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Pressemeldung: Stadtwerke Kiel und Neumünster beenden gemeinsames Fernwärmeprojekt

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Die Stadtwerke in Kiel und Neumünster haben ihr gemeinsames Projekt für eine Kooperation auf dem Gebiet der Fernwärmeerzeugung beendet. Das teilte der Kieler Energieversorger am Donnerstag(17. November) mit.„Die Berechnungen unserer Experten haben ergeben, dass für die geplante Fernwärmetransportleitung von Neumünster nach Kiel keine tragfähige wirtschaftliche Rechnung aufgemacht werden konnte. Am Ende wäre das Risiko unvertretbar hoher Fernwärmepreise für die Kunden zu groß gewesen“, erläutert Stefan Grützmacher, Vorstandsvorsitzender der Kieler Stadtwerke, den aktuellen Sachstand. Vor dem Hintergrund der zukünftig ungewissen Entwicklung der Energiepreise sei es für beide Partner nicht möglich gewesen, das Projekt wirtschaftlich darzustellen. Die Investitionen hätten im Grenzbereich gelegen, zu viele Fragen seien zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. „Die wirtschaftlichen Risiken haben schlichtweg überwogen, und das hat uns letztendlich im Einvernehmen mit unseren Partnern in Neumünster zu dieser Entscheidung gebracht. Wenn dann am Ende herauskommt, dass ein solches Projekt zurzeit nicht realisierbar ist, zeigt das vor allem auch, wie ernst es die Stadtwerke mit ihrer Verantwortung nehmen“, so Grützmacher weiter.Technisch sei ein solches Projekt durchaus realisierbar – die geplante Trasse habe sogar im Lauf der Planungen auf33 Kilometer verkürzt werden können, und auch die Leitungsverluste hätten kaum eine Rolle gespielt. Allerdings habe man auch die anhaltende Kritik an der Tatsache zur Kenntnis genommen, dass die Verlagerung der Energieerzeugung nach Neumünster dort zu entsprechend höheren CO2 – Emissionen geführt hätte.

Eines jedoch bleibt klar: Die Stadtwerke Kiel brauchen eine Perspektive für eine eigenständige Erzeugung, um die Versorgung mit Fernwärme und Strom auch in den kommenden Jahrzehnten sicher und preiswert gewährleisten zu können. „Deshalb arbeiten wir derzeit in Abstimmung mit der Stadt Kiel mit Hochdruck an einer Alternative“, so Grützmacher. Im Mittelpunkt solle dabei die dezentrale Erzeugung stehen, darüber hinaus müsse sie für die Stadtwerke wirtschaftlich sein und den Kunden eine sichere und kostengünstige Versorgung gewährleisten. „Es ist unser Ziel, ein solches Konzept, das dann auch den ökologischen Anforderungen des Klimaschutzkonzepts für Kiel genügt, noch im laufenden Jahr zu präsentieren.“

Keine gute Option hingegen ist für die Stadtwerke eine Laufzeitverlängerung des bestehenden Gemeinschaftskraftwerks Kiel (GKK). „Eine Laufzeitverlängerung des GKK ist vor allem nicht nachhaltig und widerspricht somit unserer neuen Unternehmensstrategie, die auf dezentrale und nachhaltige Erzeugungsstrukturen ausgerichtet ist.“ Daher sei sie nur die allerletzte Möglichkeit, wenn alle denkbaren Alternativen zu unverhältnismäßig hohen Kosten für die Kieler Fernwärmekunden führten.

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Written by tlow

19. November 2011 um 13:59

Veröffentlicht in Allgemein, Umwelt

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