KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Blogidee

with 7 comments

Durch viele Gespräche kam mir neulich die Idee, dass wir vielleicht ein neues Blog in der Region brauchen. Und zwar ein wenig so ausgerichtet wie Indymedia (Web/ Wikipedia) mit dem Unterschied, dass es einen definierten Autorenkreis gibt, der aber bei bedarf erweitert werden kann. Im Kern steht ein Redaktionskollektiv, dass über die Zukunft des Blogs entscheidet. Es besteht primär aus Autor*innen, aber nicht nur. Es legt auch fest, nach welchen Maßgaben Artikel veröffentlicht und freigeschaltet wird. Dabei sollten die Auto*innen ggf. recht viel Freiheiten haben. Auch sollte es möglich sein, dass verschiedene Autoren unterschiedliche Perspektiven einbringen, die sich ggf, auch mal widersprechen können.

Von der Zusammensetzung dachte ich dabei primär an engagierte Aktivist*innen, die in einem Thema drinstecken und in der Lage sind etwas darüber zu schreiben. Und auch uptodate sind.

Welches Problem soll das lösen?

Zum einen soll es eine höhere Reichweite in der Bevölkerung erreichen, als z.B. dieses Blog, dass doch primär ein Meinungsblog ist. Es sollen mehr Themen abgedeckt werden. Landespolitik soll Thema sein, wenn es Sinn macht. Ansonsten würde ich vorschlagen, dass der Schwerpunkt zunächst im Großraum Kiel angelegt ist. Bei dem Redaktionskollektiv wäre ich dafür, dass es keine Parteimitglieder gibt. Parteimitglieder können lediglich Gastbeiträge schreiben, die dann entsprechend gekennzeichnet werden müssen. Das soll eine direkte oder indirekte Beeinflussung durch Parteien reduzieren. Von der Finanzierung her würde ich sagen sollte man sich aus Spenden finanzieren. Die Finanzen dienen einerseits der Finanzierung des Hostings und auch der Bezahlung der technischen Administration. Der Rest ergibt eine Vergütung für die Autoren: Dabei soll eine gleiche Bezahlung angestrebt werden. Ich denke dabei also daran, dass bei geringen Finanzen, die Vergütung auch eher symbolisch ist und bei mehr Finanzen entsprechend steigt.

Primär wäre das Blog als Konkurrenz zur Kieler Nachrichten angelegt. Momentan nicht im Sinne einer Auflage, sondern um inhaltlich eine echte Alternative zu bieten. Das kann ich als Einzelperson nicht leisten und will ich auch gar nicht. Auch  soll das Projekt langfristig angelegt werden.

In Abgrenzung zum Landesblog sieht es so aus, dass das Landesblog eher landes, bundes- oder europaweite Themen zum Inhalt hat. Die Autor*innen sind auch fast ausschließlich Parteipolitiker*innen. Auch gibt es dort die Schwerpunkte Netzwelt,Datenschutz, Bildung, Netzpolitik, wohingegen ich mir als Schwerpunkt eher die konkrete Kommunalpolitik vor Ort vorstelle. Ich würde mich auch wünschen, dass Artikel in dem neuen Blog auch teilweise kooperativ entstehen oder mehrere Leute an einem Thema arbeiten.

Mögliche Themen wären also z.B. Bauprojekte, Rassismus, Fracking, Verkehrsprojekte, Stadtentwicklung, Wahlen, Korruption, Skandale, andere Medien, Wirtschaft, Energiepolitik,… dagegen würde ich „Internetthemen nicht als zentral ansehen, wobei die natürlich auch vorkommen dürfen. Die Sichtweise soll dabei eher von unten sein, also weniger die Sichtweise der Politiker und Gesetzgebungsverfahren, sondern die des örtlichen Widerstands gegen Projekte. Sichtweisen, die z.B. in der KN nicht stattfinden, weil sie nicht der Redaktionslinie entsprechen. Dabei kann man durchaus auch Meinungen dokumentieren, die nicht der eigenen entsprechen.  Und letzteres wäre auch primär der Unterschied für mich zur Arbeit bei KielKontrovers, wo ich mich zwar oft um eine neutrale Sicht bemühe, aber dennoch meine Meinung immer ganz deutlich mache.

Ich suche also einige Leute, die Lust auf so ein Projekt haben. Die Lust haben so was auszuprobieren. Ihr müsst keine Journalisten sein, spricht aber nix dagegen wenn ihr es seid. Altersmäßig solls auch keine Grenzen geben. Ihr solltet aber bereit sein in einem Kollektiv tätig zu sein, dass gemeinsam über Leitlinien entscheidet. Für den Gründungsprozess würde ich vorschlagen sich viel Zeit zu lassen, damit man nicht in der Gründung etwas Wesentliches falsch macht. Wünschen würde ich mir, dass Inhalte vor allem anderen stehen. Weil es eben ein Defizit an guten und kritischen Inhalten in Schleswig-Holstein gibt. Und um das noch mal klarer zu schreiben: Kollektiv bedeutet keinen Chefredakteur, der anderen was vorschreibt. Regional eingegrenzt müsste das ganze kaum sein. Theoretisch können auch Hamburger Sachen mit rein.

Und eben: Es könnten Gastbeiträge rein. Da könnte der Kreis viel größer sein, als das Redaktionskollektiv.

Wer Lust hat, kann mir ne Mail an redaktion@kielkontrovers.com schreiben. Dann könnte man sich in ein paar Wochen mal treffen – wir tauschen Kontakte aus und schauen, ob man zusammenkommt oder nicht. Namensideen habe ich noch keine.

 

 

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Written by tlow

17. Mai 2014 um 19:16

Veröffentlicht in Großraum Kiel, Land, Persönliches

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7 Antworten

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  1. Hallo, Thilo, auch ich finde deine Idee gut, ein den KN entgegengesetztes Forum zu schaffen, denn in den KN herrscht ja schon seit längerem regelrechte Zensur. Was ich natürlich als Grünes Mitglied, und dazu stehe ich immer noch, nicht gut finden kann, ist, Parteimitgleider von der Redaktion auszunehmen. Ich komme sehr gut mit den Linken und der DKP klar und würde mich über mehr Aktivitäüt seitens der SPD freuen. Über meine Themen Stadtwerke, Stadtbahn, Katzheide und Grundeinkommen würde ich gern schreiben. Bis bald. Dienstag ist, by the way, wieder BI umweltfreundllche Energieversrorgung Sitzung

    Ulrich Hühn

    18. Mai 2014 at 10:03

    • Es geht nicht so sehr darum, ob jemand persönlich mit anderen ParteianhängerInnen gut klarkommt. Sondern darum, den Einfluss von Parteien weitestgehend auszuschließen. Politisches Engagement ist durchaus mit Parteimitgliedschaft vereinbar, aus meiner Sicht aber nicht eine neutrale Sichtweise. Eine Frau Gaschke sagte in einem Interview z.B. mal stolz, dass sie in der ZEIT-Redaktion immer die SPD-Politik verteidigt hat. Darum kann es aber nicht gehen. Ich habe nichts dagegen, wenn Artikel von Parteimitgliedern auch mal veröffentlicht werden, wenn das dann klar deutlich wird. Die Mitgliedschaft in einer Partei verpflichtet ja auch das Mitglied meistens die Beschlüsse zu respektieren. Damit steht dann aber immer auch die Partei vor allem anderen und die Inhalte und Themen werden nachrangig. Es ist dann auch eine Frage der Glaubwürdigkeit.. Es sollte zumindest auch der Redaktion möglich sein, Parteien scharf zu kritisieren, ohne dass sich jemand meint zurückhalten zu müssen. Letztlich geht es aber nicht um einen konkreten Fall, sondern um den Anschein, den man erweckt.

      tlow

      18. Mai 2014 at 10:21

    • Nun ja, ein Parteimitglied wird kaum kritisch über die Politik seiner eigenen Leute berichten können („parteischädigendes Verhalten“, jedes Parteimitglied weiß, was da los ist), selbst wenn er mal quer zur Linie seiner Partei liegen sollte. Der Landesblog zeigt, wie Beiträge aussehen, die von Parteimitgliedern (zur eigenen Profilierung) abgefasst werden. So gut ich den Landesblog zunächst fand – heute lese ich ihn kaum noch, weil die parteipolitische Färbung doch allzu sinnfällig ist.

      Der Heidemörder

      18. Mai 2014 at 12:07

  2. Es braucht dringend ein Gegenstück zur KN, im Grunde auch zur SHZ. Das Landesblog ist leider kaum noch lesbar, geschweige denn relevant. Nicht nur dass dort Parteipolitiker schreiben, was ich nicht so tragisch finde, aber grundsätzlich sind dort nur konservative Autoren am Werk, von der Qualität der Artikel ganz zu schweigen.

    Jürgen Kühner

    18. Mai 2014 at 20:00

  3. Ich bin Mitglied der CDU, in bin wohl der einzige, der die Stadtregionalbahn gut findet und dieses propagiert. Allerdings, finde ich die Planungen der Grünen dazu, weniger sinnvoll, da viele Kreise dem Projekt kritisch gegenüberstehen. Wieso, macht man das Projekt nicht eine Numemr kleiner. Eine Stadtbahn, die einige weniger Vororte anfährt im Zusammenspiel mit der Regionalbahn? Ein Schritt zurück, wird es selten geben in der Politik, denn das wäre eine Aufgabe des Projektes.
    Eine Nummer kleiner, und der Schuh, könnte passen.
    Ich entwickel zur Zeit ein Stadtbahnkonzept. Und es gibt schon unterschiede zwischen einer Stadtbahn und einer Stadtregionalbahn. SRB, würde es nur als Namen, nur in Kiel geben.
    Was Kiel benötigt, wäre eine Querung der Kieler Förde mit einem Straßen/ Schienentunnel für eine SRB oder Stadtbahn. Firmen, könnten mehr und neue Kunden gewinnen, wenn die FIrma in Heikendorf sitzt. Neue Kunden, könnten vom Westufer kommen, zb Altenholz, die sonst eine FIrma aus Heikendorf nicht bevorzugen würden, weil diese 45-50min um die Förde fahren müsste…
    Die Seilbahn-idee, wäre schon ganz gut, aber es braucht eben auch eine Tunnellösung unter der Förde. In der Mitte der Förde..Vom zukünftigen Stadtautobahnkreuz Holstein Knoten, um Neumühlen-Dietrichsdorf herum zur B502.
    Es gibt viele Themen, über die man Berichten kann. Wie ich Artikel verfassen würde, ich mit machen wollte, weiß ich nicht. Aber ich gehe auch selbstkritisch mit der Führung um.

    Kieler78

    21. Mai 2014 at 17:28

    • Man man. Nach der Arbeit konzentriert eine Antwort tippen ohne Tippfehler…;)

      Kieler78

      21. Mai 2014 at 17:30


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