KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

EHEC und HUS in Kiel

with 4 comments

Neulich rief eine Bekannte von mir beim Kieler Gesundheitsamt an, um sich zu informieren, was denn zu tun sei. Sie hatte eine Gurke aus einer infizierten Charge gekauft und suchte Rat.

Die Antwort des Gesundheitsamtes war sinngemäß:

  • Die Frau am Telefon war zwar zuständig, aber meinte sie wisse nicht mehr als die Anruferin, weil sie ja den ganzen Tag gearbeitet hätte.
  • Man solle die Gurken doch einfach (ungeprüft) wegschmeissen!

Dazu denke ich nur passend zum Fall: Was für eine Gurkentruppe? Ich bin ja gegen Panikmache, aber an dem Scheiß sind schon einige Leute gestorben, gerade in Kiel. Ein derartiges Desinteresse, bzw. Uninformiertheit am zuständigen Telefon ist lebensgefährlich. Da gibts Vorschriften für jedes Gewerbe bis zum Abwinken – und wenns wirklich mal brennt lehnt man sich zurück?

Ich hätte jetzt gedacht, die Stadt Kiel hat auch nen 3-4 köpfiges Team, dass sich nur um das Thema kümmert, wegen der Gesundheit der eigenen BürgerInnen.

Nebenbei bemerkt finde ich es auch seltsam, dass EHEC immer nur auf Platz 3-4 der Nachrichten ist – aber dann immer mit der Message „Noch keine Entwarnung“. Was hat man uns bei der Schweine- und Vogelgrippe mit Sicherheitsmaßnahmen gequält, wo NIX passiert ist. Und jetzt, wo es mal wirklich wichtig wäre zu handeln?

Oder sehe ich das falsch?

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Written by tlow

29. Mai 2011 um 20:49

Veröffentlicht in Allgemein, Gesundheit, Rathaus, Soziales

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4 Antworten

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  1. Was wird denn erwartet? Sollen die die Gurke abholen und untersuchen? Und wenn sie unbedenklich ist zurückbringen? Mit wegschmeissen ist man doch auf der ganz sicheren Seite. (hinterher natürlich Händedesinfektion)

    Wenn man die ganz normalen Hygiene-Regeln beachtet kann doch gar nichts passieren. Also Obst u. Gemüse gründlich waschen oder halt kochen! Hände, z.B. nach Toilettengang dürfen auch gerne gewaschen werden 😉

    Bowler2000

    30. Mai 2011 at 09:54

    • Naja auf tagessschau.de wird dann berichtet wie irgendwo seitens des Staates Gurken „SICHERGESTELLT“ wurden. Also wieso schickt man auf der einen Seite extra ein Kommando los, weil man ja unbedingt wissen will, was infiziert ist – und wenns umgekehrt ist und Leute mal anrufen :“Ach egal“.

      Auf die Art weden sie jedenfalls NIE erfahren, wie verbreitet das Bakterium ist. Sie wollen es nicht wirklich wissen. Es geht hier nicht um die persönliche Sicherheit, sondern darum, dass schon einige Leute gestorben sind und sie immer betonen, dass es keine Entwarnung gibt und sie keine Ahnung haben wie verbreitet es ist. Eine Gurke aus einer angenlich betroffenen Charge untersuchen, die betroffen sein soll wäre für mich da sehr naheliegend.

      tlow

      30. Mai 2011 at 10:00

  2. Unser Kieler Gesundheitsamt ist aus allen meinen diesbezüglichen Erfahrungen absolut gemeingefährlich!!!
    Dies habe ich bereits zu Vogelgrippezeiten dringend gemeldet.

    Und eine Ärztin, die Anthrax-verdächtiges Material auf den Tisch kippt und mit dem Finger hineintippt, um es zu prüfen, gehört dort wohl auch nicht hin.

    Übrigens, rufen Sie mal bei Krisenfällen nach 16 Uhr oder am Wochenende dort an!

    Sina

    1. Juni 2011 at 10:27

    • Ich habe ja mal da eine Gesundheitsprüfung abgelegt vor ca. einem Jahr – da dachte ich: Man die sind ja echt ziemlich pingelig mit den Vorschriften. Aber offenbar gilt das nur für den ganz normalen Alltag – wenns mal einen todbringenden Erreger gibt sieht man das ganze eher locker.

      tlow

      1. Juni 2011 at 11:13


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