KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Contra #Gottesbezug in der SH-Landesverfasung

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Da es nun eine Volksinitiative für einen Gottesbezug in Schleswig-Holstein gibt hier noch mal meine Contra-Sicht.

Zum einen ein mal die Argumente der Befürworter als Stichworte:

  • „Es geht uns nicht allein um den Gottesbezug, sondern darum, was Gott in unserer Gesellschaft bedeutet.“
  • Wir wollen deutlich machen, dass der Gottesbezug in der Verfassung gerade in den Zeiten der Ausgrenzung bestimmter religiöser Gruppen ein wichtiges Zeichen für ALLE Gläubigen ist: Für Toleranz, für Vielfalt und für klare Werte, die nicht vom Zeitgeist bestimmt werden.“

Zunächst einmal meine ganz emotionale Reaktion: Es befremdet mich, wenn man im Jahr 2015 bei einer steigenden Anzahl an Kirchenaustritten plötzlich Gott in die Landesverfassung aufnehmen will. Gilt denn die Landesverfassung nicht bereits jetzt für alle Menschen, egal welcher Religion. Bei dem Gedanken, dass Gott Teil der Landesverfassung wird, möchte ich am liebsten sofort auswandern, als Atheist fühle ich mich dadurch provoziert und attackiert. Die Mitgliedschaft in Religionsgemeinschaften steht jedem frei – das Land und die Verfassung aber kann man nicht immer frei wählen. Alle Atheisten oder Religionsangehörige mit mehr als einem Gott (oder anderen Wesenheiten) werden dann aber explizit ausgeschlossen, weil nicht auch der Atheismus oder nichtmonotheistische Religionen erwähnt werden. Es ist so, als wenn jemand in dem Haus, in dem ich wohnt plötzlich jemand alles mit „Gott ist geil“ vollplakatiert und mich damit mit seiner Meinung vereinnahmt.

Monotheistische Religionen, wofür stehen Sie? Ich denke dabei an Religionskriege, an ISIS, an Gottestaaten, an Staaten in denen die Scharia Gesetzeskraft hat. Wie können wir gegenüber anderen Ländern für Toleranz gegenüber Andersdenkenden eintreten, wenn wir selber den ersten Schritt hin zu einem Gottesstaat machen? Ein Erfolg dieser Initiative hätte unzweifelhaft weitere Folgen. Mit dem Verfassungsrang ließe sich sicher auch eine Unterdrückung anderer Religionen, die gegen diesen Gottesbezug stehen verfassungsrechtlich begründen. Also Religionsverbote oder die Pflicht die Staatsreligion anzunehmen. Es muss dann evt. nur noch „verfeinert“ werden auf Christentum oder Islam. Es wäre das Einfallstor für weitere Forderungen und Gesetzesänderungen.

Es erscheint mir als Reaktion auf Kirchenaustritte. Bei der Gründung Schleswig-Holsteins war das Ganze kein Thema – in einer Zeit, in der das Christentum noch viel präsenter war. Mit dieser Maßnahme will man den weiteren Verfalls des Christentums dadurch stoppen, dass niemand mehr gänzlich austreten kann. Man verbleibt immer zumindest im Verfassungsrahmen.

Das erinnert doch sehr an die Personensuchmaschinen (wie Yasni), bei denen man sich nicht entfernen kann. Man kann höchstens einen Beitrag zahlen und die Art seines Suchergebnisses beeinflussen.. Kein Entkommen.

Ich lehne diese Initiative daher als im höchsten Maße undemokratisch ab. Es würde mich dem Land in dem ich wohne stark entfremden. Eben insbesondere wegen  der Frage: Warum jetzt? Warum 2015?

Das auch auf Youtube gefunden, kann ich auch voll unterschreiben:

Written by tlow

28. April 2015 um 21:43

Veröffentlicht in Land, Religion

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Eine Antwort

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  1. Der Monotheismus hat uns und anderen so viel Leid gebracht. 80 Millionen Christen konnten den Holocaust in Deutschland nicht verhindern. Was soll der Scheiss noch. Deuschland Laizistisch JETZT!

    Anne Kowalski

    30. April 2015 at 11:01


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