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Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

#Katzheide – ein Teil von Gaarden

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Am 28.3. wird es eine kleine Veranstaltung in der Räucherei vom Verein Katzheide: JA! in Kooperation mit WIR in Kiel geben. Es soll über den aktuellen Stand informiert werden und Möglichkeit gegeben werden, mit der Initiative für den Erhalt vom Freibad Kontakt aufzunehmen.

Als Mitglied im Vorstand des Vereins habe ich inzwischen einige Erfahrungen gesammelt und viele Argumente Pro unc Contra gehört. Die werde ich an dieser Stelle mal etwas hin- und herwälzen:

Es sei darauf verwiesen, dass es ein öffentlöiches apier des Sportparks Gaarden gibt, in dem auch Katzheide gelegen ist: 2013-04_Konzept_Katzheide_Entwurf.pdf. Darin steht u.a. an zentraler Stelle:

In der IG Sportpark wurden bereits bei der Jahresversammlung der Mitglieder im
Januar 2010 folgende Voraussetzungen für zukünftige Planungen des Katzheide-
Geländes zusammengestellt und bis heute befürwortet:
1)
a) öffentliche Nutzung des Areals
b) ganzjährige Nutzung des Areals
c) Nutzung im Rahmen des Sport- & Begegnungsparks (inhaltlich, baulich)
d) wenn möglich zum Themenfeld: Wasser

Insbesondere der Aspekt der ganzjährigen Nutzung ist dabei kritisch zu sehen.

Denn demnach wäre so etwas wie ein Freibad als Nutzung damit ausgeschlossen. So wurde seitens der Stadt Kiel Dinge gesagt wie, dass das Gelände 7 Monate im Jahr ja totes Gelände sei. Dazu von mir: Zum einen gibt es da so eine Jahreszeit, die man Winter nennt und generell weniger Aktivitäten draußen bedeutet, v.a. wenn es um Wasser geht. Es liegt auch in der Natur eines Freibades, dass es nicht ganzjährig genutzt werden kann.

Wenn wir uns die Gegend anschauen und warum überhaupt der Sportpark in der heutigen Form entstanden ist, so hat das verschiedene Gründe. Zum einen der Drogenhandel in frei stehenden Gärten, das subjektive Gefühl von Bürger*innen sich dort nicht sicher bewegen zu können. Daher dann z.B. auch das Projekt der „Gaarden Ranger“ als Bürgerarbeit. Außerdem gab es viele Beschwerden über Hunde, deren Verhalten, der Besitzer und die Ausscheidungen der Hunde. Es sollte dann auch der Zerstörung von Möblierung (Parkbänke, Spielgeräte) vorgebeugt werden.

Was man sich seitens der Stadt oder des Sportparks genau als Nachnutzung des Geländes vorstellt bleibt unklar. Sowohl in dem Papier aus 2010, als auch heute. Das will man nun gerne einem Bürgerbeteiligungsverfahren überlassen. Dazu muss man aber bedenken, dass der Sportpark erst 2010 eröffnet wurde. Als Ergebnis der Bürgerbeteiligung kam unter anderem heraus, dass das Freibad das Herz des neuen Sportparks sein soll. Im selben Jahr allerdings hat der Sportpark und die Stadt Kiel bereits das Gegenteil als Zielrichtung vorgegeben. Angeblich weil sich ja plötzlich die Vorgaben der Bäderpolitik geändert haben. Aber warum hat man dann aber 2008 nicht die Schließung von Katzheide mit allen Bürgern besprochen? Wenn es denn schon eine große Bürgerbeteiligung über die Zukunft des Areals gab? Dies macht skeptisch, wie viel man von der Halbwertszeit von Bürgerbeteiligung und der Ernsthaftigkeit des Dialoges mit der Bevölkerung zu halten hat.

Bürgerbeteiligung klingt nicht nur gut, sondern es ist an sich eine gute Sache. Aber wenn die Bürger*innen nur mehr Stichwortgeber sind, dann wundert es nicht, wenn Politikverdrossenheit immer mehr um sich greift.

BV0903AnlageUebersichtBauabschnitteSportpark92

Was die ganzjährige Nutzung von dem Katzheide-Gelände angeht und der Idee, dass es eine Wegeverbindung nach Ellerbek geben könnte: An vielen Ecken von Gaarden gibt es Probleme. Insbesondere gerade heraus gesagt Hundescheiße, Vandalismus und Drogenhandel sind Dauerthema im Ortsbeirat. Nun  gibt es eine einzige Fläche in Gaarden, wo das überhaupt kein Thema ist – und das ist Katzheide. Hier dürfen Leute öffentlich in der Sonne herumliegen und sich bewegen ohne darauf achten zu müssen irgend wo reinzutreten. Oder wie der heutige Interkulturelle Garten, der immer wieder als Drogen-Depot von Kleindealern genutzt wurde. Jede Fläche die vollkommen und ganzjährig offen ist, ist dies eben auch für alle Menschen mit all den Vor- und Nachteilen.

Ich finde persönlich Hunde nicht so ein Riesenproblem, aber ich weiß, dass das für kleine Kinder und viele Menschen auch etwas ganz anderes ist. Und ich selbst wurde auch in den letzten Monaten ein mal von einem Hund in Gaarden ohne Vorwarnung gebissen (keine Fleischwunde, weil der Halter ihn schnell zurückzog).

Daher finde ich es etwas befremdlich, wenn man ausgerechnet die einzige stressfreie Zone in Gaarden unbedingt für alles öffnen muss. Ich kann das mit der Wegeverbindung nachvollziehen. Aber Das wäre meine ich auch ohne eine Schließung von Katzheide umsetzbar. Insbesondere problematisch finde ich, dass es eigentlich noch gar kein Konzept der Stadt Kiel gibt, über das man diskutieren könnte, um eine Schließung als Alternative überhaupt zu diskutieren. Und explizit kann damit überhaupt keine ehrliche Diskussion über Kosten stattfinden, die man gegeneinander stellen könnte.

Es gäbe da noch mehr zu schreiben. Dazu aber irgend wann mehr.

Written by tlow

27. März 2015 um 10:41

Veröffentlicht in Allgemein

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