KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Dialog mit #Pegida und #DresdenNazifrei in Dresden und anderswo?

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Es ist traurig zu sehen, wozu eine Radikalisierung der Gesellschaft führen kann. Ob nun wie in Frankreich der Anschlag auf ein Satire-Magazin in Paris, oder Pegida in Dresden, wo Teile der Demonstration wohl Jagd auf migrantische Jugendliche machten.

Bezeichnend und weiterer Beleg für die Rechtslastigkeit großer Teile der Gesellschaft ist dabei, dass in Dresden nun seitens der Politik und er Landeszentrale Politische Bildung Gesprächsangebote an Pegida gemacht wurden. Während der Oberbürgermeister seit Jahren z.B. Gespräche mit dem Bündnis Dresden Nazifrei ablehnt (dazu das Statement von „Dresden Nazifrei“). Vielleicht lassen sich hier auch die Wurzeln der Zentralen für Politische Bildung (als „Reichszentrale für Heimatdienst“ und späterem Propagandaminsiterium der Nazis) nachspüren, Wieso spricht man nicht mit Menschen, die seit Jahren gegen die Nazis auf die Straße gehen, aber nun mit einer Bewegung, die den Hass auf Moslems zum Ziel hat?

Aus meiner Sicht werden hier fatale Signale gesendet. Und zwar im Kern, weil viele in der Politik die Masse der rechten WutbügerInnen gerne für ihre politische Ziele instrumentalisieren wollen. Von der Empörung sind wir innerhalb weniger Wochen zu einer Hofierung gekommen.

Politikern gefallen aber oft die dumpfe und dumme Massen viel besser als ein Haufen kritischer und engagierter BürgerInnen. Es ist wohl so, dass man hofft die dumme Masse selber lenken zu können

„Dresden Nazifrei“ konstatiert in ihrem Statement:

Rassismus ist kein Randproblem in unserer Gesellschaft, sondern mitten unter uns!

Alle politischen Aktionen, die darauf abzielen eine Gruppe von Menschen auszugrenzen oder anzugreifen sind zu verurteilen. In dem Sinne sind für mich islamistische Terrorgruppen und Pegida in einen Topf zu werfen.Hier ist ein Dialog kaum noch möglich. Das hat nichts mit einer Mitte zu tun, denn die Mitte mag zwar ein hübsches Symbol sein, aber erklärt die Komplexität politischer Einstellungen nicht. So sind rechte Einstellungen eben auch Teil der Mitte. Und sie werden seitens der Politik leider all zu oft geduldet und gefördert – man erinnere sich nur an Schilys „Das Boot ist voll“.

Wir haben wohl in Kiel die Probleme so (noch) nicht. Und wie es aussieht hat Dresden da auch einige sehr eigene Probleme und leider auch wieder einen sehr eigenen Umgang. In Städten wie Hamburg oder Köln (aber auch Leipzig) ergibt sich zum Glück auch ein sehr anderes Bild.

Written by tlow

8. Januar 2015 um 09:22

Veröffentlicht in Deutschland, Rechtsradikalismus

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Eine Antwort

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  1. http://www.sachsen.de/1478.jsp »Für Dresden, für Sachsen – für Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit und Dialog im Miteinander« Das doch mal ein gutes Zeichen

    tlow

    9. Januar 2015 at 20:37


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