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Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Kurzbericht Podiumsdiskussion „Brauchen wir Wirtschaftswachstum?“ (30.9.2011)

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Am ersten Tag des Alternativkongresses „Eine andere Welt ist nötig“ fand eine Podiumsdiskussion in der PUMPE, Kiel statt. Auf dem Podium

Auffällig war natürlich, dass das Podium nicht gleichermaßen mit Frauen wie Männern besetzt war, sondern außer der Moderatorin nur eine Frau und drei Männer auf dem Podium saßen. Das sollte eigentlich besser gehen (passiert aber oft).
In den Vorträgen und der Diskussion ging es dann tatsächlich um Wirtschaftswachstum. Es gab leider keinen Raum für eine Diskussion oder direkte Zwischenfragen aus dem Publikum. Lediglich Fragen auf Karten waren möglich, die dann ausgwählt und ans Podium gestellt wurden.
Aufgefallen war mir auch, dass das ‚Global Economic Symposium‘ (GES) als Anlass der Konferenz nur einmal kurz erwähnt wurde. Der Raum war gut gefüllt mit Publikum und eingerahmt von verschiedenen Tischen mit Informaterial verschiedener Organisationen.
Die ganze Diskussion wiederzugeben ist kaum möglich. Herausgreifen möchte ich zwei Punkte:
  1. Die Moderatorin Andrea Vetter zerlegt die einzelnen Worte der Frage „Brauchen wir Wirtschaftswachstum“ also „Wir, Wirtschaftswachstum, Brauchen“. Interessant fand ich, dass „Wirtschaft“ als Begrifflichkeit nicht hinterfragt wurde. Der Konsens schien zu sein, dass Wirtschaft so konstituiert sein muss, wie sie ist – und das es lediglich darum gehen können für die Wirtschaft neue Regeln aufzustellen – und das die Politik gefordert ist, diese Regeln zu implementieren und unsere Aufgabe es ist Anforderungen an die Politik wie wir sie kennen zu stellen. Für „Eine andere Welt“ fand ich das etwas mau und vielleicht auch bezeichnend für den Stand der politischen Diskussion in Deutschland.
  2. Der Herr Reuter entwarf das Bild eines Flusses (Kapitalismus), der sich ja zu einem See entwickeln könne. Und meinte dazu, dass man den Kapitalismus „ausschleichen“ könne. Das führte bei den einen zu Gelächter und Kopfschütteln – bei anderen, wie bei Herrn Schachtschneider auf Zustimmung. Mir selbst scheint das eine eher naive Vorstellung darüber zu sein, wie man zu einer anderen Welt gelangen könnte. Sie setzt voraus, dass diejenigen, die bisher profitieren ohne jegliche Gegenwehr aus alle ihre Vorteile und Besitztümer verzichten würden. Wie kann man das glauben, nach der Geschichte der Menschheit, wie wir sie bisher erlebt haben?
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