KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Kommunalwahl Kiel 2013: Die GRÜNEN #kwkiel

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Ich will, sofern ich es schaffe zu allen Parteien die antreten zur Kommunalwahl einen kleinen Artikel schreiben. Eine Wahlempfehlung spare ich mir. Hashtag zur Kommunalwahl ist #kwkiel (Kommunalwahl Kiel)

Die GRÜNEN haben in kaum einer Stadt wie in Kiel so ihren eigenen Ursprung verraten. Früher die Partei der Bürgerinitiativen – heute lösen sie nur noch Kopfschütteln bei Bürgerinitiativen und Umweltverbänden aus. Von den Baumschützern zu den Baumkillern.

Man hat fast das Gefühl sie genießen es, gegen ihre Prinzipien zu verstoßen, um dem Bürgertum zu beweisen wie weit sie doch im Mainstream angekommen sind. So weit, dass sogar mancher CDU-Ratsherr oder Ortsbeiratsmitglied grüner wirkt als diese Gesellen.

Dabei kriegen sie es hin das eine zu sagen und das andere zu tun. Auf dem Papier z.B.  loben sie Gärten (Gemeinschaftsgärten Die Entdeckung des Miteinander), gleichzeitig sind sie die Paten für die größte Vernichtung von Kleingartenraum (Stichwort Möbel Kraft), die Kiel je gesehen hat. So als ob das Stichwort Naherholung für sie ein Fremdwort geworden wäre. Einer der ältesten Armengärten Deutschlands wird vernichtet und die GRÜNEN klopfen sich dafür stolz gegenseitig auf die Schultern.

Sie streuen den Bürgern Sand in die Augen, in dem sie nahelegen, dass Kleingärten zu Gemeinschaftsgärten umgewandelt würden.

Ein prominentes Opfer in den eigenen Reihen hat das gekostet: Björn Sander trat erst als umweltpolitischer Sprecher zurück und dann als Ratsmitglied. In der nächsten Ratsversammlung wird er nicht mehr antreten. Und damit vielleicht ein Teil des grünen Gewissens, dass es sicher auch noch in der Basis gibt.

Beflügelt von Erfolgen in Baden-Württemberg und anderswo schielen die GRÜNEN sicher auch in Kiel auf die 20-Prozent-Grenze. Man kann nur hoffen, dass die Kieler*innen kein kurzes Gedächtnis haben. In Kiel sind die GRÜNEN zudem dafür bekannt, dass sie gerne mal die Seiten wechseln – mal in einer Schwarz-Grünen, mal in einer Rot-Grünen Kooperation. Auf der Strecke blieb dabei offensichtlich der Kerngedanke der GRÜNEN.

Pressemitteilungen wie diese wirken dazu eher wie ein billiges Feigenblatt:

Bau von Möbel Kraft nur im Einklang mit Naturschutzrecht – 07.03.2013

Nachdem die Verwaltung die aktuelle geschäftliche Mitteilung zu Möbel Kraft zurückgezogen hat erklären die ListenkandidatInnen der Kieler Grünen Martina Baum und Dirk Scheelje:

Auch wenn die Verwaltung ihre aktuelle geschäftliche Mitteilung zu Möbel Kraft zurückgezogen hat, besteht für uns kein Zweifel daran, dass eine Umsetzung des Möbel Kraft Projekts nur möglich sein wird, wenn das Naturschutzrecht vollständig beachtet wird. Nachdem sich herausgestellt hat, dass auf dem zu bebauenden Gelände extrem seltende Fledermausarten anzutreffen sind, ist eine Naturschutzmaßnahme erforderlich, die den Lebensraum dieser Tiere erhält. Dies wird nur möglich sein, wenn die nicht von Möbel Kraft benötigten Grünflächen im vollen Umfang erhalten und ökologisch aufgewertet werden so, dass den Fledermäuse rechtzeitig vor Baubeginn ein alternativer Lebensraum angeboten werden kann. Wir bitten die Verwaltung deutlich zu machen, dass dies außer Frage steht.

Es gäbe da noch mehr zu berichten über die Feldstraße und andere Orte und der neueste Witz – die Zerstörung eines der wenigen schönen Fleckens in der Altstadt – die Abholzung einer alten Eiche für den Bau eines Betonklotzes. Auch hier scheint man ganz esoterisch der Meinung zu sein: Je höher das Opfer, desto größer der Erfolg?

s.a. Petition

Ich denke nein, die Altstadt wird nicht durch das Fällen eines einzigen Baumes gerettet. Jahrzehntelange Fehlplanung kann man nicht durch Opfergaben ins Gegenteil verkehren. So viel Aberglaube ist schon erstaunlich. Ist nicht gerade das Fehlen von Bäumen in der unmittelbaren Altstadt ein Problem. Ach ja, die kann man dann ja neu pflanzen. Das zeigt dann ja auch der Entwurf zum Innenstadtkanal:

Das ist weil … Kiel hat kein Geld, da ists billiger neu zu pflanzen als Bestand zu pflegen. Und die Bäume haben scheinbar auch fast einen ganze Quadratmeter an der Wurzel um sich mal so richtig auszubreiten. Ist doch viel besser so?

Stadtplanung ala Bürgermeister Todeskino sieht aus wie Modelleisenbahn-Landschaft. Also man möchte es gerne wie im Film Smalltown Kiel:

Vor Ort siehts aber eigentlich anders aus. Und da bieten alte Eichen eben auch Schatten ganz umsonst. Und die Bäume am geplanten Innenstadtkanal müssen erst mal diese Größe erreichen, um Schatten zu spenden. Und v.a. ob nun die eine Eiche oder der Armengarten, es gibt Dinge, die sind eben unwiederbringlich verloren. Wie auch die früheren Häuser am Sophienblatt (80er Jahre) oder die Straßenbahn. Können wir einfach mal weniger kaputt machen, was wir dann für teures Geld wieder neu bauen, pflanzen, anlegen,… Wenn ihr Gemeinschaftsgärten so toll findet, leibe GRÜNE, warum habt ihr dann nicht mit dem ansässigen Verein ein Modellprojekt versucht das auch leerstehende Gärten wiederbelebt hätte, anstatt da einen Klotz Möbel Kraft drauf zu setzen? Auch wenns da Gartenmöbel gibt, trägt das ja nicht wirklich zu der Erneuerung einer Gartenkultur bei!

Weblinks

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Written by tlow

26. März 2013 um 16:33

2 Antworten

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  1. […] so zum reinen Ritual. Wer kann der SPD schon gefährlich werden außer dem Kooperationspartner, dem GRÜNEN? Aber noch sind die GRÜNEN […]

  2. […] Da findet eigentlich fast nichts statt. Leider meinte man dann aber mit einem kleinen Kettensägenmassaker eine alte Eiche als Opfergabe bringen zu müssen. Ein schlechter […]


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