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Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

KN berichtet: Stöcken wechselt ins OB-Büro

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Wie weit in Kiel Sozialdienste, Jobcenter/Arbeitsagentur und

Lokalpolitik verquickt sind, zeigt, dass Herr Stöcken jetzt angeblich laut KN-Bericht „Stöcken wechselt ins OB-Büro „ :

Einst standen sie sich als Konkurrenten um die SPD-Kandidatur für die Oberbürgermeister-Wahl 2009 gegenüber, doch künftig arbeiten sie eng zusammen. Gerwin Stöcken (47), bisher einer der beiden Geschäftsführer des Jobcenters und Kreischef der Arbeiterwohlfahrt, wechselt am 1. September ins Büro von Oberbürgermeister Torsten Albig.

Stöcken arbeitete als stellvertretender Leiter des Amtes für Familie und Soziales, als ihm 2004 die Aufgabe zufiel, von Seiten der Stadt die Arbeitsmarktreformen umzusetzen. Zusammen mit Michael Stremlau, ebenfalls Geschäftsführer im Jobcenter, bereitete er die Gründung der gemeinsamen Arbeitsgemeinschaft von Stadt und Agentur für Arbeit (Arge) ab 2005 vor. Das Kieler Modell, Arbeitslosen Förderung und Hilfen gemeinsam „aus einer Hand“ zukommen zu lassen, wertet er als eine Erfolgsgeschichte. Die Änderung des Sozialrechts sieht jedoch nur noch eine Spitzenposition vor, sodass Stöcken als abgeordneter Mitarbeiter wieder zur Stadt zurückkehrt und Stremlau alleiniger Geschäftsführer bleibt. Stöcken, bestätigte gestern Albig, werde ihn im Bereich „Zentrale Steuerung“ unterstützen.

Im Rathaus stehen zwei weitere Personalien an. Für die Leitung des Personalamts ist eine Frau vorgesehen. Da aber die Entscheidung im Hauptausschuss noch nicht gefallen ist, will die Stadt keinen Namen nennen. Für die Spitze des Gesundheitsamtes zeichnet sich nach Angaben von Albig ebenfalls eine Lösung ab.

Damit nimmt Stöcken auch internes Wissen und seine Beziehungen mit ins Rathaus. Eine äußerst bedenkliche Entwicklung. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass Albig gerade im Bereich Soziales kürzen will. Jetzt holt er sich jemand dazu, der weiß wo im Sozialbereich die Sollbruchstellen liegen.

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Written by tlow

23. Juli 2010 um 20:17

Veröffentlicht in Rathaus, Soziales, Wahlen

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6 Antworten

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  1. Eine sehr seltsame Personalie ist das. Ich glaube ja, daß Albig mittelfristig Herrn Stegner beerben will/soll. Falls Herr Stöcken dann Bürgermeister wird, dann gute Nacht Kiel. Herr Stöcken steht der SPD-Politik der Schröder Ära recht nahe, also jener Politik, die der SPD den größten Aderlass an Glaubwürdigkeit, Mitgliedern und Wählern in Ihrer Geschichte beschert hat. Falls dies auf höherer SPD-Ebene ausgekungelt wurde, so sollten die Verantwortlichen noch einmal in sich gehen, so Kiel nicht wieder in die Hand der CDU fallen soll.

    Insider

    9. August 2010 at 13:08

  2. Mmmh. Da holt sich der Bürgermeister doch tatsächlich jemanden ins Rathaus, der sich in seinem zukünftigen Arbeitsbereich auskennt. Dabei wäre es doch viel besser gewesen, wenn er sich nen Azubi von der IHK geholt hätte…

    Bitte was sollen denn „im Sozialbereich die Sollbruchstellen“ sein? Dinge, die niemandem weh tun, wenn man dort spart?

    Und was den Herrn Insider-Kommentartor angeht: Wie weit fortgeschritten muss eigentlich eine Paranoia sein, dass man glaubt Posten im Kieler Rathaus würden auf „höheren SPD-Ebenen ausgekungelt“? Wenn die Unterstellung stimmen würde, dass Albig Landesvorsitzender werden will, dann würde ihn die nächst höhere Ebene mit Herrn Stegner sehr wahrscheinlich nicht besonders dabei unterstützen, einen Nachfolger zu installieren.

    Die Kieler SPD wird sich aber doch noch Gedanken darüber machen dürfen – oder hat man das Recht an einer politischen Meinung und einem politischen Gestaltungswillen verloren, wenn man in einer Partei ist?

    Ihr würde Ihnen beiden raten, sich mal mit den kritisierten Personen zu unterhalten, statt nur aus ihrem Kellerloch zu polemisieren. Das könnte man dann auch als Bürgerjournalismus gelten lassen.

    Outsider

    16. August 2010 at 15:27

    • Es mag ja für viele ganz normal sein, dass Personen von der Wirtschaft in die Politik oder von der einen Seite des Schreibtisches auf die andere wechseln. Das Stöcken OB-Ambitionen hatte ist ja nun ausreichend dokumentiert und keine Verschwörungstheorie. Und nun ist er im OB-Büro… immerhin. Ein Mann mit Ambitionen. Und Albig – ein OB in Nöten. Alle paar Wochen droht er mit dem Rotstift – aber wer soll diesen führen? Wozu sollte es gut sein, sich mit solchen geschniegelten Politprofis zu unterhalten, die uns seit Jahren mit mit ihrem Geschwätz einseifen? Da haben sich alle lieb: Solziale Träger, OB, orbtsbeiräte, Ratsversammlung und Jobcenter. In Kiel gibt es leider keine Opposition und viel zu wenig Widerstand bei dem Versuch einen Ausverkauf der Stadt zu betreiben. Kiel wird mehr und mehr nur noch zu einer Marke, einem Produkt. die Schulden wurden dabei immer höher und nicht weniger. Die Kielerinnen sollten sich nicht weiter einen Bären aufbinden lassen!

      T Pfennig

      16. August 2010 at 15:40

    • Hallo Outsider:

      Sie meinen sich ja ganz schön auszukennen in der Kieler Lokalpolitik. Wenn Sie sich mit den Herren schonmal unterhalten hätten, so würden auch sie wissen, daß man die von ihnen gemachten Aussagen gleich in die Tonne treten kann, die Halbwertszeit ist einfach zu niedrig.

      Ihre Argumentation hinsichtlich der Machtverhältnisse in der Parteienhierarchie der SPD spricht dafür, daß sie Ihr politisches KnowHow vielleicht im Ortsverein erlangt und ausgebaut haben, ansonsten über den Soldatenstatus im Parteiapparat nie hinauskamen. Sie können Gift darauf nehmen, daß die Personalie Stegner/Albig auf Bundesebene lanciert wurde, Herr Stöcken spielt da nur eine Nebenrolle, es wird scheinbar verzweifelt nach einem Posten für Ihn gesucht, nachdem seine Doppelrolle in AWO und Jobcenter nicht mehr tragbar war. Entweder der neue Posten ist ein Wartegleis für irgendeine Amtsleiter oder Dezernatsstelle, oder ein Abstellgleis.

      Natürlich traue ich der SPD zu, hinsichtlich der Eignung von Herrn Stöcken zum Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel eigene Zweifel zu entwickeln.

      In keinster Wiese verliert man das Recht an einer politischen Meinung und einem politischen Gestaltungswillen, wenn man in einer Partei ist.
      Aber was nützt einem der Gestaltungswille, wenn die Gestaltungskompetenz fehlt.

      In einem politischen Klima, welches in Kiel ständig zwischen Kleinmut und Größenwahn oszilliert, kann sich ein politischer Pragmatismus nicht entfalten. Und eben dieser politische Pragmatismus ist zwingend notwendig für Gestaltungskompetenz. Gestaltungswillen hat auch der Säugling, der eine neue Windel haben möchte.

      Ihre Aussage, hier würde aus einem Kellerloch polemisiert werden, spricht dafür, daß Ihre Argumente schon alle sind.

      Insider

      17. August 2010 at 13:16

  3. […] Ob nun gerade bei Personen wie Müller-Beck als u.a. DGB-Vorsitzender und Staatssekretär oder dem ehemaligen OB-Bewerber und ehemaligen Jobcenter und AWO-Chef Gerwin Stöcken. SPD-Filz wohin man schaut in […]


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