KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Zu den Schließungsplänen in Holtenau

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Die Kieler Nachrichten dokumentiert es in der  Samstagsausgabe in zwei Artikeln: Was wird nun aus dem Kieler Flughafen?
und Flughafen Holtenau im Abwind. Man will den Flughafen schließen, weil:

  • Das Marinefliegergeschwader 5 aus Holtenau verschwindet
  • Das Land Schleswig-Holstein seine 55%iger Beteiligung an Holtenau abstoßen will.
  • Man sich eine große Fläche für Gewerbeansiedlungen erhofft.

Ich finde diese Haltung etwas bedenklich. Noch vor knapp einem Jahr war die Diskussion gerade einmal so weit, dass man vorerst vom Ausbau von Holtenau abließ. Damals wollte man sich mitten hineinstürzen in die Regionalflughafenkonkurrenz.

Die Situation heute ist vollkommen anders: Der größte Konkurrent. Deutschlands fünftgrößte Regionalflughafen in Lübeck soll schließen. Die CDU und FDP in Lübeck versuchen dies noch mit einem Bürgerbegehren zu stoppen. Aber die Chancen stehen schlecht. Im Jahreswechsel 10.000 Lübecker zur Unterschrift zu bewegen dürfte nicht einfach sein, wenn nicht sogar unmöglich.

Die wirtschaftliche Situation von Holtenau muss insofern neu berechnet werden für diesen Fall. Eine Landeshauptstadt, eien Großstadt darf doch ruhig einen Flughafen haben, oder? 1,3 Millionen Zuschuss bekam er bisher. Wenn man sich dazu die 144 Millionen für die A20 anschaut, fragt man sich, warum man nun gerade jetzt bei Holtenau sparen will?

Vielleicht braucht man wirklich keinen Flughafen – aber ich frage mich, warum es so mühsam war gegen den Ausbau zu diskutieren, als Kiel bereits gegen Lübeck keine Chance mehr hatte. Und warum nun, wo Lübeck verschwindet plötzlich Holtenau ganz aufgegeben werden soll.

Der Verdacht liegt nahe, dass die Kommunalpolitiker bei den Gewerbeflächen wieder einmal das Blitzen in den Augen bekommen. Ich denke man sollte das Ganze noch einmal verkehrspolitisch für Kiel und Schleswig-Holstein durchdenken. Soll es in Schelswig-Holstein wirklich keine zivilen Flughäfen mehr geben? Weil wenn so etwas für Kiel zu teuer ist, dann erst recht für alle kleineren Gemeinden.

Ich denke das jetzt auch Argumente der Ausbau-Befürworter von damals heute noch zumindest für den Erhalt zählen sollten? Auch wenn ich selbst mich zu den Ausbau-Gegnern zähle und nie geflogen bin, so erscheint mir die derzeitige Diskussion doch etwas widersinnig. Insbesondere das in Kiel das Aus für Lübeck gar keine Rolle zu spielen scheint – genau so wie damals die Existenz. Es wird aber Zeit, Dinge mal im Zusammenhang zu betrachten.

Updates:

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