KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Vom Wundern alleine wird die Welt nicht besser

with 7 comments

In einem Artikel „Ein Verhältnis zwischen Solidarität und Hilflosigkeit“ in der LinX wird über Occupy Kiel reflektiert. Ich möchte hier die Gelegenheit nutzen auf einige Thesen zu reagieren:

  1. Während sich im Camp Passenten neugierig informieren und viele Kieler das Camp mit Sach- und Geldspenden tatkräftig unterstützen, verhält sich die organisierte Linke gegenüber den Occupies eher ratlos. Sie scheint nicht zu wissen, was sie mit diesem “bunten Haufen“ anfangen soll.
    • Weniger das „bunte“ macht viele Linke ratlos, sondern die Tatsache, dass die globale  Occupy-Bewegung, die Aufstände in Nordafrika und die Streiks in China zwar definitiv antikapitalistisch sind und unterstützenswert. Dass jedoch in Kiel und in vielen anderen Städten eine krude Mischung aus abgedroschen Phrasen, Antisemitismus, Verschwörungstheorien, Zeitgeistbewegung und Freigeld-Sympathisanten vorherrschen. Bunt ist hier nur die Mischung der Verschwörungstheorien.
  2. Im Verlauf der Proteste gegen die Macht der Finanzmärkte schwappte die Occupy-Bewegung vom Rande der Wall Street über den Atlantik nach Europa – sogar bis Kiel.
    • Die Wiederholung macht es nicht wahrer: Bereits im Juli/August bildeten sich Camps in Berlin und Hamburg und es gab dazu auch eine Infoveranstaltung in der Alten Meierei (bei den ach so blöden Linksradikalen), die damals allerdings wenig Interesse fand. Die ersten Camps (z.B. EDJ in Hamburg) bezogen sich noch primär auf die Assambleas in Spanien, wie übrigens auch die Occupy Wall Street (OWS)-Bewegung in den USA. Die waren aber auch damals mehr von Naivität als von Progressivität geprägt. Zu dem Zeitpunkt hat sich in Kiel aber kein Schwein dafür interessiert. Inzwischen glauben aber viele Camper in Kiel, sie wären von Anfang an dabei gewesen, obwohl sie doch nur auf einen fahrenden Zug aufgesprungen sind.
  3. Bei all diesen Unterschieden steht eine moralische Empörung über die “Gier“ von Konzernmanagern und Bankern sowie die Auflehnung gegen die fortschreitende politische Entmündigung als Gemeinsamkeit im Zentrum der Occupy-Bewegung.
    • Auch das vollkommen falsch: Vielleicht war es die spezielle New Yorker Konnexität zur Wall Street, die aus einer primär selbstermächtigenden Bewegung in den Augen mancher eine Bewegung gegen das Finanzsystem machte. Das Abheben auf die „Gier“ an dieser Stelle ruft bei dem sensiblen Leser natürlich sofort die Assoziationen darauf, dass „Gier“ über Jahrhunderte der primäre Vorwurf gegen Juden war. Natürlich ist Gier als solches keine antisemitische Vokabel. Aber warum treffen viele Occupier und Sympathisanten zielsicher immer die Kerbe, in die auch Antisemiten immer wieder schlugen. Wahrscheinlich weil es so einfach ist – keine Gier – keine Probleme?
  4. Basisdemokratische Zielvorstellungen und Umgangsformen haben dabei einen hohen Stellenwert. 
    • Zur Basisdemokratie gehört z.B., dass wichtige Beschlüsse nur von einer Vollversammlung gefällt werden. Im Falle des Twitter-Fail (Tortenwurf-Distanzierung) duldet das Camp aber bis heute, das ein Einzelner ohne Entscheidung für das Camp Position bezieht. Basisdemokratie ist nicht, wenn sich alle ganz dolle liebhaben, sondern wenn Demokratie von unten nach oben aufgebaut ist und eben nicht Einzelne für alle sprechen  oder Entscheidungen dadurch fallen, das Leute einfach machen. Letzteres ist aber, bestätigt aus eigener Erfahrung und Erzählungen, eher vorherrschend im Camp. Die Basisdemokratie im Camp hat große Ähnlichkeiten mit der naiven Vorstellung von Mitglieder der Piratenpartei. Die glauben auch sie hätten die Basisdemokratie erfunden. Und dann wundern sie sich,wenn ihre Vollversammlungen zum Desaster werden.
  5. Sowohl angesichts der unbekümmerten Auseinandersetzung mit dem Finanzmarktkapitalismus als auch angesichts der Popularität der der Occupy-Bewegung reiben sich so manche Linke, die schon lange an diesem dicken Brett bohren, verwundert die Augen (der Autor eingeschlossen).
    • Popularität sieht anders aus. Verwundert sind viele Linksradikale darüber, das Leute bei der Kälte im Zelt übernachten und das Böse in der HSH Nordbank sehen und gleichzeitig bei der Fördesparkasse aufs Klo gehen. Die meinen sie würden das System herausfordern und gleichzeitig Jubilieren, wenn sie von der Stadt geduldet werden und sich sogar von Seiten des Pressesprechers der Stadt Kiel Lob einsammeln. Und dann fragen sie sich nicht: Warum? Dabei liegt die Antwort auf der Hand: Weil sie harmlos sind! Auf eine bedrohliche Bewegung wird der Staat/ die Stadt auch feindselig reagieren. Das heisst: würde Occupy Kiel viele  Sympathien habe, würden sie schneller von der Räumung bedroht sein. Aber wer die Förde Sparkasse so lieb hat, der hat sich bereits verkauft und bezeugt, dass er nicht versteht, wie das System funktioniert. Occupy Kiel ist wie Halloween: Man kann sich zwar erschrecken, aber dann merkt man, dass alles nur Spaß und Show ist. Nur Süßes, nix Saures!?
  6.  Doch die meisten Menschen bewegt in dieser Krise das Symptom, nämlich die Macht der Finanzmärkte, und nicht die Struktur, der Kapitalismus.
    • Ich glaube eher das Gegenteil: Die meisten KielerInnen schließen sich der Bewegung nicht an und unterstützen sie auch nicht, weil sie nicht ihre Sorgen und Nöte trifft. Für die meisten KielerInnen sind das Arbeitslose, Studierende, Spinner, die zu viel Zeit haben und so verrückt sind, sich freiwillig eine Bronchitis zu holen! Andere KielerInnen haben es nicht so gut: Obdachlose haben nicht die Wahl, wie das primär mittelschichtgeprägte Milieu bei Occupy. Die werfen dann auch mal eine Torte. Von denen distanziert sich das Camp dann aber ganz schnell, genau so offenbar auch von Leuten, die kein Abitur haben (real story!).
  7. Im Rahmen einer Bündnisstrategie führt es aber nicht weiter, auf der Basis dieser nicht ganz neuen Erkenntnis oberlehrerhaft mit einer spontanen sozialen Bewegungen umzugehen, die noch nicht marxistisch “erleuchtet“ ist.
    • Dem Satz kann ich voll zustimmen. Auch ich kritisiere die Arroganz mancher KritikerInnen. Wobei auf mich die Occupy-Leute in Kiel genau so oberlehrerhaft rüber kommen: Das gibt sich nicht viel. In Kiel wissen es alle Leute am besten. So manche Einladung zum unverbindlichen Gespräch wurde ausgeschlagen. Nur auf dem eigenen Boden fühlen sie sich die Occupier offenbar sicher, bei ihresgleichen. Vielleicht ist das einfach nur menschlich. Mir sind nun aber bereits zig Geschichten von Leuten bekannt, die dort aufgekreuzt sind und deren Fazit es ist, dass man dort primär Selbstgefälligkeit und Ignoranz vorfindet. Alles andere als die angebliche Offenheit, die nach außen hin gerne verkauft wird. Die Occupier in Kiel sind offenbar oft Leute, die ihre persönliche Lieblings-Verschwörungstheorie bereits gefunden haben. Und die sich gegenseitig dulden. Viel Spaß dabei!
  8. Denn gerade in einer offenen Debatte zur Einschätzung der bestehenden politischen und ökonomischen Verhältnisse und zur Entwicklung von Protest-Widerstandsformen können sowohl die Occupys als auch die organisierte Linke voneinander lernen. Insgesamt kann die Occupy-Bewegung nicht nur eine wichtige Bereicherung des systemkritischen Potenzials in diesem Land sein, sondern auch eine interessante Herausforderung für eine etwas in die Jahre gekommene marxistische Linke mit zum Teil sehr eingefahrenen Erklärungsmustern und Protestritualen. In diesem Sinne ist zu hoffen, dass die Occupy-Bewegung eine längerfristige Perspektive hat und nicht nur ein Hype ist, über den morgen schon niemand mehr spricht.
    • Es ist fraglich, warum hier primär eine ‚marxistische Linke‘ identifiziert wird. Die mag es ja auch (noch) geben – und Staub ist dort auch kein Fremdwort. Es gibt aber auch einige Bewegungen, bereits funktionierende, basisdemokratische Strukturen haben. Die jeden Tag bereits an einer anderen Welt bauen und die ebenso verwundert hören und sehen, was bei Occupy Kiel gesagt, geschrieben und getan wird.

Ich denke es ist den progressiven Kräften ein großer Gefallen getan, wenn Bewegungen wie Occupy Kiel, die es geschafft haben mehr Leute zu verschrecken als die radikale Linke, die die Occupy-Idee in Kiel kaputt gespielt haben, einfach nur scheitern!

Denn es wäre schlimm, wenn die falschen Ansätze tatsächlich populär würden. Wenn man sich auf einmal mit BGE, Talentsystemen, Zeitgeist-Ideen auseinandersetzen müsste, weil zu viele Leute falschen Ideen anhängen. Insofern ist es ermutigend, dass Kiel diesem Camp eher die kalte Schulter zeigt. Die Spenden die dort ankommen stammen von wenigen zig oder hundert Supportern, die oft noch nicht begriffen haben, wie wenig spannendes dieses Camp zu bieten hat.

Zum Abschluss noch mal als Disclaimer: Ich habe nichts gegen Occupy, ich habe viele globale Bewegungen mit großer Sympathie betrachtet und unterstütze gerne jede emanzipatorischen und progressiven Bewegungen, wie z.B. Leute, die sich gegen Möbel Kraft wehren. Aber das, was in Kiel als Occupy verkauft wird, ist nicht das Original, sondern eine Mogelpackung – und das muss auch laut und deutlich gesagt werden, gerade weil die Grundideen gut sind. Und weil es schade ist, das Occupy Kiel immer mehr Leute davon überzeugt, dass Occupy bzw. die Idee dass BürgerInnen gemeinsam etwas bewegen können, Humbug ist, oder dass diese globale Bewegung antiemanzipatorisch wäre.

Würde es hier nur um ein Spinner gehen, die gerne in der Kälte campen würde ich ja nix sagen… dennoch solls das für die nächste Zeit von mir gewesen sein zu Occupy in Kiel. Es ist nicht mehr spannend.


Advertisements

Written by tlow

2. Dezember 2011 um 22:12

7 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Der Artikel in der Linx ist ziemlich lustig. Der Autor meint zwar den absoluten Durchblick zu haben, vercheckt sich mit „marxistischer Linker“ und – jetzt kommts – antideutscher Deutungshoheit total. Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Städten, in denen „Occupy“ genauso politisch affirmativ auftritt wie in Kiel, interessieren sich diejenigen Linken, die der Autor tatschlich meint – nämlich die undogmatische Linke – ja noch für Occupy und versuchen sich in einem kritischen Austausch mit dem Camp. Aber schon das ist dem Autor des Artikels in der Linx schon zu unsolidarisch. Er sagt es zwar nicht so, aber wenn ein Begleiten von Demos und das Besuchen der Krisenratschläge etc. mit eigenen Inhalten von Seiten der undogmatischen Linken schon zu viel der Kritik ist, was bleibt denn dann noch von „Basisdemokratie“ und „gegeseitig von einander lernen“? Wenn der Autor Occupy Kiel selbst von solch einer im Grunde immer noch solidarisch gemeinten Kritik (die vllt. manchmal OberlehrerInnenhaft daher kommt) fern halten will, tut er dem Camp keinen Gefallen. Denn dadurch verliert Occupy Kiel immer mehr an Interesse und wird wirklich nur noch pure Affirmation von „Neuem Politikstil“ a la Albig; Occupy Kiel sollte sich z.B. angesichts der Statements der Stadt im TV mal fragen, ob sie sich echt derart vereinnahmen lassen wollen.

    Schlusseindlich: Der Autor des Linx Artikels ist seit langer Zeit bei Attac. Ich würde einfach mal behaupten, dass es nicht die undogmatische antikapitalistische Linke ist, die sich verwundert die Augen reibt und in Popularitätsneid verfällt, sondern in erster Linie attac, die nämlich argumentatorisch (böses Finanzsystem das besteuert gehört) und aktionistisch immer sehr ähnlich auf gestellt waren wie occupy und nun sehen dass solche allgemeinplätze und unverbindlichkeiten auch ohne sie gehen.

    nosferatomonos

    4. Dezember 2011 at 10:42

  2. Zitat tlow:
    „Von denen distanziert sich das Camp dann aber ganz schnell, genau so offenbar auch von Leuten, die kein Abitur haben (real story!).“

    Hast du da einen Link für die real story?

    Ich würde Andreas von Attac in gewisser Weise recht geben: Es macht keinen Sinn, im Occupy Camp nach „Verbündeten“, „Gleichgesinnten“ etc. zu suchen. Wenn zum „Vernetzungstreffen“ die Leute in großer Zahl ankommen, nur um ihre Angel da reinzuhalten, was soll dabei NEUES rauskommen?

    Teilweise wurde da an Terminangeboten des Camps rumgenörgelt, weil dann bestimmte Leute, die sich offenbar für unverzichtbar halten (Andreas M., Uwe S.), gerade keine Zeit/ zu viel um die Ohren haben. Die Occupy-Arbeit sei nicht effizient genug, müsse sich besser abstimmen. Auf einmal glauben alle, dass durch Occupy die große Vereinigung der Linken möglich sei. Diese Trittbrettfahrer werden Occupy kaputt machen, nicht die radikale Linke, wie du am Ende schreibst („die radikale Linke, die die Occupy-Idee in Kiel kaputt gespielt haben“).

    Occupy Kiel ist für mich nicht rational verstehbar. Aber warum sollte das auch so sein?
    Das Interview mit Radio Gaarden hat mich teilweise erschrocken. Da war auch davon die Rede, den Job zu kündigen – wegen des Camps!
    http://www.radio-gaarden.de/audio

    Klar, die werden irgendwann auf dem Boden aufprallen. Aber das heißt nicht, dass die bestehenden linken Gruppen irgend etwas besser machen. Was haben die denn in jahrzehntelanger Arbeit erreicht? Sind die vielleicht auch staatstragend?

    War die Kommune 1 unpolitisch?

    Nein, die Occupy-Bewegung ist nicht „harmlos“. Das Lob des Pressesprechers bedeutet nicht, dass die Stadtverwaltung über die politische Unaufgeklärtheit der Camper freut. Sie ist wahrscheinlich so ratlos wie die radikale Linke.

    Die Tortenwurf-Distanzierung war absolut unnötig. Aber wie es aussieht, lässt sich die Blödheit noch steigern: Weil Albig laut eigenen Angaben „Beschwerdebriefe“ wegen des Camps bekommen hätte (nicht zu fassen, die Occupier glauben offenbar diesen Schwachfug), wurde im Plenum dazu aufgerufen, dem Albig Mails zu schreiben, wie toll das Camp doch sei …

    … fremdschäm …

    Also, da wird man lange nach einer politischen Agenda suchen …

    Der Punkt ist aber, dass die mit 24/7-Protest und neuen Gesichtern eine neue Situation schaffen – was du einfach nicht wahrhaben willst. Dieser „Twitter-Fail“ sowie dein Gemecker darüber: irrelevant.

    Du hast recht, diese Bewegung ist keine „bereits funktionierende“.

    Zitat tlow:
    „Es gibt aber auch einige Bewegungen, die bereits funktionierende, basisdemokratische Strukturen haben. Die jeden Tag bereits an einer anderen Welt bauen […]“

    Welche Bewegungen meinst du?

    Zitat tlow:
    „Wobei auf mich die Occupy-Leute in Kiel genau so oberlehrerhaft rüber kommen: Das gibt sich nicht viel. […] So manche Einladung zum unverbindlichen Gespräch wurde ausgeschlagen. Nur auf dem eigenen Boden fühlen sie sich die Occupier offenbar sicher, bei ihresgleichen. […] Die Occupier in Kiel sind offenbar oft Leute, die ihre persönliche Lieblings-Verschwörungstheorie bereits gefunden haben.“

    Diese Erfahrung kann ich absolut nicht teilen. Kannst du das mal näher ausführen?

    stefle

    8. Dezember 2011 at 02:30

    • Occupy Kiel will nichts ändern, sondern nur labern und sich gut dabei fühlen. Mehr schreibe ich dazu nicht mehr.

      tlow

      8. Dezember 2011 at 02:52

  3. Uff

    anonyma

    8. Dezember 2011 at 13:01

  4. Hey tlow, the show must go on!

    Zitat: „Occupy Kiel will nichts ändern, sondern nur labern und sich gut dabei fühlen.“

    Erstens: „Nur labern“ ist eine ziemlich starke Untertreibung für das, was Occupy Kiel ausmacht. Erstens sind Diskussionen notwendig, denn nur über diese kann Veränderung erfolgen. Werden sie nicht mehr geführt, ist eine Gesellschaft „tot“ (Hannah Arendt) und droht im Totalitarismus zu versinken. Zweitens machen die Occupyer ja gerade mehr als das, sie füllen den öffentlichen Raum mit neuer Bedeutung, sie besetzen Grund und Boden, sie sind ein klein wenig auch der Prototyp einer solidarischen Gesellschaft.

    Zweitens muss ich deine in diesem Zusammenhang stehende eigene Einstellung kritisieren. Du schreibst: „Auch ich kritisiere die Arroganz mancher KritikerInnen.“ Wenig später schiebst du jedoch nach: „(…) es wäre schlimm, wenn die falschen Ansätze tatsächlich populär würden.“ Das impliziert für mich, dass du einige Ansätze, die im Camp kursieren, für „falsch“ hältst. Ich bin der Meinung, dass es statt „falscher“ Ansätze nur individuell verschiedene Ansätze gibt, und jedes Individuum mitsamt seiner Sichtweise ist es für mich wert gehört zu werden. Verdammt man jemandes Sicht als schlicht „falsch“, ist das für mich eine Form des (niedrigschwelligen) Faschismus, weil man sich selbst über jemand anderes erhebt. Denn niemand hat die Weisheit für sich gepachtet, die eine Wahrheit gibt es schon mal gar nicht. Deswegen halte ich auch die Bewertung der Ansichten der Bewegung als „naiv“ für eine Bewertung, die mehr über die Kritiker als über die Kritisierten aussagt. Wer sich selbst über andere erhebt – und sei es nur mental, ist bereits an der ersten Voraussetzung für eine gleichberechtigte Gesellschaft gescheitert. Unter anderem diese Einsicht, die ich dem Kieler Camp verdanke, ist einer – vielleicht sogar eine der wichtigsten – Gründe, warum man in der Occupy Bewegung weiterhin tätig werden sollte (Kritik miteingeschlossen!).

    MfG, Momo

    Momo

    9. Dezember 2011 at 19:10

    • „Verdammt man jemandes Sicht als schlicht „falsch“, ist das für mich eine Form des (niedrigschwelligen) Faschismus, weil man sich selbst über jemand anderes erhebt“ 2plus2 gleich 5, da lass ich mich von den niedrigschwelligen faschistInnen nich rein reden, egal ob rot oder braun, außerdem is die cdu doof aber die spd cool weil albig nett is der lässt uns campen, ergo sind leude die ihm ne torte ins gesicht torten auch tendenziell unterschwellig faschistisch (da erhebt sich so nen obdachloser über den OB), schließlich kritisier ich nich die sparkasse denn die lassen uns aufs klo gehen und bau darauf dann meine bankenkritik auf – böse deutsche bank, böse hsh nordbank, aber die im gesunden volkskörper verwachsene sparkasse is top, vor allem wie gründlich deren schlechtbezahlten putzdienste unseren kot vom klo abkratzen, astrein, da sind unsere kapitalien gut angelegt (und unsere fäkalien gut reingelegt). schließlich üb ich dann mal so als individuum meine zinskritik und personalisier ein bisschen, wer mir da mit verkürzter kapitalismuskritik kommt is halt ne(n) unterschwelliger faschist(in) denn ich als individuum muss mit meiner meinung egal was is ernst genommen werden, also haltets maul ihr nazi-linken.

      nosferatomonos

      2. Januar 2012 at 15:58

  5. Papperlapapp! OccupyKiel besetzt überhaupt nichts. Die Campen. Herrgott. Hätte ich gewusst, dass die Campingurlaube in meiner Kindheit auch einen politischen Charakter gehabt haben…

    mettskillz

    9. Dezember 2011 at 21:23


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: