KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel & Schleswig-Holstein seit 2009

Archive for Dezember 2013

Öffentlicher Verkehr, immer noch gespalten

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Meine Erfahrung meiner letzten Zugreise von Kiel nach Hamburg und zurück war interessant: Mit einem Regionalticket (rd. 16 Euro) kann man sowohl den Nahverkehr in Hamburg als auch in Kiel nutzen Bei der Rückfahrt buchte ich eine Fahrt von einem Stadtteil Hamburgs mit ICE bis zu einer Haltestelle in Kiel (für 29 Euro) . Ich war dann erstaunt, als der Busfahrer meinte mit dem Ticke könne ich nicht vom Hauptbahnhof zu der Haltestelle fahren.

Also ums mal zusammenzufassen: Wenn man 13 € mehr ausgibt, muss man zusätzliche Nahverkehrsticket lösen, wenn man das günstigere Verbundticket löst, spart man sich diese Karten. Den Zeitvorteil von 10 Minuten kann man dabei eher vernachlässigen.

Der Busfahrer sagte zu mir: „Das ist DB, damit haben wir nix zutun“. Die DB antwortete auf Nachfrage in Twitter:

ICE ist eine höherwertiger Zug mit mehr Komfort. Im Nahverkehr bestimmt der Verbund die Preise.

Für mich spricht aus beiden Aussagen eine ähnliche Denke: es ist für mich als Kunde ja inzwischen nötig zwei Portale zu bedienen, um verschiedene Tickets zu buchen: nah.sh und bahn.de. Ich muss dafür also parallel zwei Suchen durchführen – und das für den gleichen Zweck. Das Problem ist, dass die Firmen die Nöte der Kunden nicht mit deren Augen betrachten: Mir ists ja ganz egal, was hinter den Kulissen läuft. Ich will von A nach B und will ein Ticket buchen. Wenn ihr euch da nicht einigen könnt, wer welche Kosten übernimmt, dann ist das euer Bier. Das aber auf den Kunden abzuwälzen oder bei ihm um Verständnis zu bitten ist abwegig. Ich fahre sehr gerne Bahn, Bus weniger gern wegen der ständigen Überfüllung und den mangelnden Komfort. Aber eins ist klar: Um Menschen zum Verzicht aufs Auto zu bewegen braucht es attraktive Angebote. Und wer mit dem ICE von Hamburg nach Kiel fährt, will sicher nicht noch zusätzlich ein Ticket lösen. Insbesondere dann nicht, wenn sein Ticket bereits die Endhaltestelle enthält. Ich habe da jedenfalls nicht darauf geachtet, weil ich nie im Leben mir vorstellen konnte, dass ICE bedeutet, dass man weniger Leistung bekommt.

Ich würde auch vorschlagen, dass es nur noch ein Portal gibt um Verbindungen zu suchen und Tickets zu kaufen. Wozu an zwei Portalen anmelden. Autofahrer müssen auch nicht verschiedene Autos kaufen, um in verschiedenen Städten zu fahren. Die Hürden um ein Ticket zu kaufen und zuerst auch die Kosten zu wissen, müssen gering sein. Fakt ist aber, dass man immer häufiger KEINE Preisauskunft bekommt oder auch ein Ticket nicht buchen kann. Wir haben das Jahr 2013. Integrierte Systeme wären mit Sicherheit kein Problem, wenn man es denn lösen wollte Ich sehe da gar keine andere Lösung. Nicht, wenn man zur Konkurrenz des Auto bestehen will.

 

Written by tlow

29. Dezember 2013 at 17:16

Veröffentlicht in Land, Verkehr

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Piraten als Vorreiter für Bürgerbegehren in Kiel?

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Piraten

Der neueste Artikel der Kieler Piraten heißt „Echte Bürgerbeteiligung nur mit Piraten„.  Darin loben die Piraten das Beharren der Bürgerinitiative auf einen gemeinsamen Termin mit der Oberbürgermeisterwahl. Wer allerdings das politische Geschehen in Kiel verfolgt, erinnert sich daran, dass die Piratenfraktion in Kiel früh und deutlich dieses Bürgerbegehren kritisiert und denunziert haben.

Die Piraten haben sich damit auch gegen die Eigeninitiative der Kieler Bürger gestellt, die weit mehr Zustimmung bekommen hat, als die Piraten selbst bei der Kommunalwahl. Damit haben sie sich auch klar gegen die Idee von Bürgerbegehren und die Idee der Demokratie  als solche gestellt. Denn die müssen sich gar nicht der Kritik von gewählten VertreterInnen stellen. Die Idee ist ja gerade eben eine Abstimmung über ein Thema herbeizuführen, das viele BürgerInnen beschäftigt. Das ausgerechnet die Piraten jetzt mit dem Schlagwort „NUR MIT PIRATEN“ titeln ist schon eine arge Verdrehung. Denn wäre es nach den Piraten gegangen, hätte dieses Bürgerbegehren überhaupt nicht stattgefunden. Ganz im Gegensatz zum Bürgerbegehren über die Stadtbahn, dass offenbar niemand außer Piraten und FDP wirklich wichtig findet, man aber gerne den BürgerInnen seitens der Ratsversammlung aufzwingen will.

Written by tlow

27. Dezember 2013 at 22:39

Unerträglichkeiten

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Für die Rote Flora ginge am Samstag zehntausende auf die Straße. Es kam zu Konflikten zwischen Polizei und Demonstranten. Am Ende stehen ca. 500 verletzte DemonstrantInnen und 120 PolizistInnen. Was nun Auslöser der Eskalation war, bzw. der genaue Verlauf ist wohl zu 100% gar nicht nötig.

Rote Flora

Rote Flora, Für dieses Foto sind bestimmte Rechte vorbehalten.http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/deed.en

Was man aber vorher wissen konnte: Alternativer Lebensraum ist knapp und wird knapper. Wie z.B. beim Abriss des Ungdomshuset. Wichtig dabei ist zu verstehen, wie Gesellschaft funktioniert oder Eigentum entsteht. Bestehendes Eigentum in Europa ist entweder gekauft oder wurde vor Jahrhunderten erobert. Familien, die ihr Eigentum durch Verbrechen in der fernen Vergangenheit erlangten nennt man Adlige – die kriegen in Kiel sogar ein Denkmal. Wer kein Geld hat, um sich Eigentum, insbesondere Immobilieneigentum zu erwerben hat frei Möglichkeiten – entweder darauf zu verzichten, oder zu versuchen (Nicht genutzte) Immobilien zu besetzen, oder durch Verhandlungen die Nutzung (Duldung) zu erwirken.

In Hamburg ist die Situation nun so, dass die Rote Flora als Autonomes Zentrum vom derzeitigen Eigentümer (2001 von der Stadt für ein Appel und ein Ei, sprich für umgerechnet 186.000 € verkauft) gerne für ein Vielfaches verkauft werden soll. Eigentlich eine typische Situation. Um die 200oer Jahre haben die Städte vieles ohne Ansehen verkauft, nur um irgendwie an Geld zu kommen. Ob nun leerstehende Gebäude, Stadtwerke, … . Heute ist das Gejammer teilweise groß, weil man mehr für Miete ausgeben muss bzw. die eigenen Spielräume eingeengt sind. So eben auch bei der Roten Flora. Das die Stadt das Autonome Zentrum Rote Flora lieber heute als morgen weghaben möchte ist unzweifelhaft. Ob sie ausgerechnet jetzt tätig werden würde ist aber eher unwahrscheinlich. Die Demonstration am Samstag war ja nur anlässlich der aktuellen Situation, dass der Investor seinen Kauf nun zu einem erhöhten Preis nun zu Geld machen möchte.  Die Stadt Hamburg hat diesem Investor einen spekulativen Gewinn geschenkt. Genauer gesagt fast 20 Millionen Euro, falls denn dieser Verkaufspreis für das Gelände realistisch ist.

Besonders engagiert in der Kommentierung hat sich heute Michael Kluth von den Kieler Nachrichten. Der meint:

Solche Tage hat Hamburg lange nicht mehr erlebt. Tage der nackten Gewalt. Massenhafte, enthemmte, lebensbedrohliche Angriffe auf Polizisten. Zuletzt gab es so etwas Ende der 80er-Jahre im Zusammenhang mit der Besetzung der Häuser an der Hafenstraße. Damals ein rechtsfreier Raum. Unerträglich.

und

Gegen Rechtsextremismus gibt es zu Recht einen geschlossenen Widerstand in Staat und Gesellschaft – oder geschlossenes Entsetzen, wenn wie im Falle NSU der Staat nicht wehrhaft ist. Linksextremisten hingegen nennen wir Alternative, Aktivisten, Autonome, und der Staat reagiert mit Gesprächsbereitschaft und Deeskalation. In Wahrheit sind beide, was sie sind: Verbrecher. Sie müssen konsequent verfolgt, bekämpft und bestraft werden. Überall, auch im Schanzenviertel. Es darf keine rechtsfreien Räume geben. Sie sind unerträglich.

Schlimm genug, dass Herr Kluth es vermeidet die Polizeigewalt auch nur zu erwähnen, er setzt in seinem Kommentar das Eintreten für alternativen Lebensraum mit dem Mord an Ausländern gleich. Wenn 500 verletzte Demonstranten für “ Gesprächsbereitschaft und Deeskalation“ stehen, dann möchte ich nicht wissen, was Herr Kluth sich unter einer „konsequenten Verfolgung“ vorstellt? 500 tote Demonstranten. Sitzt er dann freudestrahlend auf seinem Sofa und klatscht in die Hände. Dieser KN-Kommentar grenzt an Volksverhetzung und gehört zu dem ekelhaftesten, was ich in den Kieler Nachrichten jemals gelesen habe. Vielleicht hätte sich Herr Kluth damals bei den „Kieler Neuesten Nachrichten“ in den 30er Jahren auch wohl gefühlt und hätte mit seinen Kommentaren ganz zeitgemäß den Punkt getroffen.

Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen: Ich bin gegen die meisten Formen von Gewalt. Eben darum sind 500 verletzte DemonstrantInnen 500 zu viel. Und es gibt darunter einige IdiotInnen, die rücksichtlos Gewalt ausagieren und denen es dabei auch ganz egal ist, was ihre Gewalt zur Folge hat oder wen sie trifft. Ob darunter auch Polizeiprovokateure (wie bewiesener maßen damals in Heiligendamm) zu finden sind ist dabei sekundär – manch ein Demonstrant verhält sich aus eigener „Überlegung“ genau so und trägt damit zur Eskalation und teilweise auch zu schweren Verletzungen vollkommen Unbeteiligter bei. Letztlich aber ist die Gewalt der Gesamtsituation geschuldet: Einer Stadt, die ohne Not ein genutztes Gebäude verscheuerte, eine gewaltbereite Hamburger Polizei  die schwer bewaffnet eine Demonstration für ein bedrohtes Autonomes Zentrum begleiten soll und zehntausende DemonstrantInnen, die den Verkauf und die Räumung um fast jeden Preis verhindern wollen. Eine explosive Mischung also. Das es bei der geringsten Provokation zu einer Eskalation kommen könnte war allen vorher klar. Die Hamburger SPD hat die Situation von Anfang an genau so geschaffen und ist somit hauptverantwortlich dafür, was gestern passierte. Denn an dem Tag selbst haben vermutlich alle nur noch entlang der vorgegebenen Muster reagiert. Einen klaren Kopf konnte dabei wohl keiner mehr behalten.

Was draus zu lernen ist? Das bestimmte gesellschaftliche Konflikte zwar auf der Straße ausgetragen aber nicht gelöst werden können. Die Situation der Roten Flora hat sich am Samstag jedenfalls nicht grundsätzlich geändert, außer das viele Medien neue Bilder bekommen haben und mancher Journalist seine faschistischen Phantasien entdeckt hat.

Written by tlow

23. Dezember 2013 at 09:59

Die wahren Hintergründe des Friedenslichts zu Betlehem

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Jedes Jahr wieder wird das „Friedenslicht zu Betlehem“ in die Welt getragen. Angeblich ein Brauch aus Plan (heutige Tschechische Republik). Eine Zeitzeugin berichtete mir 2008 von den wahren Hintergründen:

Ich bin Jahrgang 1933 in Plan (Sudetenland) aufgewachsen. Ich habe gelesen
das Frau Ada Brandstetter (geb. Kusch) Reisen in die heutige Tschechische
Republik durchführt, um dabei das Licht aus Betlehem nach Plan zu tragen.
Frau Ada Kusch war die Tochters des Kämmerers Kusch aus Plan. Beide waren
damals stramme Nationalsozialisten.

Mit 10 Jahren wurde ich zwangsweise Mitglied der Jungmädel, deren Führerin Frau Ada Kusch war. Aus meiner Sicht war Frau Kusch damals linientreu. Am 21. Dezember wurde im Deutschen Reich die Wintersonnenwende gefeiert, als Ersatz des Weihnachsfestes. Weihnachtslieder durften nicht
mehr gesungen werden. Frau Ada Kusch sorgte dafür, das Kinder zum Appell erschienen mussten und so den Kindergottestdienst nicht besuchen konnten.
Wessen Kinder nicht zum Appel erschienen wurde zum „Bannführer“ bestellt
und hatten Konsequenzen zu befürchten. Ich kann mich als unmittelbare
Nachbarin der Kirche St. Peter und Paul und Tochter eines Sozialdemokraten
nicht daran erinnern, das es dort jemals eine Lichterprozession gegeben
hätte. Es gäbe auch noch mehr zu berichten, was ich mir aber an dieser
Stelle erspare.

Jedenfalls bin ich der Meinung, das Menschen wie Frau Ada Brandstetter lieber schweigen und sich nicht in der Öffentlichkeit so gerieren sollte.

 

Auch in Kiel kommt dieses Licht jedes Jahr an. Im Grunde ist es ein „Nazilicht“, wenn man den historischen Background betrachtet. Dem ORF und anderen Medien ist die Geschichte seit 2008 bekannt, aber es hat sich nichts getan. Aus aktuellem Anlaß daher noch ein Versuch über die wahren Hintergründe aufzuklären. Bitte um Weiterverbreitung. Zeit diesen Brauch zu stoppen!

 

Written by tlow

16. Dezember 2013 at 18:25

#Dodenhof-Erweiterung in Kaltenkirchen – ein Wink nach Kiel

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Nun wird der Dodenhof in Kaltenkirchen erweitert. Darum gibt es viel Aufregung. Manche haben nicht kapiert, dass wir im Kapitalismus leben. Es ist ja ganz niedlich, wenn man glaubt den zähmen zu können. Aber natürlich hat man auch in Kiel das Rad des Wettbewerbs mit der Zustimmung zum Möbel Kraft Bau weiter angeschwungen. Natürlich reagieren da Konkurrenten – nicht nur in Norddeutschland, aber jetzt gerade eben auch hier in Schleswig-Holstein. Da wird dann plötzlich nach Regulierung geschrieen. Dabei wird bei Dodenhof nicht einmal ein Kleingartengelände plattgemacht. Das ist ähnlich albern wie den CITTI-Markt bauen zu lassen und sich über Raisdorf/Schwentinental aufzuregen. Wenn ihr von Konkurrenz der Regionen und der Kommunen redet, dann werdet ihr auch genau das ernten. Und natürlich bedeutet das eine destabilisierte Wirtschaft, weitere Blasen sie entstehen und platzen. Aber hinterher sind wieder alle schlauer. Dabei kann man das vorher wissen, wie auch bei der MAX BAHR-Pleite. Oder bei Schlecker. Was fehlt ist als nächstes die Insolvenz eines der größeren Discounter wie z.B. PENNY oder LIDL.

 

Written by tlow

15. Dezember 2013 at 22:52

Kruber-Zitate und SRB

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Heute in einem größeren KN-Interview (S.28) positioniert sich Stefan Kruber. Viel Neues ist von ihm offenbar nicht zu erwarten. Nur ein paar Zitate:

Ich würde für studentisches Wohnen auf dem Ostufer werben und die
Rahmenbedingungen dafür verbessern, würde den Studenten vermitteln wollen, hier
kann man auch gut leben. Ich will das studentische Leben rund um die Fachhochschule
entwickeln. Ich will eine echte Zukunft für das Ostufer.

Bleibt die Frage: Was ist eigentlich das „Ostufer? Aus meiner Perspektive kann man zwar von „dem Westufer“ reden (sagen wir mal alles südlich des NOK), aber nicht von „dem Ostufer“, weil Stadtteile wie Gaarden, Elmschenhagen, Wellsee, Wellingdorf,…. vom Charakter her extrem unterschiedlich sind. Z.B. ist Gaarden der urbanste Stadtteil Kiels, während Wellsee zum einen primär Gewerbegebiet ist und zum Teil spießige Reihenhaussiedlungen. Von welcher Perspektive reden wir also? Insofern ist natürlich der Titel der „Stadtteilzeitung“ „Unser Ostufer“ auch etwas verfehlt. Eine gemeinsame „Ostufer“-Identität gibt es nicht. Und für Gaarden kann ich sagen, dass sich die Identitäten der Straßen teilweise bereits alle 20-50 Meter ändern. Wenn man da alles in einen Topf wirft, wird es schwierig. Und „Studentisches Wohnen“ als Kampfbegriff ist insofern problematisch, als dass Studierende zwar immer auch hier gewohnt haben, aber es klein klassisches Studierendenviertel auf dem Ostufer gibt. Alleine schon wegen der Ferne zu den meisten Instituten. Hier also künstlich eine Klientel einpflanzen zu wollen muss scheitern. Wenn es z.B. mehr Studierende in Gaarden gibt, dann durch den reinen Wohnraum-Druck und weil es überall mehr Studierende gibt.

Kiel ist auch „Gorch Fock“ …  Mit Kiel Sailing City haben wir eine gute Marke, mit  der sich arbeiten lässt.

Kiel ist also auch [Segelschulschiffname] – provinzieller gehts dann auch fast nicht mehr. Die Begeisterung für „Kiel Failing City“ kann  ich auch nicht teilen.

Insgesamt bestätigt sich mein Eindruck, dass Kruber nur ein Proforma-Kandidat ist, der nur durch inhaltliche Blässe glänzt. Natürlich ist man gegen die SRB, wie auch die Kieler Nachrichten als Ganzes. Die tönt im Schleswig-Holstein-Teil der KN heute: „Plan-Stopp für Stadtregionalbahn“. Liest man allerdings den Inhalt des Artikels, so geht es nur darum, dass Verkehrsminister Meyer von den Umlandgemeinden fordert Farbe zu bekennen, bevor er weiteres Geld für Planungen freigibt. Und die KN stellt Faken falsch dar in dem sie behaupten:

  • „Mit Schützenhilfe des Landes kann die SRB kaum rechnen.“ – und:
  • „Bei den zwei Konkurrenzprojekten im Großraum Hamburg, S4 und S21, läuft dagegen alles nach Plan.“

Zum einen gab es keine Distanzierung der Landesregierung von der SRB – ganz im Gegenteil, trotz dem die KN das immer wieder herbeischreiben möchte. Zum anderen sind die S-Bahn-Linien keine Konkurrenzprojekte zur Stadtregionalbahn.

In dem KN-Artikel zu den ersten Untersuchungsergebnissen einer Machbarkeit einer Seilbahn über die Förde wurde bekannt, dass Fahrgast-Zufriedenheitsstudien der KVG immer in den Semesterferien stattgefunden haben. Und das dadurch auch ein falsches Bild von der Belastung des Busnetzes entstanden. Pendler und andere regelmäßige Busnutzer wissen längst, dass das Kieler Bussystem am Limit ist. Es wird da manchmal eingeworfen, dass ein paar mehr Busse das ganze Problem lösen werden. Aber das erzählt man uns in Kiel bereits seit 15 Jahren, verändert hat sich nichts. Ich kenne viele Leute, die das Gedränge in den Bussen nicht abkönnen und niemals Bus fahren würden. Gedränge heisst:

  1. Damit leben, dass der Bus einem an einer Haltestelle im Regen stehen lässt, weil er bereits voll ist.
  2. Das man den Bus nicht verlassen kann am Zielort, weil kein Durchkommen ist
  3. Das man mit allen Fahrgästen auf Tuchfühlung ist, auch was ansteckende Krankheiten, unangenehme Gerüche,… angeht
  4. ab und zu mal durch Taschendiebe etwas Bargeld loswerden

Ich fordere die SRB-Kritiker heraus ernstzunehmende Alternativen zu präsentieren, die eine echte Verbesserung bringen. Ich finde es auch befremdlich, wenn Kieler Politiker nichts lieber tun, als die Hamburger Infrastruktur auszubauen und gleichzeitig von einem Wettbewerb der Regionen zu sprechen. Vielleicht sollten Unternehmen einfach mehr nach Hamburg abwandern. Warum allerdings die S-Bahn dort das tollste von der Welt ist und in Kiel angeblich vollkommen unnütz will mir nicht in den Kopf. Egal wie man es dreht: Entweder Kiel für sich oder auch im Sinne Hamburgs: Kiel als größte Stadt in Schleswig-Holstein mit einem Busnetz aus dem letzten Jahrhundert hilft niemandem.

Written by tlow

14. Dezember 2013 at 07:24

Kruber als OB-Kandidat nur eine Notlösung? #obkiel2014

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Zu Anfang der Neukandidatur waren vor allem die „Oppositions“parteien im Kieler Rathaus sehr dafür einen Kompromisskandidaten mit allen Fraktionen zusammen in einer Findungskomission festzulegen. Daraus sprach die Überzeugung, dass der kommende Kandidat alles sein sollte, nur nicht parteiisch. Die Kieler FDP erklärte z.B. dazu:

„Die Idee einer parteiübergreifenden Findungskommission unterstützen wir und werden als unsere Vertrauensperson den ehemaligen FDP Ratsherren Helmut Landsiedel in das Gremium entsenden. Für das anstehende Verfahren zur Suche nach möglichen Kandidaten sollten sich alle Beteiligte nun Zeit nehmen, um an gemeinsam erarbeiteten Entscheidungskriterien eine erste Sondierung vorzunehmen.
Für die FDP ist dabei ausdrücklich ein Erfahrungshintergrund mit städtischer Verwaltung und Personalverantwortung sowie einem profunden Fachwissen in den Themenfeldern Haushalt und Finanzen entscheidend. Unabhängig von der aktuellen Steueraffäre kommen auf die Landeshauptstadt in diesem Bereich in den kommenden Jahren große Herausforderungen zu. Ergänzend sind natürlich kommunikative Fähigkeiten und Verbindlichkeit der oder des Kandidaten wichtig, denn die Nachwirkungen der Auseinandersetzungen um die ehemalige Oberbürgermeisterin mit ihrer eigenen Partei innerhalb der SPD und den Gremien der Ratsversammlung müssen rasch überwunden werden, um zu einer sachorientierten Politik zurückzufinden. Eine Auswahl ausschließlich nach Parteibuchselektion wird es mit uns nicht geben.“

Laut KN bestand nun die Findungskommission der CDU aus Eckhard Sauerbaum, Stefan Kruber, Angelika Volquartz(!), Robert Vollborn, Sigrid Schröter und Arno Witt. Fündig wurde man in den eigenen Reihen mit Stefan Kruber.

Kruber gehört zu den aggressivsten und parteiischsten Vertretern im Kieler Rathaus. Selbst die KN gab nicht umhin  seine Rolle beim Rücktritt von Frau Gaschke zu erwähnen. Was aber reitet die CDU einen Kandidaten ins Rennen zu schicken, der aufgrund seine Parteiigkeit von vorne herein keine Chance hat und zudem: Wieso widerspricht man mit dieser Auswahl der eigenen Leitlinie der Überparteilichkeit?

Der Eindruck ist ähnlich wie bei der Kandidatur von Gert Meyer: Die CDU hat den Kampf eigentlich schon vor dem Beginn aufgegeben. Offenbar hat man keinen Kandidaten oder Kandidatin finden können, der allen eigenen Mindeststandards entspricht. Klar ist natürlich, dass er als Jurist einiges Vorwissen mitbringt für den Job, wie aber im übrigen auch der Gegenkandidat der SPD.

 

Bleibt die Frage, wie sich die anderen Parteien verhalten werden. Die Piraten werden sicher Kruber unterstützen. Warum sonst sollte Sven Seele öffentlich Herrn Kruber als einen Freund bezeichnen? Und die FDP hat ein Dilemma mit diesem Kandidaten – stimmt sie der CDU zu wird man ihr Nibelungentreuer unterstellen, aber votiert sie für den SPD-Kandidaten, wird sie die SPD verärgern. Eine  unabhängigen Kandidaten gibt es derzeit nicht. Momentan würde ich wetten, dass für Herrn Kämpfer die Chancen 10:1 stehen, dass er gewinnt.

Written by tlow

9. Dezember 2013 at 16:58

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