KielKontrovers

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Archive for März 2013

Wie findet ihr die Marke Kiel.SAILING City?

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Written by tlow

31. März 2013 at 11:23

Veröffentlicht in Allgemein, Umfrage

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Imagefilm Kiel #kielfailingcity

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Es gibt einige Schubladen, in die man Dinge, Begriffe oder auch Städte stecken kann. Eines der Probleme von Kiel ist, dass man es gerne auf das Segeln reduziert. Und die Kieler Korruptionswochen.

Aus der Not eine Tugend machen. Das war wohl der Kerngedanke der Image-Kampagne der Stadt Kiel. Man könnte auch ein weiteres mal betonen, dass Kiel „maritime“ Qualitäten hat. Dafür gibts jetzt sogar auch ein eigenes Viertel.

Diese Kampagne ist ungefähr so intelligent, als wenn sich Paris Eifelturm-City oder Lübeck Marzipan-Town nennen würde. Man muss nichts, worauf man eh schon reduziert wird weiter betonen. Außer man hat das mit dem Marketing und dem USP (Universal Selling Proposition, Alleinstellungsmerkmal) total verinnerlicht, aber auch nicht wirklich begriffen.

Es gibt da immerhin in der Politik hier und da inzwischen Widerstände gegen diese platte Vermarktung. Die Position der FDP ist aber dagegen klar.

Hier nun also der Imagefilm zur Kamapagne auf Vimeo: http://vimeo.com/56909260 . Die tolle Kamapgne hats leider nicht hinbekommen ihren eigenen Imagefilm in ihren eigenen Youtube-Kanal hochzuladen. Daher hier nix zum einbetten und abspielen. Auch das spricht Bände. Kurz zum Imagefilm-Inhalt. Außer Wassersport gibt es in Kiel offenbar nur noch Radfahren,Fisch und Kieler Woche. Also kein Grund nach Kiel zu kommen. Davon abgesehen werden Touristen lange suchen müssen nach eine Fisch-Restaurant. Sowas gibts hier nämlich fast gar nicht, außer Fischers Fritz (Hotel Birke). Hier gibts mehr Sushi-Bars.

Sowas wie Gaarden fehlt natürlich vollkommen, obwohl es hier noch ein wenig Urbanität gibt:

Elisabethstraße in Kiel Gaarden

Elisabethstraße in Kiel Gaarden (Photo credit: Witz und Verstand)

Das Problem ist auch nicht so sehr eine bessere Vermarktung, sondern die Vermarktung als Gedanke selbst. Es bedeutet immer Reduzierung – die Stadt wird zum Produkt, die Bürger*innen zur Staffage – und alles was stört und nicht zum Marketing passt wird ignoriert, ausgeblendet, abgerissen, vernichtet. Wie z.B. alte Eichen, die im Weg stehen.

So werden dann Ecken und Nischen zerstört, die nicht monetarisierbar scheinen. Die einfach nur sind und oftmals von Bürger*innen und sogar Besucher*innen einfach nur genutzt werden, ohne das Geldscheine die Besitzer*in wechselt.

Tja, wenn man im Prüner Schlag hätte segeln können, wäre es sicher vor Bebauung gewesen. Leider passt das mit dem Wasser und dem Bauen immer so schlecht zusammen. Jedenfalls scheint die ganze Kampagne ebenfalls auf Sand gebaut und eher dazu geeignet Kiel unattraktiver für das Wohnen und Leben zu machen. Ohne die Kampagne würde ja niemandem das Segeln verboten. Was solls also?

Kiel FAILING CIty

Kommunalwahl Kiel 2013: Die FDP #kwkiel

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FDP-Mitmachzentrum

FDP-Mitmachzentrum (Photo credit: Liberale)

Die FDP ist die kleine Schwester der CDU in der Kieler Ratsversammlung. Sie sind noch etwas verplanter, wie z.B. bei der großen Haushaltsdebatte, wo sie ihr Feuer (also ihre Redezeit) so schnell verschossen, dass sie nachher auf Minutenschenkungen anderer Fraktionen angewiesen waren. Da geht manchmal das Temperament mit ihnen durch. Auch sie ereifern sich gerne gegen die „Bimmelbahn“ (FDP-Slang für Stadtregionalbahn) und stehen natürlich immer auf Seiten der Wirtschaft und des Mittelstandes.

Mir fällt zur FDP wenig mehr ein und vielleicht sagt das mehr als alles andere. Sie setzen hier und da Akzente, fragen auch mal in Kleinen Anfragen kritisch nach, aber Oppositionsarbeit oder einen Roten (oder Gelben) Faden kann man schwerlich erkennen.

Aber vielleicht habt ihr Leser dazu mehr Meinung? www.fdp-kiel.de

 

Aber diese Pressemitteilung (PDF) fand ich doch auch sehr lustig:

Ratsfraktion der FDP Kiel fordert Ende des Image-Bla-Blas.
Zu der Absicht der Oberbürgermeisterin die Marke Sailing City auf den Prüfstand stellen zu wollen, bemerkt der Fraktionsvorsitzende der FDP Ratsfraktion Kiel, Hubertus
Hencke:
„Die Ratsfraktion der FDP Kiel erlaubt sich, die Oberbürgermeisterin daran zu erinnern,
dass Sie selbst im Wahlkampf gefordert hatte, kein Image-Bla-Bla betreiben zu wollen.
Die Stadt muss sich um ihre Standortqualität und Standortwerbung kümmern. Dazu ist
eine Marke entwickelt worden, die von der Politik immer wieder überprüft worden ist.
Entscheidend ist aber, die Marke mit Leben zu füllen. Es mag für eine Anglistin schwer
nachvollziehbar zu sein, dass sich der Begriff „Sailing“ auch mit Begriffen wie Norden,
Erneuerung, Fortbewegung, Wissenschaft und Technik verknüpfen lässt. Eine Marke
kann aber abweichend von sprachwissenschaftlichen Untersuchungen wirken. Dies
verdeutlichen unzählige Beispiele auf dem Produktmarkt. Wer hätte sprachlich Kondensmilch mit Bärenmarke verbunden?
Die Kieler Wirtschaft und die Kieler Unternehmer dürfen nicht erneut mit einer Markendiskussion belastet werden, obwohl sie nun seit Jahren versuchen, diese Marke aufzubauen und über Kiel hinaus zu verankern.
Die FDP Ratsfraktion Kiel spricht sich deshalb deutlich gegen einen erneuten Markenbildungsprozess aus. Die Stadt muss durch eine werbende Standortpolitik die Marke
Sailing-City stützen und bereichern.

 

Na DAS ist ne Marke …

Written by tlow

31. März 2013 at 10:24

Veröffentlicht in Rathaus, Wahlen

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Kommunalwahl Kiel 2013: Die Linke #kwkiel

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Logo of the German political party Die Linke

Logo Die Linke (Photo credit: Wikipedia)

Die LINKE, so könnte man meinen, wäre die eigentliche und radikale Opposition in der Kieler Ratsversammlung. Ab und zu hoppeln sie auch an den Rednerpult und ergeht sich in Verbalopposition. Auffällig ist allerdings, dass häufiger als durch Opposition (also NEIN) die LINKE mit einem JEIN (also Enthaltung) auffällt. Außer einigen Lieblingsprojekten und spontan wirkenden Anträgen (wie der zur Einrichtung einer von OB Gaschke angedachten Wohnungsbaugesellschaft) kamen wenig Impulse. Die Spaltung in zwei Fraktionen hat auch ihr übrigens zum Verlust von Substanz beigetragen. Oft sprang der Fraktionsvorsitzende in die Kanzel um Herrn Albig gegenüber der CDU zu verteidigen. Dabei im Tonfall immer etwas oberlehrerhaft wirkend.

In manchen Teilbereichen haben sie durchaus kleine Erfolge erzielt. Nach der Halbzeit und einer Umstrukturierung in der Fraktion wurde ihre Pressearbeit auch merkbar besser. Ganz klar ist aber: Die LINKE hat viele der Wähler*innen enttäuscht und nach ihrem Abschneiden bei der letzten Landtagswahl ist klar, dass ein vergleichbares Ergebnis wie 2008 mit rund 8 Prozent ist dieses mal nicht zu rechnen. Sie müssen froh sein, dass es keine 5-Prozent-Hürde mehr bei Kommunalwahlen gibt, sonst müssten sie um den Wiedereinzug bangen.

Erwähnenswert ist, dass eine Person wie Martin Schmielau, der früher bei der Partei Rechtsstaatliche Offensive Verantwortlung getragen hat (Quelle) auf der Liste antreten darf. Offenbar gibts dar gar keine Berührungsängste mehr gegen rechts. Das ihr bester Mann, Florian Jansen, lediglich auf Platz 4 (und damit einer Wackelposition) gesetzt wurde, erstaunt auch sehr.

 

Written by tlow

31. März 2013 at 01:00

Veröffentlicht in Rathaus, Wahlen

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Kommunalwahl Kiel 2013: Die CDU #kwkiel

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Deutsch: Logo der CDU

Logo der CDU (Photo credit: Wikipedia)

Die CDU ist in Kiel die größte Oppositionspartei. Sie gibt sich auch gerne regierungsbereit. Ihr oppositionelles Profil ist allerdings schwach. Im OB-Wahlkampf wurde der eigene Kandidat kaum unterstützt, sie gilt als zerstritten und die interne Kommunikation funktioniert bei weitem nicht so gut, wie bei der SPD.

Sie gibt sich als Law & Order-Partei mit einem starken Schwerpunkt auf Schulpolitik. Am 24. März veröffentlichte sie unter dem Titel CDU Kiel: Themenstark in den Kommunalwahlkampf eine Presseerklärung, wo über das beschlossene Kommunalwahlprogramm berichtet wurde. Bezeichnender weise ist dieses in dieser Pressemitteilung selbst nicht verlinkt. Prominenter sind da eher ihre Kieler Leitlinien aus 2011. Auf der Seite zur Kommunalwahl 2013 findet man aber diesen Hinweis:

Diese Unterseiten zur Kommunalwahl werden demnächst um weitere Informationen zu den Kandidaten und zum Wahlprogramm ergänzt.  Schauen Sie also mal wieder vorbei!

Die CDU konzentriert sich in ihrer Kritik auf die Großprojekte wie Stadtregionalbahn und Innenstadt-Kanal. Dies war schon im OB-Wahlkampf erkennbar. Allerdings arbeiten sie sich dabei oft an dem Thema Stadtregionalbahn vs. Eletromobilität ab und wollen damit die Kompetenz der GRÜNEN untergraben. Elektrobusse statt Stadtregionalbahn als Idee. Das Problem ist aber tatsächlich, dass hier die Technik weit weniger weit ist und schienengebundene Systeme Bussystemen immer in der Leistungsfähigkeit überlegen sind. Hier werden sie vielleicht manchen Wähler überzeigen, aber nicht wegen der besseren Argumente.

Im März beklagte man sich in einer Aktuellen Stunde in der Ratsversammlung darüber, dass die CDU bzw. die Ratsversammlung nicht frühzeitiger von Beschlussvorlagen erfuhr im Zuge der Umstrukturierung der Förderzentren in Kiel. Ist man in vielen Vorgängen Teil der Nicht-Öffentlichkeit, wie bei den verschwiegenen Kostensteigerungen des Zentralbads, so fürchtet man hier wohl eher um die eigene Machtstellung und den Gesichtsverlust aufgrund mangelnden Wissens. Die Verwaltung hatte aber in dem Fall gut begründen können, warum sie bestimmte Papiere nicht öffentlich machte. Um Öffentlichkeit und Transparenz ging es der CDU wohl auch weit weniger, als dass sie selbst mit einbezogen werden wollte.

Aufgrund ihrer Gespaltenheit  und Unprofessionalität ist nicht zu erwarten, dass die CDU einen Überraschungssieg einfährt. Viele Bürger wissen auch, dass die CDU bei den wichtigen Projekten in Kiel, wie der Möbel Kraft-Ansiedlung oder dem Zentralbad immer an der Seite der SPD stand. Mitgefangen, Mitgehangen muss man da sagen. Eine echte Alternative stellt die CDU daher 2013 nicht dar. nicht zuletzt natürlich auch durch eine eher rechte bis rechtsradikale inhaltliche Ausrichtung und Personaltableau.

 

 

 

Written by tlow

31. März 2013 at 00:31

Kommunalwahl Kiel 2013: Die SPD, der SSW #kwkiel

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Emblem of the Social Democratic Party of Germa...

(Photo credit: Wikipedia)

Der SSW hat in Kiel so wenig inhaltliches Profil, dass ich ihn mit der SPD im Verbund abhandle. Mehr ist dazu aber auch nicht zu sagen. Eine Stimme für den SSW ist eine Stimme für den SSW. Und es ist zweifelhaft, ob der SSW es 2013 wieder in die Ratsversammlung schafft.

Die SPD ist unzweifelhaft die stärkste politische Kraft in Kiel. Viele Mitglieder, gut vernetzt, überall vertreten und taucht auch überall auf. Während z.B. CDU-Vertreter im Ortsbeirat Gaarden oft desinformiert wirken, wurden SPD-Ortsbeiratsmitglieder oft offenbar intern über Fakten gebrieft. Ob das guter politischer Stil ist, ist eine andere Frage. Die SPD ist also so ein wenig die CSU Kiels. Man kommt nicht an ihr vorbei. Ämterhäufung ist an der Tagesordnung. Ob nun gerade bei Personen wie Müller-Beck als u.a. DGB-Vorsitzender und Staatssekretär oder dem ehemaligen OB-Bewerber und ehemaligen Jobcenter und AWO-Chef Gerwin Stöcken. SPD-Filz wohin man schaut in Kiel.

Der Politikstil der SPD bedeutet auch primär sich über Bürger*innenmeinung hinweg zu setzen. Man versteht sich als so bürgernah, dass man eigentlich meint auf Demokratie und Bürgerbeteiligung verzichten zu können. Natürlich schreibt man Bürgerbeteiligung dennoch, WIE ALLE, groß, denn es gilt als Synonym für Bürgernähe. Man beteiligt den Bürger, auch wenn man eh immer eins ist mit dessen Auffassung.  Wahlen werden so zum reinen Ritual. Wer kann der SPD schon gefährlich werden außer dem Kooperationspartner, dem GRÜNEN? Aber noch sind die GRÜNEN Juniorpartner.

Als größte Fraktion stellt die SPD die Stadtpräsidentin, und auch in zweiter Amtszeit die Kandidatin der SPD: die Oberbürgermeisterin.

Generell arbeitet die SPD recht professionell und effizient und macht weniger Fehler in der tägliche Arbeit als andere Fraktionen. Bzw. schafft sie es durch ihre Stärke Fehler unsichtbar zu machen und vieles hinter verschlossenen Turen zu klären. Die SPD ist auch die teuerste Fraktion im Rat, was man immer bedenken sollte, wenn die SPD besonders gerne auf der kleinsten Fraktion, der Direkten Demokratie, herumhackt. Ratsabgeordnete bekommen eine Aufwandsentschädigung für ihre Ratstätigkeit, für Ausschussarbeit und für Verdienstausfälle.

Generell fährt die SPD in Kiel einen eher unauffälligen und keinen vergleichsweise extremen Kurs. Man versucht alles richtig zu machen und hängt sich dabei an die großen META-Debatten an. Damit trägt die SPD auch ihre großen Teil zur Gewöhnlichkeit von Kiel bei. Man macht jeden Trend mit, verschläft ihn aber meist um einige Jahrzehnte. So war man treibende Kraft bei der Abschaffung der Straßenbahn und nun bei der Wiedereinführung. Man hat „fußnahe“ Bäder mit allen Mitteln verteidigt, nur um sie abzuschaffen. Die Politik der SPD ist immer natürlich alternativlos. Diskutiert wird dabei eher intern und nicht mit dem politischen Gegner. Zur Opposition komme ich noch in späteren Artikeln, man kann aber hier schon konstatieren, dass diese quasi nicht-existent ist. Was ich übergroße Kooperation nenne, bedeutet, dass in Kiel viele Fragen gar nichts diskutiert, sondern durch die Bank weg beklatscht und durchgewunken werden. Das macht es der SPD und der OB das „Durchregieren leicht“. Denn die Opposition ist öfters mehr bemüht sich gegenseitig ein Bein zu stellen, oder sich regierungsfähig zu geben, als den Finger in die Wunde zu legen.

 

Unter dem Strich: Ja, die Politik macht schlechte Politik, aber das liegt auch an der schlechten Opposition.

 

Written by tlow

29. März 2013 at 14:13

Kommunalwahl Kiel 2013: Die GRÜNEN #kwkiel

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Ich will, sofern ich es schaffe zu allen Parteien die antreten zur Kommunalwahl einen kleinen Artikel schreiben. Eine Wahlempfehlung spare ich mir. Hashtag zur Kommunalwahl ist #kwkiel (Kommunalwahl Kiel)

Die GRÜNEN haben in kaum einer Stadt wie in Kiel so ihren eigenen Ursprung verraten. Früher die Partei der Bürgerinitiativen – heute lösen sie nur noch Kopfschütteln bei Bürgerinitiativen und Umweltverbänden aus. Von den Baumschützern zu den Baumkillern.

Man hat fast das Gefühl sie genießen es, gegen ihre Prinzipien zu verstoßen, um dem Bürgertum zu beweisen wie weit sie doch im Mainstream angekommen sind. So weit, dass sogar mancher CDU-Ratsherr oder Ortsbeiratsmitglied grüner wirkt als diese Gesellen.

Dabei kriegen sie es hin das eine zu sagen und das andere zu tun. Auf dem Papier z.B.  loben sie Gärten (Gemeinschaftsgärten Die Entdeckung des Miteinander), gleichzeitig sind sie die Paten für die größte Vernichtung von Kleingartenraum (Stichwort Möbel Kraft), die Kiel je gesehen hat. So als ob das Stichwort Naherholung für sie ein Fremdwort geworden wäre. Einer der ältesten Armengärten Deutschlands wird vernichtet und die GRÜNEN klopfen sich dafür stolz gegenseitig auf die Schultern.

Sie streuen den Bürgern Sand in die Augen, in dem sie nahelegen, dass Kleingärten zu Gemeinschaftsgärten umgewandelt würden.

Ein prominentes Opfer in den eigenen Reihen hat das gekostet: Björn Sander trat erst als umweltpolitischer Sprecher zurück und dann als Ratsmitglied. In der nächsten Ratsversammlung wird er nicht mehr antreten. Und damit vielleicht ein Teil des grünen Gewissens, dass es sicher auch noch in der Basis gibt.

Beflügelt von Erfolgen in Baden-Württemberg und anderswo schielen die GRÜNEN sicher auch in Kiel auf die 20-Prozent-Grenze. Man kann nur hoffen, dass die Kieler*innen kein kurzes Gedächtnis haben. In Kiel sind die GRÜNEN zudem dafür bekannt, dass sie gerne mal die Seiten wechseln – mal in einer Schwarz-Grünen, mal in einer Rot-Grünen Kooperation. Auf der Strecke blieb dabei offensichtlich der Kerngedanke der GRÜNEN.

Pressemitteilungen wie diese wirken dazu eher wie ein billiges Feigenblatt:

Bau von Möbel Kraft nur im Einklang mit Naturschutzrecht – 07.03.2013

Nachdem die Verwaltung die aktuelle geschäftliche Mitteilung zu Möbel Kraft zurückgezogen hat erklären die ListenkandidatInnen der Kieler Grünen Martina Baum und Dirk Scheelje:

Auch wenn die Verwaltung ihre aktuelle geschäftliche Mitteilung zu Möbel Kraft zurückgezogen hat, besteht für uns kein Zweifel daran, dass eine Umsetzung des Möbel Kraft Projekts nur möglich sein wird, wenn das Naturschutzrecht vollständig beachtet wird. Nachdem sich herausgestellt hat, dass auf dem zu bebauenden Gelände extrem seltende Fledermausarten anzutreffen sind, ist eine Naturschutzmaßnahme erforderlich, die den Lebensraum dieser Tiere erhält. Dies wird nur möglich sein, wenn die nicht von Möbel Kraft benötigten Grünflächen im vollen Umfang erhalten und ökologisch aufgewertet werden so, dass den Fledermäuse rechtzeitig vor Baubeginn ein alternativer Lebensraum angeboten werden kann. Wir bitten die Verwaltung deutlich zu machen, dass dies außer Frage steht.

Es gäbe da noch mehr zu berichten über die Feldstraße und andere Orte und der neueste Witz – die Zerstörung eines der wenigen schönen Fleckens in der Altstadt – die Abholzung einer alten Eiche für den Bau eines Betonklotzes. Auch hier scheint man ganz esoterisch der Meinung zu sein: Je höher das Opfer, desto größer der Erfolg?

s.a. Petition

Ich denke nein, die Altstadt wird nicht durch das Fällen eines einzigen Baumes gerettet. Jahrzehntelange Fehlplanung kann man nicht durch Opfergaben ins Gegenteil verkehren. So viel Aberglaube ist schon erstaunlich. Ist nicht gerade das Fehlen von Bäumen in der unmittelbaren Altstadt ein Problem. Ach ja, die kann man dann ja neu pflanzen. Das zeigt dann ja auch der Entwurf zum Innenstadtkanal:

Das ist weil … Kiel hat kein Geld, da ists billiger neu zu pflanzen als Bestand zu pflegen. Und die Bäume haben scheinbar auch fast einen ganze Quadratmeter an der Wurzel um sich mal so richtig auszubreiten. Ist doch viel besser so?

Stadtplanung ala Bürgermeister Todeskino sieht aus wie Modelleisenbahn-Landschaft. Also man möchte es gerne wie im Film Smalltown Kiel:

Vor Ort siehts aber eigentlich anders aus. Und da bieten alte Eichen eben auch Schatten ganz umsonst. Und die Bäume am geplanten Innenstadtkanal müssen erst mal diese Größe erreichen, um Schatten zu spenden. Und v.a. ob nun die eine Eiche oder der Armengarten, es gibt Dinge, die sind eben unwiederbringlich verloren. Wie auch die früheren Häuser am Sophienblatt (80er Jahre) oder die Straßenbahn. Können wir einfach mal weniger kaputt machen, was wir dann für teures Geld wieder neu bauen, pflanzen, anlegen,… Wenn ihr Gemeinschaftsgärten so toll findet, leibe GRÜNE, warum habt ihr dann nicht mit dem ansässigen Verein ein Modellprojekt versucht das auch leerstehende Gärten wiederbelebt hätte, anstatt da einen Klotz Möbel Kraft drauf zu setzen? Auch wenns da Gartenmöbel gibt, trägt das ja nicht wirklich zu der Erneuerung einer Gartenkultur bei!

Weblinks

Written by tlow

26. März 2013 at 16:33

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