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Archive for April 2nd, 2013

Hotel am Kalkberg auf auf Roter Liste des Deutschen Kulturrats

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Das HaK wurde auf die Rote Liste des Deutschen Kulturrats (PDF), www.kulturrat.de  gesetzt. Hier der Auszug:

HOTEL AM KALKBERG BAD SEGEBERG, SCHLW.HOLST.

• Gründung: 1999
• Mitarbeiter: 10 bis 15 Ehrenamtliche
• Tätigkeitsfeld: Jugendkulturarbeit in verschiedensten Formen z.B. Konzerte, Ausstellungen,
politische Arbeit, Workshops, Instandhaltung des selbstverwalteten Hauses
• Träger: Verein
• Homepage: www.hotelamkalkberg.de

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Nach einem über zweijährigen Räu-
mungsverfahren fand am 1. Novem-
ber die polizeiliche Räumung des
selbstverwalteten Jugendkultur-
zentrums Hotel am Kalkberg (HaK)
in Bad Segeberg statt. Das vom
Verein getragene Haus finanzier-
te sich ausschließlich über eigene
Veranstaltungen, die
nur durch ein hohes
Maß an ehrenamt-
lichem Engagement
der Jugendlichen
möglich waren. Kul-
turelle Veranstaltun-
gen wie der »Rap am
Berg«, Schleswig-Holsteins größte Hip-Hop-
Veranstaltung, wurden regelmäßig organisiert,
sowie politische Informationsveranstaltungen
angeboten.HAK
Trotz der Unterstützung unter anderem durch
das Freiraumplenum SH und die Landesarbeits-
gemeinschaft Soziokultureller Zentren konnte
die Schließung und der darauf folgende Abriss
des alten Bauernhauses nicht verhindert wer-
den. Am 1. Dezember fand aus diesem Grund eine
Demonstration statt, bei der 300 Personen für
neue Graffitiflächen, eine Skateranlage und ein
selbstverwaltetes Jugendzentrum auf die Straße
gingen. Ob sich die Hofnung der HaK-Aktiven,
doch noch ein neues Haus zu finden, erfüllt, steht
in den Sternen.


Mit der Roten Liste bedrohter Kultureinrichtungen, einer Analogie zu
den bekannten »Roten Listen« bedrohter Tier- und Pflanzenfamilien,
werden in jeder Ausgabe gefährdete Kulturinstitutionen, -vereine und
-programme vorgestellt.
Ziel ist es, auf den Wert einzelner Theater, Museen oder Orchester, seien
sie Teil einer Kommune oder einer Großstadt, hinzuweisen. Oft wird die
Bedeutung einer kulturellen Einrichtung den Nutzern erst durch deren
Bedrohung deutlich. Erst wenn Empörung und schließlich Protest über
mögliche Einschnitte oder gar eine Insolvenz entstehen, wird den Verant-
wortlichen bewusst, wie stark das Museum, Theater oder Orchester mit
der Struktur und der Identität des Ortes verbunden ist.
Diesen Bewusstseinsprozess gilt es anzuregen. Politik & Kultur stellt dazu
die Arbeit einzelner Einrichtungen vor und teilt sie ein in Gefährdungs-
kategorien von 0 bis 4. Ob und welche Veränderungen für die vorgestell-
ten Einrichtungen eintreten, darüber werden wir Sie fortlaufend infor-
mieren.

Schon peinlich für die Provinzstadt!

Written by tlow

2. April 2013 at 19:12

Veröffentlicht in Kultur, Land

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Stadtregionalbahn und Bürgerentscheid

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Deutsch: Straßenbahn Kiel, Wagen 201 auf Linie 3.

Straßenbahn Kiel, Wagen 201 auf Linie 3. (Photo credit: Wikipedia)

Die Oberbürgermeisterin (wohl auch die SPD) will es und die PIRATEN auch: Einen Bürgerentscheid zur Stadtregionalbahn. Die Sache hat nur zwei Haken:

  1. Was würde auf einem Stimmzettel stehen?
  2. Und was ist die Alternative?

Das Kieler Bussystem ist an seine Leistungsgrenze gekommen. Übervolle Busse sorgen inzwischen nicht nur während der Kieler Woche für Unzufriedenheit. Wenn die Stadtregionalbahn zur Abstimmung kommen sollte, warum dann nicht auch das „Weiter-so-wie-bisher“?

Und wenn Stadtregionalbahn – bedeutet ein NEIN dann auch ein Aus für jeglichen Schienenverkehr? Was soll die Alternative sein? Elektrobusse wie sie CDU es fordert? Die bieten zwar Elektromobilität aber nicht die Leistungsfähigkeit schienengebundener Systeme, Und überhaupt – kann es um ein simples JA oder NEIN einer singulären Maßnahme gehen?

Statt jetzt die Frage der Zukunft der Verkehre auf ein simples JA oder NEIN zur reduzieren, was mit Sicherheit eine sehr populäre Forderung ist, braucht es ausgearbeitete Konzepte, die auch auf Dauer von einer Mehrheit der Bevölkerung unterstützt werden.

Vor allem muss man den Leuten erzählen, was es bedeutet, wenn man dem Schienenverkehr dauerhaft eine Absage erteilen möchte. Darüber machen sich die Befürworter*innen eines Bürgerentscheids nämlich zu wenig Gedanken. Wie soll Verkehr im Jahr 2020 aussehen und 2030? Wer das nicht beantworten kann, sollte auch nicht NEIN zur Stadtregionalbahn sagen.

So einfach kann man es sich nicht machen. Überall wird Bürgermitbestimmung blockiert, aber hier will man nun ein Exempel statuieren? Lieber beim Zentralbad, weil das ein Fass ohne Boden wird und die Eintrittspreise erhöhen wird. Eine Stadtregionalbahn wäre ein Projekt, was für viele Jahrzehnte eine Perspektive bieten würde. Es wäre schade, dies für ein wenig Populismus zu opfern. Daher rufe ich dazu auf, es gar nicht erst zur Abstimmung kommen zu lassen. Wir brauchen da praktikable Lösungen und keine Seifenblasen. Nicht zuletzt wird eine solche Abstimmung auch Geld kosten – und nach einem Entscheid wird man nicht viel weiter sein als zuvor.

 

Written by tlow

2. April 2013 at 13:34

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