KielKontrovers

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Archive for Januar 2011

Zu Neuen Medien und Offenem Kanal

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Da doch recht wenig von dem Interview, dass ich Kiel Aktuell vom Offenen Kanal Kiel gegeben habe in der Sendung am 28.01. verwertet wurde möchte ich einige meiner Thesen hier noch mal ausbreiten:

Zum einen zeigt dieser Artikel Möglichkeiten von Blogs: Ein Fernsehbeitrag muss in kurzer Zeit entstehen und für jeden Beitrag gibt es nur einen gewissen Raum. Redakteure, ob nun im Offenen Kanal als auch beim NDR oder auch in einer Tageszeitung müssen gewichten und entscheiden, was sie hereinnehmen und was nicht.

Ein Blog, insbesondere das eigene, bietet dem Autor alle Freiheiten das zu sagen und zu zeigen, was er will. Es besteht weder eine Zeit- noch eine andere Einschränkung. lediglich das Medium selbst und die Frage wie viel Zeit man für den eigenen Beitrag aufbringen will stehen zur Disposition. Ich verdiene mit meinem Blog kein Geld. Ihr findet rechts immer einen Flattr-Knopf mit dem Leser, die dieses Blog unterstützen können und auch bei Flattr mitmachen ihre Unterstützung ausdrücken können. Allerdings ist das in meinem Falle eher eine Geste, denn eine echte Unterstützung, die es mir erlauben würde, zum Teil auch von der Recherche und dem Schreiben mein Leben zu finanzieren.

Ein wichtiger Aspekt, der in dem Beitrag von mir fehlte war meine Sichtweise zu dem immer wieder aufgemachten Konflikt zwischen klassischen Medien und dem Internet. Zum einen drängen alle klassischen Medien, von Öffentlich-Rechtlichen bis hin zu Privaten immer mehr ins Internet und sind Teil dessen, zum anderen gibt es inzwischen auch viele Journalisten, die nebenbei ein Blog betreiben, wo sie dann auch mal schreiben können, was sie wirklich denken – oder etwas unterbringen, wofür keine Redaktion Geld bezahlen will.

Es gibt Qualitätsjournalismus – und ich gönne es jedem Journalisten, wenn er für gute Arbeit auch gutes Geld verdient. Aber es gibt in der Masse auch viel Journalismus der entweder langweilig ist, weil er sich damit beglückt, Jubiläen beim Kaninchenzüchterverein in aller Form darzustellen, oder wo Journalisten einfach falsch recherchieren – oder nur Pressemitteilungen der Stadt Kiel abdrucken und es verabsäumen für ihr Geld dann auch mal nachzubohren und Zahlen in Frage zu stellen. D.h. die Rechnung bezahlter Journalismus = Qualitätsjournalismus stimmt so nicht. Auf der anderen Seite leisten freie Blogger auch oft wichtige Recherchearbeit – angefangen vom interessierten Bürger bis hin zu Bloggerkollektiven, die es vielleicht sogar schaffen mit der Werbung ihre Arbeit zu finanzieren.

Das ist eher eine Frage des Geschäftsmodells. Was wir heute erleben ist primär das Scheitern alter Geschäftsmodelle. Und das Internet und die dort angeblich vertretene Umsonst-Moral soll schuld daran sein.

Aber wie schon erwähnt streben alle Medienkonzerne spätestens seit den 90er Jahren mit viel Druck ins Internet als zusätzliche Einnahmequelle. Meinung und Nachricht (ich sage bewusst nicht Information!) ist dort ein Massengut. Verschiedenste Websites wetteifern um Leser und Werbeeinnahmen. Den Wettbewerb haben sich die Konzerne selber gemacht durch ihre Gier nach immer mehr. Das ist ähnlich wie bei den CDs: Damals haben die Musikkonzerne ihre Produktionskosten für Alben senken wollen und gleichzeitig die Gewinnspanne erhöhen in dem sie den Preis für Alben au im Schnitt 20 Euro hochtreiben wollten. Mit der CD haben sie ein Medium gewählt, dass nicht nur ihnen selbst es vereinfachte Musik schnell auf viele Träger zu kopieren, sondern auch den Konsumenten. Das Ergebnis, dass viele Konsumenten heute Musik umsonst aus dem Internet beziehen und beliebig oft weiterkopieren ohne Qualitätsverlust haben die Musikkonzerne wissentlich in Kauf genommen. Bzw. war der Reiz des kurzfristigen Gewinns größer, als die möglichen langfristigen Risiken.

Somit sehe ich die auf kurzfristige Gewinne ausgerichtete Strategie eher als das Problem heutiger Medienkonzerne, als das Internet als solches oder die dort vorhandene Umsonst-Moral. Menschen wollen möglichst viel Leistung für möglichst wenig Geld. Das sind grundsätzliche ökonomische Prinzipien jedes Einzelnen. Da das Kopieren im Internet eben so einfach ist, bestimmt dies immer mehr unser Handeln.

Es gab bereits mehrere Fälle, in denen nachgewiesen wurde, dass Journalisten heute oft über ein simples Abschreiben aus der Wikipedia nicht mehr hinausgehen. Bekannt geworden vor allem durch den Fall von unserem Herrn zu Guttenberg und seinem erfundenen zweiten Vornamen „Wilhelm“.

Eine kritische Haltung ist nötig. Weder die Wikipedia, noch ein guter Name eines Journalisten noch einer Zeitung bürgen für Qualität – und wir alle machen Fehler. Worin die klassischen Medien heute aus meiner Sicht vor allem versagen ist, dass sie für ihren Preis nicht die entsprechende unabhängige Qualität liefern. Siehe auch Wikileaks. Auf einmal findet man außerhalb des Journalismus Fakten und interessante Meinungen, die ansonsten in der Medienlandschaft fehlen. Und das oft kostenlos und geschaffen durch ehrenamtliches Engagement.

Es ist auch immer einfach er in der großen Masse mitzuschwimmen. Warum sollte die KN z.B. irgendwem weh tun? Inzwischen arbeiten Zeitungsredaktionen immer mehr nach Wirtschaftlichkeitsprinzipien. Wie im Beispiel der Firma Tabel bei der KN.

Die Kieler Nachrichten ist durch diesen Fall vollkommen unglaubwürdig geworden als moralische Instanz gegen Ausbeutung. Die schreiben etwas zum Fall Emmely? Wieso überhaupt noch? Die KN verkauft den Schein des Informiertwerdens. Es gibt da durchaus gute Journalisten, die sich mühe geben – aber was die Führung der KN angeht inklusive des Co-Management des Betriebsrat, so kriegt man da nur das kalte Grausen.

Noch mal zu meinem Verhältnis zu Organisationen, Parteien, Fraktionen: Klar sind meine Sympathien da unterschiedlich gewichtet. Dennoch bemühe ich mich alle Positionen so darzustellen wie sie sind. Es war mir aber bis zum heutigen Datum nicht einmal möglich eine Antwort zu erhalten, wie Aufsichtsratsposten in Kiel, in denen auch Ratsmitglieder gewählt werden können, entlohnt werden. Da ist jemand wie Herr Müller-Beck zwar ein hohes Tier beim DGB und der SPD,hält es aber nicht nötig auf  meine Nachfragen zu antworten. Die ich an dieser Stelle noch mal gerne in anderer Form wiederholen kann:

  • Trifft es zu, dass kein Aufsichtsratsmitglied bei der KiWI eine Aufwandsentschädigung bekommt?
  • Gilt das für alle Aufsichtsratsposten, die von der Stadt Kiel vergeben werden?
  • Liegt es in der persönlichem Entscheidung eines Aufsichtsratsmitglieds auf jegliche Entschädigung zu verzichten?

Von der KiWI gibt es z.B. keinen öffentlichen Rechenschaftsbericht. Auf Anfrage an die KiWI und städtische Stellen: Keine Antwort. Eine städische GmbH ohne Rechneschaftsbericht und offenbar ohne relevanten Aufsichtrat, denn der wir nicht einmal im Organigramm erwähnt (s.a. Artikel vom letzten Februar).

Der Fakt, dass man auf die meisten Emails keine Antworten bekommt rechtfertigt bereits alleine den Verdacht, dass Dinge vertuscht werden. Man hält es nicht einmal für nötig dies zu versuchen, in dem man antwortet – und wenn man antwortet, dann wird man rech, wie das Büro Stadtpräsidentin, dass mir auf Nachfrage der Quellenlage zur Zusammensetzung der Fraktionskosten lediglich einen KN-Artikel kopierte, der sich wieder auf die Stadtpräsidentin bezog. Damit verstieß sie bewußt und willentlich gegen das Informationsfreiheitsgesetz, auf das ich mich bezog.

Als Blogger sind meine Mittel begrenzt. Ich bin darauf angewiesen, dass man mir Informationen auch zuträgt – oder auch mich nach Unterstützung bei einem Thema fragt. Alleine kann man wenig ausrichten. Die Bereitschaft zur Kooperation ist aber sowohl unter Bloggern als auch im politischen Umfeld gering.

Was fehlt ist eine bessere Kultur eines streitbaren Diskurses. Viele Politiker, aber leider auch Blogger sind mehr damit beschäftigt Diskurse zu kontrollieren und dabei gut auszusehen, als sich in einen freien Wettstreit um Meinungen zu begeben. Ich sehe darin ein fundamentales Defizit im Demokratieverständnis. Alle wollen Mainstream sein und keiner beharrt gerne auf einer Minderheitenmeinung. Das heisst es wird kaum Widerstand geboten. Im Zweifelsfalle antwortet man lieber nicht. Immer schön friedlich bleiben. Oder nach der Strategie „Angriff ist die beste Verteidigung“ lieber den/die Kritiker attackieren und herabwürdigen, ihre Glaubwürdigkeit ankratzen.

Am besten geht dies mit einer Argumentation aus der Mitte heraus. D.h. man selber ist Teil einer ausgewogenen Mainstream-Mitten-Meinung – und der andere stellt ein Extrem dar und seine Kritik kann alleine deswegen nicht stimmen. Argumente oftmals Fehl am Platze. Nicht das ich nicht auch radikale Meinungen brandmarken würde – aber wenn dann aus vorhandenen Argumenten heraus – und nicht weil ich mich als Teil eines Medienmainstreams begreifen würde.

Leider funktionieren die oben genannten Herrschaftsstrategien auch im allgemeinen. Oft aber auch dadurch, dass Menschen mit explizit anderer Meinung sich nicht trauen ihre andere Meinung auch öffentlich zu machen. Die Angst ist bestimmend, man könnte schlecht aussehen – sich verplappern, sich eine Blöße geben. Damit aber unterstreicht man selbst diese Prinzipien und verhält sich ihnen gemäß. Öffentlichkeit ist eine Waffe gegen Korruption, gegen falsche Politik, Seilschaften, unsinnige Projekte, Fehlentscheidungen, gegen Machteliten uvm. . Jeder von uns hat eine andere Meinung. Es geht beim Bloggen aus meiner Sicht nicht darum zu versuchen einen neutralen Journalismus nachzuahmen, sondern sich als ganze Person,mit seiner ganzen Meinung in den Prozess der Meinungsbildung einer Gesellschaft einzubringen. D.h. auch bewusst anzuecken,weil man Projekte in Frage stellt, für die es einen breiten Konsens gibt. Wenn man Fragen stellt, die unangenehm sind, weil sie nicht nur zum Wohlfühlen gut sind.

In dem Sinne würde ich mich über mehr Nachahmer freuen. Menschen die nachdenken und ihre Meinung ins Internet tragen. Und dazu noch eine gewisse Lust am politischen Disput mitbringen um über bestimmte Fragen ÖFFENTLICH zu ringen. Und eben nicht nur hinter verschlossenen Türen.

Written by Thilo

28. Januar 2011 at 20:36

Einwohnerversammlung zum Rahmenplan der Kieler Förde

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Nach einer Pressemitteilung der Stadt Kiel:

Zu einer Einwohnerversammlung hat Stadtpräsidentin Cathy Kietzer alle Kielerinnen und Kieler eingeladen: Thema der Versammlung am Mittwoch, 2. Februar, 18 Uhr, im Ratssaal des Rathauses, Fleethörn 9, ist der Rahmenplan Kieler Förde. Die Kielerinnen und Kieler können diese für die gesamte Region ebenso wichtige wie neuartige Form der interkommunalen Planung entdecken und erleben und sogar dabei mitmachen. Der Ratssaal ist über den Rathauseingang an der Waisenhofstraße barrierefrei erreichbar.

In der Einwohnerversammlung wird umfassend über die Grundlagen und die Bedeutung des Rahmenplans Kieler Förde informiert – und über die vorgesehene Beteiligung der Öffentlichkeit. Stadtpräsidentin Kietzer hofft auf viele Interessierte: „Für mich ist Bürgerbeteiligung von größter Bedeutung. Diese Einwohnerversammlung soll ein Signal für die Kielerinnen und Kieler sein: Sie können mitreden und Anstöße geben für die Entwicklung an den Fördeufern dies- und jenseits der Stadtgrenzen. Daher rufe ich alle Interessierten auf: Kommen Sie ins Rathaus und machen Sie mit!“

Elf direkt an der Kieler Förde gelegene Gemeinden und die Landeshauptstadt Kiel haben sich vorgenommen, mit einem gemeinsamen Rahmenplan die Lebens-, Arbeits- und Wohnqualität entlang Fördeküste weiter zu verbessern. Der Rahmenplan soll ein Zukunftskonzept für die sich im stetigen Wandel befindliche Region Kieler Förde beinhalten. Für Bürgermeister Peter Todeskino ein Projekt von besonderer Bedeutung: „Die Kieler Förde ist das Herz der Region. Wir machen uns gemeinsam Gedanken über die nächsten 15 bis 20 Jahre. So eng haben wir in der Region bei Planungen noch nie zusammengearbeitet.“

Im November 2010 wurde im Kieler Schloss der Auftakt für diese in der Region neuartige interkommunale Planung gelegt. Jetzt beginnt die Arbeit, an der die Menschen an der Förde auf verschiedenen Wegen beteiligt werden. Versammlungen, Ideenwerkstätten und ein Ideenwettbewerb sind ebenso vorgesehen wie eine regionale Jugendbeteiligung.

Kiel ist die erste beteiligte Kommune, die zu einer Einwohnerversammlung zu diesem Thema einlädt. Interessierte Gäste aus den benachbarten Fördegemeinden können zuhören, dürfen aber bei möglichen Abstimmungen nicht mitmachen.

In der Einwohnerversammlung unter der Leitung von Stadtpräsidentin Kietzer wird Bürgermeister Todeskino das Gesamtvorhaben präsentieren, ehe Carolin Breunig-Lutz und Heidrun Brauchle aus dem Stadtplanungsamt erste Rahmenplan-Ideen vorstellen. Über die umfangreiche Beteiligung der Öffentlichkeit informiert Dr. Volker Zahn, dessen Büro plusfünf (Lübeck) den Planungsprozess inhaltlich begleitet und die Beteiligungsveranstaltungen moderiert. Zu allen Punkten können Fragen gestellt werden. Abschließend gibt Bürgermeister Todeskino einen Ausblick auf die nächsten Schritte zum Rahmenplan Kieler Förde. Nach dem Punkt „Verschiedenes“ schließt Stadtpräsidentin Kietzer die Einwohnersammlung.

Für den Terminkalender:

Mittwoch, 2. Februar
Rathaus: 18 Uhr Einwohnerversammlung „Rahmenplan Kieler Förde – Entdecken. Erleben. Mitmachen“; Ratssaal, Fleethörn 9.

Written by Thilo

28. Januar 2011 at 14:54

Bericht zur Veranstaltung „beats against nazis“ in Kiel-Friedrichsort

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Voll war es am Samstagabend im Friedrichsorter Jugendzentrum. Und das hatte mehrere Gründe, die dafür sorgten, dass das „beats against nazis“-Konzert gegen die Nazi-Aktivitäten im Kieler Norden zu einem tollen Erfolg wurde. Zum einen war der Anlass Grund genug für viele Menschen dem sonst eher weniger beachteten Stadtteil Friedrichsort einen kleinen Besuch abzustatten und eine teilweise weite Anreise hinzunehmen. Doch nicht nur die Einsicht in die Notwendigkeit, sondern auch das Programm wusste zu überzeugen und so konnten sich die ungefähr 200 BesucherInnen über zwei Punkbands aus Kiel und Neumünster sowie über die Hip-Hop-Combo Schlagzeiln aus Berlin freuen.
Die Notwendigkeit bestand darin, auf die Verhältnisse in Friedrichsort (http://www.antifa-kiel.org/index.php/news/items/neonazistisches-treiben-im-kieler-norden.html) aufmerksam zu machen, wo seit dem letzten Jahr eine Gruppe von zumeist jugendlichen Neonazis durch Übergriffe, Bedrohungen und dem Verbreiten von faschistischer Propaganda auf sich aufmerksam macht. Das Konzert war Teil einer Reihe von antifaschistischen Aktionen und Aufklärungsarbeit im Kieler Norden. Im Vorfeld wurden in Friedrichsort an der IGS und im Ort viele Konzertflyer verteilt und Plakate geklebt, so dass sich das Jugendzentrum dann auch schon früh mit vielen unterschiedlichen Menschen füllte. Neben angereisten AntifaschistInnen und KonzertbesucherInnen aus Kiel und Umgebung waren Friedrichsorter Jugendliche genauso anwesend wie AnwohnerInnen und Mitglieder des lokalen „Runder Tisch gegen rechte Ecken“. 

Den Anfang machte nach einer kurzen Begrüßung durch die VeranstalterInnen die noch recht junge Punkband NOT NOW aus Neumünster. In der folgenden Umbaupause informierte ein Redner der Autonomen Antifa-Koordination Kiel die BesucherInnen über die aktuelle Situation in Friedrichsort. Dann spielte die Gaardener Combo STUMBLING PINS, die viele Fans mitbrachte und auch musikalisch zu überzeugen wusste. In der nächsten Pause stellte sich der Friedrichsorter „Runder Tisch gegen rechte Ecken“ mit einem kurzen Redebeitrag vor und die Rednerin bedankte sich nochmal bei allen Anwesenden für ihr Engagement in Friedrichsort. Es folgte dann mit SCHLAGZEILN der letzte Act des Abends. Die vier Berliner brachten die Menge zum Feiern und bezogen zwischen den Songs immer wieder Stellung gegen die Nazis und für linke Freiräume, wofür sie viel Applaus erhielten. Nebenbei konnten sich die BesucherInnen am Infotisch des Libertären Ladens mit diversen CD’s, Zeitungen, Flugblättern, Aufklebern und anderen schönen Dingen versorgen und für die kulinarische Verpflegung sorgten selbstgemachte vegane Döner.

Der Abend in Friedrichsort verlief relativ ruhig und es gab keine Probleme. Die Polizei war zwar mit mehreren Wagen im Ort unterwegs, beschränkte sich allerdings darauf die Wohnungen der Neonazis im Auge zu behalten und hielt sich größtenteils außer Sichtweite des Jugendzentrums auf, so dass dort entspannt gefeiert werden konnte. Größere Gruppen von Neonazis waren nicht zu sehen.

Mit dem Konzert konnte ein deutliches Zeichen gesetzt werden! Dort wo Nazis offen auftreten und andere Menschen bedrohen und angreifen, wird ihnen Widerstand begegnen. Das haben am Samstagabend auch in Friedrichsort mal wieder viele Menschen gezeigt. Es gibt von vielen Seiten positive Reaktionen auf das Konzert und es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass AntifaschistInnen in Friedrichsort aktiv werden!

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Quelle: http://de.indymedia.org/2011/01/298671.shtml

D115 – Wozu das Ganze?

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Die Stadt Kiel plant noch dieses Jahr ebenfalls eine bundeseinheitliche Behördenrufnummer 115 anzubieten (siehe www.d115.de, Wikipedia ).  Zumindest verkündet dass das Projekt D115 schon heute. Die Idee klingt an sich überzeugend:

Anstatt in jeder Stadt eine andere Rufnummer für die Stadtverwaltung wählen zu müssen und anstatt sich auch für jede Behörde einer Stadt eine eigene Nummer merken zu müssen, soll es reichen sich die 115 zu merken. Nach 30 Sekunden soll man dann freundlich und kompetent beraten werden. 65% aller Anfragen sollen bereits auf der untersten Ebene beantwortet, der Rest soll weitergeleitet werden.

Die Stadt Kiel will dabei auf die Dienste von HamburgService in Hamburg Wandsbeck zurückgreifen. Es selber zu machen sei zu teuer, heisst es. Das Bezirksamt dort erledigt dies bereits für den Großraum Hamburg.

Es gibt aber, was Kiel betrifft, auf jeden Fall einige Dinge die gegen eine Einführung sprechen:

  1. Der Sprecher des Innenministeriums Sachsen-Anhalt geht davon aus, dass sich so ein System erst ab 350.000 Einwohnern lohnt. [Quelle]
  2. Im September letzten Jahres erklärte der Staatssekretär im Finanzministerium des Landes Schleswig-Holstein Dr. Olaf Bastian: „Die einheitliche Behördenrufnummer D115 ist ein bundesweites Thema, das derzeit auch von verschiedenen Kommunen in Schleswig-Holstein diskutiert wird. Durch ein abgestimmtes Vorgehen sollten Doppelstrukturen und unnötige Kosten vermieden werden. Um dies zu ermöglichen, haben Bund und Land zu dieser Informationsveranstaltung eingeladen. Der Zuständigkeitsfinder Schleswig-Holstein (ZuFiSH), der den Kommunen vom Land als Basisinfrastruktur zu Verfügung gestellt wird und der bereits heute im Internet Auskunft über 1000 Leistungen der Verwaltung gibt, ist eine gute Basis für mögliche kommunale Teilnehmer am Projekt D115.
  3. Das Land Schleswig-Holstein macht bisher nicht mit.
  4. Der Präsident des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Rainer Timmermann sagte auf der CeBIT 2010 „Weder die Bürgerinnen und Bürger noch die Kommunen brauchen den Behördenruf D115 auf regionaler Ebene. In allen Fragen die unsere Bürger haben, werden sie bei den Städten und Gemeinden besser und günstiger bedient“ [Quelle]
  5. Das neue System  bezieht Email nicht ein. Dafür gibt es Kiel bis heute kein Ticketsystem. Somit können telefonische Nachfragen zu Email-Verkehr nicht beantwortet werden.
  6. Das alte Telefonsystem muss trotzdem vorgehalten werden. Somit existieren zwei Telefonsysteme nebeneinander.
  7. Es gibt auch schon heute eine zentrale Rufnummer des Rathauses: 0431 / 901-0. [Quelle]
  8. Die 115 wird teurer als andere Gespräche, nämlich 7 ¢ !

Man fragt sich also, warum Kiel hier ohne Not vorprescht. Es gibt noch keine konkreten Pläne des Landes Schleswig-Holstein sich zu beteiligen. Noch ist der Service kostenpflichtig und der ganze Service eher im Beta-Test-Stadium. Zu warten kann nur bedeuten, dass es mehr Softwareanbieter gibt, es mehr Erfahrungen aus anderen Gemeinden gibt,ggf. sogar eine Einführung zusammen mit der Landesregierung oder mit den Umlandgemeinden. Es werden so eben genau die Doppelstrukturen geschaffen, vor denen der das Innenministerium des Landes warnt. Warum ein System für eine kleine Großstadt, wenn es überdimensioniert ist?

Anmerkung: Leider liegen mir zur Zeit keine Zahlen des Haushalts 2011 vor, wie viel der Stadt dieser Spaß kosten soll. Ich werde das bis in einer Woche hier nachreichen.

Update1: Bericht aus Düsseldorf: „Doch auch zwei Jahre nach dem Start des Pi­lot­be­triebs düm­peln die Nut­zer­zah­len am Rhein im Be­reich der Be­deu­tungs­lo­sig­keit vor sich hin. Ganze 41 Bür­ger pro Tag nut­zen dort im Durch­schnitt den ein­heit­li­chen Be­hör­den­ruf. Und Düs­sel­dorf steht mit die­sem Trend kei­nes­falls al­lei­ne da. Bei wel­chem Ser­vice­cen­ter man sich auch um­hört, nir­gend­wo be­trägt der An­teil der D115-​An­ru­fe mehr als 5% am Ge­samt­auf­kom­men.

Written by Thilo

25. Januar 2011 at 23:55

Sa. 22.1. Kiel-Friedrichsort: Beats against Nazis!

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Konzert gegen die Nazi-Aktivitäten im Kieler Norden

mit SCHLAGZEILN [SGZ] (hip-hop / berlin), NOT NOW (punk / neumünster) und STUMBLING PINS (street punk / kiel) (ANY PORT IN THE STORM fallen leider aus!)

Samstag 22.01.2011

Jugendzentrum Friedrichsort/Pries (Buschblick 103)
(Buslinie 91, Haltestelle Bachweg / Buslinie 501/502, Haltestelle Brahmsweg)

Einlass 18 Uhr / Eintritt frei!

Seit einigen Monaten entwickelt sich der Kieler Norden zu einem Brennpunkt neonazistischer Aktivitäten in Kiel. In den Stadtteilen Friedrichsort, Pries und Holtenau tritt seit einiger Zeit eine Gruppe junger Neonazis verstärkt öffentlich auf. Diese orientieren sich am Stil der selbsternannten „autonomen Nationalisten“ und fallen vor allem durch massives verbreiten von faschistischen Aufklebern, Plakaten und Sprühereien auf – jedoch auch durch Übergriffe und Bedrohungen von Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen oder sich gegen die Neonazis wehren. Der jüngste rassistische Angriff ereignete sich in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember, als in Friedrichsort ein Bäckereiladen verwüstet und mit Hakenkreuzen beschmiert wurde.

Mit dem Konzert in Friedrichsort wollen wir deutlich machen, dass rassistische, antisemitische und nationalistische Propaganda und Gewaltdrohungen nicht hingenommen werden – weder hier noch anderswo. Den Nazis, die sich mittlerweile auch bemühen in Bereichen von Jugend- und Subkulturen wie z.B. Hip-Hop oder Hardcore breit zu machen, setzen wir eine breite antifaschistische Gegenkultur entgegen. Hip-Hop, Punk oder Hardcore lassen sich nicht mit faschistischer Ideologie zusammen denken – sie steht den Gedanken von Selbstbestimmung und der Freiheit aller Menschen unvereinbar entgegen!

Mehr zum Thema auf den Seiten der Alten Meierei (Quelle)

Written by Thilo

20. Januar 2011 at 00:51

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