KielKontrovers

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#SRBKiel: CDU Plön beibt Antworten schuldig

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Wie schon oft, blieb auch die CDU Plön auf konkrete Nachfrage von KielKontrovers Antworten zur Stadtregionalbahn Kiel schuldig.

Am 4. Oktober fragte ich in einer öffentlichen Email nach. Jedoch erhielt ich überhaupt keine Antwort. Ich finde es immer wieder faszinierend, welches Verständnis viele Politiker von politischer Diskussion haben. Sie meinen einige Pressemitteilungen oder spitzen Bemerkungen vor der offizielle Presse würden ausreichen. Leider gibt sich auch diese offizielle Presse zu schnell zufrieden und hakt nicht nach.

Wenn man politisch und öffentlich gegen oder für etwas eintritt, dann kann auf interessierte Nachfrage nicht Schweigen die Antwort sein. Es gibt nur eine mögliche Interpretation: Man hat keine Antworten. Ähnlich wie die mittlerweile aufgelöste Kieler Piratenfraktion scheint man bei der CDU Plön Politik nicht auf Fakten zu basieren, sondern auf Bauchgefühl. Und da wird dann die ehemalige politische Gegnerin Gaschke auch mal zur Freundin, weil sie ebenso ohne jeglichen Sachbezug und Argumente gegen die Stadtregionalbahn war (aber in der Amtszeit stets das Gegenteil behauptete). Eine politische Diskussion ist immer hilfreich, erfordert aber ein Mindestmaß an Offenheit und Ehrlichkeit.

Zur Zeit gibt es zur Stadtregionalbahn offenbar nur entweder Gegenrezepte aus der Mottenkiste oder eben nur ein Sammelsurium an Ideen, von denen einige vielleicht auch umsetzbar wären. Was fehlt ist aber ein Gesamtkonzept, das zumindest ein mal grob durchgerechnet wäre. Meines Erachtens kommt man aber nicht weiter in dem man von vorne herein eine Lösung ausschließt und dann nach Alternativen sucht. Wichtig wäre die verkehrlichen Herausforderungen zu analysieren und dann nach der besten Lösung zu suchen. Dabei wäre die beste Lösung selbstverständlich auch erschwinglich für die Kommunen. Zum Nulltarif wird keine Lösung zu haben sein. Eine Wahrheit, die die radikalen SRB-Gegner gerne unterschlagen. Und eben bisher nicht bereit oder in der Lage sind darzulegen, wie genau denn eine Zukunft ohne Schiene in Kiel aussehen soll. Der letzte Anlauf zu einer Alternative endete dann seitens FDP und Piraten denn auch darin, plötzlich für eine „SRB Light“ zu sein. Vielleicht ein Zugeständnis, dass auch diese beiden Fraktionen plötzlich meinten, nicht mehr an der Schiene als zentrale Lösung vorbei zu kommen?

Die Stadt Kiel und auch der neu gewählte Oberbürgermeister lassen bisher jedenfalls seit Jahren an der nötigen Entschlossenheit fehlen, für Kiel eine zukunftssichere Verkehrslösung zu schaffen. Währenddessen gerät im Öffentlichen Verkehr zunehmend an Grenzen. Der ÖPNV ist langsam, umständlich und unbequem. Und das würde sich auch durch mehr und schnellere Busse nicht lösen lassen. Stattdessen will Kämpfer das Projekt „Kleiner Kiel Kanal“ vorantreiben. Als eine Detaillösung mit fraglicher Sinnhaftigkeit und im Grunde für Kiel teurer als die Stadtregionalbahn. Es wird die Stadt vielleicht rd. 20 Millionen Euro kosten (die Kostenschätzungen kann man zwar als Grundlage nehmen, aber immer gut mal verdoppeln). Die Stadtregionalbahn rund 60 Millionen Euro. Bei 1/3 der Kosten ist dies aber rein stadtgestalterische Maßnahme, deren Sinn und Zweck zweifelhaft ist und die auch keine direkte Einnahme generiert. Zudem wären die Investitionen bereits die Finanzierung von 1/3 der Stadtregionalbahn.

Kein radikaler Umbau wird etwas an den Grundprobleme der Kieler Altstadt lösen. Das die Holstenbrücke verhunzt ist, ist schon richtig. Und das sie umgebaut werden müsste auch. Denn bislang stellt sie ein Nadelöhr für den Radverkehr dar.. Fraglich ist allerdings, ob nicht mit viel weniger Aufwand der gleiche Effekt zu erzielen wäre. Weniger Parkhäuser und Betonklötze in der Innenstadt und der Erhalt von Altbauten und Grünbestand wäre ein besseres Rezept. Mit dem Kleinen Kiel, der Förde, dem Bootshafen hat Kiel bereits mehrere öffentliche Wasserflächen in unmittelbarer Nähe der Altstadt. Die müssen lediglich gepflegt oder erschlossen werden. Eine neue Fläche zu schaffen erscheint mir da eher als Schildbürgerstreich. Ebenso wie damals die barrierefreie Querung durch den Park zum Brook für 330.000 €, obwohl es eine 100 Meter weiter bereits gab.  Kiel scheint viel Geld zu haben, um Bestehendes abzureissen und es durch irgendetwas Neues mit viel Geld zu ersetzen.

Daher rührt meines Erachtens auch ein Kernproblem von Kiel: Das es zunehmend an Charakter verliert. Wie z.B. durch Bauten wie den Betonklotz CAP am Hafen/Hauptbahnhof oder der hässliche Klotz gegenüber den Veranstaltungszentrum der Pumpe. Offenbar wird von vielen Planern alles, was kalte Betonfläche ist als schön betrachtet und alles was grün ist, oder alt oder etwas kaputt als hässlich. Mir geht es leider umgekehrt.

Written by tlow

26. Oktober 2014 um 10:31

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