KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Kommentar zum Rücktritt von Susanne #Gaschke

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Das war meine Prognose vom 25. Oktober. Und so ists dann ja auch gekommen. Aus der Vergangenheit dieses Blogs noch ein paar Zitate.

V A Antje Schrupp

Aus Gaschke hat ein Problem mit Feminismus (14.10.2012):

  • Die Feministin Antje Schrupp urteilte im Januar 2006 u.a. : Eine “vollständige, erwachsene Frau” sei nur eine, die mindestens ein Kind geboren hat, behauptet sie allen Ernstes und glaubt, Kinderlose könnten eigentlich auch keine guten Lehrerinnen oder Politikerinnen sein. Das ist aber nun vollkommener Unsinn. Der alte Gegensatz zwischen Müttern und Nicht-Müttern, den sie aus der patriarchalen Mottenkiste holt, führt auf falsche Fährten. 

Soviel zu Frau Gaschkes angeblich antipatriachaler Haltung. Eine Feministin war sie nie. Im Gegenteil, wie ja schon der Titel ihres Buches „Die Emanzipationsfalle“ erahnen lässt.

Im Nachhinein auch ein interessantes Zitat von Olaf Scholz

Deutsch: Olaf Scholz (während einer Diskussion...

Olaf Scholz (während einer Diskussion im Jakob-Kaiser-Haus, Januar 2005) (Photo credit: Wikipedia)

Poli­tik muss ver­ant­wor­tungs­voll mit öffent­li­chen Mit­teln umge­hen. Die mora­li­schen Grund­fes­ten von Poli­tik wer­den sonst zer­stört. Das müs­sen ordent­li­che Leute machen und hier sitzt eine: Susanne Gaschke.

 

Das habe ich also zu einem Punkt thematisiert, wo noch nicht alle beliebig die Frau attackiert haben. Zur Kritik an Frau Gaschke und ihrer Reaktion darauf: Aus meiner Sicht versucht Gaschke mit ihrem plötzlichen Wandel zu feministischen Positionen, mit der Konstruktion einer Opferrolle vom eigentlichen  Thema abzulenken. Im Zuge der Diskussion um sie und ihre Entscheidung kam es auch zu Tiefschlägen und unnötigen Angriffen. Aber hier muss man von Politikern in höheren Ämtern erwarten, dass sie differenzieren was persönlich ist und wo es ein sachliches Fundament einer Kritik gibt. Gaschke stand niemals über der Kritik. Sie hat die Kritik selbst und deren Form zum Thema gemacht, anstatt den Inhalten der Kritik zu begegnen. So entstand schon früh der Eindruck, dass sie in der Sache nicht wirklich etwas entgegenbringen konnte.

Auffällig bei Ihren eigenen Statements auch immer, dass sie stets meist am Anfang betonte:

  • “ dass sich ja jeder gut vorstellen könne, dass ihre letzte Zeit nicht sehr toll gewesen sei“
  • Die Betonung, dass sie ja immer nur das Gute und einen anderen, besseren Politikstil gewollt habe

Ja ich kann mir vieles vorstellen – aber warum sollen wir uns stets Gedanken darüber machen, wie es Frau Gaschke gerade so ging. Warum teilte sie uns das immer wieder an erster Stelle mit? Ich denke, weil sie letztlich Politik selbst aus der Perspektive ihres eigenen Empfindens und Erlebens wahrgenommen hat. Was Gaschke nicht mag, kann nicht gut sein. In  Gaschke will Symbolpolitik für Ost/West-Übergang zitierte ich Gaschke zum Thema Videoüberwachung an der Hörnbrücke:

„Ich bin keineswegs für eine flächendeckende Überwachung“, stellt Gaschke fest. „Aber hier wären zumindest jetzt Video-Kameras sinnvoll, um ein Zeichen zu setzen: Wir schauen hin.“

Zeichen setzen wollte sie wohl am liebsten. Mit Videoüberwachung zeigt man, dass man hinschaut – und mit Steuerdeals zeigt man, dass man wirtschaftsfreundlich ist. Dabei interessierte sie wohl weniger die rechtliche Lage. Z,.B,, dass man an der Hörn keine Videokameras aufbauen kann, wenn es kein echter Kriminalitätsschwerpunkt ist. Oder auch was Katzheide angeht:

Meine Frage:  Sie haben bei Ihrer Bewerbung als Kandidatin für die SPD in Gaarden Unverständnis dafür geäußert, dass das Freibad Katzheide im Zuge der Neuorientierung der Bäderlandschaft weichen soll. Bisher gilt aber, dass es neben dem Zentralbad keine weiteren zentrumsnahen Bäder mehr geben soll. Was können Sie den GaardenerInnen konkret versprechen, was den Erhalt des Freibads angeht und wie wollen sie den Erhalt finanzieren?

  • Gaschkes Antwort: … , so wie es gelungen ist, eine Lösung für den Weiterbetrieb des Eiderbads Hammer zu finden, befürworte ich, dass auch nach einer Erhaltslösung für Katzheide gesucht wird. “Versprochen” habe ich nichts. Aber wir sollten es versuchen!

Oder wie bei der Ankündigung über den Bau der Stadtregionalbahn einen Bürgerentscheid zu initiieren: Es bringt uns zwar keinen Schritt weiter- aber es sieht nach Bürgerbeteiligung aus.

Also eine Politik der großen Worte, ohne etwas versprechen zu wollen oder zu können. Ich sehe da keinen anderen Politikstil. Eines der Probleme ist ja gerade, dass Politiker viel reden und um vieles eine große Show machen, aber es in der Praxis dann doch ganz anders aussieht. Die Propagierung war auch ein Schnellschuß, den sie nicht mit anderen abgestimmt hat. Politik mehr aus dem Bauch raus und aus der Überzeugung, dass es bei Politik nur drum ginge gute Ideen zu haben oder das man mit einfachen Bürgerbeteiligungen per se zu mehr Einbeziehung von Bürgern kommen könne. Gleichzeitig aber intransparent bleiben bei Nachfragen zu konkreten Vorgängen.

Zur Zeit wird ja viel geschrieben zu Gaschke. Ich denke aber, dass weniger der konkrete Fall vielsagend ist, als eine Linie, die man aus ihrem bisherigen Handeln und Äußerungen ableiten kann.  Gaschke hat es billigend in Kauf genommen, dass ihre Haltung ihrer Partei, der Stadt und einigen anderen schwer geschadet hat. Das soll mir im Grunde egal sein. Die SPD ist ja selbst schuld an ihrer Wahl und die Stadt hat vielleicht auch nix besseres verdient. Aber man kann daraus sehen, dass nicht primär die Motivation zu unterstützen und zu helfen und zu fördern ihre treibende Kraft war, sondern primär sich selbst als Entscheiderin, die eigene Person zu inszenieren. Und wenn es nicht als Heldin der Stadt geht, dann jetzt eben als Opfer. Da kriegte dann auch der Herr Kramer von der KN einiges ab – angeblich strömt ihr ja vielfältig Hass entgegen:

Wo ich auch den Herrn Kramer gerne kritisiere, so finde ich allerdings, dass das seitens Politikern so nicht geht. Politiker müssen mit der geäußerten Kritik leben, die ihnen aufgrund ihres Handelns entgegengebracht wird. Sie dürfen sich wehren und Sachen anders darstellen, aber es ist bedenklich wenn Politiker Journalisten

 

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Written by tlow

28. Oktober 2013 um 23:36

Veröffentlicht in Rathaus, Transparenz, Wahlen

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