KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

ABK reagiert zu spät

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Statt schon vor Wochen, in denen wir bereits mitten in einer Schneekatastrophe waren Leute einzustellen, machen das die Abfallwirtschaftsbetriebe Kiel erst jetzt, wie die KN berichtet – und dann lediglich 1-Euro-Jobber und Langzeitarbeitslose.

Es ist ja nicht so, als wenn wir jetzt mal kurzfristig eine Woche Probleme hätten, sondern diese Wetterlage besteht seit Ende Dezember. Natürlich muss man dann darauf reagieren, wenn man sehen kann, dass sich das nicht groß ändert. Und das innerhalb von wenige Tagen. Denn Wetterlagen dieser Art kann man recht gut prognostizieren in ihrer Beständigkeit, sofern sie eintreten.

Wahrscheinlich gabs da mal wieder ein Sparziel einzuhalten und man hat so lange gewartet mit zusätzlichen Ausgaben wie es ging. Alldieweil dürfen die bestehenden Beschäftigten das Ganze mit Überstunden ableisten, die dann abgebummelt werden müssen.

Das ist ja der selbe Mist wie bei der KVG – da hat man auch zu wenig Busse um den zusätzlichen Verkehr abzuwickeln. Immerhin habe ich da neulich auch einen Hannoveraner Stadtbus gesehen (Kennzeichen H-) der hier offenbar leihweise unterwegs ist.

Kann mal jemand die Zahlen aussuchen wieviele Angestellte die ABK damals bei der Schneekatastrophe zuum Schneeräumen Ende der 70er hatte? Mein Tip wäre ja mal, dass das deutlich mehr waren als heute. Und ich prophezeie, dass wir noch deutlich mehr Probleme überall bekommen werden: Kaputte Infrastruktur, zusammenbrechende städtische Dienstleistungen, … – weil man sich dafür entscheidet, dass das das geringere Übel ist. Weil es ja IMMER besser ist zu privatisieren. Nun hat man bereits bei der Müllabfuhr (Papiermüll) wie auch bei der KVG (Busse) einen Rückzieher gemacht. Bei den Stadtwerken ist es noch offen.

Fakt ist, dass in vielen Städten, wie auch Kiel ein Ausverkauf der städtischen Betriebe und Flächen stattgefunden hat. Dies sollte der große Befreiungsschlag werden. Aber stehen die Kommunen heute wirklich so viel besser da als vor 20 Jahren? Ich glaube eher das Gegenteil ist der Fall. Und das legt nicht zuletzt daran, dass gewisse Dienstleistungen nachwievor erbracht werden müssen bzw. Aufgaben nachwievor Geld verschlingen. Und wenns die Städte nicht direkt machen, müssen sie oft dafür bezahlen – und dann eben den Preis, den der Markt verlangt. Viele der Einsparungen sind nur Scheineinsparungen. Denn zum einen kostet eine Infrastruktur oft viel mehr neu, als wenn man sie regelmäßig erhält – zum anderen können andere Einsparungen der Stadt ebenso auf die Füße fallen an ganz anderer Stelle.  Man ist auch oft stolz wenn man Ausgaben von einem Topf in den anderen umfüllt – also z.B. wenn Katzheide nicht aus dem Bäder-Etat, sondern aus einem Sozial-Etat bezahlt würde. 1 Euro ist aber 1 Euro.

Jedenfalls haben wir jetzt eine Erklärung, warum der ABK nicht nachkam, weil er vorher lediglich 6 Leute zusätzlich beschäftigte.

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Written by tlow

12. Februar 2010 um 11:35

Eine Antwort

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  1. Dass die Vernachlässigung der Streu- und Räumpflicht für die Kommunen noch richtig teuer werden kann, zeigt folgende Meldung:
    http://www1.ndr.de/nachrichten/glatteis126.html

    Hibbert

    12. Februar 2010 at 11:45


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