KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Endlich eine Freikarten-Reform in Kiel?

leave a comment »

Seit Jahren kämpfe ich in Kiel auf verschiedenen Ebenen dafür, dass die Freikarten für Ratsleute endlich abgeschafft werden. Siehe dazu auch meine Artikel aus dem Juni 2009 und erneut im Mai 2010.

Aus meinem Brief im Mai 2009 in dem ich auch eine Freikartenregelung vorschlug:

[…]Ein anderer Aspekt ist natürlich auch die Finanzsituation der Stadt Kiel. Wir Bürger haben kein Verständnis dafür, dass unserer Vertreterinnen sich Geschenke machen lassen, die wir bezahlen, während an anderer Stelle, dort wo wir alle profitieren würden, der Rotstift angesetzt wird.
Eine mögliche Lösung wäre es ausgewählten Vertretern, z.B. vom Kulturausschuss die Annahme von Freikarten zu erlauben. Was das gern genannte Argument betrifft, dass Sie sich ein Bild von dem Angebot der Arbeit der Bühnen machen müssen, so ist zu sagen, dass die Stadt Kiel viele Kulturangebote hat, die bisher keine Förderung erhalten und sich auch keine Bestechung der Ratsfrauen- und -herren leisten können.

Nun gibt es endlich Bewegung in der Sache. In der Beschlussvorlage des Kulturdezernenten 0966/2010 heißt es:

Antrag:

Ab 2011 werden von der Theater Kiel AöR an die Selbstverwaltung nur noch Dienstkarten für die ordentlichen Mitglieder des Kulturausschusses ausgegeben. Der Verwaltungsrat der Theater Kiel AöR wird gebeten, die notwendigen Anpassungen in der Dienst- und Freikartenordnung vorzunehmen und den Wirtschaftsplan an diese Regelung anzupassen.

Die Höhe des Zuschusses der Landeshauptstadt Kiel an die Theater Kiel AöR wurde im Haushaltsentwurf durch eine Absenkung um 50.000 € bereits angepasst.

Begründung:

Die schlechte Haushaltslage erzwingt, jede Möglichkeit einer Einsparung zu nutzen. Die Verwaltung sieht die Vorraussetzungen für die notwendige Bewertung der künstlerischen und technischen Leistungen der Theater Kiel AöR durch die ordentlichen Mitglieder des Kulturausschusses in ausreichendem Maße gewährleistet.

Das die Kosten der Bühnen bereits um 50.000 € angepasst wurden heißt nicht weniger, als das die Kieler seit Jahrzehnten 50.000 € ausgegeben haben, damit ihre Ratsleute umsonst JEDE Premiere mit einer Begleitperson sehen durften. Wobei die eigentliche Regelung nicht öffentlich ist. D.h. die Ratsversammlung legt die Regelung der AöR (Anstalt des öffentlichen Rechts) fest. Erlegte sich selbst aber keine Grenzen auf. D.h. eine Ratsfrau/ ein Ratsherr darf alles, was ihm angeboten wird, annehmen. Nun gut – im Rahmen der Gesetze. Aber dieser Graubereich existierte und existiert und wurde durch neuere Beschlüsse nur schwammiger und grenzenloser geworden.

Also die Beschlussvorlage, so sie denn auch durch die Ratsversammlung geht, ist ein wesentlicher Fortschritt und entspricht zu 100% meinen Forderungen. Insofern darf ich nicht meckern. Auch wenn ich weiterhin darauf bestehe, dass es auch eine Freikartenordnung und weitere Schritte gegen Korruption in Kiel geben muss!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: