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Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Regattabegleitfahrten bald am Ende? #kiwo13 #kiwo

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In der KN wird heute wird heute berichtet, dass der Umsatz der Regattabegleitfahrten dieses Jahr um 35 Prozent sank. Hintergrund ist das Einkommensteuergesetz § 4 (5) Nr.4.. Dort steht:

Deutsch: Marinekutterregatta 2003 auf der Kiel...

Marinekutterregatta 2003 auf der Kieler Woche – Marinekutter in Aktion. (Photo credit: Wikipedia)

Die folgenden Betriebsausgaben dürfen den Gewinn nicht mindern:

4. Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segeljachten oder Motorjachten sowie für ähnliche Zwecke und für die hiermit zusammenhängenden Bewirtungen;

Hintergrund zu diesem Fakt findet man in einem Kommentar zu einem Urteil des Bundesfinanzhofes vom 12.9.2012:

Die Kieler Wirtschaft zeigt sich im KN-Artikel verschnupft und fühlt sich benachteiligt. Das Stichwort, was hervorgehoben wird ist, dass diese Regattabegleitfahrten, wie alle Schiffsreisen im Sinne des Gesetzes „Unangemessene Repräsentationen“ sind.

Oder auch hier:

Scheiden Unterhaltungs- oder sportliche Zwecke sowie die unangemessene Repräsentation aus, weil das Schiff etwa als Besprechungsraum oder reines Transportmittel genutzt wird, entfällt das Abzugsverbot, was auch für die Fahrten zwischen Wohnung und dem Schiff als Betriebsstätte gilt. Die Anwendung der BMF-VIP-Erlasse scheidet aus, weil es dort mit Eintritt, Sport oder Unterhaltung, Werbung und Sponsoring ein Leistungspaket gibt. Dies ist im Fall des Schiffes nicht gegeben.

Die ausgesprochene Behauptung Regattabegleitfahrten wären die einzige Möglichkeit um Regatten zu verfolgen ist lächerlich. Schließlich haben wir das Jahr 2013 und auch einen „Kieler Woche TV„. Natürlich haben Regattabegleichfahrten nichts mit der Verfolgung eines sportlichen Ereignisses zutun. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Es geht hier nicht einmal darum, dass diese Fahrten verboten werden sollen: Beklagt wird, dass die Steuerzahler*in mit ihrer Umsatzsteuer nicht die Steuerbefreiung von Firmen subventionieren müssen, die meinen unbedingt für 13.000 Euro ein historisches Schiff mieten zu müssen.  Dazu fällt mir eher ein: Auf dicke Hose machen und dann jammern, wenn es ums Steuerzahlen geht. Unternehmen können echt ziemlich peinlich sein. Wenn ihr Geld zum Fenster rauswerfen wollt: Bitte, aber nicht auf Kosten der Allgemeinheit!

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Eine Antwort

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  1. Im Grund hat der BFH es ganz richtig erkannt: Eine Regattabegleitfahrt ist „reine Unterhaltung“. Hinzuzusetzen ist: Wie das Oktoberfest. Sollen die Firmen machen, wenn sie sich das leisten können und wollen. Einen Grund für eine steuerliche Abzugsfähigkeit sehe ich allerdings nicht.

    Helge Hildebrandt

    28. Juni 2013 at 15:27


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