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Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Neues von D115 in Frankfurt beweist: Erfolg fraglich

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Die Meldung aus Frankfurt klingt auf den ersten Blick ganz toll: „Ein Grund zum Feiern, hat sich doch die moderne Behördennummer gerade im Herzen Hessens zu einer echten Erfolgsstory gemausert. “ usw.

Liest man aber weiter stößt man aber auf diesen Hinweis:

Mit über 27.000 Anrufen im abgelaufenen Jahr gehört die 115 in Frankfurt/Offenbach zu den absoluten Spitzenreitern der Behördennummer in Deutschland. Im Vergleich zum Gesamttelefonvolumen des Servicecenters liegt die 115 jedoch nur bei ca. 15 Prozent. „Da sehe ich deutliches Steigerungspotenzial, denn das Angebot der 115 ist sicher noch nicht überall bekannt. Die 115-Landkarte in Deutschland wird jedoch immer dichter und auch unsere Anrufzahlen unter der Behördennummer werden sich steigern“, so Markus Frank.

Zum Vergleich: Die Stadt Kiel rechnet mit 151.000 angenommenen Anrufen (laut Haushaltsplan 2011). In Magdeburg sind es lediglich 8% der Anrufer.

Bei D115 werden immer die Serviceversprechen in den Vordergrund geschoben. In den Hintergrund gedrängt dagegen werden die Prozentzahlen für die Bürger, die tatsächlich die D115 nutzen. Das sind wohl selten mehr als 5 Prozent im Bundesgebiet, 15% scheint da eher das obere Maximum zu sein. Also zwischen jedem 20. und jedem 6. Anrufer. Ergo für die Minderheit der Anrufer. Warum aber bauen wir teurere Extra-Infrastrukturen auf, die nur von einer Minderheit genutzt werden? Die Stadt Kiel argumentiert GEGEN die Integration von Email damit, dass bisher wenige Bürger Email nutzen. Aber immerhin nutzen offenbar bundesweit mit 12% mehr Bürger  Email als im Schnitt die D115 wo diese präsent ist! Denn wer zum Telefon greift, wählt in den überwiegenden Fällen lieber die direkte, kostenlose Nummer.

Das Ankündigen einer Einbeziehung in die Telefonflatrates lenkt ggf. auch nur davon ab, dass irgendwer den Telefongesellschaften diese Einbeziehung bezahlen müssen wird. Die entstehenden Kosten werden dann wieder uns Bürgern als höher Steuern oder Abgaben aufgedrückt.

Es gilt immer noch: Die D115 ist ein teurer Wahnsinn. dahinter steckt vermutlich primär der Plan den Kommunen langfristig die Kompetenz wegzunehmen. Wir werden irgendwann in Warteschleifen privater Dienstleister landen. Die Kommunen werden angesichts knapper Kassen nicht immer den besten Telefonservice bezahlen wollen. Vermutlich werden Kommunen auch bald auf die Idee kommen am Service auch noch Geld zu verdienen. Warum ausgerechnet bei der Telefonauskunft auf Einnahmen verzichten wird man sagen.

Im  Juni wird D115 kommen. Wir wissen jetzt schon, dass es ein Reinfall wird. Das betreibt die Stadt Kiel sehenden Auges. Geld rauswerfen. Der zu erzielende Nutzen ist nicht absehbar. Sicher ist nur, dass es uns rund 135.000 € im Jahr kosten wird. Zusätzlich.

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Written by tlow

7. März 2011 um 10:40

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