KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Krieg der Uni-Städte: Lübeck gegen Kiel?

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Wie jetzt bekannt wurde arbeiteten die Universitätsleitungen beider Städte jeweils an Papieren für die Landesregierung, um dem jeweils anderen Standort die Hauptlast der Sparbemühungen aufzudrücken.

Das wird auf einem Artikel in den Lübecker Nachrichten deutlich. Und aus einer Pressemitteilung der Uni Kiel.

Offenbar haben beide Universitäten hinter verschlossenen Türen eine ganz andere Politik versucht zu machen, als öffentlich laut wurde.

Und die Landesregierung freut sich darüber, dass hier die Fronten bröckeln und befördert die traditionelle Konkurrenz. Hier wird deutlich, warum es niemals um ein „Kiel zuerst“, „Lübeck zuerst“ oder auch „Schleswig-Holstein zuerst“ gehen darf!

Die jeweiligen Unileitungen müssen für ihr Versagen die Verantwortung tragen und sofort zurücktreten! Nur so wäre ein Neuanfang denkbar. Alle Forderungen die dahinter zurücktreten können nicht an den Ursachen des Versagens ansetzen. Und das ist nach der verfehlten Bildungspolitik im Moment gerade das Aufweichen der Solidarität unter den Universitäten und das Benutzen der Studenten für die eigenen Zwecke!

Nein zur Konkurrenz der Bildungsstandorte! Wer hier dem einen oder anderen Standort zu lasten des anderen das Wort redet, der schadet nicht nur dem Nachbarstandort und den dortigen Studenten, sondern später auch sich selbst. Denn eins ist klar: Ein Ende der Sparmaßnahmen ist nicht in Sicht. Natürlich wird weiter gespart.  Und die Devise jetzt müsste lauten um jeden Preis zusammenzustehen.

S.a. Stellungnahmen AStA Kiel, AStA Lübeck.

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Written by tlow

7. Juli 2010 um 13:35

Veröffentlicht in Bildung, Transparenz, Universität

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7 Antworten

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  1. Es ging der Uni-Leitung in Lübeck nie um ein „Lübeck zuerst“. Im HSK-Plan findet die Uni Kiel keine Erwähnung, in Lübeck sollen jedoch 68% der Studienplätze eingestampft werden – ein Konzept, bei dem 0.3% der Studienplätze in Kiel zur Diskussion (!) gestellt werden, wird jedoch als Piraterie abgetan, obwohl immernoch etwa die doppelte Einsparsumme auf Lübeck abfällt, gegenüber der in Kiel. Eine gemeinsame Diskussion zu finden ist beim Einsparen definitiv nicht einfach; es bleibt trotzdem bei ein fahler Beigeschmack, wenn die Uni Kiel von „Eingriffen in die Uni-Politik anderer“ (bei den 0.3%), gleichzeitig vor 1,5 Jahren aber die Schließung des Medizin in Lübeck der Regierung vorschlug – das ist dann kein Eingriff? Ich kann bei der Uni Lübeck keine Politik hinter verschlossenen Türen entdecken, auf Alternativen wird ja andererseits auch nirgendwo eingegangen, obwohl das Lübecker Konzept bei weitem fundierter ist als der Plan der Landesregierung.

    Kellertuer

    7. Juli 2010 at 13:42

    • In einem offenen Schlagabtausch wird Lübeck auf jeden Fall den kürzeren ziehen, wenn es um ein Entweder-Oder geht. Es kommt zur Unzeit da das Kriegsbeil auszugraben. Wer das tut beerdigt zuerst die Uni Lübeck – und die Uni Kiel kommt dann danach dran. Wie kann man nur so blöd sein.

      T Pfennig

      7. Juli 2010 at 13:52

      • es hat doch niemand ein Kriegsbeil ausgegraben, mal von de Jager abgesehen. Zusammen mit der Landesregierung plant dieser, die Universität zu Lübeck abzuwickeln, der Konsequenzen ist er sich dabei nicht bewußt weder für das UKSH (dann wohl ohne U, oder nur noch UKK, und in KHL), noch für den Medizinstandort Schleswig-Holstein. Ein fairer Austausch fand dabei nicht statt – über diese Abwicklung wurde Prof. Dominiak beispielsweise _nach_ der Presse informiert. Dass der Plan („ein sicheres Modell“) auch noch aus der Uni Kiel kommt, wie die Lübecker Nachrichten berichten, ist ein Affront gegen jegliche ehrliche Politik.

        In einem Alternativplan zu dem destruktiven Vorgehen der Landesregierung kann es nur eine gemeinsame Schulterung des Sparvolumens. Es gibt keinen offenen Schlagabtausch, es ist ein Diskussionsvorschlag, bei dem aber ja weder seitens der Regierung noch seitens der Universität Kiel (den AStA ausgenommen) nicht auf Diskussionen eingegangen wird. Es scheint.

        Da gibt es auch kein Entweder-Oder. Wo sollte das da drinstehen? Das Land fordert Einsparungen von 26 Mio. Diese in der Bildung zu tun ist das große Problem, zu dem sich allgemein Die Uni Kiel noch nicht einmal geäußert hat – wieso nicht? Hier wäre Gemeinsamkeit gefragt. Aller Universitäten, aller Studenten. Bei den Studenten funktioniert dies – siehe 16. Juni. Auf politischer Ebene stellen sich da Minister de Jager und Herr Fouquet äußerst ungeschickt in die Presse, finde ich. Um mit dem gleichen Satz zu schließen: Wie kann man nur so blöd sein.

        Kellertuer

        7. Juli 2010 at 14:27

  2. „Wie jetzt bekannt wurde arbeiteten die Universitätsleitungen beider Städte jeweils an Papieren für die Landesregierung, um dem jeweils anderen Standort die Hauptlast der Sparbemühungen aufzudrücken.“ ist so falsch. Das Lübecker Konzept hätte ca. 70% der Lasten in Lübeck belassen und die Uni Kiel sowie das UKSH mit weiteren teilen belastet (dazu kommt Spendengelder), das heißt kleine Belastungen für alle Beteiligten AUßER der Uni Lübeck selbst.

    TVLuke

    7. Juli 2010 at 14:24

  3. „Wie jetzt bekannt wurde arbeiteten die Universitätsleitungen beider Städte jeweils an Papieren für die Landesregierung, um dem jeweils anderen Standort die Hauptlast der Sparbemühungen aufzudrücken.“

    Dieser Satz ist sehr irreführend. Die „Strategiesitung“ von Illert und De Jager fand schon im Januar 2009 statt (und blieb bis heute geheim), während Dominiak erst auf Druck der Landesregierung das Alternativkonzept ausgearbeitet hat und sich wohl gezwungen sah, das Konzept gestern der Öffentlichkeit vorzustellen. Der Vorwurf der „Geheimnistuerei“ ist auch aus dem Grund nicht haltbar, weil das Kieler Ministerium die Vertraulichkeit des Konzepts verlangte.

    H. L.

    7. Juli 2010 at 14:24

  4. T Pfennig, sie verstehen gar nichts. Lübeck will keinen offenen Schlagabtausch. Lübeck schlägt klediglich vor, dass beide Unis weniger Medizinstudenten aufnehmen, wobei Lübeck davon immer noch den Löwenanteil trägt.

    KIel will das natürlich nicht, kein Wunder, wenn sie sich bereits vor 1,5 Jahren in einem Geheimtreffen die Schließung der Uni Lübeck vorgeschlagen haben, ein Vorschlag, der sich wortwörtlich so in dem SParvorgaben der HSK wiederfindet.

    De Jager kannte die Vorschläge der Uni Lübeck natürlich.

    Noch immer fehlen Argumente, warum die Uni KIel nicht auch von Einsparungen betroffen sein sollte.

    Xemides

    7. Juli 2010 at 14:25

    • Sie verstehen nicht: Man darf sich doch gar nicht auf diese Rechnereien einlassen!

      T Pfennig

      7. Juli 2010 at 14:51


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