KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Kurzbericht zu Kundgebung gegen Möbelkraft

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Am 29.9.2011 gab es eine kurze Kundgebung gegen die Möbel Kraft-Ansiedlung. „Moderiert“ wurde die Kundgebung von Gösta Beutin von den Linken. Es gab Redebeiträge von Linken, Kleingärtnern und dem BUND Kiel.

Es wurde gesagt:

  • Das Kleingartengebiet Prüner Schlag sei das zweitälteste Deutschlands
  • Die geplante Flächenvernichtung sei um ein vielfaches größer als die von Ikea. 170.000 qm (=17 ha, Danke Paul für die Verbesserung!)
wirinkiel

Wir in Kiel Flyer

Begleitet wurden die Reden von ca. 250 Kieler BürgerInnen, die meisten offenbar Kleingärtner. Natürlich nutze die Ratsfraktion Linke [1 und Wir in Kiel/Direkte Demokratie die Chance, die Bevölkerung zu beflyern und mit ihren Argumenten zu erreichen. Wie erfolgreich das nachhaltig sein wird, bleibt abzuwarten.

Ich finds schön, wenn sich Kleingärtner organisieren und für ihre Rechte auf die Straße gehen. Es hätten gerne etwas mehr sein können. Jedenfalls haben die Kleingärtner und der BUND Kiel die besten Reden gehalten.

Die Linke Flyer

Vom BUND gibts auch eine gute Seite (Aktuell) zu dem Therma. Auch schön zu sehen, dass der BUND sich auch mal stärker politisch zum Kieler Grün-Themen engagiert und es nicht nur den Parteien/Wählerinitiativen überlässt. Gerade die Verbände und die Kleingärtner selbst sind es, die etwas bewegen können. Stimmen wegdelegieren hat schon mit den GRÜNEN nicht funktioniert. Und da geben sich die verschiedenen Parteien alle nicht viel.

Die Stadt Kiel versucht jetzt mit einer Charme-Offensive und etwas mehr Transparenz die Stimmung zu verbessern. Interessant an dieser Gläsernen Akte ist, dass zwar der Kreisverband der Kleingärtner informiert wurde, nicht jedoch die betroffenen Kleingartenvereine oder Kleingärtner. Bezeichnend ja auch, dass erst jetzt eine „Gläserne Akte“ erstellt wurde und nicht etwa am Anfang.

Ist das Projekt nicht stoppbar? Ich glaube schon. Sofern eine gewisse Dynamik erhalten bleibt und man der Politik sehr genau auf die Finger schaut und bei Fehlern sofort einhakt.  Ein Möbel Kraft kann sich dadurch auch so unbeliebt bei den KielerInnen machen, dass ihnen der Spaß am Bauen verdorben werden könnte. Wir können alle Möbel Kraft schreiben, was wir von ihren Plänen halten. Und es gibt auch noch eine Online-Petition, die man unterschreiben kann. Wobei meine Vermutung ist, dass viele Kleingärtner nicht sehr internetaffin sind?

Torsten Albig und Peter Todeskino haben heute keine neuen Freunde gewonnen.

2 Antworten

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  1. Dass die Kleingärtner und die Kleingarten-Vereine nicht informiert wurden, ist – zumindest soweit ich das von außen beurteilen kann – nichts ungewöhnliches. Ich habe mich nicht sonderlich mit der Berichterstattung zum Thema Kleingärtnerei in Kiel beschäftigt und müsste noch mal nachgoogeln, aber wenn ich das richtig im Gedächtnis habe, ist der Verband der Ansprechpartner für die Stadt. Der Verband ist es, der die Pachtegbühren von den Vereinen eintreibt, die sie von ihren Mitgliedern eintreiben. Dementsprechend mag es zwar kosmetisch nicht besonders schön sein, dass die Stadt die Kleingärtner nicht direkt informiert hat, es ist aber definitiv der formal richtige Weg. Abgesehen davon bin ich mir nicht sicher, ob jeder Kleingärtner namentlich bei der Stadtverwaltung bekannt ist. Richtig dürfte sein, dass der Verband meldet „Wir haben X Parzellen, davon sind im Abrechnungszeitraum X minus Y bewirtschaftet worden, mithin überweisen wir eine Gebühr von X hoch N.“ So schnell und informell wie man eine Kleingartenparzelle bekommt und ggf. wieder los wird, bezweifle ich, dass bei der Stadt Namen und Adressen der Laubenpieper hinterlegt sind. Ergo muss der Verband die Vereine und die Vereine müssen die Mitglieder informieren.

    Jörn

    29. September 2011 at 19:59

    • Naja, der Kreisverband ist ja nicht betroffen. Die Adresse des Kleingartenvereins sollte der Stadt aber bekannt sein. Es mag ja formal korrekt sein. Beim Sport- und Begegnungspark hat man auch die direkten Anlieger nicht zur Bürgerbeteiligung eingeladen. Man tut sich also offenbar oft schwer, direkt die unmittelbar betroffenen anzusprechen. So kompliziert ist das aber gar nicht. Beim Kleingartenverein hilft z.B. ein Flyer auf jedem Anschlagsbrett der Vereine oder eine Infoveranstaltung.

      tlow

      29. September 2011 at 20:16


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