KielKontrovers

Ein Projekt vom 1Todo Institute

Archive for Februar 14th, 2011

Die Kieler Agenda 2020

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Es gibt einen Antrag (Drucksache 53/2011)  für die nächste Ratsversammlung, der besonders deutlich macht, wo die Kieler Kooperation und Verwaltung ihre Pflöcke setzen will. Ich dokumentiere das hiermit einfach mal:

1. Die Ratsversammlung bekräftigt die Zielsetzung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEKK) auf der Basis der strategischen Ziele der Landeshauptstadt Kiel

·         Soziale Stadt

·         Kinderfreundliche Stadt

·         Klimaschutzstadt

·         Kreative Stadt

·         Innovative Stadt

sowie der Entwicklungsschwerpunkte

·         Soziale-Stadt-Gebiete

·         Innenstadt

·         Kieler Förde

·         Kieler Süden

·         Netz-Infrastruktur

eine fachübergreifende Gesamtperspektive der Stadtentwicklung für die nächsten Jahre zu schaffen und sich dabei auf Schlüsselprojekte zu konzentrieren.

Besondere Aufmerksamkeiten sollen dabei erhalten:

·         Stärkung der überregionalen Wahrnehmung Kiels

·         Stärkung des Wissenschaftsstandorts

·         Stärkung der maritimen Wirtschaft

·         Stärkung der Energie- und Umweltwirtschaft

·         Stärkung der Zusammenarbeit in der Region Kieler Förde

·         Stärkung der Kreativwirtschaft

·         Nutzung denkmalgeschützter Bauwerke.

Folgende Schlüsselprojekte sind bis 2013 prioritär zu realisieren:

  1. RBZ-Sanierung und -Neubau und Qualifizierungsmaßnahmen
  2. Bau eines Sport- und Freizeitbades an der Hörn verbunden mit einer Nachfolgelösung für das Freibad Katzheide im Sport- und Begegnungspark Gaarden
  3. Ausbau offener und gebundener Ganztagsschulen:

– Stadtteilschule H-C-Andersen-Schule Gaarden

– Grundschule am Heidenberger Teich Mettenhof

– Gemeinschaftsschule am Brook

– Regionalschule Fritjof-Nansen-Schule

– Theodor-Storm-Gemeinschaftsschule

4. Ausbau von KiTa-Projekten entsprechend Bedarfsplanung mit Schwerpunkten in
den Stadtteilen Gaarden, Ellerbek/Wellingdorf und Mettenhof.

5. Projekte Soziale Stadt

– Freizeit- und Begegnungspark Ostufer

– Natur- und Erlebnispark Heidenberger Teich Mettenhof

– Umgestaltung Tilsiter Platz

– Attraktivitätssteigerung Vinetaplatz einschl. Wirtschaftsbüro Gaarden

– Attraktivitätssteigerung Parkanlage „Zum Brook“

– Sanierung und Nutzung Haß-Speicher

– Pilotprojekt „Neue Nachbarschaften“ in zwei Quartieren in Gaarden
– Modellvorhaben Quartiersentwicklung in Ellerbek/Wellingdorf

– Attraktivierung Schwanenseepark

6. Aufbau einer Sozialraumplanung mit Sozialraumbudgets

7. Innenstadtprojekte

– Attraktivierung Konzertsaal

– Aufwertung Platztriangel  (insbesondere Öffnung des Holstenplatzes)

– Wasserverbindung Kleiner Kiel – Bootshafen

– Museums- und Kulturkonzept

8. Wohn-, Gewerbe-, Forschungs- und Technologieprojekte

– im Kieler Süden, u.a. Wellsee, Meimersdorf

– Marinequartier Wik

– Weiterentwicklung Airpark mit Landebahn

– Entwicklung Alt-Ellerbek

9. Stärkung Wissenschaftsstandort und Ausbau von Clustern u.a. maritime Technologien, Gesundheit, Tourismus

10. Fördeprojekte

– Rahmenplan Kieler Förde

– Aufwertung Schwentinemündung

– Nutzung der Festung Friedrichsort

11. Erschließung von Räumen für kulturwirtschaftliche Entwicklung wie

–          Ehemaliges Krankenhaus im Anscharpark einschließlich Künstleratelierhaus

–          Lessingbad

12. Umsetzung des energiepolitischen Arbeitsprogrammes im
– Handlungsfeld Energieeinsparung Strom und Wärme
– Handlungsfeld regional verfügbare Biomasse

– Handlungsfeld Ausbau der Fernwärme und
Neubau des Gas-Dampf-Heizkraftwerkes

– Bürgerwindpark Flintbek-Meimersdorf

13. Ausbau stadtteilverbindendes Veloroutennetz

14. Neubau des zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB)

Folgende Schlüsselprojekte sind zur Realisierung ab 2013 vorzubereiten:

  1. Stadtregionalbahn
  2. Umsetzung Nachnutzung MFG-5-Gelände
  3. Traditionshafen an der Hörn
  4. Konzept Festung Friedrichsort
  5. Bau- und Gartenbauausstellung
  6. Wiedervernässung Moorsee

 


Meines Erachtens ist es nicht zulässig mal eben mit einem Änderungsantrag irgendwelche 34 Punkte zu beschließen, bzw. zu priorisieren. Wie z.B. das Veranstalten einer Bau- und Gartenbauausstellung.

Written by Thilo

14. Februar 2011 at 16:56

Studie zu Einkaufszentren

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Frau Monika Walther hat in einem Forschungsprojekt erforscht welche Auswirkungen Shoppingcenter haben.

Ich zitiere daraus:

Kurzzusammenfassung der Ergebnisse des DFG-Forschungsprojekts „Auswirkungen Innerstädtischer Shopping Center auf die gewachsenen Strukturen der Zentren“
Die oftmals aufgestellte Behauptung, dass durch die Ansiedlung eines Shopping Centers in Innenstadtlage die Kaufkraftzuflüsse aus dem Umland erhöht und die Zentralität einer Stadt gesteigert werden könnte, war im Rahmen des Forschungsprojekts empirisch nicht zu belegen. Auch der jeweilige Marktanteil der Innenstadt am gesamten Einzelhandelsumsatz einer Stadt, der entsprechend dem bundesweiten Trend in allen untersuchten 64 kreisfreien westdeutschen Städten innerhalb des Betrachtungszeitraumes von 1995-2008 tendenziell und teilweise auch deutlich rückläufig war, konnte in kaum einer Stadt gehalten, geschweige denn so wesentlich erhöht werden, dass nach Abzug des im
Center selbst gebundenen Umsatzes noch ein Zugewinn für die übrigen innerstädtischen Geschäftslagen zu verzeichnen gewesen wäre. Das bedeutet, dass mit der Etablierung eines ISC regelmäßig Umsatzumverteilungseffekte gerade innerhalb der Innenstadt einhergehen, die umso stärker ausfallen:
a)     je geringer das Marktwachstumspotential der Innenstadt insgesamt ist, also ein je größerer Anteil zentrenrelevanter Ausgaben auch zuvor schon in der City getätigt wird
b)     je höher der zu erwartende Umsatz des ISC im Verhältnis zu den jeweiligen Umsatzanteilen in den bisher wichtigsten innerstädtischen 1a-Lagen ist und
c)     je besser die relative Wettbewerbsposition des ISC im Verhältnis dazu einzustufen ist, wie gut oder schwach die übrigen, jeweils einzeln zu bewertenden Geschäftslagen „aufgestellt“ sind
Über diese ökonomischen Effekte hinaus, die sich in der Regel in entsprechenden Mietpreisrückgängen und Immobilienwertverlusten in den besonders betroffenen Geschäftslagen niederschlagen, können mit einer ISC-Ansiedlung auch räumlich-funktionale bzw. qualitative Veränderungen der innerstädtischen Angebotsstrukturen verbunden sein, die unmittelbare Auswirkungen auf die von den Besuchern wahrgenommene Attraktivität der Innenstadt insgesamt haben. In welchem Umfang es in welchen Bereichen der City zu spürbaren Verschiebungen der Lagequalitäten kommt, ist abhängig davon, welche Wettbewerbsposition eine bestimmte Geschäftszone in Relation zur voraussichtlichen Stellung des ISC im innerstädtischen Zentrengefüge einnimmt. Der jeweilige Wert oder Nutzen einer
Einkaufslage, der ihr aus Sicht der Konsumenten zugemessen wird, lässt sich anhand eines standardisierten Bewertungsschemas, mit dem die Kriterien Reichhaltigkeit und Dichte, Nutzungsmischung und Angebotsattraktivität sowie Raumstruktur und Lebendigkeit der Innenstadt beurteilt werden, recht
genau ermitteln.
Auf dieser Basis ist es mit Hilfe eines im Rahmen des Forschungsprojekts entwickelten Wirkungs- und Prognosemodells möglich, Ausmaß und Richtung der Auswirkungen einer geplanten ISC-Ansiedlung auf einzelne innerstädtische Geschäftslagen vorherzusagen und somit Aussagen über die voraussichtliche Entwicklung der Nutzungsstrukturen und Funktionsverteilung sowie der Einkaufsbedeutung und Gesamtattraktivität eines Stadtzentrums zu treffen. Überraschend war in diesem Zusammenhang die Erkenntnis, dass weniger Lage und Größe, sondern vielmehr Ladenanzahl und Branchenmix eines ISC entscheidend sind für die Intensität der Wirkungen auf die gewachsenen Strukturen der Zentren. Das Interesse der Shopping-Center-Entwickler konzentriert sich bevorzugt auf jene Städte, in denen bereits überdurchschnittlich hohe Pro-Kopf-Umsätze erzielt werden, die also entweder über ein hohes Kaufkraftniveau verfügen oder aber auch ohne ISC schon eine sehr starke Einzelhandelsbedeutung über die Stadtgrenzen hinaus aufgewiesen haben. Diese aus immobilienwirtschaftlicher Perspektive kaum überraschenden Erkenntnisse sind im planungswissenschaftlichen Kontext durchaus neu, denn sie widerlegen die Vermutung, dass Shopping Center auf gesamtstädtischer Ebene einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung der Zentren bzw. zur Sicherung der oberzentralen Versorgungsbedeutung von Städten leisten würden. Die Zentralität bzw. Anziehungskraft der Innenstadt selbst lässt sich in den allermeisten Fällen durch eine ISC-Ansiedlung bestenfalls stabilisieren, kaum aber signifikant
gegenüber dem Ursprungsniveau bzw. einem stadtgrößentypischen Durchschnittswert erhöhen. ISC sind folglich eben kein Garant für eine stadtentwicklungspolitisch stets erhoffte Steigerung der Anziehungskraft der Stadt insgesamt. Wohl aber ist ein autark konzipiertes Center (Typ A) in der Lage, die Umsatzverteilung, Nutzungsstrukturen und Lagequalitäten im Mikrosystem Innenstadt maßgeblich zu beeinflussen und zumindest in einigen innerstädtischen Geschäftszonen spürbar negative Effekte und städtebaulich unerwünschte Veränderungsprozesse auszulösen oder gegebenenfalls auch schon vorher sich abzeichnende Abwertungstendenzen erheblich zu beschleunigen.

Written by Thilo

14. Februar 2011 at 13:39

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