KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

BarCamp in Kiel 2011

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Nach drei Jahren kam es im letzten Jahr erstmalig zu einem Barcamp in Kiel. Letztes Jahr hatte ich die Idee zwar mit angeschoben, mich aber frühzeitig aus der Organisation verabschiedet wegen Unstimmigkeiten mit den MitorganisatorInnen. Dieses Jahr soll es am 19. und 20. August wieder so weit sein. Inzwischen sind BarCamps nicht mehr so spannend, sondern im Mainstream angekommen, wie nicht zu Anfang. Es wird zunehmend schwer gegen eine Konsummentalität anzukämpfen. Ein guter Vortrag ist z.B. nicht Sinn eines BarCamps. Es sollte da eher darum gehen sich  auf verschiedenen Ebenen auszutauschen. Kompetenzen zusammenwerfen. Und eben gerade Monologe und die Frontal-Situation klassischer Vorträge aufzulösen. Die Rollentrennung zwischen ZuhörerInnen und Vortragende sollten sich auflösen. Alle an einem BarCamp Beteiligten sollten eine Kompetenz mitbringen, die sie auch in den Ring werfen. Was nicht ausschließt, dass da vorne nicht jemand mal 20 Minuten am Stück redet. Aber eigentlich wird das eher immer langweilig sein und vertane Zeit – jedenfalls im Sinne eines BarCamps, wie es mal gedacht war.

Ich würde daher sagen, dass jedeR zu einem Barcamp etwas mitbringen sollte. Ob nun materiell oder imateriell. Also entweder eine Bereitschaft zu helfen, ein Wissen das man auch in Diskussionen einbringt, eine Tüte Chips oder was auch immer.

Was leider bei vielen BarCamps eingesetzt hat ist eine starke Kommerzialisierung. BarCamps auch als Werbeplattform. Ebenso wie bei Webmontagen. Da muss man sich dann irgendwelche Werbebotschaften anhören zu irgendwelche Produkten. ich selbst habe mich seit einigen Jahren vermehrt von dem Kommerziellen entfernt, insbesondere nach der Aufgabe meines Gewerbescheins.

Dennoch werde ich mich auf diesem BarCamp mal tummeln um mal so zu hören was sich in Kiel so tut. Und auch um zu schauen, ob sich die Möglichkeit ergibt Erfahrungen auszutauschen. Via Internet findet leider wenig spannendes an Debatten statt. Aber das ist nicht ein reines Onlineproblem. Jede Art von Treff unterliegt bestimmten Zeitbeschränkungen und Regeln. Durch Microblogging und Facebook verändern sich derzeit auch die Regeln im Internet. Wobei es da zum einen zu einer Trennung nach Alter und nach Einstellung zu Datenschutz und Privatsphäre gibt. Einigem so wie ich, lehnen Facebook aus Prinzip ab und sehen bei Google+ erstmals einen Dienst eines der Großen im Internet der viel Kritik berücksichtigt und benutzbar zu versprechen scheint.

Aber dennoch tummeln sich bei Facebook Millionen Menschen aktiv. Wobei ich die 600 Millionen mal ganz frech in Frage stelle. Ich selbst habe auch mehrere Twitter-Accounts für verschiedene Zwecke. Wenn man dann noch bedenkt, dass es für manche Leute Sinn macht viele „Freunde“ bei Facebook zu haben und sich Accounts mit ausgedachten Namen auch prima zum Spammen lohnen würde ich die Zahl mal um 10 teilen – wären 60 Millionen User weltweit und rund 2 Millionen in Deutschland. Muss man noch die abziehen, die Facebook nicht wirklich nutzen.

Mir macht so ein Monster wirklich Angst. nicht nur der Datendiebstahl, sondern auch der Fakt, dass es ein Unternehmen gibt, dass alle Beziehungen von so vielen Menschen in einer Datenbank hat und bekanntlich nicht sonderlich gut ist beim Schützen der Daten. Die größte Gefahr liegt im Weiterverkauf der Daten zu Werbe- und anderen Zwecken.

Ich glaube mittlerweile bilden sich verschiedene Klassen von Usern heraus. Stell den Leuten 20 Fragen zu ihrer Nutzung und Einschätzung des Internets und Du kannst Gruppen bilden. Da gibt es dann verschiedene Schnittpunkte. Da habe ich dann Gemeinsamkeiten mit Rentnern in meiner Skepsis zu Facebook. Wobei ich selbst seit Ende der 80iger Jahre Onlinebanking benutze.  Das einzige mal, wo mir mal etwas zugestoßen ist, war letztes Jahr als ich am Arndtplatz bei der Commerzbank Opfer einer Skimming-Attacke wurde. Und das war somit nicht im Internet, sondern im realen Leben!

Andere aber stehen mit beiden Beinen mitten in Facebook und haben da oft jeden Versuch aufgegeben dort ihre Privatsphäre zu schützen. Ich denke die Realität bestimmt uns auch selbst. Wer in Facebook aktiv ist, könnte nicht ruhig schlafen, wenn er jeden Tag  darüber nachdenken würde, was für Gefahren drohen.

Genau wie ich, der ich ja auch unter realem Namen blogge mit Impressum und Adresse. Damit sind auch Missbrauchsmöglichkeiten verbunden. Aber die gibt es halt immer. Dagegen wäre ich mich aktiv und aggressiv gegen jegliche Brief-Werbung und lasse den Eintrag meiner Adresse in Werbedatenbanken nach Datenschutzrecht entfernen, wenn ich davon erfahre. Auch habe ich natürlich bei der Stadt Kiel festgelegt, dass meine Adresse für alle möglichen Zwecke, wie Wahlwerbung, nicht herausgegeben werden darf.

Andere wiederum würden nie unter eigener Adresse etwas veröffentlichen, wehren sich aber nicht gegen den Handel mit ihrer Adresse.

Ich denke es gibt da kein richtig oder falsch. Jeder schätzt Risiken verschieden ein. Das hat auch viel damit zu tun, wie man aufgewachsen ist und erzogen wurde. und mit dem Lebensgefühl. Genau so gibt es auch verschiedene Nutzungen von sozialen Medien wie Twitter und Blogs. Ich selbst nutze meine Blogs interaktiver als Twitter. mit geht es nicht wirklich darum ein weiteres soziales Netzwerk online aufzubauen oder virtuelle Freunde zu gewinnen. Mir gehts meist im Internet um Information oder um einen virtuellen Dialog. Das Internet frisst schon eh zu viel Zeit von mir – Twitter ausreichend zu pflegen wäre mir viel zu zeitaufwendig und zu unergiebig.

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