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Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Piraten in Verkehrssachen immer noch planlos #hybridbusse

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In einer neuen Pressemitteilung äußern sich die Kieler Piraten wie folgt:

Zu den überlegten Anschaffungen von Diesel-Hybrid-Bussen durch die KVG erklärt Marcel Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher der Kieler Ratsfraktion PIRATEN:

“Dass die KVG ernsthaft in Erwägung zieht, Hybridbusse für ihren Fuhrpark anzuschaffen, ist eine gute Nachricht für den Kieler ÖPNV, der alles in allem umweltfreundlicher werden muss. Zusätzlich passen diese Busse ausgezeichnet in unser alternatives Konzept zur umstrittenen Stadtregionalbahn, das eine um diverse neu zu bauende Strecken reduzierte Stadt- und Regionalbahn zum Inhalt hat.

Mit der Verwendung von Hybridbussen besteht bei einer SRB Light die Möglichkeit, die Bustaktung an der Holtenauer Straße umweltfreundlich zu verstärken; dort würde der Bau einer neuen Bahnlinie zu großen wirtschaftlichen Schaden anrichten. Alles in allem ist die Elektromobilität ein nicht zu vernachlässigender Baustein in der Konzeptionierung eines zukunftsfähigen öffentlichen Personennahverkehrs in Kiel.

War ist, dass die Piraten überhaupt kein Konzept haben. Was „SRB Light“ nun genau sein soll, haben sie bisher nicht offenbart. Als prominente Kritiker der Stadtregionalbahn als solches waren sie ebensowenig in der Lage wir irgend jemand anderes auf wesentliche Fragen, die ich formuliert hatte  eine Antwort zu finden.

Was z.B. sollen denn Hybridbusse und eine Stadtregionalbahn gemein haben? Das beide zum Teil mit Elektrizität fahren? Wieso sollten Hybridbusse eine schnellere Taktung hinbekommen als herkömmliche Dieselfahrzeuge? Sie behaupten das eine neue Bahnlinie  an der Holtenauer Straße „schweren wirtschaftlichen Schaden anrichten“ würde. Wie definiert ihr denn einen schweren Schaden und wie wird der begründet? Gerade die Holtenauer durch ihre lange und gerade Strecke die ja bereits einmal für die Straßenbahn genutzt wurde bietet ja die Möglichkeit viele Kieler und mehrere Stadtteile anzubinden.

Nichts gegen fundierte Kritik oder Zweifeln. Aber zu behaupten man habe ein Konzept das besser sei, als das was bisher von vielen Experten vorliegt, man veröffentlicht es aber nicht aber redet Kernelemente madig ohne konkret zu werden, das ist einfach nur schwach.

Wenn die Piraten ein fertiges Konzept haben, das durchgerechnet ist, dann sollen sie es doch bitte sofort veröffentlichen, damit wir alle es bewundern können. Ansonsten wäre es mir lieber es würde weniger heiße, inkompetente Luft abgelassen.

Nicht das FDP und CDU da in ihren Positionen besser wären, nur scheinen die den Zug endlich kommen gehört zu haben und wagen sich derzeit nicht mit unbeschriebenen Papier auf die Schienen.

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Written by tlow

4. Juni 2014 um 21:51

Veröffentlicht in Rathaus, Umwelt, Verkehr

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3 Antworten

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  1. Eine StadtRegionalBahn Light kann ja nur bedeuten, lediglech die bestehenden Schienenstrecken mehr zu nutzen und z. B. wie es Ulf Kämpfer letzt beschrieb, eine Schienenstrecke vom Fahranleger der Kreuzfahrer zum Hauptbahnhof zu nutzen. Aber was heißt das denn alles? Der Schienenverkehr ist der, der uns die Zukunft, Wirtschaft, attraktivere Quartiere und geringe Luftverschmutzung und Emissionen bringt. Leider reihen sich die Pirate da konzeptionslos, überigens wie in der Rekommunalisierungesdebatte zur Stadtwerke, in die Reihen von CDU, SPD und FDP ein. Die Stadtbahn in der Holtenauer bringt außer einer abzustimmenden Bauzeit nur Vorteile für die gesamte Kieler nördliche Innenstadt. Im Grunde wartet „die Holtenauer“ nur auf dieses Signal, das von der vereinigten Kieler Verwaltungsspitze einfach nicht kommen will (über 15 Jahre hinweg) Hier braucht es genau so mutige Politiker wie in der Stadtwerke und in der Katzheide Debatte
    Ulrich Hühn

    Ulrich Hühn

    8. Juni 2014 at 12:45

    • Leider hakt da die öffentliche Debatte. Es gibt ja gute Argumente, die werden aber nicht gehört. Da sind allerdings die Befürworter auch mit schuld, wenn die Gesamtkosten des Projektes als einzige Summe im Raum stehengelassen werden. Man sollte immer einen Preisvergleich verschiedener Verkehrsmodelle machen. Z.B. wie es mit den Kosten aussieht, wenn Kiel komplett auf Hybridbusse umstellen würde. Leider enttäuschen die Piraten auch viele ihrer Wähler dadurch, dass sie nicht das einhalten, was sie versprochen haben: Mehr Transparenz und mehr Ehrlichkeit. Man behauptet man habe ein fertiges Konzept, legt es aber nicht vor, benutzt es aber als Gegenargument gegen Ansätze bestehender Konzeptionen (die sicher noch nicht ausgereift bzw. inzwischen veraltet sind). Ich würde vorschlagen man macht einen Wettbewerb: Jeder Bürger oder jede Organisation kann einen Plan für die Zukunft des Verkehrs in Kiel einreichen. Das ganze mit einem gewissen Mindestumfang. So als eine Art Ausschreibung. Dann gibt es eine öffentliche Diskussionsphase – Konzepte, die eine gewisse Mindestanforderung nicht erfüllen fallen dann raus. Dazu müsste man vorher aber auch schauen, welche Ziele der Verkehr haben soll.
      Z.B. ist dann die Frage, ob wir in 20 Jahren immer noch den gleichen Prozentsatz am Autoverkehr haben wollen. Wenn nicht ist ja die Frage, welche Konzepte diese Anteil am Mix wirkungsvoll senken könnte. Dazu müsste es dann aber auch mal echte Zahlen geben. Was mich ärgert ist, wenn Leute sich in die Diskussion einmischen, sagen wollen, wie es geht, aber NICHTS bringen. So eine „Aus dem Bauch heraus“-Mentalität. Das kann ja auch mal ok sein. Aber wenn es um die Zukunft des Verkehrs einer Großstadt geht und so oder so um hunderte Millionen Euro, dann erwarte ich schon, dass man sich etwas mehr Mühe gibt. Die Ratsleute bekommen alle jeden Monat ihr Sitzungsgeld und Geld für die Ausschüsse. Und sie wurden gewählt um sich die Arbeit zu machen. Wenn dann einfache Bürger da mehr leisten, dann ist das mehr als peinlich.

      Man muss natürlich dennoch immer ergebnisoffen bleiben. Aber es gibt so viel Geld, was zum Fenster rausgeworfen wird. Da würde es sich schon lohnen, mal ernsthaft was anzufassen. Aber wie Du sagst, dazu sind wohl momentan alle Politiker*innen zu feige. Vielleicht auch, weil niemand befürchten muss, von der KN geschlachtet zu werden, wenn er nix tut. Angst vor dem Medienmonopol?

      tlow

      8. Juni 2014 at 13:09

  2. Ulf Kämpfer sagt, die SRB wird erst gebaut, wenn ein Bürgerentsched positiv verläuft. Für diesen Bügerentscheid wird erst 50000 € in die „Kommunikations-Strategie“ gesteckt, deren Angebot von der boys agentur seit 15 Monaten vorliegt. Es soll zusammen mit dem kleinen Kiel Kanal beworben werden. Danach soll es eine Detailplanung geben mit genauer Streckenführung und Haltepunktplanung. Stell dir vor, danach wird das Projekt, weil Gegner viel Geld investieren oder die Abstimmungs-Unterlagen mangelhaft sind, abgeklehnt, welch Desaster. Ähnliches passiert uns derzeit zeitnah mit den Stadtwerken, die jetzt die Chance haben, wieder ein rein städtischer Betrieb zu werden. Zur KN: Ich blicke hoffungsvoll auf die online Zeitung , die die transition town Gruppe machen will. Da werde ich viel drin schreiben

    Ulrich Hühn

    9. Juni 2014 at 21:57


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