KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

#SRBKiel: Manche Politiker können nicht rechnen

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Das, was vor kurzem noch als „SRB Light“ präsentiert wurde, war nicht wirklich billiger, sondern aus lange Sicht teurer. Weniger Fahrgäste und weniger koordinierter Streckenausbau bedeuetet natürlich weniger Einnahmen und mehr Bauarbeiten in der Zukunft. Bei den Preissteigerungen konnte man sich ausreichnen, dass die billigere Stadtregionalbahn zwar anfangs billiger aussieht, aber am Ende teurer ist. Aber whatever – es war das, was die Befürworter für besser verkaufbar hielten und zum Teil ging die Rechnung ja auch auf. Zeitungen berichten ja dann auch, dass weniger immer gleich weniger ist.

Nun hat zwar Kiel und der Kreis Plön JA gesagt zum Projekt, aber Rendsburg-Eckernförde: NEIN. Fehlende Stimmen aus den Reihen der GRÜNEN waren die Ursache.

Mit dem Titel „Die Stadtregionalbahn ist mausetot – jetzt muss es Alternativen geben“ schreibt die FDP-Landtagsfraktion triumphierend:

Die Landesregierung muss jetzt endlich aufhören, die Stadtregional-
bahn mit einzelnen Bahnreaktivierungsprojekten im Kieler Umland
durch die Hintertür einführen zu wollen und dafür die maroden Stra-
ßen im ländlichen Raum sträflich zu vernachlässigen.

Da wird jetzt wieder viel von Alternativen geredet, die es angeblich gibt. Eine der Alternativen für einen schnellen, schienengebundenen Verkehr ist z.B. für die FDP offenbar, Schlaglöcher auf dem platten Land auszubessern. Mal ganz davon abgesehen, dass diese Fördermittel nicht mal eben en passant umgeschaufelt werden können: Wie komme ich im Kieler Umland schneller von A nach B, wenn es in Husumm weniger Schlaglöcher gibt?

Es ist doch einfach so, dass es hier um eine konkrete Maßnahme für einen städtischen Raum, ein städtisches Umland gegangen wäre. Pressemitteilungen wie die der FDP zeigen das Niveau der Diskussion. Leider viel zu partei- und wenig sachorientiert wird hier argumentiert.

Und wenn wir wieder bei Alternativen sind, so kann man gerne nach Hamburg schauen und wie da das Thema Busbeschleunigung diskutiert wird. Für Kiel uns Umland gibt es bisher keine einzige Alternative zur SRB, die vorgestellt worden wäre. D.h. es gibt eigentlich für den Öffentlichen Verkehr dann keine Zukunft. Wer häufiger in Kiel Bus fährt weiß: Es macht oft keinen Spaß mehr und jedes Jahr wird es schlimmer. Aber die Region kann ruhig weiter schlafen. Vielleicht ist es ja auch ganz gut, wenn mehr Leute wegziehen, insbesondere aus dem Umland in Städte, wo man auch ohne Auto unterwegs sein kann. Gut für die Mieten. Bei sinkender Einwohnerzahl braucht man dann ja auch gar nicht mehr so viele Arbeitsplätze und Wohnraum. Ostdeutschland macht uns das ja bereits erfolgreich vor.

Written by tlow

16. Dezember 2014 um 21:09

3 Antworten

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  1. Doch, es gibt eine Alternatibe zur SRB Kiel. Nur, wurde sie noch nicht von Politikern vorgetragen.
    Die Idee einer Stadtbahn statt Stadtregionalbahn!
    Denn, es sind zwei unterschiedliche Systeme. Die Stadtbahn, fährt explizit nur in einer Stadt, die Stadtregionalbahn, das nichts anderes ist wie eine RegioTram, fährt in der Stadt und im Umland.

    Eine Stadtbahn, fährt nur wenige Vororte an.
    Zb könnte man eine Stadtbahn Kiel wie folgt aufbauen:

    Die 1. Linie führt von der Herthastraße in Kiel Wik, über die Mercatorstraße zur Holtenauer und von dort über den ZOB zur Hamburger Chaussee, bis zur Endhaltestelle Schulensee.

    Später, könnte man diese Linie bis nach Rammsee/ Freilichtmuseum Molfsee verbinden.

    Die 2. Linie, würde ich als Linie 4 bezeichnen, wäre der Verlauf der alten Linie 4, mit einer besseren Trassung durch Gaarden zur Weftstraße. Endhaltestelle wäre die Wellingdorfer Schleife.

    Die 3. Linie, verliefe vom Sophienblatt/ Hbf, entlang der Hamburger Chaussee, durch die Rendsburger Landstraße bis zur reaktivierten Haltestelle Kiel Citti-Park. Von dort, geht es weiter nach Kiel Suchsdorf und von dort um den Stadtteil Klausbrook zur Olshausenstraße.
    Entlang der Olshausenstraße, geht es zur Holtenauer Straße wieder zum Sophienblatt/ Hbf Kiel.
    Somit, hätte man eine Ringbahn.

    Eine extra Linie für Mettenhof, würde ich vorerst ausschließen. Da im Verlauf der Bahnstrecke Kiel-Rendsburg neue Haltestellen hinzukommen.
    Der bisherige Verlauf der SRB Strecken durch Mettenhof bzw durch Mettenhof nach Melsdorf, wären eine konkurrenzlinie zur bestehenden Bahnstrecke.
    Ein weiterer Haltepunkt entlang der Bahnstrecke Kiel-Rendsburg, der errichtet werden könnte, wäre in Mettenhof.

    Durch eine reaktivierung der Bahnstrecke Kiel-Schönberg in Holstein, und der nachahmung der Linie 4, wäre das Ostufer gut angebunden.
    Wenn die Bahnstrecke Kiel-Schönberg in Holstein, nicht im Ganzen reaktiviert wird, könnte es Endhaltestellen i nder Siedlung Oppendorf geben und eben in Neumühlen-Dietrichsdorf.

    Entlang der Straßenbrücke B502/ Ostring, könnte man eine neue Brücke für Bahn nach Neumühlen-Dietrichsdorf nachdenken, die dann zum Langen Rehm führt bis Höhe Masurenring.
    Später möglicherweise, erweiterbar bis nach Mönkeberg.

    Es muss darüber hinaus versucht werden, das zwischen Kiel und Eckernförde, Kiel-Rendsburg, Kiel-Neumünster und Kiel-Plön, ein 15-20 min Takt eingeführt werden könnte.
    Vielleicht, wäre es auch möglich, eine neue Bahnstrecke zwischen Eckernförde und Schleswig zu prüfen.
    So würde die Bahnfahrt zwischen Schleswig und Kiel attraktiver werden.

    In Zukunft, muss auch darüber diskutiert werden, wie Rendsburg weiterhin an das Bahnnetz angeschlossen werden kann. Da die betagte Eisenbahnhochbrücke, wahrscheinlich keine weiteren 100 Jahre standhalten wird, um den Zugverkehr adäquat anbieten zu können.

    Die bestehenden Bahntrassen in Kiel und um Kiel, müssten auf 2 Gleise ausgebaut werden. Die 1 gleisigkeit, auf den meisten Bahnstrecken in und um Kiel, kann kaum noch mehr Verkehr aufnehmen.

    K78

    19. Dezember 2014 at 14:19

    • Das Problem wird dabei sein: Die Kosten sind relativ hoch, aber dafür gibt es deutlich weniger NutzerInnen. Denn aus dem Umland wird man dann nicht mit der Bahn in den Großraum Kiel fahren. Dazu müssten die Leute Park&Ride machen. Das heißt das Verhältnis NutzerInnen zu Kosten wäre schlechter und somit wäre es teurer bzw. es gäbe weniger Einnahmen.

      tlow

      22. Dezember 2014 at 20:00

  2. Es ist schon ganz schön billig, wie Stadt und Land gegeneinander ausgespielt werden. Wahrscheinlich ist das auch der ganze Grund für diese vehemente Ablehnung der SRB: CDU/FDP sind provinziell, werden hauptsächlich auf dem Land gewählt, kriegen in Kiel aber nichts auf die Reihe.

    Die wollen nur bei ihren Wählern auf dem platten Land beeindrucken, wo es oft keinen Busverkehr gibt oder nur dreimal am Tag ein Bus fährt. Aber das ist kein Argument gegen Verbesserungen in Kiel, wo der ÖPNV gemessen am Bedarf auch schwach ist.

    Das Land muss beides verbessern. CDU/FDP könnten dann ja mal ein Alternativkonzept zur SRB vorlegen.

    mgmt

    19. Dezember 2014 at 19:25


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