KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Kiels „Größte Demo seit 30 Jahren“

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Sowas lass ich mir ja auch nicht engehen wenn ich kann. Am 16.6.2010 demonstrierten nach Polizeiangaben 14.000 in Kiel. Es ging im wesentlichen gegen weitere Streichungen an der Uni Lübeck. Es ging aber auch gegen eine mögliche Privatisierung des Universitätsklinikums (Kiel/Lübeck) zu der ebenfalls zu einer zeitgleichen und ortsggleichen Demo seitens des Personals eingeladen wurde.

Allerdings waren es nach meinem Gefühl eher schon an der CAU fast schon 10.000, da an mir minutelang der Demozug vorbeizog am Audimax. Bei youtube habe ich ein Video (leider nur 15 Sekunden)  vom Start der Demo gefunden:

Ich habe die Demo ein wenig begleitet, war aber dann am Hauptbahnhof schon nicht mehr dabei. Vielleicht können da andere Ihre Eindrücke ergänzen.

Was ich lagweilig fand, war das nun schon traditionelle Zugrabetragen der Bildung an Amfnag des Zuges. Ich kenne dieses Bild nun schon seit Jahrzehnten und glaube nicht, dass das noch irgendwie Leute aufschreckt. Es ist weder witzig noch innovativ. So oft wie die Bildung zu Grabe getragen würde, so tot müßte sie längst sein. Vielleicht ist sie das auch auf eine Art. Die Unis ist nicht mehr das, was sie vor 20 Jahren war. Aber darum geht es auch nicht. Denn vor 20 Jahren war es auch nicht besser. Das System Universität ist grundfalsch. Und diese Proteste sind trotz ihrer Größe zu harmlos. Es fehlt die Konsequenz und die echten Alternativen. Die Studenten müssten mal zu Denken wagen, was Universität ein könnte.

Schlecht fand ich:

  • Beteiligung von Burschenschaften.
  • Das die Ansagen vom Demowagen „Das ist so toll, ihr seid so toll“ mich irgendwie an eine CASTING-Show erinnerten.
  • Das Politiker wie Stegner und Saxe sich auf die Proteste draufsetzen durften.
  • Das Auftreten der Ordner.

Gut fand ich:

  • Das Kiel, Lübeck und Flensburg sich solidarisiert haben. Jetzt fehlt nur noch der Blick über den studentischen Tellerrand.

Werde auch weitere Stimmen und Videos in diesem Artikel sammeln für einige Zeit. (Stand: 16.06.2010)

Update 17.06., weitere Eindrücke auf Video:

Der Sonderzug Lübeck->Kiel

Vor dem Landtag:

Hinter dem ersten Demowagen:

„Kiel kämpft mit Teile I und II“:

Ganz schön gelbe Ansprachen:

Reden auf Video

(Update 18.6.:)

(Danke Fred!)

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Written by tlow

16. Juni 2010 um 23:40

17 Antworten

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  1. ich kann nur sagen dass Stegner am Landtag das Wort entzogen wurde…

    hibbert

    17. Juni 2010 at 00:54

  2. Hallo,

    man darf nicht vergessen, das war nicht nur eine Studentendemo, sondern eine Demo von ganz Lübeck und der ganzen Region um Lübeck herum. So waren nicht nur viele Lübecker Bürger dort, ganze Personalräte und Firmen haben sich an der Demo beteiligt. Sonst wären es wohl auch nicht 14.000 Teilnehmer geworden. Und da finde ich es nur natürlich, dass zumindest der Lübecker Bürgermeister auch teilnimmt und sich zu Wort melden darf.

    Stegner hat das dann zu plitisieren versucht, und ihm hat man das Wort entzogen.

    Saxe hat übrigens die tollen Studierenden Lübecks gelobt.

    Wie kannst du eigentlich die Demo begleitet haben, wenndu doch schon am Bahnhof nicht mehr dabei warst ? Dort startete die Demo doch ?

    Xemides

    17. Juni 2010 at 12:14

    • Die Demo startet mit Studis aus Kiel am Kieler Audimax und zog quer durch Kiel bis zum Hauptbahnhof. Und vereinte sich dort mit den Lübeckern und Flensburgern.

      T Pfennig

      17. Juni 2010 at 14:58

      • Also ich habe mitbekommen, dass die Vereinigung am Schloßpark war (oder Schloßgarten, wie heißt das genau), da war ja auch die Zwischenkundgebung.

        Sonst wärest ihr KIeler und FLensburger ja bis zum Bahnhof gezogen, wo wir erst gestartet sind.

        Wir haben beim Schloßpark noch kurz auf euch gewartet.

        Xemides

        17. Juni 2010 at 21:12

      • Man möchte fast meinen, der Autor war nicht dabei (Hauptbahnhof? WTF?).
        Und der Großteil (praktisch alle?) der Flensburger waren schon am Audimax dabei.

        Mittlerweile bin ich mir sicher, dass der Autor die Demo nur aus den youtube-Videos kennt…

        Wenn ich das dutzend (Abschätzung nach oben) Burschenschaftler mit den leider viel präsenteren „Regierung/Staat/Kapital/was-weiß-ich stürzen“ Leuten vergleiche, waren mir die Burschenschaftler doch fast lieber…

        Michael

        19. Juni 2010 at 16:43

        • Entschuldige bitte, dass ich nicht die Ausweise der Studenten überprüft habe. Sicher war ich dabei. ich dachte die demos wollten sich am Bahnhof vereinen. War aber wohl doch anders.

          Burschenschafter sind ganz furchtbare Nationalidioten. Braunes Pack. Antidemokraten. Wer damit kein Problem hat ist entweder selbst einer oder hat keine Ahnung.

          T Pfennig

          19. Juni 2010 at 21:07

      • Muss man gleich aus allen Rohren schießen?

        Mein „fast“ impliziert doch schon, dass ich mit denen auch nichts anfangen kann.

        Ich versuche mir nur vorzustellen, wie es von außen aussieht: Die Burschenschaftler werden kaum aufgefallen sein (keine eigenen Parolen) während die themenfremden Forderungen bei dem ein oder anderem durchaus gemischte Gefühle (und das ist leider untertrieben) hervorrufen. Mir persönlich ist das ziemlich egal, solange da niemand ausrastet – was ja trotz der Menge sehr gut geklappt hat.

        Michael

        20. Juni 2010 at 10:25

        • Naja immerhin wurden die Burschis m.W. der Demo verwiesen. Aus gutem Grund.

          T Pfennig

          21. Juni 2010 at 00:02

  3. Der Anfang des Eintrags ist ein wenig merkwürdig: Im ersten Satz fehlt die Anzahl Demonstranten, zumindest denke ich, dass dort eine 14 000 fehlt.
    Vor allem jedoch ging es nicht um „Streichungen an den Unis in Kiel“ – mir war nichtmal bewußt, dass Kiel mehrere Unis hat. Eventuell ist ja aber auch dies nur ein Verdreher. Im Zentrum stand – auch zu erkennen an der Farbe – der Kampf um die Uni Lübeck, natürlich aber auch der Kampf gegen Einsparungen in der Bildung in Schleswig-Holstein, wie etwa bei den Wirtschaftswissenschaften in Flensburg.

    Ronny

    17. Juni 2010 at 12:58

    • Du hast natürlich vollkommen recht. Mit heßer Nadel gestrickt und dann passieren solche Patzer. Korrigiert.

      T Pfennig

      17. Juni 2010 at 15:01

  4. Hallo,

    ich war ja nun dabei. Und ich bin nicht mal Student, sondern Lübecker Bürger, vwie viele andere auch.

    Ich habe weder sonderlich viele Burschenschaftler gesehen, noch viele Umstürzler. Die meisten waren normale Studenten oder normale Bürger.

    Und politische Einstellung der Burschenschaftler hin oder her, das sind oder waren nun mal auch Studenten.

    Xemides

    19. Juni 2010 at 21:22

  5. Ich war auch auf der Demo, der Verfasser des Artikel mit Sicherheit nicht, denn wer am Bahnhof schon nicht mehr dabei war hat erst garnicht teilgenommen. Somit frage ich mich, wie man dann so einen Artikel schreiben kann. Auftreten der Ordner negativ zu sehen
    -> wo ist die Begründung / Beispiele für negatives Verhalten. Meines Erachtens gab es nicht wirklich nennenswertes für Ordner zu tun. War ja ne friedliche Demo.
    @Xemides genau es geht auch um die Region Lübeck und auch ich bin ein Lübecker Bürger (47) deshalb war ich dabei. Ok nicht ganz die Wahrheit. Meine Frau arbeitet an der Uni im Bereich Forschung und Lehre 😉
    Deren ganzes Institut inkl Ehepartner und Kidis waren dabei.
    Die Demo-Züge vereinigten sich definitiv am Schlosspark. Es waren auch Studenten aus Hamburg mit dabei, ebenso Vertreter der Industrie (Possehl) als auch einige kirchliche Institutionen.
    Das einige Verbände (Verdi) / Parteien (speziell Die Linke) die Demo als Plattform benutzten um Ihre nicht unbedingt themenbezogenen Ziele mal wieder nach aussen zu tragen finde ich persönlich daneben.

    Drimma

    25. Juni 2010 at 12:27

    • Also die Auftaktkundgebung ging um 14 Uhr am Audimax los. um ca. 16 Uhr war der Zug am Dreiecksplatz und ich musste ihn also 2 Stunden später aus Termingründen verlassen. Ich ging davon aus, dass er dann Richtung Hbf gehen sollte, was er nicht tat. Warst Du denn von Anfang an dabei? Oder nur bei den Lübeckern am Hbf? Wenn ja, dann hast du vielleicht nicht den Hauptweg der Demo mitbekommen und kanst somit gar nicht mitreden? Finde es schon lustig, wenn Leute mir hier die Teilnahme im Nachhinein absprechen wollen. Wie absurd! Offenbar haben das manche eher als Familienausflug. Ich habe keine große Lust weiter solche unkonstruktiven Kommentare freizuschalten.

      T Pfennig

      25. Juni 2010 at 12:45

      • Hallo,

        also ich beschreibe mal den Weg der Lübecker Demo:

        Ich war 14:30 am Bhf. Dort gab es um 15 Uhr die Startkundgebung mit dem Lübecker Bürgermeister und Professor Dominiak.

        Der Zug startete um 15:30 UHr Richtung Landeshaus. Am Schloßpark haben wir einige Minuten auf die Kieler und Flensburger gewartet. Sobald die da waren und mit Lärm begrüßt wurden, gab es wenige Schritte weiter die Zwischenkundgebung der ASten.

        Danach zog der gesamte Zug weiter zum Landeshaus, wie es auch angekündigt war. Dort erwarteten uns um 17 Uhr viele Landtagsmitglieder und wurden auch laut begrüßt.

        Nach einer Rede Stegners, die unterbrochen wurde, redeten dann wieder einige Studenten , Professoren und ein Arzt.

        Um 19 Uhr löste sich die Demo dann auf.

        Christoph Lühr

        25. Juni 2010 at 13:00

      • ich war definitiv von Anfang an dabei als Ordner. Um 12:00 mit den Bussen nach kiel, dann vom Bahnhof zum
        Schlosspark dort mit den Kielern und Flensburgern vereint weiter zum Landtag und bis zum Ende um 19:30 dabei.
        Es war auch definitiv kein Familienausflug, denn der politische Wahnsinn hat weitreichenderer Auswirkungen
        auf S-H als mancher vielleicht denkt und deshalb habe ich mitdemonstiert und auch ganze Familien und diese auch aus diesen Gründen. @T Pfennig
        wenn man deinen Artikel liest entsteht leider dieser
        Eindruck, wie auch Michael schon geschrieben hat.Also diesbezügliche Kritik sollte man schon akzeptieren können.

        Drimma

        25. Juni 2010 at 20:25

  6. Es spricht nicht gerade für demokratischen Meinungspluralismus, wenn Burschenschaften hier mit Wörtern wie „Antidemokraten“ und „braunes Pack“ tituliert werden. Noch mehr zeigt dies, dass offensichtlich derjenige, der das behauptet, keine Ahnung von Geschichte hat. Die Burschenschafter waren die ersten, die ab 1815 für demokratische Freiheitsrechte, für Freiheit der Forschung, Meinungs- und Pressefreiheit gekämpft haben. Das Grundgesetz entspricht fast wortwörtlich den Forderungen der Burschenschafter von 1848. Auch der Kampf um den Erhalt der Medizin in Lübeck verträgt sich damit eindeutig. Von daher ist es doch eigentlich zu begrüßen, wenn der Protest über die geplante Einsparung demokratisch breit aufgestellt ist. Oder dürfen die Protestierer nur aus dem linken Spektrum stammen? Wer Konservative – und das sind Burschenschafter sicherlich – mit Rechtsextremisten gleichsetzt, offenbart eine nicht gerade sehr ausgeprägte politische Sachkenntnis – oder vermengt absichtlich in hetzerischer Weise die Begrifflichkeiten… Beides ist schlimm!

    Fips

    29. Juni 2010 at 21:14

    • Da ich die Extremismustheorie als unwissenschaftlich ablehne, würde ich Burschenschaftler auch nicht als rechtsextrem einstufen. Sie sind deutschnational, rassistisch, sexistisch und vieles andere mehr. Alles in allem eben wie gesagt undemokratisch. Das hat nichts mehr mit Meinungspluralität zutun. Da muss man enfach mal ganz klar Stopp sagen.

      T Pfennig

      29. Juni 2010 at 23:27


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