KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

#ZOBKIEL tritt auf der Stelle

with 3 comments

ZOB Kiel

ZOB Kiel

Bei der Planung des ZOB (Zentraler Omnibus Bahnhof) in Kiel geht schief, was nur schiefgehen kann. Stadtplanerisch absurd erschien bereits, dass das Hotel ATLANTIC direkt neben dem Bahnhof gebaut werden konnte, während damals noch gar keine fertigen Pläne für einen neuen ZOB existierten. Das ganze Chaos ist wohl in erster Linie Bürgermeister und Stadtbaurat Todeskino anzulasten. An so zentraler Stelle hätte man bereits seit Jahrzehnten irgendein Verkehrskonzept gebraucht. Bereits der Umbau des Hauptbahnhofs dauerte viele Jahre, daneben entstand das CAP als hässlicher, grauer Betonkasten 1995. Für Reisebusse hat man nun oberhalb vom CAP eine Lösung gefunden. Die Wege für Reisende vom Bahnhof zu Reisebusse, zum ZOB oder auch zu den Fähren sind recht lang und es gibt dafür bislang auch keine komfortablen Lösungen. Aber ohne ein Verkehrs- und Wegekonzept bleibt die Entwicklung auch dem Zufall oder der Initiative von Investoren überlassen. Ergebnis ist, dass in den letzten Jahrzehnten Kiels Zentrum immer hässlicher wurde, angefangen von der Zumutung eines Sophienhofs und der Abriss der wunderbaren Altbauten zuvor und ein immer weiteres Zubauen des Wassers. Zwar wurde in Beteiligungsverfahren und auch von der Stadt Kiel selbst das Ziel das Wasser wieder zugänglicher zu machen immer wieder formuliert. Doch die Politik selbst geht in die entgegengesetzte Richtung.

Das Element Wasser wieder Kiel näher zu bringen findet dann eher in aufwendigen Ideen Ausdruck wie versenkbare Zäune (Drucksache 987/2013) oder der Kleine Kiel Kanal. Vielleicht kann auch die Seilbahn über die Förde als Projekt betrachtet werden, das Wasser wieder erfahrbarer zu machen.

Will man eine sinnvolle Stadtenwicklung, braucht man aber intelligente Konzepte. Wenn man sich aber wie in Kiel seit Jahrzehnten üblich oft von Investoren dazu verleiten lässt, zentraler Stellen zuzubauen, dann wird es zunehmend schwierig, Orte miteinander zu vernetzen. Für schnelle Umstiege, auch ggf. ohne bei Regen nass zu werden sind kurze und intelligente Wege sehr wichtig. Dies kann auch einen besonderen Vorteil gegenüber dem Autoverkehr sein. Auch was Fahrräder angeht, so ist die Situation zum Parken für Fahrräder nicht vorteilhaft. Es gibt zwar den Umsteiger, der auch zu begrüßen ist. Aber dort ist nur ein gebührenpflichtiges Parken möglich. Das Fahrrad nur kurz am Bahnhof abzuschließen ist kaum möglich (außer in der Nähe vom „Blauen Engel“ auf der anderen Straßenseite). Oder habe ich da was übersehen?

Es ist für Kiel peinlich, dass es seit den 70er Jahren mit dem ZOB immer nur ein Provisorium gab. Stattdessen stürzt man sich bei Neubauprojekten wie dem Zentralbad in Unkosten. Das Muster gleicht sich: Die existierenden Infrastrukturen verkommen lassen oder nicht erneuern.  Stattdessen Investoren suchen und auf Neubauten setzen. Herauskommt nur Murks. Wie kann es sein, dass heute noch nicht die Finanzierung steht?

[Hier Pläne zum ZOB]

Fraglich auch, wie man in Zukunft mit Parkplätzen in der City umgehen will. Wenn man nicht will, das mehr Menschen in der Stadt Autos benutzen, bringt jeder Parkhaus-Neubau auf Dauer neue Problem/Verkehr. Trägt irgend jemand die politische Verantwortung für all die Fehlplanungen und -umsetzungen der letzen Jahre und dann auch die entsprechenden Konsequenzen?

Advertisements

3 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Es gibt am Bahnhof sehr wohl Fahradständer. Zum Einen auf dem Bahnhofsvorplatz vor den Parkboxen an der Raiffaisenstr. und an der Rampe zum Osteingang des Bhf. Die Kapazität ist aber -wie vielerorts in Kiel- besonders im Sommer oft nicht ausreichend.

    hibbert

    26. Juli 2014 at 20:51

    • Diese Art der Stadtgestaltung, darf man eben nicht kritisieren.
      Warum man, das Atlantik Hotel, nicht weiter Richtung norden gebaut hat, sondern direkt gegenüber dem Hbf, weiß ich auch nicht. Ich, hätte als OB oder Bürgermeister darauf bestanden, das der ZOB, in Sichtweite des Hbfs gebaut wird.
      Oder, man hätte auf dem Gelände des heutigen CAP, einen ZOB mit Tiefgarage oder auch ohne Tiefgarage errichten können. Mit angeschlossenem Reisebusbahnhof. Näher, wäre es dann nicht gegangen.
      Das der Reisebusbahnhof unter der Gablenzbrücke errichtet wurde, soll ja auch als Provisorium für den ZOB herhalten, wenn dieser mal abgerissen wird, ist eher ein schlechter Witz und hoffentlich auch nur ein Provisorium für die nächsten 20 Jahre.
      Aber immerhin, sieht die Schmuddelecke unter der Gablenzbrücke wesentlich freundlicher aus und es gibt, oh wunder, eine Toillette für die Reisenden und oder Busfahrer. Nur der Weg, zu den Bahngleisen, ist etwas weit.
      Könnte man nicht eine Fußgängerbrücke über die Bahngleise errichten, mit einem Zugang, zu jedem Bahngleis!? Am südlichem Ende der Bahnsteige von der Schröpfecke in Richtung des neu gebauten Hotels am Ende des CAP Gebäudes? An dessen Parkplatz? Von dort, gäbe es einen Fußweg zum neuen Reisebusparkplatz….
      Anstatt sich in Großprojekten zu verzetteln, wünschte ich mir eine ansehnlichere Altstadt, die Kiel, bitter nötig hätte. Wenn die Kirche am Alten Markt nicht stehen würde, könnte man leicht übersehen, das das die Altstadt wäre, wenn man am Alten Markt flanieren würde.
      Ich hoffe, das die „Schloßquartier“ Neubauten, keine 08/15 Gebäude werden, wie sie heutzutage üblich sind in Kiel und dem Platz zb gegenüber dem Schloß rechnung tragen.
      Das Kieler Schloß, ist als solches kaum erkennbar. Ein Trauerspiel eben! Auch, wenn das Kieler Schloß als Veranstaltungsort sehr beliebt ist, ist es kaum erkennbar und als historisch bedeutender Ort nicht sofort zu erkennen.
      Anstatt sich für ein Wasserbecken einzusetzen, würde ich die Straßengestaltung an 1. Stelle setzen, denn es gibt in der Altstadt verschiedene Oberflächen. Und die Straßengestaltung kann die Stadt „problemloser“ ohne ganz großes Theater, selbst gestalten.
      Die Kieler Altstadt, hat kein Gesicht. Sie ist ein hübsch/ hssliches Entlein, das wach geküsst werden müsste.
      Alleine nur auf ein Wasserbecken zu setzen, halte ich verkehrt.
      Das Denkmal für den Matrosenaufstand, „rostet“, auch unbemerkt, im Ratsdienergarten vor sich hin, anstatt es am Bahnhofsvorplatz zu deplatzieren oder entlang des Marsches der Matrosen. Es gibt immer noch kein Konzept diesbezüglich. Hauptsache, wir den Namen des Hindenburgufers.
      Aber, wie beim 1. Kieler Rathaus, und beim Verkauf des Kieler Schloßes durch die Stadt Kiel, wußte und weiß man eben nicht, wie man mit der Vergangenheit umgehen soll und wie man die Innen/ Altstadt „würde-voll“ gestalten soll. Denn das in den Jahrzehnten in Kiel, vieles Falsch gelaufen ist, wissen wir ja. Stadtplanerisch!
      Warum, es mit dem ZOB Abriss wieder einmal, länger dauern wird, ist mir leider nicht bekannt.
      Eigentlich, sollte durch den Verkauf der südlichen Grundstücke vom ZOB, der Neubau mit-finanziert werden, so hieß es mal in den KN.
      Manche Stadtpolitik, erinnert mich so langsam an die Olsenbande.
      Ein gut durchdachter oder ein gut gemeinter Plan und am Ende, kommt doch nichts gescheites raus. Nur, das die Hauptprotagonisten nicht in einem Knast landen, wenn es schief läuft, sondern im Amtssessel sitzen bleiben dürfen!
      Wer weiß von den vielen Besuchern des ehem. Hindenburgfers, das dort einmal im Jahre 1918, Matrosen entlang marschierten!? Sind Infotafeln mittlerweile aufgebaut worden, die darauf hinweisen? Nach der Namensänderung?
      Warum, hat man das 1. Kieler Rathaus nicht wieder aufgebaut? Obwohl die Kellergewölbe noch stehen teilweise und mit heutiger Technik eine Rekonsturktion es ermöglichen würde. Hat man Angst im rot lackiertem Kiel? Anstelle des 1. Rathauses, kamen ansehnliche Pavillons an dessen Stelle.

      Kieler78

      7. August 2014 at 11:00

  2. Ach übrigens. Der Bahnhofsvorplatz, wurde geändert. Der Name. Der neue Name erinnert an den Matrosenaufstand.
    Allerdings, wie auch entlang der Blauen Linie, gibt es auch dazu keine Infotafel.
    Kann man wenigstens nicht das Denkmal zum Matrosenaufstand verlegen vom Ratsdienergarten zum Bahnhofsvorplatz? Was führte damals daz, das das Denkmal im Ratsdienergarten aufgestellt wurde, wo viele dran vorbeilaufen!?
    So ein Ding, sollte versetzbar sein. Denn das, ist keine Pyramide….Und würde dann mehr Sinn machen.
    Aber selbst dazu, gibt es kein Konzept seitens der Stadt.
    Lieber, lässt man bestehende Strukturen vergammeln und macht teure Neubauprojekte.
    Neulich, fragte mich ein Kieler, welche Sehenswürdigkeiten Kiel zu bieten hätte.
    Da, konnte ich ihm leider kaum antworten geben.
    Das Kieler Schloß? EIne Sehenswürdigkeit? Mitnichten, auch wenn es als Veranstaltungsort beliebt ist. Aber eine Sehenswürdigkeit? Die Kieler Altstadt!? Außer der Dänischen Straße, hat die Kieler Altstadt, an ALtbausubstanz, kaum noch was zu bieten.
    Und die Schloßstraße, wird hoffentlich erneuert, ist hässlicher als hässlich.
    Haben die Kieler Parteien, schwierigkeiten, mit der Kieler geschichte? Warum, wurde das 1. Rathaus am Alten Markt nicht wieder aufgebaut obwohl Teile oder das ganze Kellergewölbe noch steht?
    Was bringt es, wenn ich ein Wasserbecken baue in der Holsenstraße aber die Altstadt bleibt ein hässliches Entlein, das Wach geküsst werden will? Das Wasserbecken, macht die Altstadt auch nicht hübscher.

    K78

    1. Oktober 2014 at 10:53


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: