KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Billiger ist nicht immer Billiger #SRBKiel

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Bei dem Applaus der Gegner zum Aus für die Stadtregionalbahn und der Befürwortung kleiner Lösungen wird so einiges übersehen:

  1. Zum einen hätte Kiel niemals die gesamte Summe bezahlen müssen. Es geistert für Kiel ja immer die Zal von 380 Millionen herum. Tatsächlich hätten alle Kreise und Kiel zusammen sich einen Anteil von 60 Mio Euro teilen müssen. um Vergleich: Alleine die Planungen zum Science Center kosteten damals 5 Mio. Der nie umgesetzte Bau hätte 25 Mio. gekostet. Also reden wir für Kiel vielleicht von 40 Mio. Euro für ein ganz neues Verskehrsnetz?
  2. Die Förderung, die in Aussicht gestellt wurde, galt nur für das überregionale Konzept. Selbst wenn die Gesamtkosten des Projektes nun günstiger werden, ist zu erwarten, dass für weniger Leistungsfähigkeit auch weniger Förderung zur Verfügung steht.
  3. Wichtiger als die Gesamtkosten wäre also ein Verhältnis zwischen Kosten und Leistungsfähigkeit. Und auch dann die tatsächlichen Kosten für Kiel. Angenommen eine Stadtbahn kostet lediglich 1/3 der Bausumme, als dann 127 Mio € und das Land übernähme rd. 40% der Bausumme, dann würde das die Stadt Kiel z.B. 76 Mo kosten für eine kleine Lösjng statt 40 Mio. € für eine große Lösung.

Manch einer im SSW träumt ja schon bereits wieder von einer Anbindung von Schilksee:

Das sind die gleiche Stimmen, die die Nutzung bereits früher genutzter Trassen der Straßenbahn in der Holtenauer Straße abgelehnt hatten. Eine neue Trasse nach Schilksee ist allerdings sehr viel aufwendiger. Zum einen bedeutet die Absage an die SRB ja gerade ein Zurückwerfen der Planung auf einen kleineren Rahmen (ohne Anbindung der Kreise). Es wird wohl wenig Sinn machen extra den Nord-Ostsee-Kanal zu queren, nur damit man Schilksee anbindet, aber ohne weitere Konzepte für angrenzende Kreise zu berücksichtigen. Es würde dazu sicher eines Neubaus der Holtenauer Hochbrücke bedürfen, denn den Wege der neuen Levensauer Hochbrücke (ab 2021) wären nach Schiksee zu lang. Bisher ist m.W. aber keine neue Holtenauer Hochbrücke mit Schiene geplant. Jegliche Überlegungen von heute aus Schilksee anzubinden sind daher einerseits verfrüht und stehen zum anderen den Konzepten einer „SRB Light“ vollkommen entgegen. Billiger wird eine Stadtbahn nicht dadurch, dass man eine Brück neu baut.

Unter dem Strich also erscheint es aus heutiger Perspektive unverantwortbar eine kleine Lösung für Kiel zu bauen, weil diese für Kiel noch weniger bezahlbar wäre und insbesondere weit weniger positive verkehrliche und wirtschaftliche Effekte hätte.

Insofern sollte man jegliche neuen Überlegungen zu kleinen Lösungen ablehnen, weil das der Haushalt der Stadt Kiel nicht hergibt. Wie hier Politiker, die sich eigentlich mit Finanzierungen auskennen sollten, argumentiert wird, ist abenteuerlich.

Davon abgesehen hat sich in der letzten Jahren bereits gezeigt, dass weder in Kiel noch im Umland die Kritiker der SRB in der Lage gewesen konkrete Ideen, geschweige denn Konzepte vorzulegen, deren Umsetzbarkeit man prüfen könnte. Leider erscheint auch Kämpfers Presseerklärung als nicht sehr durchdacht. Es spielt lediglich den Kritikern der SRB in die Hände, ohne das bereits Alternativen vorliegen. Dies lässt Zweifel an der grundsätzlichen Bereitschaft und Fähigkeit zu, Schienenprojekte entschlossen anzugehen. Wenn man dagegen sieht, wie überflüssige Projekte wie das Zentralbad oder die Olympiade breit unterstützt wurden, sieht man wie „Strohfeuer-Politik“ immer mehr zur Maßgabe wird. Projekte, die tatsächlich nachhaltig wären sind offenbar kaum in Kiel umsetzbar. Man will zwar die Olympiade, meint aber das mit einem eh überlasteten Busverkehr bewältigen zu können, wo Fahrgäste jeden Tag immer wieder an Bushaltestellen nicht mehr mitgenommen werden können.

Ich kann ob dieser Kurzsichtigkeit immer nur den Kopf schütteln. Auf mich wirkt die die Kieler Kommunalpoltik einfach nur kopf- und planlos. Man rennt irgendwelchen Fördertöpfen hinterher – reißt immer noch gerne Bauten ab, die noch einen gewissen Wert haben und die Stadt verschuldet sich weiter bei Neubauprojekten.

Man ist zwar bemüht den Eindruck zu vermitteln, dass das Ganze durchdacht wäre und irgendwelchen Rahmenplänen eine bestimmte Entwicklung nahelegen. Aber unter dem Strich ist da wenig Konkretes.

Written by tlow

14. Mai 2015 um 12:29

2 Antworten

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  1. Bei deine Kritiken ,tlow, hast du bei der Kieler Pollitik gar nicht mehr den kleinen Kiel Kanal einbezogen. Der wird ja mittlerweile von der Kieler Kaufmannschaft gewollt als Stärkung der Innenstadt, obwohl das nur mit der Stadtbahn zusammen funktionieren kann, denn nur die kann die Kunden dahin bringen, denn die stinkt nicht. Die Bahnanbindung nach Preetz Plön funktioniert, die nach Schönberger Strand wird gerade mit Millionen Landesgeldern (durchgeleiteten Bundesgeldern) überarbeitet. Von der Initiative in Probsteierhagen für den Bus ist nix mehr zu hören. Daran eine kleine Kieler Stadtbahn, erst mal bis zum Kanal, anzuschließen, ist mehr als logisch. Sollte im Rahmen einer neuen „standardisierten Bewertung“ dann auch Förderfähigkeit herauskommen (garantiert), ware es doch für Kiel schön, Ich bin dann in jedem Falle auf ein altersgerechtes Verkehrssystem angewiesen. Ich sagte schon bei der SPD: Kiel ist die einzige Landeshauptstadt ohne ein derartiges System, ob das dem Ruf der Stadt entspricht, mag sich die Politik überlegen

    Ulrich Hühn

    14. Mai 2015 at 16:05

    • Hallo Ulli,
      ich denke alles andere als eine große Lösung ist unverhältnismäßig. Man muss halt immer eben Aufwand und Nutzen gegenüberstellen. Ich halte eine Stadtbahn oder Straßenbahn für zu teuer. Natürlich wird sie teurer im Verhältnis Betriebskosten zu Fahrgästen. Letzteres ist entscheidend und nicht die Gesamtkosten des Projekts. Ich war da vor ein paar Jahren ja auch anderer Meinung, aber habe mich eines besseren belehren lassen. Beim öffentlichen Verkehr gehts immer um Schnittstellen und Reichweiten. Man will ja Hindernisse minimieren wie z.B. die Umsteigenotwendigkeit. Eine Bimmelbahn wäre es tatsächlich, wenn die Stadtbahn nichts weiter wäre, als ein Bus auf Schienen. JEgliche Erwägungen für eine Stadtbahn sind nach dem Aus des OBs m.E. vollkommen absurd. Man kann doch jetzt nicht die Gegenargumente der SRB-Gegner nehmen und sie für eine kleine Stadtbahn benutzen. Entweder hatte man all die Jahre recht oder eben nicht. Mir ist da zu viel Politik dabei und zu wenig Vernunft. Meine Unterstützung hätte eine Stadtbahn daher natürlich nicht, da sie eine bessere und größere Lösung blockieren würde. Das wäre ein großes Experiment zulasten der Steuerzahler. SRB hatte integriertes Konzept, es ging eben gerade nicht darum ein paar Linien zusammenzuschrauben

      tlow

      23. Mai 2015 at 14:14


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