sind das nicht die ersten Anschläge dieser Art. Es ist einfach erneut eine Gelegenheit zu sagen: Es reicht!

Written by tlow

10. Oktober 2019 at 09:48

Veröffentlicht in Deutschland, Rechtsradikalismus, Religion

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#Frackingverbot im #Landeswasserrecht von Schleswig Holstein nicht „offensichtlich verfassungswidrig

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Pressemitteilungen des BBU und der Volksinitiative
zum Schutz des Wassers vom 02.10.2019
(Bonn, Kiel, 02.10.2019)

Am 2. September startete in Schleswig-Holsteinein breites Bündnis das Volksbegehren zum Schutz des Wassers – das erste
Volksbegehren in Schleswig-Holstein seit 10 Jahren. Ziel ist ein besserer Schutz des Wassers vor den Risiken der Gas- und Ölförderung, sowie mehr Transparenz durch Aufdeckung von Gefahren. Auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) unterstützt das Volksbegehren und ruft die Bevölkerung von dazu auf,
mit einer Unterschrift das Volksbegehren zu unterstützen. Beteiligen können sich alle Personen ab 16 Jahre. Formulare liegen in
Schleswig-Holstein in allen Ämtern und Rathäusern aus und können auch imInternet ausgedruckt werden: http://vi-wasser.de

Am Dienstag (1. Oktober) fand jetzt die mündliche Verhandlung zum Antrag der Volksinitiative für ein Frackingverbot im Landeswasserrecht von
Schleswig-Holstein vor dem Landesverfassungsgericht in Schleswig statt.
In einem umfangreichen Programm wurden zahlreiche Rechtsfragen diskutiert und die Komplexität der Frage der Zulässigkeit dieser
Gesetzesinitiative der Volksinitiative aufgezeigt. Die Entscheidung will
das Verfassungsgericht am 06.12.2019 um 12 Uhr verkünden.

Ausführliche Informationen: https://vi-wasser.de,
https://www.keinco2endlager.de

Weitere Informationen aus anderen Umweltbereichen sowie Terminhinweise
aus der Umweltschutzbewegung:
https://www.bbu-online.de/Termine/Termine.htm

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Folgend der vollständige Text einer Pressemitteilung der Volksinitiative
zum Schutz des Wassers vom 2. Oktober 2019, die nach dem Gerichtstermin
veröffentlicht wurde:

In einem umfangreichen Programm wurden zahlreiche Rechtsfragen
diskutiert und die Komplexität der Frage der Zulässigkeit dieser
Gesetzesinitiative der Volksinitiative aufgezeigt. Die Entscheidung will
das Verfassungsgericht am 06.12.2019 um 12 Uhr verkünden.

„Dieses Verfahren zeigt, dass ein Frackingverbot im Landeswasserrecht
keineswegs „offensichtlich verfassungswidrig“ ist, wie von
Landesregierung und Jamaika-Koalition behauptet wird. Vielmehr handelt
es sich um eine hochkomplexe Fragestellung, die verfassungsrechtlich
geklärt gehört,“ sagt Dr. Reinhard Knof, Vertrauensperson der
Volksinitiative.

Zu dem vorgestern vorgelegten Änderungsantrag der Jamaika-Koalition zum
geplanten Wasserrechtsmodernisierungsgesetz erklärt Dr. Patrick Breyer
(Piratenpartei), Vertrauensperson der Volksinitiative zum Schutz des
Wassers: „Auf Druck unseres Volksbegehrens will die Jamaika-Koalition jetzt einige unserer Forderungen zur Unternehmenshaftung und zum Wasserschutz umsetzen – gut so. Dass dadurch ‚Fracking in
Schleswig-Holstein verboten werden‘ solle, wie gestern per
Pressemitteilung verbreitet wurde, entspricht aber nicht den Tatsachen.“

Bisher blockiert die Koalition nicht nur das von unserer Volksinitiative
geforderte gesetzliche Fracking-Verbot und zwingt die Volksinitiative,
gegen Landtag und Landesregierung vor das Landesverfassungsgericht zu
ziehen. Die jetzt in den Landtag eingebrachten Gesetzesinitiativen der
Volksinitiative standen Anfang des Jahres schon einmal auf der
Tagesordnung und wurden damals entgegen anders lautender Versprechen
ohne Begründung wieder abgesetzt.Ebenso verhindert die Koalition zum
Schutz vermeintlicher ‚Geschäftsgeheimnisse‘ die Aufdeckung von
Gefahren, selbst wo Gesundheitsgefahren für Bevölkerung, Feuerwehren,
Rettungsdienst und Katastrophenschutz oder Korruption drohen. Eine
Umsetzung eines Teils der Gesetzesvorhaben der Volksinitiative scheint
nur durch den Druck des vor einem Monat gestarteten Volksbegehrens
möglich zu werden, ist aber noch nicht beschlossen.

Daher sind alle Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner
aufgefordert, gegen diese Politik aufzubegehren und das Volksbegehren
zum Schutz des Wassers nach Kräften zu unterstützen! Die Unterschriften
können in Rathäusern und Ämtern https://www.rathausfinder.de/1204/search/
geleistet werden. Das Formular kann auch aus dem Internet
https://vi-wasser.de/files/Unterschriftenbogen.pdf heruntergeladen, ausgedruckt, unterschrieben und an die dort angegebene Adresse geschickt werden. 80.000 Unterschriften werden benötigt. Seien Sie dabei und unterstützen Sie Wasserschutz und Transparenz.

Written by tlow

2. Oktober 2019 at 16:49

Veröffentlicht in Allgemein

#Pressemitteilung TKKG: Widerstand gegen Kreuzfahrten wächst – Blockade in Finnland

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Pressemitteilung der TurboKlimaKampfGruppe

Widerstand gegen Kreuzfahrten wächst – Blockade in Finnland

Nachdem es Pfingsten in Kiel zu einer Blockade des Kreuzfahrtschiffs „Zuiderdam“ kam, erwischte es jetzt die „Queen Elizabeth“. Das rund 300 Meter lange und für über 2000 Passagiere ausgelegte Kreuzfahrtschiff wurde in Finnland von Klimaaktivist*innen blockiert. Ein erneuter Anlass für die TurboKlimaKampfGruppe (TKKG) den Rückbau der Kreuzfahrt-Terminals in Kiel zu fordern. Am Mittwoch hatten Aktivist*innen der Gruppe Elokapina das Schiff in Helsiniki am Auslaufen Richtung St. Petersburg erheblich verzögert, indem sie in Kayaks vor dem Schiff kreuzten. In Kiel freut sich TKKG, dass die Aktion „Smash Cruiseshit“ Nachahmer*innen gefunden hat oder unabhängig davon Menschen auf die gleiche Idee kamen. „Der Widerstand gegen die dreckigen Pötte wächst weltweit. Die nächste Blockade ist nur eine Frage der Zeit. Wir werden auch in Kiel weiter protestieren“, kündigt Anna von TKKG an. Währenddessen schreiten die Arbeiten am Terminalneubau am Ostseekai voran, die Baukräne wurden schon abgebaut. Hier zeigt die Stadt, welche den Seehafen Kiel betreibt, wie sie mit dem kommunal ausgerufenen „Climate Emergency“ umgeht. Es werden vielleicht ein paar Fahrradwege ausgebaut oder ein neues Feuerwerk-Konzept vorgelegt, aber wenn es um große Schadstoffverursacher*innen wie die Kreuzfahrtschifffahrt geht, gibt es grünes Licht für mehr Schiffe mit mehr Verschmutzung. Ein klares Signal wäre, wenn sich die Stadt stattdessen verpflichten würde, die Kreuzfahrtanläufe zu reduzieren und endlich ein Limit für die Anzahl der Anläufe in Kiel festlegt. „All das zeigt, dass wir den Klimaschutz nicht irgendwelchen Institutionen überlassen dürfen. Wir müssen selbst aktiv werden, wenn wir auch nur ansatzweise eine lebenswerte Welt erhalten wollen. So wie das derzeit läuft, wird das nicht möglich sein“ erklärt Carlo (TKKG).

Quelle: tkkg.noblogs.org

Written by tlow

30. September 2019 at 08:11

Veröffentlicht in Pressemitteilung, Umwelt, Verkehr

#KlimaStreik – 5 vor 12 in Kiel

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Am heutigen 20. September ist der große Klimastreik angesetzt. Das Verwaltungsgericht in Schleswig genehmigte gestern noch die von Fridays For Future Kiel als Demo-Anmelder beantragte Route, die auch über den Theodor-Heuß-Ring führt.

genehmigte Route (Quelle: Twitter)

Das ist gut so. Die Stadt selbst hat dafür gesorgt, dass der Ring Dauerbrenner bleibt. Denn bislang hat sie sich geweigert WIRKSAME Maßnahmen gegen Stickoxid (welches auch ein Klimagas ist) durchzuführen. Stattdessen wurde der Ziegelteich als Umgehungsstraße genutzt und die dortige Stickoxidbelastung erhöht.

Gestern fand vom BUND eine Podiumsdiskussion zum Klimathema statt.

Dazu gab es zwei sehr gute Vorträge von Meeno Schrader und Christian Baatz.

Bei den Politikern (alles Männer) war nicht so viel Konkretes zu erfahren. Getestet wurden die vier Forderungen des BUND (aus einem Paket von 36 Forderungen) zur Überwindung der Klima-Krise.

Aber deutlich wurde schon, dass das Problem angekommen ist. Nur wie so oft: Was das Handeln angeht ist noch Vieles im Nebel. Unberücksichtigt blieb, das gerade in Schleswig-Holstein der Bereich Verkehr den größten Batzen ausmacht:

Quelle: Landesregierung Schleswig-Holstein 2019

Written by tlow

20. September 2019 at 10:12

Veröffentlicht in Umwelt, Verkehr

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Feste Fehmarnbeltquerung und Hinterlandanbindung 2019 #FBQ

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Grafik via http://www.openrailwaymap.org Copyright: OpenStreetmap Mitwirkende

Schleswig-Holstein will die Verbindung nach Dänemark mit einer Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) verbessern. Genauer gesagt zwischen der Insel Fehmarn und Lolland. Bisher gibt es von Kopenhagen zwei Verbindungen abseits des Flugzeugs: Entweder über die Insel Fünen und Jütland nach Schleswig-Holstein, oder über Lolland und die Fähren nach Fehmarn.

Nehmen wir mal eine durchschnittliche Verbindung mit dem Zug von Kopenhagen nach Hamburg im Vergleich:

  • Über Jütland meist um die 5 Stunden
  • Über Puttgarden eher 7 Stunden


Die feste Verbindung würde die Fahrzeit von Hamburg nach Kopenhagen (340 km) von 4:30 Stunden (Reisezeit 2008 inklusive Fähre, Wartezeit, Ein- und Ausschiffung) auf 2:40 Stunden und die von Personenzügen sogar auf 2:30 Stunden reduzieren.

Zitat aus Wikipedia

Weniger bekannt ist als Alternative die Rostock-Gedser-Querung, die die Strecke von Kopenhagen nach Berlin um 130 km verkürzen würde im Gegensatz zur Fehmarn-BeltQuerung. Allerdings sieht es bisher nicht so aus, als würde diese Lösung bisher weiter verfolgt werden.

Ein damit verknüpftes Thema ist die Hinterlandanbindung

Das Verkehrsministerium in Schleswig-Holstein plant dabei in vielen Städten in Ostholstein die Bahnhöfe außerhalb der Stadtgrenzen zu verlagern, um auf den ansteigenden Güterverkehr und der daraus ansteigenden Lärmbelastung zu reagieren. Allerdings wird es dennoch für die Stadt Bad Schwartau (19.619 Ew.) hart werden. Die Stadt wird durchschnitten von einer Gütertrasse. Die Güterzüge können bis 800 Meter lang werden. Wie gut der Lärmschutz dabei wird, ist fraglich. Und für die anderen Städte wie Timmendorfer Strand würde es bedeuten, dass sie vom Bahnverkehr abgeschnitten würden und die Bewohnerinnen und Touristinnen mehrere Kilometer zurücklegen müssen und sich die Fahrzeit damit erhöhen. Die Zahl der Umsteiger soll sich von 1500 im Timmendorfer Strand(8.937 Ew.) heute auf 1.350 im neuen Bahnhof Ratekau(15.683 Ew.) sinken (Quellen: Lübecker Nachrichten [1] [2]).

Die Verkehrsprognosen basierten ursprünglich auf Zahlen von 2002, die lediglich aktualisiert wurden. Man vermisst in den Papieren jegliche Erwähnung des Klimawandels. Insofern erscheinen die bisherigen Schätzungen als vollkommen unseriös. Denn für die kommenden Jahrzehnte müssen die Zahlen des Autoverkehrs unabhängig von der Antriebstechnologie drastisch reduziert werden. Also z.B. auf einen Anteil von 5% des Verkehrsaufkommens bis 2050. Bei diesen Perspektiven macht ein Großprojekt eines festen Beltquerung überhaupt keinen Sinn mehr. Das hier nicht ein mal darüber nachgedacht wurde, sondern lediglich Prognosen linear in die Zukunft verlängert wurden ist nicht gerade Vertrauen erweckend.

Auch was Ostholstein angeht, so wäre es sicher sinnvoller Lücken im Bahnnetz zu schließen und Bahnstrecken zu verbessern anstatt Strecken zu verlegen. Wenn man bedenkt wie kritisch der Verkehrsminister die Strecke vom Hein-Schönberg bei Kostensteigerungen in Kiel unter die Lupe nahm. Und wie sie beinahe beerdigt wurde verwundert es, wenn man sieht wie wenig bei diesem Großprojekt auf das Geld geschaut wird.

Auch seitens der Gegner wird sehr wenig der direkte Bezug zwischen beiden Großprojekten gezogen. Man muss immer wieder sehr einfach Fragen stellen, z.B.: Warum sollten wir eine Feste Fehmarnbeltquerung bauen? Oder früher gefragt: Welche Verkehrsziele wollen wir erreichen und welche Maßnahmen wären am geeignetsten. Neue Projekte verschlingen viel Geld und Aufmerksamkeit. Dieses fehlt dann an anderer Stelle. Bei der Bahn knirscht es derzeit an allen Ecken und Enden. Und die FBQ bedeutet, dass andere Projekte vernachlässigt werden müssen.

Eine weitere offene Frage ist, wie es denn mit dem bisherigen Betreiber der Fähren Scandlines weitergeht. In einer Studie gehen diese zwar durch die FBQ von drastisch weniger Fahrgästen aus. Gehen aber auch davon aus, dass ein wirtschaftlicher Betrieb auch noch 2035 weiterhin möglich ist. Die Bauer des FBQ nehmen dagegen an, dass es mit Eröffnung des Tunnels keine Konkurrenz mehr durch Fähren gibt.

Darüber hinaus stellen sich viele weitere auch ökologische Fragen, die vom NABU untersucht werden, wie das Vorhandensein von wertvollen Korallenriffen auf der Strecke, die durch Absenktunnel zerstört würden.

Als Zwischenfazit würde ich sagen, dass die feste Querung eher einer alten Denke entspricht. Der Verkehrsminister Buchholz versucht die Gemeinden mit harten Worten einzuschüchtern. Einer Prüfung der Sinnhaftigkeit des Gesamtprojektes FBQ/Hinterlandanbindung nach heutigem Wissen und Prioritäten hält es nicht stand. Große Verkehrsprojekte machen im Hinblick auf den Zeithorizont 2050 und die Klimakrise vermutlich gar keinen Sinn mehr. Denn man müsste das Mehr an Verkehr wieder durch Verkehrslenkung oder Blockaden kompensieren, wenn man die Klimaziele ernst nimmt. Es macht viel mehr Sinn, die Verkehrsplanung anhand des gewünschten Verkehrs und verbindlicher Klimaziele auszurichten.

Die FBQ wird aber gebaut unter der Maßgabe: Soviel an Mehrverkehr wie möglich. Je mehr, desto besser. Und die Klimapolitik wird als eine Aufgabenstellung betrachtet, die man zusätzlich und nebenbei anhandeln kann, ohne im Kern etwas an bisherigen Planungen zu ändern oder sie zu berücksichtigen. Ich bin gespannt, ob es da noch mal ein Aufwachen und Umdenken geben wird. Bisher bewegt sich die Debatte ja eher darum, den „Impact“ der Maßnahmen zu verringern. Also einen „guten Tunnel“ zu bauen oder den Lärmschutz zu verbessern. Dabei ist es m.E. heute schon absehbar, dass dieser Tunnel und somit auch die Hinterlandanbindung nicht gebaut werden kann oder darf und einer ersten und auch nur oberflächlichen Prüfung niemals standhalten würde. Auch wer mal in die Debatten des Dialogforums (Mediathek) reinschaut glaubt sich im falschen Jahrzehnt zu befinden.

Es ist ein Riesenthema. Man könnte noch sehr viel mehr schreiben, aber ich begnüge mich erst mal mit diesem ersten Aufschlag.

Written by tlow

13. September 2019 at 13:25

#OBKiel Welchen Oberbürgermeister wählen?

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Ich habe mir in den letzten Wochen mein eigenes Bild von den Oberbürgermeisterkandidaten gemacht. Und werde einfach mal von dem Worst Case zum Best Case meine Einschätzungen teilen. Die sind sehr subjektiv. Und ich habe unterschiedliche Quellen genutzt, um zu meinem Urteil zu kommen. Schade und sogar peinlich finde ich dieses mal, dass gar keine Frau angetreten ist! Als Erstes also den ungeeignetsten Kandidaten:

(4) Andreas Ellendt (CDU)

Am Anfang klang es ja ganz spannend: Mal ein neuer Kandidat und ein neues Gesicht. Auch das er sich durchaus für eine Verkehrswende offen zeigte. Ein grüner Kandidat also, der ggf. den amtierenden Oberbürgermeister grün überholt? Mit laufendem Wahlkampf kamen aber vermehrt auch seine anderen Einstellungen zum Vorschein, darunter:

  • Auf Facebook ein Fototermin mit dem Cirkus Krone und ein unkritisches Plädoyer für Wildtierzirkusse
  • Der Angriff auf „selbsternannte Klimaschützer“ (im Zusammenhang mit der „Südspange“, ebenfalls auf Facebook, wozu ich auch mich und andere zählen würde
  • Ebenfalls auf Facebook das Pushen eines A21-Anschlusses für Wellsee.

Auf der anderen Seite scheint er nicht sehr Gesprächsbereit zu sein, antwortet auf Emails und Gesprächsangebote nicht. Und auf Twitter reichte es nur für einen typischen Wahlkampfaccount, der dann auch noch mitten drin ausgehungert wurde:

Also unter dem Strich: Ein guter Überraschungs-Start. Dann aber schnell eingeschwenkt auf die übliche Wahlkampfmaschinerie: Den politischen Gegner angreifen, Plakate drucken. Fachlich waren seine Ausagen zum Verkehr bestenfalls naiv:

Auch eine energetisch unschlagbare und günstige Seilbahn, die immerhin zehn Busse pro Stunde ersetzen kann, sollte man nicht von vorn herein ausschließen.

Quelle. Facebook-Artikel

Was soll das bedeuten? Ein Bus transportiert mehr als eine Seilbahn-Gondel und ist weniger leistungsfähig als selbst ein Bussystem, geschweige denn einer Stadtbahn. Ich finde es nicht akzeptabel, wenn Kandidaten aus dem Bauch heraus irgend welche Vorschläge aufgreifen und als Position in die Öffentlichkeit tragen. Erinnert dann den CDU-Ratsherren, der zwar eine Autofähre über die Förde forderte, aber nicht sagen konnte, wo sie am Westufer anladen sollte und dort der Verkehr weitergeleitet werden sollte.

Hierzulande wird leider immer noch populistisch schwarz-weiß gedacht: Hier die guten klimaschützenden Radfahrer, dort die bösen klimaschädigenden Autofahrer. So erreicht man keinen Konsens und das Klima bleibt auf der Strecke.Andreas Ellendt zur politische Diskussion zum Thema Verkehr

An die Adresse von Herrn Ellendt: Einen Konsens oder besser eine Mehrheit erreicht man aber nur mit einer Gesprächsbereitschaft auch gerade mit engagierten Kieler*innen. Wer denen schon im Wahlkampf den Rücken zudreht und den Finger zeigt, ist kaum geeignet ein Oberbürgermeister für ALLE zu werden. Und letzteres sehe ich als Hauptaufgabe eines OB an. Meine Teilnahme an einem gemeinsamen Interview mit KielAktuell sagte ich ab, weil mich seine Äußerungen und Positionierungen zum Kochen brachten und ich daraufhin auch mein Urteil schon getroffen hatte. Auf die Absage bekam ich nie eine Antwort. Und im weiteren Verlauf wurde ich auch nicht positiv überrascht.

(3) Ulf Kämpfer (SPD)

Selbst die politischen Gegner waren überrascht, dass die GRÜNEN keinen eigenen Kandidaten aufstellten, sondern stattdessen ebenfalls Ulf Kämpfer nominierten. Seitdem brodelt es bei den GRÜNEN auch an verschiedenen Stellen an der Basis. Ulf Kämpfer ist der Amtsinhaber. Er tritt öffentlich meist als positiv-symphatisch in Erscheinung. Aber er hat in seiner Amtszeit den Ruf weg, dass er jedem sagt, was er gerne hören will. Seine große Stärke sehe ich darin, dass er grundsätzlich jedem zu antworten scheint und offen für Kritik ist. Seine größte Schwäche ist, dass er zu sehr zaudert vor allem ein mal ungeliebte Positionen zu vertreten. Am liebsten will er den harmonischen Konsens, dass wir „alle gemeinsam“ in Kiel an einem Strang ziehen. Und er tanzt auf jeder Hochzeit: Wir sollen alles mitmachen: Olympiade? ja klar! Südspange: Aber sicher! Mehr Grün? auf jeden Fall! Mehr Straßen? klar! Weniger Straßen? Das muss sein!

Sein größtes Versagen sehe ich am Theodor-Heuß-Ring und der Luftreinhaltepolitik. Unter dem Motto „Fahrverbote UM JEDEN PREIS verhindern“ hat er auch lieber Schildbürgerstreiche mit Luftabsaugern mit Rückendeckung des grünen Umweltministeriums vorgeschlagen. „No Dieselfahrer left behind!“ oder was? Das Problem ist ungelöst, es geht auf Kosten der Gesundheit der Anwohner*innen dort. Zusätzlich noch auf dem Ziegelteich (Innenstadt/ Ende der Fußgängerzone), auf die der Schwerlastverkehr des Hafens umgeleitet wird. Das grenzt für mich an kriminelles Handeln. Eine neue Klage der DUH steht ins Haus. Für die Kosten für die Stadt, die diesen Prozess sicher verlieren wird, wird er verantworlich sein!

Auch was Stadtbahn oder Fahrradpolitik angeht tut er zwar auch etwas und ist selber Radfahrer. Aber eben zu spät, zu wenig und tut nicht das, was nötig ist. Dennoch ist er in meinen Augen die bessere Wahl als Ellendt, da er grundsätzlich offen für Vorschläge ist und eine Einsicht in die richtige Richtung hat. Auch wenn er sie nicht umsetzen will.

(2) Florian Wrobel (Die PARTEI)

Ich habe von ihm nichts Negatives gelesen. Das einzige Problem ist auch das Kernproblem von der PARTEI: Ist das jetzt ernst gemeint? Einerseits treten sie zu echten Wahlen an. Dann machen sie Vorschläge, die oft nicht umsetzbar aber sehr lustig sind. Unter dem Strich weiß aber nicht, was man am Ende bekommt. Sollen wir sie ernst nehmen oder nicht? Bei der verrückten Politik oder Vorschlägen wie Luftabsauganlagen am THR denkt man aber auch manchmal: ist es Wrobel oder doch Kämpfer, der Vertreter einer Satirepartei ist? Ich bin mir ziemlich sicher, dass er der bessere Kandidat als der amtierende OB wäre und auch trotz weniger ernsthafter Vorschläge am Ende vieles richtig machen würde. Aber es bleibt eben der Zweifel wie ernst er es mit seiner Kandidatur meint. Für mich wäre er damit eher ein Ausdruck des Protest gegen den Status Quo und die aktuellen Allianzen und gegen die Untätigkeit im Rathaus.

(1) Björn Thoroe (LINKE)

Früher war Thoroe ein mal Landtagsabgeordneter für seine Partei. Aber auch bei der letzten Landtagswahl konnte die Partei nicht mehr einziehen. Die Partei ist im Umbruch. Das konnte man selbst bei den letzten beiden Landtagswahlen im Osten sehen. Die Partei sucht neue Wählerschichten und ist sich dabei oft auch nicht einig. ist man jetzt konsequent GRÜN und belastet auch die Bürger*innen durch neue Abgaben, oder setzt man sich gegen Fahrverbote ein, weil dies ja manche Menschen mit niedrigem Einkommen und einem Diesel benachteiligt?

Thoroe scheint auch ernsthaft an Themen interessiert und hat sich in verschiedenes eingelesen. Hauptthema ist bei ihm wohl der (soziale) Wohnungsbau. Das ist natürlich auch eines der brennenden Themen. Was Verkehr angeht ist er auch eindeutig auf Seiten von weniger Abgasen und durchaus Fahrverboten nicht abgeneigt.

Mit der vollständigen Schließung des Flughafens Holtenau war ich nicht einverstanden, den u.a. auch Thoroe und die LINKEN vorantreiben wollten für ein neues Wohnviertel. Ich glaube nicht daran, dass es eine gute Idee ist jenseits des Kanals viele neue Wohnungen zu bauen. Aber so ist Politik: Man kann Debatten über den richtigen Weg und die richtigen Schwerpunkte haben.

Fazit und Wahlempfehlung

Begeistert oder eine uneingeschränkte Empfehlung. Ich hoffe sehr, dass Herr Kämpfer als aussichtsreichster Kandidat nicht beim ersten Wahlgang schon gewählt wird. Insofern rufe ich dazu auf lieber alle anderen Kandidaten zu wählen im ersten Wahlgang, oder Florian Wrobel als klarster Protest. In einer Stichwahl würde ich zu Thoroe raten. Der größte Unsicherheitsfaktor ist die grüne Basis. Da sehe ich am meisten Potential, insbesondere da die GRÜNEN keinen eigenen Kandidaten haben. Wenn die LINKEN und Thoroe dieses Potential ansprechen können, weil er glaubhafter gegen den Klimawandel oder saubere Luft spricht, dann könnte er eine Chance haben. Allerdings sind die LINKEN oft noch sehr verschrieben, weswegen ich bei dieser Wahl die Chancen noch als schlecht einschätze.

Written by tlow

5. September 2019 at 11:20

Veröffentlicht in Wahlen

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