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Gewerkschaft der Servicekräfte schließt Tarifvertrag ab. Welche Rolle spielen die Mitglieder?

with 6 comments

Stolz verkündet die GDS (Gewerkschaft der Servicekräfte) auf ihrer Homepage den Tarifabschluß mit der UKSH Service GmbH.

Details stehen in dem Artikel nicht. doch es sollen u.a. 10 Prozent mehr Lohn bis 2014 sein. Abgesehen davon, dass es bis 2014 immerhin noch drei Jahre sind, gibt es aber andere bedenkliche Zeichen bei der GDS Kiel. In ihrer Satzung ist eine Beteiligung der Mitglieder beim Abschluß von Tarifverträgen überhaupt nicht vorgesehen.

Neben wir diesen Paragraphen:

§ 4 Arbeitskämpfe

  1.  Zur Durchsetzung und Verteidigung der Interessen ihrer Mitglieder kann die GDS zum Arbeitskampf aufrufen.
  2. Der Gewerkschaftsvorstand erlässt Richtlinien zur Vorbereitung und Durchführung von Arbeitskämpfen sowie zu den Leistungen im Arbeitskampf.
  3. Der Gewerkschaftsvorstand beschließt die Vorbereitung und Durchführung eines Arbeitskampfes.

In § 6 wird bei den Rechten der Mitglieder auch nicht erwähnt, dass es so etwas wie Urabstimmung zur Annahme von Tarifabschlüssen geben würde.

In weiteren dieser Paragraph:

§ 21 Tarifkommissionen

  1. Für jede Tarifverhandlung wird eine Tarifkommission gebildet.
  2. Näheres wird durch Richtlinien geregelt, die der Gewerkschaftsvorstand nach Beratung mit der jeweiligen Bezirksgewerkschaftsvorstands beschließt.

Zusammenfassend kann man also sagen: Der Vorstand der GDS kann den Beginn einer Tarifauseinandersetzung beschließen, genau so wie den Beginn von Arbeitskämpfen. Laut Satzung sind die Mitglieder ja zur Solidarität verpflichtet und müssen somit streiken, ohne dass sie selber mit bestimmen können.

Man kann vieles gegen ver.di vorbringen – und ich verstehe auch den Frust der Beschäftigten der Service GmbH, wenn man diese Geschichte hört/sieht:

Dennoch müsste ja eine neue Gewerkschaft eigentlich aus den Fehlern lernen und eben MEHR Mitbestimmung statt WENIGER als ver.di einräumen.

Hier hängt der GDS ein großer Makel an. Die Frage ist, ob da nur jemand nicht aufgepaßt hat, beim Schreiben einer Satzung, oder ob jemand bewußt die Mitglieder ausgeklammert hat um frei walten und schalten zu können?

Man wird abwarten müssen, wie das Ergebnis genau aussieht, aber die Sache mit der Satzung ist für eine demokratische Gewerkschaft unabhängig vom Ergebnis nicht akzeptabel!

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6 Antworten

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  1. Bravo „tlow“ oder vielleicht eher „ver.di-claqueur“ ?????

    Was soll so ein Kommentar? Eine Gewerkschaft kämpft und gewinnt, und das einzige was hierzu beigetragen wird, ist eine Diffamierung der GDS als angeblich undemokratisch…..hahaha

    Lieber ein Fehler in der Satzung (kann man korrigieren) als eine machtgierige, selbstsüchtige Gewerkschaftsgarde, die lieber dem Arbeitgeber notgedrungen auf dem Schoß sitzt als den Arbeitnehmern zu helfen (kann die ver.di nicht korrigieren). Wisst ihr eigentlich, dass die ver.di sogar die Gründungsversammlung der GDS vor dem Eingang gestört und GDS Mitglieder wegen angeblicher Gewerkschaftswerbung beim Arbeitgeber angeschwärzt hat? Wie geht sowas denn ? Flachbildschirm verteilende ver.di Gewerkschafter scheißen Kollegen an !!!!!! Widerlicher Bruderkampf …..Was für eine Schande in der Arbeiterbewegung wird hier getrieben….

    Wenn die ver.di so weiter macht, geht die Abstimmung mit den Füssen weiter.

    Wir sind das Volk………….Denkt darüber mal nach ……sonst straft Euch das Leben

    Werner aus Kiel

    2. August 2011 at 17:59

    • Weil ver.di scheiße ist muss die GDS sich also auch scheiße verhalten? Tolle Logik!

      tlow

      2. August 2011 at 18:09

  2. […] eine Antwort erhalten. Das man einfach mal die Demokratie als Element einer Satzung vergessen hat, kommentierte ein offenbar Gewerkschaftsmitglied der GDS auf meinem Blog mit: „Lieber ein Fehler in der […]

  3. Kann tlow die Situation in der UK S-H Service GmbH Kiel richtig einschätzen?

    Durch Zufall habe ich diesen Artikel gelesen und bin sehr erstaunt. Ich versuche auch diesen Artikel einigermaßen ernst zu nehmen. Ich bin ein langjähriger Mitarbeiter in der UK S-H Service GmbH in Kiel und meine, dass ich sehr gut die Situation im Unternehmen beurteilen kann. Die Service GmbH gibt es seit 2005 und von Anfang an wurden die Rechte der Mitarbeiter mit Füssen getreten. Das hat aber niemanden, der nicht leidtragender war, interessiert. Es waren einzig die Mitarbeiter, die ihr Schicksal in die Hand genommen haben und erst durch Betriebsratswahlen (für ihre Rechte) und dann mit der IG Bau (zur Verbesserung ihrer Wirtschaftlichen Situation) gekämpft haben. Es gab niemand externen, der diese Mitarbeiter auf ihren Weg unterstützt haben (weder die ver.di noch diverse Foren mit pseudodemokratischen Ansichten). Als es danach aussah, das die Mitarbeiter der Service GmbH durch den Schwesterkampf der Gewerkschaften ver.di und IG BAU wieder einmal auf der Strecke bleiben sollten, haben sich die Mitarbeiter erneut demokratisch organisiert und haben eiligst eine Gewerkschaft gegründet. Zu diesem Zeitpunkt habe ich vermisst, dass solche Leute wie tlow laut aufschreien und Partei für die geschundenen Mitarbeiter der Service GmbH ergreifen. Aber kein Mensch hat sich für die Probleme dieser Mitarbeiter interessiert. Ich finde es schon bemerkenswert, das die Gewerkschaft der Servicekräfte, innerhalb kurzer Zeit, für die Beschäftigten einen wohl akzeptablen Tarifvertrag(details werden wohl nach der Unterschrift der Tarifparteien bekannt) ausgehandelt hat (was der ver.di, die das Recht auf die Tarifhoheit in der Service GmbH beansprucht, bis heute nicht gelungen ist). Doch plötzlich, nach diesem Tarifabschluss kommen viele Besserwisser hinter ihren Mülltonnen hervor und meinen das Recht zu haben? herumnörgeln zu müssen.
    Ich meine, konstruktive Kritik ist immer erwünscht, aber was hier abläuft kommt mir so vor, als wenn die ver.di durch die Hintertür Stimmung machen will.
    Ich habe mir einmal die Satzung der GDS durchgelesen und sehe keinen Verlust an Demokratie. Jedes Mitglied der GDS kann bei der nächsten Gewerkschafts-versammlung den Antrag auf Satzungsänderung stellen. Und wenn die Mehrzahl der Mitglieder es wünschen, mehr Mitbestimmung bei verschiedenen Entscheidungen zu bekommen, so kann die Satzung dahingehend geändert werden. Damit wir uns aber nicht missverstehen: So etwas ist einzig die Angelegenheit der GDS-Mitglieder und nicht eine Angelegenheit von Besserwissern.

    Zum Abschluss frage ich daher noch einmal: Wo waren all die Besserwisser, als die Mitarbeiter der UK S-H Service GmbH in Not waren? Ich habe nichts von euch gehört.

    Yogi

    4. August 2011 at 06:34

    • Du siehst keinen Demokratieverlust, wenn sowas wie Urabstimmungen nicht vorgesehen sind? Besserwisser? Was weißt Du überhaupt von Demokratie? Erzählt mir doch nicht, dass das Zufall ist, das sowas nicht in der Satzung steht. Wir vermuten schon lange, dass die GDS eine Gelbe ist. Die Mitglieder dürfen überhauot nicht entscheiden, ob sie streiken. Aber sie müssen, wenn es der Vorstand beschließt. Abgefahren. Die Antwprt auf Defizite einer Satzung ist nicht: Kann geändert werden! Die Antwort muss sein, warum man eine undemokratische Satzung etabliert? Wieso wird der ausgehandelte Tarifvertrag nicht die Mitglieder vorgelegt? Die Argumentation „Wo ward ihr vor Jahren…“ kenne ich schon. So reden Politiker auch, die seit 30 Jahren Mist bauen und meinen damit das besten Totschlagargument zu haben.

      tlow

      4. August 2011 at 14:11

  4. ja nun und wo wart ihr den. Verdi und die IGBAU haben ein langen Kampf gefochten. Erst Monate später hat sich die GDS gegründet und geholfen, also genug Zeit für bestehende Gewerkschaften einzuschreiten. Die Begründung das die Mitglieder noch kein Tarifvertrag in der Hand halten ist doch klar. So steht auf der Seite der GDS doch ein Ablaufplan wie es jetzt weiter geht. Man man man.

    Sebastian

    4. August 2011 at 17:02


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