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#Katzheide: Auf eine Entscheidung kommt es an!

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katzheide2013Wie in einem Artikel in der Kieler Nachrichten beschrieben, versucht die Stadt Kiel jetzt zwar einiges, um das Nichtschwimmerbecken vielleicht fit zu machen. Aber die grundsätzlichen Entscheidungen wurden und werden nicht getroffen. Die entscheidende Frage ist: Will die Stadt Kiel Katzheide erhalten? Dazu gibt es leider ein klares Nein – und daher ist leider tatsächlich alles sowohl konkret als auch im übertragenen Sinne Flickwerk. Die derzeitigen Arbeiten stehen unter dem Vorzeichen, dass man Katzheide eben auf gar keinen Fall erhalten will. Sonst hätte man Reparaturen schon seit langem und umfangreicher angehen können und müssen.

Die Behauptung der Stadt, die Anlage ist insgesamt sei 60 Jahre, ist so nicht zutreffend, wurde Katzheide doch 1993/1994 von Grund auf instandgesetzt. Das sind dann gerade einmal 20 Jahre. Mit der Wahrheit nimmt es Herr Stöcken und die Stadt Kiel insgesamt offenbar nicht so genau.

Ich hatte am 4. Juni an Herrn Stöcken auch einige Fragen als Blogger geschickt. Doch sein Büro war nicht einmal in der Lage, eine abschlägige Antwort zu erteilen. Hier die Fragen:

Sie sollen gesagt haben, dass wenn Katzheide wieder im Sommer eröffnet,
die Schwimmhalle Gaarden (SHG) geschlossen wird. Gilt dies auch für den
Fall, wenn in Katzheide nur das Nichtschwimmer-Becken eröffnet wird?

Wenn nur das Nichtschwimmerbecken eröffnet wird, gilt dann trotzdem der
volle Eintrittspreis? Und falls nicht, wie planen Sie das zu berechnen?

In welchem Status befindet sich das Bürgerbeteiligungsverfahren für die
Nachnutzung des Katzheide-Geländes? Steht schon ein erster Termin fest
und in wie weit beeinflußt das eingereichte Bürgerbegehren diese
Bürgerbeteiligung aus Ihrer Sicht?

Alles wichtige Fragen. Die Kielerinnen werden überwiegend im Dunklen gelassen. Zunächst signalisiert man Ihnen von höchster Stelle aus sogar, dass die Rettung von Katzheide in Sicht wäre – und ein paar Wochen später sieht es ganz anders aus. Sie wollen das Bad einfach nicht. Weil es eine zu große Konkurrenz für das neu zu bauende Zentralbad darstellen würde. D.h. nicht die mangelnde Attraktivität, sondern die zu große Attraktivität von Katzheide ist das Problem!

Diese Verwirrungstaktik ist seitens der Stadt bereits bekannt. So hatte man ja auch die Prämierung es Siegerentwurfs für die Renovierung der Lessinghalle mit Foto in der Zeitung gefeiert. Erst später ist dann angeblich aufgefallen, dass der teuerste Entwurf dann doch zu teuer war.

Man weckt Hoffnungen, nur um sie dann zu zerstören. Dabei bat man gerade den Verein Katzheide. JA! genau die Fakten nicht öffentlich zu machen, die dann z.B, der OB selbst öffentlich streute und damit genau das tat, was man vorgeblich nicht wollte. Oder wollte man nur dem OB die Möglichkeiten bieten sich als Retter von Katzheide zu inszenieren?

Die derzeitigen Flickarbeiten stehen auf Dauer wahrscheinlich tatsächlich nicht im Verhältnis zu den Kosten. Aber nur deshalb, weil die Stadt nicht, wenn es denn nötig ist, bereit ist einfach das Geld für eine neue Folie auszugeben. So wie man es 2004 erst bei der Kinderplanschbecken im Werftpark getan hat (übrigens ohne große Diskussion). Dort hat man 134.000 € investiert, auch um das Ganze historisch korrekt wiederherzustellen.

Es ist schon sehr fraglich, warum die Stadt 27 Millionen für ein neues Bad ausgibt, 780.000 für eine Olympiabewerbung oder auch 134.000 € für ein kleines Planschbecken, jedoch dann bei einem beliebten Freibad, das eine ebenso wichtige Funktion erfüllt aus heiterem Himmel den Geldhahn ganz zudreht. Seltsamer weise scheint Katzheide ja 2014 noch so weit in Ordnung gewesen zu sein, dass man  es ohne Probleme die ganze Saison offen halten konnte. Insofern müssen sämtliche Schäden im Herbst/Winter 2014/2015 plötzlich entstanden sein. Es ist vielleicht nachvollziehbar, wenn manche Schäden durch unsachgemäße Pflege eines Bades  erst nach Jahren sichtbar werden, aber die Häufung der Fehler und auch das ständige Wechseln der Ursache für die Schließung bis hin zu der Aussage, dass es nach 2017 auch vollkommen egal ist, wie der technische Zustand des Bades sei und man an einer Schließung gar nicht mehr vorbeikäme. Man begründet also die Nicht-Wiedereröffnung 2015 mit technischen Problemen aber endet damit, dass diese langfristige völlig irrelevant sind. Da passt es wie die Faust aufs Auge, dass die technischen Problem wie gerufen kommen, um ein vorzeitiges Aus für Katzheide einzuläuten. Der dumme Bürger wird es schon nicht merken, wenn man das Wasser aus der Badewanne rauslässt, während der Hahn aufgedreht ist.

Was fehlt ist eben ein klares Bekenntnis der Stadt zu Katzheide. Das ist es, was viele BürgerInnen vermissen! Und nur deshalb gibt es auch ein Bürgerbegehren, weil die KielerInnen sich von Ratsversammlung und OB nicht richtig vertreten sehen!

Written by tlow

10. Juni 2015 um 23:18

Veröffentlicht in Bauprojekte, Freizeit, OpenMail

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Eine Antwort

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  1. […] nach einem Monat habe ich vom Büro von Dezernent Stöcken nicht einmal eine negative Antwort […]


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