KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Kiels Ex-OB Tschadek war ein Blutrichter!

with one comment

In Wien wurden Dokumente über den ehemaligen komissarischen Oberbürgermeister Otto Tschadek gefunden. So berichtet Der STANDARD:

„Es gab schon länger die Vermutung, dass Tschadek nicht der gute Mensch war, als der er sich gerne selbst darstellte“

, sagt der Politologe Thomas Geldmacher vom Verein Personenkomitee „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ im Gespräch mit dem STANDARD.

Am 25. August 1940 rückte er bei der Wehrmacht ein und wurde zur Marine nach Norddeutschland versandt. Ab September 1941 war er in Kiel Militärrichter. Dort verurteilte er unter anderem Ernst Stabenow am 21. September 1942 wegen Fahnenflucht zum Tode – und zusätzlich auch noch zum „Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebzeiten und zu fünf Jahren Zuchthaus und einer Geldstrafe von RM (Reichsmark, Anm. d. Red.) 400“ . Für den Wiener Forscher Geldmacher ist bemerkenswert, dass Tschadek sich bei seinem ersten Fahnenfluchtfall nicht bloß mit der Höchststrafe begnügte. 1943 ließ der spätere SPÖ-Politiker Ludwig Becker als „Volksschädling“ hinrichten. Im November 1944 verhängte er gegen den Marinesoldaten Heinrich Laurien wegen angeblicher Plünderung die Todesstrafe. Dieses Urteil war offenbar selbst seinen Vorgesetzten zu hart, es wurde in eine Zuchthausstrafe umgewandelt. (Quelle: der STANDARD)

1946 wurde Tschadek zu Kiels Ehrenbürger ernannt. Später wurde Tschadek österreichischer Justizminister. Seine Todesurteile hat Tschadek zu Lebzeiten stets verschwiegen.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, werde die Stadt Konsequenzen ergreifen. Das hieße, der 1969 verstorbene Tschadek würde nicht mehr auf der Kieler Ehrenbürgerliste auftauchen. (Quelle: KN)

  • Update 24.9.: Siehe auch SPIEGEL von 1958 zu damaligen Unterschlagungsvorwürfen gegen Tschadek.
Advertisements

Written by tlow

23. September 2010 um 07:39

Eine Antwort

Subscribe to comments with RSS.

  1. Was für ein Pech für die Kieler CDU, daß es keine Otto Tschadek-Straße in Kiel gibt. Ich frage mich gerade, ob die CDU wieder eine Bürgeinitiative gründen würde, um die Otto-Tschadek-Straße in Wasserstraße oder Friedrich Ebert-Straße oder Gustav-Friedrich-Meyer-Straße umzubenennen.
    Vielleicht geht der rechte Überhang der Kieler CDU aber auch konform mit der Militärgerichtsbarkeit des Otto-Tschadek in den letzten Kriegtagen. So sehr wie die damals Gustav-Friedrich-Meyer verteidigt haben, würde das nicht überraschen. Mal schauen, vielleicht initiiert die Gaardener CDU ja eine Unterschriftenaktion, um den Vinetaplatz zur Ehrung der militaristischen Konsequenz der letzten Kriegstage in Otto-Tschadek Platz umzubenennen. Das wäre dann auch ein klares Zeichen an die deutschen Soldaten am Hindukusch, Ihren Durchhaltewillen aufrechtzuerhalten.

    Maria

    23. September 2010 at 11:05


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: