KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

KielerInnen mahnen gegen Folgen der Atomkraft

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Zwischen 600 und 700 KielerInnen fanden sich am 14. März auf dem Rathausplatz zu einem Mahnen an die Folgen der Atomkraft statt. Ausgegangen war die Veranstaltung aus zwei unabhängigen Initiativen von Privatleuten. Die eine ist der Montagsspaziergang, der bisher seit Dezember alle zwei Wochen an ungeraden Wochen gegen Atomkraft stattfand. Das andere war die Idee anläßlich der atomaren Zwischenfälle in Japan eine Mahnwache am Rathaus abzuhalten. Beide Initiativen koordinierten sich dann und so zog die eine Veranstaltung vom Bahnhofsvorplatz auf den deutlich gefüllten Rathausplatz, Allerdings sind die 1000 TeilnehmerInnen im Bericht der KN m.E. deutlich zu hoch gegriffen.

Leider haben ein Teilnehmer die Chance des Offenen Mikrofons dazu ergriffen ohne Abstimmung mit den VeranstalterInnen die Veranstaltung dadurch zu spalten, dass sie um ca. halb 7 eine Spontandemo zum Bahnhofsvorplatz ankündigten. Leider schlossen sich die Mehrheit der Wartenden dieser vollkommen planlosen und unsinnigen Aktion an.

Es geht nicht darum, ob eine Spontandemo nicht auch einmal Sinn machen kann. Aber doch bitte nicht ohne die Veranstalter – und denen damit die TeilnehmerInnen entführen für einen kurzfristigen politischen Effekt. Es zeigte sich dann doch auch wie sehr der Mensch ein Herdentier ist und so viele hinter diesen Demoanfängern hinterhertrotteten ohne nachzudenken.

Für kommende Veranstaltungen wäre es gut, sich da ein Konzept zu überlegen. Die japanischen Reaktoren werden uns sicher noch einige Monate beschäftigen. vielleicht finden sich da jetzt jede Woche oder alle 2 Wochen Menschen zusammen, die gegen Atomkraft demonstrieren oder auch den Japanern ihr Mitgefühl ausdrücken wollen. Das alles sollte seinen Raum haben, ohne das es ein Gegeneinander gibt.

Es kann gut sein, dass die Bürger hier in der nächsten Zeit regelmäßig ihren Druck über die Straße auf die Regierenden ausüben wollen. Wobei sich dieser primär auf Berlin richtet und nur in zweiter Linie gegen die Landesregierung. Die hat hier zwar die Atomaufsicht, aber damit auch nur begrenzte Möglichkeiten. Wichtiger wäre, dass im Bund andere Weichen gestellt werden.

Lustig war wie viele Parteien und Organisationen präsent waren. Meine Anerkennung gilt vor allem denen, die seit Jahrzehnten gegen Atomenergie auf die Straße gehen und denen, die seit Dezember das Thema in Kiel alle 2 Wochen wieder auf die Straße bringen und nun selbst von dem Erfolg überrannt wurden.

Also bei aller deutlicher Kritik an den Idioten, die dazwischenfunkten war es doch ein tolles Signal, dass so viele Kieler relativ kurzfristig bereit waren gegen AKWs zu demonstrieren oder auch sich mit den Japanern zu solidarisieren.

s.a. Ticker kielatom , kielatom Blog

PS: Fotos sind Creative Commons (siehe rechts unten in diesem Blog)

Weiteres:

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Written by tlow

14. März 2011 um 23:28

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