KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Tempolimit auf A20 und die bösen Natürschützer?

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Die nagelneue A60 soll auf einem Bauabschnitt zum Schutze von Fledermäusen ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern erhalten (siehe SHZ-Artikel). Das kommentiert Christian Longardt in der KN heute wie folgt:

Die europäische Magistrale aber bleibt immer wieder im schleswig-holsteinischen Klein-Klein stecken. Mal bremsen die Grünen, mal die Naturschützer. Und die nächste Fledermaus-Kolonie wartet schon.

A20

geplanter Verlauf der A 20 durch Schleswig-Holstein und Niedersachsen (By NordNordWest [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons)

Wo er natürlich recht hat ist, dass man keine neue, vierspurige Autobahn braucht um dann darauf Tempo 60 zu fahren. Allerdings werden hier Argumente verdreht:  Wenn das Landesverwaltungsgericht einen Baustopp verhängt, dann weil der Landtag und Bundestag irgendwann Gesetze beschlossen haben zum Arten- und Naturschutz. Sekundär ist hier wer oder warum geklagt wird. Entscheidender ist, dass die Planung der A 20 mangelhaft war. Entweder hätte sie gar nicht an dieser Stelle gebaut werden dürfen, oder man hätte diesen Faktor frühzeitiger einbeziehen müssen. Wenn jetzt quasi nur noch ein Tempolimit als letzte Option bleibt, so ist es müssig das „Naturschützern“ zur Last zu legen. Das Argument wird oft so verwendet, als wenn Naturschützern sich spontan neue Regeln ausdenken, um „mal wieder“ ein Projekt zu stoppen. Es gibt sicher Menschen, die erst mal schauen was da Neues kommt und dann schauen was da an Umweltbedrohung mit verbunden sein könnte. Das interessiert manche Autofahrer herzlich wenig, die nur interessiert, dass sie keine zwei Minuten verlieren um ihr Ziel zu erreichen.

Es ist viel mehr die Frage welche Standards sich die Gesellschaft setzt und einhalten möchte. Alle Parteien haben an den Umweltgesetzen mitgewirkt und das dürften sich alle, die einen mehr und einigen weniger auch als Verdienst anhängen. In der Praxis wird deren Existenz aber offenbar nur bedauert als ein Hemmschuh. Wenn es tatsächlicher Unsinn ist, so kann man Gesetze auch ändern. Letztlich braucht es keine Umweltgesetze, die keinen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Ich gehe allerdings davon aus, dass sie es in diesem Falle tun. Ich finde es eher erstaunlich mit welcher Einstellungen auch in Schleswig-Holstein immer noch Straßen gebaut werden. Insofern ist der Rückschlag des Tempolimits auch eine Folge eines „Koste es, was es wolle“ – für ein mehr an Straße, ein Mehr an schnellen Straßen und ein Mehr an mehrspurigen Straßen. Staus wird man damit wohl nie verhindern.

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Written by tlow

22. Januar 2014 um 09:41

Veröffentlicht in Land, Umwelt, Umweltschutz, Verkehr

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4 Antworten

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  1. Man kann aber auch alles negativ sehen. Im Gegensatz zum 6 streifigen Ausbau der A7, bin ich bei der geplanten A20 für den Bau. Allerdings sollte der Abschnitt bei Bad Segeberg überdacht und die Trassenvariante Schwissel, favorisiert werden.
    Es geht leider nun mal nicht ganz ohne PKWs, Transporter, LKWs oder sonstige Fahrzeuge. Die heutige Wirtschaft kann man nun einmal nicht mi Fahrrädern und Fahrradanhängern am Leben erhalten. Und eine, von Industriezentren oder spnstigen Zentren, weit abgelegene Region wie SH und Südjütland, muss sich nicht nur für Menschen attraktiv machen…..Sondern auch für Unternehmen. Eine A20, verbraucht natürlich, und leider, Flächen. Ich würde auf die Verbreiterung der A7 in SH verzichten. Die Realisierung der A20 und ein Ersatzbau der Raader Brücke, hätten höhere Priorität. Eine A20, würde auch die A7 innerhalb Hamburgs entlasten, weil man nicht mehr „gezwungen“ sein müsste, durch HH zu fahren, w enn man nur durchfahren will/ muss. Wenn man zb auch den Flughafen Fuhlsbüttel nach Hartenholm verlegen würde, statt Kaltenkirchen, dann bräuchten die Lübecker die nach Fuhlsbüttel wollen, nicht durch HH. Die Menschen von Elmshorn oder Pinneberg, könnten über die A20 zum Flughafen „Hartenholm“ fahren. Statt über die A23/ AK HH Nordwest über die A7 zum Flughafen Fuhlsbüttel. Es könnte in Hamburg vielleicht, so manchen Stau entlasten. Ein Flughafen Standort Kaltenkirchen, als ersatz für Fuhlsbüttel, könnte man auch mit der Schiene wesentlich besser anbinden, von Kiel, Lübeck und Itzehoe aus.
    Ich bin kein Autobahn oder Straßenbaufanatiker, aber in der heutigen Zeit, werden rollende Fahrzeuge benötigt. Denn ich glaube das selbst der „Blogschreiber“ zwar gegen manche Autobahn wettert aber selbige nutzt. Ich glaube nicht, das der Blogschreiber „nur“ Bahn und Fahrrad fährt.
    Und, wie will man einzelteile on Windrädern zu den Produktionsstätten bringen? Mit der Bahn, kann man nicht immer alles transportieren. Wie will man zusammen gebaute Windradteile zu ihren Standorten zum Hafen und vom Hafen auf die See verschiffen? Mit einem Paddelboot? 😉
    Die A20, und eine ötliche Elbquerung, wo man bereits auf vorhandenes Straßennetz zugreifen kann, würde SH unabhängiger von HH machen. Aber das verstehen einige noch nicht. Bis heute, muss der Schienen wie auch der PWK/ LKW Verkehr über und durch Hamburg abgewickelt werden. Selbst eine A20, kann in HH ein gewissen Umweltschutz darstellen.

    Kieler78

    31. Januar 2014 at 09:00

    • Also Kritik am Verkehrsminister kam ja nicht von mir, von wegen „alles negativ sehen“. Und auch sehe ich die Rolle der Naturschützer nicht kritisch. Darum gings ja primär in dem Artikel. Autobahnen sind ja die klassischen Infrastrukturprojekte schlechthin, die sich alle Politiker gerne auf die Fahnen schreiben. Allerdings denke ich, dass zum einen Deutschland bereits wahnsinnig stark versiegelt ist und wir z.B. bei der Bahn in Schleswig-Holstein unheimlich hinterherhinken. Insbesonderem beim Güterverkehr. Da gibt es einfach seitens der Politik keinen Richtungswechsel anders als in anderen Ländern wie der Schweiz. ich sehe langfristig weder eine Zukunft für den individualisierten Verkehr noch für den LKW-Güterverkehr quer durch Europa – der Verlagerung von Lagern auf die Straße. Und das ist auch mein Problem mit Infrastrukturprojekten, weil das alles in Strukturen geht, die m.E. so in Zukunft nicht mehr gebraucht würden. Aber solange man da keinen Richtungswechsel einläutet wird man aus der Logik von immer mehr Straßen und Fahrspuren nicht herauskommen. Jeden Beschleunigung einer Autobahn bedeutet mehr Verkehr auf der Straße und weniger Verkehr mit der Bahn.

      tlow

      31. Januar 2014 at 09:51

      • In einigen Punkten, gebe ich ihnen Recht. In Bahnprojekten, hinken die Deutschen in der Tat weit zurück. Die DB AG könnte im Gütertransport 20% – 30% mehr Gewinn einfahren und mehr Güter transportieren.
        DIe EU, hat ein Programm erschaffen, das meines erachtens, selbst aus Sicht eines Konservativen, in die Richtige Richtung geht.
        DIe EU, fördert Firmen, die Güter per Bahn und Binnenschiffe transportieren bzw transportieren können.
        Zum einen ist das sogenannte Modulahr-System ein Zukunftsprojekt das bereits umgesetzt wird, aber noch in den Anfängen steckt.
        Zum einen, kann ich den Wiederstand gegen eine deutsche PKW Maut nicht verstehen. Selbst die Grünen aus Österreich würden eine deutsche PKW Maut befürworten.
        Gigaliner, sind tatsächlich keine Lösung für die deutschen Straßennetze. Die Raader Brücke, pfeift jetzt schon aus dem letzten Loch. Aber selbst das bestehende Schienennetz in SH, zb die Brücken über den Kanal, können den Gütertransport nicht bewältigen. Daher wurde auch eine kombilösung für den Ersatz der Raader Brücke nach gedacht.
        Allerdings, hat nicht jede Region einen Gleisanschluß. Da muss man die Kirche im Dorf lassen.
        Und die A20, so wie sie geplant ist, ist eigentlich in Ordnung und diese A20, würde auch Hamburgs Straßen entlasten, weil man nicht mehr „nur“ durch Hamburg muss!!
        Wenn der Flughafen Fuhlsbüttel in SH wäre und nicht mehr in HH, müssten die Elmshorner und Pinneberger nicht mehr über die A23/ AK HH Nordwest und A7 durch die Stadt kkurven……Selbst per Bahn, könnte man ein Flughafen in SH zb in Hartenholm wesentlich besser anschließen von Kiel, Lübeck und HH, Elmshorn aus als nur von HH nach Fuhlsbüttel.
        Die A20 würde SH deutlich unabhängiger von HH machen. Zb auch die östl. Querungn über die Elbe müsste man optimieren.
        Was in der Verkehrspolitik verkehrt gemacht wurde?
        Man hat gehofft, das sämtliche Güter per LKW transportiert würden. Die DB AG bzw Bundesbahn, wurde privatisiert mit dem Ziel eine AG zu werden um damit Gewinne einzufahren. Daraufhin, hat die Bahninvestitionen in das Güternetz und Personal sträflich vernachlässigt. Vor allem, weil die Bahn dividenden zahlen musste.
        Eine weitere fatale Regelung die abgeschaffen wurde, war die 2 Fahrerregelung bei Fernfahrten.
        Diese, muss wieder eingeführt werden. Die LKW Maut muss weiter erhöht werden und das Schienennetz, sollte in eine Bundesbehörde überführt werden, die die Nutzungsgebühren festlegt.
        Heute bestimmt die DB, die Gebühren für ihre Konkurenten im Bahngeschäft.
        Trotzdem, müssen Autobahnen und Bundesstraßen gebaut werden bzw optimiert werden. Als Landesverkehrsminister, hätte ich einen 6streifigen Ausbaus der A7 nicht zugestimmt. Denn ob ein 6streifiger Ausbau notwendig wäre, nach dem die A20 gebaut worden wäre, hätte man abwarten müssen.
        Was mir nicht in den Kopf will ist, das die A7 auf SHler Gebiet zwischen HH und Bordesholmer Dreieck auf 6 FAhrspuren ausgebaut wird, aber beim Ersatzbau der Raader Brücke zur Zeit wenig passiert.
        Was bringt es, die A7 zu verbreitern aber die Brücke fällt irgendwann tatsächlich zusammen?
        DIe favorisierte Tunnellösung Schiene plus Straße ist die Richtige entscheidung.

        Kieler78

        13. Februar 2014 at 19:35

  2. Ich bitte einige TIppfehler zu verzeihen. Es sei dem frühen Freitagmorgen die Schuld zuzuschreiben. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende. 😉

    Kieler78

    31. Januar 2014 at 09:03


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