KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Schneeräumung der Radwege in Kiel

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Fahrrad im Schnee

Fahrrad im Schnee (Einige Rechte vorbehalten, siehe Link)

Wenngleich man Verständnis für Sondersituationen haben kann aufgrund der großen Schneemengen, so fällt mir als Radfahrer auf, der die letzten Wochen sein Fahrrad gar nicht benutzt hat, dass viele der Hauptverkehrswege für Radfahrer wochenlang gar nicht geräumt werden, wie z.B. die Strecke, die durch die Klappbrücke Ost- und Westteil verbindet.

Ich verstehe, dass nicht alle Radwege geräumt werden können und auch, dass manche Radwege auch länger nicht geräumt werden. Wofür ich aber kein Verständnis habe ist, dass fast alle Autowege in voller Breite geräumt werden und der Schnee dann fast grundsätzlich auf die Radwege geschüttet wird.

Radfahrer, die kein Auto haben sind zum Teil auf die Radwegebenutzung angewiesen. Ich denke es wäre hinnehmbar, wenn Radfahrer Umwege in Kauf nehmen müssen, denn manchmal ist eine zeitnahe Räumung nicht möglich.

Es sollte jedoch nicht wochenlang unmöglich sein Hauptradwegeverbindungen zu benutzen – nicht weil in den Wochen Schnee fallen würde, sondern weil sie ganz einfach nicht geräumt werden, wie z.B bei dem Rad- Fußweg am Wasserplatz am Germaniahafen.

Wenn man will, das Bürgerinnen umsatteln, so kann es nicht sein, dass diese gewzungen werden für zwei Monate ganz auf das Fahrrad als Fortbewegungsmittel verzichten. Nicht bei den Preisen für den ÖPNV in Kiel! Wie sollen sich Menschen, für die das Fahrrad sowohl beruflich als auch privat Hauptverkehrsmittel ist im Winter bewegen?

Unter dem Strich bleibt, dass Autofahrer hier eine deutlich bessere Situation haben. Abgesehen von einigen Seitenstraßen können sie fast jeden Tag imme rund überall fahren. Also kaum ein Argument für einen Umstieg.

Apropos, wie ich herausgefunden haben hat der Bundesgerichtshof bereits 1964 geurteilt (BGH III ZR 200/63), das „verkehrswichtige“ Radwege genau so zu Räumen sind wie anderen Straßen. Oder auch BGH III ZR 8/03:

Einem Radfahrer, der auf einem innerhalb der geschlossenen Ortschaft gelegenen gemeinsamen Fuß- und Radweg (Zeichen 240 der StVO) infolge Glatteises zu Fall kommt, können Amtshaftungsansprüche wegen Verletzung der winterlichen Räum- und Streupflicht gegen die sicherungspflichtige Gemeinde auch dann zustehen, wenn dieser Weg nur deshalb geräumt oder gestreut werden muß, weil es sich auch und gerade um einen Gehweg handelt. Dies gilt ungeachtet des Umstandes, daß sich Inhalt und Umfang der Räum- und Streupflicht, sofern sich – wie hier – der Unfallort nicht an einer verkehrswichtigen und gefährlichen Stelle befindet, nur nach den Belangen der Fußgänger auszurichten hat.

Somit ist festzuhalten, dass sich die Stadt Kiel zur Zeit rechtswidrig verhält.

S.a. Hinweise des ADFC zum Radfahren mit dem Fahrrad im Winter.

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Eine Antwort

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  1. Allgemein gilt bei nicht geräumten Radwegen, dass man die Straße benutzen darf, hier ein Zitat vom adfc Neuss::
    Tipp für Radfahrer: Nicht geräumte Radwege braucht man nicht zu benutzen. Trotz blauen Gebotsschilds darf man dann die Fahrbahn nehmen. Stressfreies Fahren bedeutet das aber in der Regel nicht.

    Es bedeutet allerdings Standvermögen und ein dickes Fell :-).

    der Radler

    7. Februar 2010 at 12:13


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