KielKontrovers

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Archive for Juli 2015

#Katzheide Antwort der Stadt zu meinen Fragen #rvkiel

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Fast zwei Monate nach meiner Anfrage und knappe 10 Tage nach der Eröffnung von Katzheide, habe ich gestern nun Antwort auf meine Anfrage vom 4. Juni erhalten. Leider wurden wesentliche Inhalte nicht beantwortet und das, was veröffentlicht wurde, weiß inzwischen schon jeder. Z.B. in der Zwischenzeit auch durch verschiedenste Pressemitteilungen oder Presseauftritte von Verwaltung und Parteien. Eine Entschuldigung ohne Begründung ist in diesem Fall nicht akzeptabel. Insbesondere, wenn mit im Ohr klingt, wie die hervorragende Informationspolitik der Stadt Kiel in der Ratsversammlung im Juli gelobt wurde. Da kann ich nur kichern…. Es wäre ja alles total transparent…

Sehr geehrter Herr Pfennig,

 

entschuldigen Sie bitte die späte Antwort.

 

Die Öffnungszeiten der Schwimmhalle in Gaarden können Sie dem folgenden Link entnehmen:

http://www.kiel.de/baeder/aktuell.php?id=3681

 

Sommeröffnungszeit der Schwimmhalle Schilksee vom 20.07. – 30.08.2015

Montags: 06.00 – 21.00 Uhr
Dienstags: 06.00 – 13.00 Uhr
13.00 – 15.00 Uhr Seniorenschwimmen
15.00 – 21.00 Uhr Nur 2 Bahnen!
Mittwochs: 06.00 – 21.00 Uhr
Donnerstags: 06.00 – 21.00 Uhr
Freitags: 06.00 – 22.00 Uhr
Samstags: 08.00 – 18.00 Uhr
Sonntags: 08.00 – 18.00 Uhr

Wie Sie inzwischen sicherlich wissen, wurde der Eintrittspreis halbiert.

 

Zum Bürgerbeteiligungsverfahren:

 

Wir befinden uns noch in der Vorbereitungsphase und startet voraussichtlich im September. Dieses Verfahren ist unabhängig von dem Bürgerbegehren.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Britta Bauer

 

 

  Dezernat für Soziales, Gesundheit, Wohnen und Sport

  Referentin des Dezernenten

Written by tlow

31. Juli 2015 at 06:58

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#Katzheide: SPD trumpft auf

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Die wahren Retter von Katzheide ist die SPD. So könnte man meinen, wenn man den neuesten Artikel in der Kieler Nachrichten liest. Zitat Torsten Stagars (sportpol. Sprecher der Fraktion):

„Es ist Blödsinn, wenn es immer heißt, wir wollen Katzheide nicht.“

Da kratzt man sich am Kopf und denkt sich: Ja, tatsächlich haben wir die letzten Jahre nichts anderes gehört, als dass Katzheide unnütz und überflüssig ist und weg muss, dass es einer ganzjährigen Nutzung im Weg wäre, dass es zu wenige Besucher hätte, dass es zu schmutzig sei, zu veraltet, etc.

Die Stadt Kiel hat beschlossen Katzheide plattzumachen und die Außenschwimmfläche von 2000 qm  auf 194 qm im neuen, großen Bad zu verringern. Spätestens 2017 sollte Schluss sein. Aber man nahm die Schließung unter Leitung von Gerwin Stöcken schon 2014 in Angriff. Es gab zwar keine handfesten Gründe, warum das Bad 2015 nicht hätte wiedereröffnen können, aber man nahm einige tatsächlichen Mängel und machte daraus eine alternativlose Schließung.

KN vom 21.11.2014:

„SPD-Ratsherr Torsten Stagars sah jedoch keine Alternative zu einer Schließung“

Es wurde eine Öffentlichkeitsbeteiligung auf dem Weg gebracht für eine Nachnutzung des Katzheide-Geländes. Die mehrheitlichen Beschlüsse dokumentieren den gemeinsamen Willen fast aller Fraktionen, die Existenz von Katzheide zu beenden. Und es will mir nicht in den Kopf wie man so dreist sein kann eine Wende zu vollziehen von einer alternativlosen Schließung bis hin zu einem derartigen PR-Stunt. Nur um zu belegen, dass man eigentlich der Retter von Katzheide ist?

Ich hatte ernsthaft überlegt, ob man es der SPD durchgehen lassen sollte ihr Gesicht auf diese Art zu wahren, wenn sie denn den richtigen Pfad einschlagen. Aber ich glaube nichts von dem, was sie sagen. Bisher haben sie die Bürger*innen IMMER hinters Licht geführt. Weder die Verwaltung noch die Selbstverwaltung war bereit oder in der Lage für Transparenz zu sorgen.

Als der Verein am Eröffnungstag einige Fotos schließen wollte, wurde mit der Polizei gedroht und ein Bademeister offenbar ein Maulkorb verpasst. Auf das bloß keine Wahrheiten nach außen dringen. Dafür kann man sich dann mittels der Presse und per Foto als die eigentlichen Retter von Katzheide inszenieren. Keiner darf ins Wasser nur Stagars. Bestimmt hat der nicht einmal Eintritt bezahlt?

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Um nicht missverstanden zu werden: Jedes bisschen Katzheide ist besser als gar nichts. Aber am Anfang stand und steht eben der feste Wille der Kieler Politik Katzheide plattzumachen. Zwar immer mit einem großen Bedauern und oft mit einem „vielleicht gehts auch anders“ – aber im Grunde unter dem Strich ist man immer Schritt für Schritt in Richtung Schließung gegangen.

Nun gibt es ein Nichtschwimmerbecken, das teilweise abgeteilt ist für Schwimmer. Und die Duschen sind außer Betrieb.

Die in dem Artikel beschriebenen Proben sind doch sehr zweifelhaft. Seit wann nehmen Ratsherren Proben und kein Fachpersonal (Bademeister oder Labore)? Und wenn der Ratsherr federführend bei den Plänen zur Schließung von Katzheide war, wieso sollten wir ihm vertrauen, dass er da nicht noch ein paar Sporen oder Bakterien mit untermischt, um sein Ziel endlich zu erreichen?

Die Kieler Politik hat bisher alles gemacht, um das Vertrauen in sie zu erschüttern. Viele Analysen und Behauptungen haben sich als fehlerhaft und haltlos erwiesen. Der letzte Scherz der Stadtpolitik war, dass sie in der Kostenschätzung vorschlug eine Luxussanierung für rund 10,4 Millionen Euro durchzuführen, wenn die Kieler*innen mit JA stimmen würden. Abzusehen ist, dass die Stadt egal, wie der Bürgerentscheid ausgeht, ihre bisherigen Politik weiterfahren wird. Man wird sagen: Schön, dass wir drüber abgestimmt haben, aber 10,4 Millionen können wir uns nicht leisten. Und das obwohl die Einreicher des Bürgerbegehrens niemals diese Summe gefordert haben. Niemals den Ersatz der Schwimmbadfolie durch Edelstahlbecken und dergleichen.

Es gibt keine Gläserne Akte, aber dafür springt der sportpolitische Sprecher einer Rathausfraktion öffentlichkeitswirksam in das Becken um heldenhaft ein paar Sporen in einem Reagenzglas einzufangen. Dabei wurde ja bereits behauptet die bestehenden Proben würden ein Schwimmen verbieten. Das Schwimmer allerdings entlang der Unterseite einer Schwimmbadfolie schwimmen habe ich noch nicht gehört.

Warum nicht einfach eine Wasserprobe entnehmen und auf die wichtigsten Keime untersuchen. Gibt es Escherichia Coli im Wasser JA oder NEIN? Oder gibt es ein andere vergleichbar gefährliche Bakterie, die das Schwimmen zum Risiko machen würde. Die Stadt behauptet ja, dass es seit Jahren diese Probleme gibt. Aber erst dieses Jahr werden Proben genommen und zwar NACH der Schließung und nicht während eines angeblich auftretenden Befalls und unter realistischen Bedingungen. Sondern in einem schlecht gereinigten Becken.

Bedenklich stimmt mich die Inszenierung, die da die Kieler Ratsmitglieder hingelegt haben: Man muss bedenken, dass herr Stagars keine offizielles Amt der Stadt innehat. Er ist lediglich der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion und gewähltes Mitglied im Aufsichtsrat der Kieler Bäder GmbH. In letzterer Position darf man sich auch gerne als Ratsmitglied informieren oder für ein Thema einsetzen. Aber als bekannter Gegner von Katzheide und Befürworter der Neuausrichtung der Bäderlandschaft (mit Neubau des Zentralbades) nun die Kollegen der anderen Parteien im Regen stehen zu lassen und so zu tun, als wäre man ja immer schon für Katzheide gewesen, ist politisch gesehen nicht fair. Die Parteien SPD, GRÜNE, SSW, FDP haben gemeinsame diese Neuausrichtung beschlossen und auch gemeinsam das vorzeitige Aus für Katzheide als alternativlos bezeichnet. Niemand hat es wirklich für nötig befunden sich da näher zu informieren. Es gab eine extra Ortsbeiratssitzung, wo die ganze Borniertheit auch noch mal zutage trat. Einzig der Vertreter der Linkspartei hatte sich die Akten noch einmal genauer angesehen und kam auch zu einem anderen Urteil. Ohne das Engagement vieler Freunde von Katzheide, besonders dem Verein Katzheide: JA! (Hinweis: In dem ich auch Mitglied bin) und den Vertretungsberechtigten für das Bürgerbegehren, wäre das Thema Katzheide längst vom Tisch. Wobei die Engagierten lediglich den Frustrierten geholfen haben, ihre Stimme zu finden oder sich nun per Unterschrift für ein Bürgerbegehren auszusprechen.

Man könnte jetzt die Augen verschließen und so tun, als wäre die SPD tatsächlich durchweg für Katzheide gewesen. in der Hoffnung, dass die Eröffnung des Gesichtswahrens Katzheide helfen würde, erhalten zu werden. Aber das wäre zum einen geschichtslos und zum anderen unfair gegenüber den politischen Konkurrenten, die nicht mehr oder weniger die gleichen Beschlüsse mitgetragen haben. Oft auch weit weniger emotional und beleidigend als Ratsherr Stagars, der jede Kritik an der Politik der Kieler Kooperation nicht selten mit bösartigen und persönlichen Angriffen gekontert hat.

Ich respektiere jede Sichtweise. Auch die, dass manche Katzheide für überflüssig halten, oder glauben, dass Zentralbad wäre die Lösung aller Probleme der Kieler Bäderlandschaft. Ich bin lediglich anderer Meinung. Aber was mich aufregt ist, wenn Politik ignorant über die Köpfe der Bevölkerung hinweg gemacht wird. Ich erinnere mich auch noch an die Aussage von Herrn Kruber(CDU), der nach dem Fall Möbel Kraft Verbesserungsbedarf in Kommunikation und Stil in der Kieler Politik sah. Das sich also die Notwendigkeit eines konfliktreichen Bürgerentscheides nicht wiederholen würde. So lange ist es jetzt noch nicht her. Die Debatten sind zum Glück beim Thema Katzheide weit weniger erhitzt. Das liegt zum großen Teil darin, dass niemand wirklich als Feind Katzheides gelten mag. Denn das bedeutet nun einmal das Einbüssen von Sympathiepunkten in der Bevölkerung.

Wie weiter?

Die Kieler Bäder GmbH hatte eine Probe eingereicht, in der an der Unterseite der Schwimmbadfolie eine definierte Angabe von Pilzen zu finden war und eine nicht definierte Menge an Bakterien. Ohne das selbst richtig einschätzen zu können, interessiert es mich recht wenig, was sich alles unterhalb des Schwimmbeckens tummelt. Wichtig sollte sein, was sich im Wasser befindet. Und wenn da etwas ist, sollte man ran an die Ursachen.

Nun geht Stagars medienwirksam persönlich auf Tauchgang für eine zweite Probe. Ist er dafür qualifiziert? Ich würde erwarten, dass Proben lediglich von neutralen Angestellten eines Labors entnommen werden dürfen. Es darf auf keinen Fall zu einer Verunreinigung kommen. Insofern kann man die Probe eines Gegners von Katzheide getrost außer acht lassen. Da können dann auch mal Keime in der Probe landen, die das Aus für Katzheide bedeuten würden. Schließlich hängt seine politische Zukunft auch an der Richtigkeit seiner politischen Vorgaben. 2018 sind Wahlen und wenn alles nach Plan läuft ist dann das Zentralbad seit einem Jahr offen. Niemand wird so sehr mit dem Zentralbad persönlich verbunden wie er. Wenn alles gut läuft wird man ihn loben, bleibt es dagegen hinter den Erwartungen zurück, wird irgend jemand die Zeche für eine verfehlte Politik zahlen müssen. Es bleibt spannend.

#Katzheide: Stadt Kiel bleibt Antworten schuldig #rvkiel

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Am Donnerstag war Ratsversammlung. In der Antwort von Stadtrat Stöcken ( AntwortEinwohneranfrageHerrRegnerSommerbadKatz.pdf) wird deutlich wie weit die Stadt Kiel geht, um Katzheide vorzeitig zu schließen.

Die Welt schildert in einem Artikel eindrücklich, wie insbesondere bei Migrant*innen das Nichtschwimmen immer normaler wird, aber auch in der gesamten Gesellschaft nimmt die Schwimmfähigkeit ab, weil kurzsichtige Politiker*innen überall in Deutschland Bäder schließen. Hintergrund ist der neoliberale Gedanke, dass es grundsätzlich besser ist, weniger Ressourcen bereit zu stellen, die die Kommunen auch finanzieren müssten. Was im tiefsten Inland vielleicht manchmal noch verzichtbar erscheint, wirkt in Kiel, dass sich als „Welthauptstadt des Segelns“ und „KIEL.SAILING.CITY“ selbst vermarktet total aburd.

Mit dem neuen Zentralbad schrumpft der Außenbereich von 2000 Quadratmetern auf lediglich 194. Ganz Kiel soll hier gleichzeitig schwimmen: Schulschwimmen, Sensiorenschwimmen, Aqua-Jogging, Sportwettkämpfe, Alltagssschwimmen, etc.. Es ist absehbar, dass es schwierig wird das alles zu koordinieren und vermutlich wird oft auch nur die Hälfte der 50-Meter Bahnen genutzt werden können. Und zudem ist unklar, wann tatsächlich  Eröffnungstag sein wird. Geplant ist zwar 2017, aber wer weiß. Bis dahin gibt es in Kiel als Schwimmbäder lediglich:

  1. Schilksee
  2. Schwimmhalle Gaarden (SHG)
  3. Schwimmhalle der Uni Kiel

Bei allen dreien ist der Schwimmbetrieb aber eingeschränkt. Im Sommer dann Katzheide als einziges beheiztes Freibad zu streichen ist schon echter Luxus.

Heute war Katzheides Nichtschwimmerbecken wieder auf, allerdings ohne Duschen und mit einem abgetrennten Schwimmerbereich. Der Schwimmerbereich soll tatsächlich geschlossen bleiben, ebenso das Babybecken. Vom Schwimmerbereich weiß man lediglich, dass nach einer Prüfbericht über die Untersuchung von Raumluft an einer Unterseite einer PVC-Folie des Beckens Bakterien und Schimmelpilze gefunden wurden.

Es gibt keine Erkenntnisse und wurde auch nicht untersucht, ob das Schwimmbadwasser aktuell irgend welche bedenklichen Keime beinhalten würde. Niemand will ja die Gesundheit von Menschen gefährden. Skandalös ist die Weigerung der Stadt Kiel (Stadtrat Stöcken und der Oberbürgermeister), Antworten auf einfachste Fragen zu geben, obwohl diese vorlagen.

Ebenso wie die Tatsache, dass nicht ein mal ein Hinweisschild  am Bad über dessen einstweilige Schließung angebracht wurde, zeigt dies die Ignoranz der Mächtigen in Kiel. Die Interessen der Öffentlichkeit werden ignoriert, weil man eine bestimmte Politik durchziehen will. Und die besagt eben: Der Kleine Kiel Kanal MUSS gebaut werden und Katzheide MUSS geschlossen werden. Das kaum ein Kieler diese Wasserfläche an der Holstenbrücke für derzeit 12,5 Mio. € will und es dagegen wenige echte Gegner von Katzheide gibt, interessiert dabei nicht. Es wird eben nicht umgesetzt, was die Mehrheit der Kieler*innen will, sondern was eine politische Avantgarde sich in den Kopf gesetzt hat. Dabei lässt man sich ungern in die Karten schauen. Eine Gläserne Akte, wie man sie zu Möbel Kraft halbherzig veröffentlicht hat, will man nicht. Man werde „die notwendigen Informationen so rechtzeitig wie möglich in geeigneter Form erteilen (u. a. Presse, Internet).“ – Rechtzeitig heißt z.B., dass man über die Schließung vor Ort gar nicht informiert hat, oder auf konkrete Nachfrage nach Eintrittspreisen, diese nicht genannt hatte, bevor diese als Antrag vorlagen. Sprich: Die Öffentlichkeit wird informiert, wenn eh alles gelaufen ist. Das ist alles andere als transparent. Transparenz ist aber nicht einfach nur etwas, dass man hier und da mal fallen lassen kann von Seiten der Politik, sondern Grundvoraussetzung für Teilhabe und Demokratie. Ohne Transparenz keine Möglichkeit der demokratischen Mitbestimmung und damit auch keine Legitimität für Entscheidungen.

Die Politik inzeniert sich als gewählte Vertretung, ist aber nicht in der Lage einfachstes Krisenmanagement und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Dabei gibt es gleichzeitig für die Olympiade eine eigene Abteilung für Olympia im Innenministerium UND in der Stadt Kiel.

Und in der realen Politik bedeutet das, dass auf dem Westufer eine Wasserfläche geschaffen wird, die keiner haben will, während auf dem Ostufer eine geschlossen wird, auf die wir nicht verzichten können und niemand wirklich weghaben möchte. Realpolitik in Kiel 2015. Und dann wundern sich die Politiker über Politikverdrossenheit?

Written by tlow

20. Juli 2015 at 07:04

#Katzheide: Stadt Kiel offenbar ohne Plan

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katzheide-logo-farbe-200pxAuf viele Fragen hat die Stadt keine Antwort gefunden. Auf Anfrage ist sie z.B. bisher nicht mehr in der Lage sich zu erinnern, ob sie Förderung für ihre Schwimmbäder beim Land beantragt hat. Oder wie hoch die Eintrittspreise sein werden, wenn Katzheide am 20. Juli die Pforte für Nichtschwimmer öffnet.

Die Stadt war auch nicht in der Lage und willens die Katzheide-Badegäste über die Schließung vor Ort zu informieren.

Nun kam die Kostenschätzung der Stadt an die Vertretungsberechtigten und somit der „Beipackzettel“ für die Unterschriftenliste. Für einen dauerhaften Erhalt kalkuliert die Stadt rund 10 Millionen Euro. Wer es sich genau anschaut liest aus den Maßnahmen: Dies entspricht im Grunde einem kompletten Neubau von Katzheide.

Wenn es 2009 ein Kombibad, also den Neubau einer Halle am Standort Katzheide inklusive Sanierung von Katzheide für 8 Millionen geben hätte, fragt man sich wie hoch denn von den 8 Millionen damals die Sanierungskosten für Katzheide gewesen wären? Bereits bei der Lessinghalle hatte man ja mit 15 Millionen kalkuliert für eine Instandsetzung (vom Auftrag her aber ein Teilumbau des Schrevenparks), endet aber bei einer Nutzungsänderung inklusive Totalumbau bei einem weitaus geringeren Betrag von 6.8 Millionen.

Das Muster ist immer das gleiche: Ein kleiner Mangel oder eine Verwahrlosung, die ursächlich der Stadt und der Kieler Bäder GmbH zuzuschreiben sind ist Anlaß für eine plötzliche Schließung. Dabei scheint man durchaus die Gefährdung von Badegästen in Kauf zu nehmen. In Katzheide gab es z.B. angeblich seit Jahren eine Belastung durch Bakterien und Plize. man hat das aber über Jahre getragen ohne es konkreter zu untersuchen oder Abhilfe zu schaffen. Aber NACH der Saison 2014 wusste man plötzlich, dass das ganze so gefährlich ist, dass eine WIedereröffnung 2015 unmöglich wäre. Bzw. argumentierte man 2014 noch, dass die Schwimmbadfolien undicht seien. Ständig werden andere Begründungen genannt, wenn man ein mal nachhakt.

Ohne Zweifel: Die Kieler Bäder weisen Mängel auf. Aber jedes Bad ist irgend wann einmal neu: Schwimmhalle Gaarden, Schilksee, Katzheide, Lessinghalle. Alle erstrahlten einmal in einem neuen Glanz und wurden sicher hochgelobt dafür das sie NEU und MODERN seien.

Und es stimmt sicher auch, dass jedes Gebäude oder jede Einrichtung den Punkt erreicht, wo sie nicht mehr tragbar ist, weil der Unterhalt zu teuer wird, oder die Ansprüche so steigen, dass niemand es mehr benutzen möchte.

Aber die eigentliche Methode dem vorzubeugen ist Infrastrukturen nicht einfach kaputt gehen zu lassen und Mängel sehenden Auges weiterentwickeln zu lassen. Die Einstellung in der Stadt ist leider all zu oft: „Ja, wir hätten es erhalten sollen, aber nun ists ja zu spät… Nächstes mal…“ Aber da wir die vergangenen Jahrzehnte gesehen haben, wie die Stadt jedes Bad in unterschiedlichen Baujahren auf die gleiche Art verkommen ließ, wissen wir auch mit Bestimmtheit, dass sie das neue  Zentralbad genau so verkommen lassen wird. Dies grenzt schon an Veruntreuung von Steuergeldern und entspricht einer Wegwerfmentalität, wie sie heutzutage eigentlich nicht mehr adäquat ist (und eigentlich nie war!)

Zehn MIllionen für den Erhalt von Katzheide sind ein schlechter Witz. Niemand will aus Katzheide ein Luxusbad machen. Der Ansatz der Katzheide-Fans ist ja gerade dieses günstige Bad zu erhalten und nicht ein Bad an die Stelle zu setzen, bei dem nur noch wenige sich einen Eintritt leisten können.

Die Stadt hat spätestens seit 2004 an den Bedürfnissen der KielerInnen und dem Umland vorbei geplant. man hat zwar mit großem Tamtam ein „Gutachten zur Neuausrichtung der Bäderlandschaft“ verabschiedet. Aber dessen Ergebnisse waren eher mager. Grundtenor ist, dass Kiel die Attraktivität der Bäder steigern müsse und dann kommen auch die Leute aus dem Umland, z.B. Neumünster alle nach Kiel. Der Ansatz ist neoliberal in dem Sinne, dass jedes Bad in eine Konkurrenzsituation gesetzt wird. Man hat sich also dafür entschieden statt den Bestand zu erhalten und leicht zu verbessern ein neues Bad zu bauen, das angeblich alle möglichen Funktionen und Bedürfnisse erfüllt und damit dann auch anderen Kommunen ihre Badegäste wegnimmt. Dabei nimmt man in kauf, dass alle Bäder ihre treuen Gäste/KundInnen verlieren. Sogar wirtschaftlich gedacht ist das gefährlich, denn man weiß, dass ein mal verlorene Kunden selten wiederkommen. Aus der Zusammenfassung des Bädergutachtens geht nicht hervor, dass auch nur ein einziger Badegast befragt wurde. Weder in Kiel noch in den Umlandgemeinden. Sprich man hat sich wenig für Kundenwünsche interessiert.

Das Schwimmbad in Laboe galt aber als Vorbild, weil dort viel zur Attraktivierung investiert wurde. Das gerade Laboe zur Zeit wegen Nachfrageprobleme um die Existenz bangen muss ist dabei vielsagend. Vielleicht brauchen Schwimmbäder gar keine großartige Attraktivitätssteigerung. Vor allem nicht vorbei an denen, die die Bäder eigentlich nutzen!

Die Ratsleute folgten aber stets der Argumentation der Gutachterfirmen oder den Analysen der Kieler Bäder GmbH. Es wurde nicht hinterfragt, ob die empfohlene Richtung wirklich das Beste für Kiel und die Badefreunde ist. Und der aktuelle Fall Katzheide zeigt nun das Ausmaß wie sehr man am Bedarf vorbei geplant hat. Dabei ist das neue Bad an der Gablenzbrücke noch gar nicht eröffnet. Dass dies nicht die Massen anziehen wird, kann man schon heute erahnen. Unzählige Beispiele aus ganz Deutschland für fehlgeplante Großbäder konnten aber die Kieler Stadtplaner nicht davon abhalten die gleichen Fehler auch gerne mal machen zu wollen. Verantwortung wird dann, auch das ist absehbar, keiner tragen wollen. Und man wird sagen: Das konnte man nicht wissen! Man hat uns falsch informiert!

Ich hoffe, dass Katzheide erhalten bleibt. Weil wenn das große neue Bad abgerissen werden muss wegen zu geringer Nutzung wäre es gut, wenn es in Kiel wenigstens im Sommer noch ein Freibad geben würde, dass genutzt werden kann.

Written by tlow

10. Juli 2015 at 07:16

Veröffentlicht in Sport, Transparenz

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Etikettenschwindel beim Kieler #Foodsharing

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Da der offizielle Verein keinen großen Wirbel machen wollte, hatte ich auch nichts darüber veröffentlicht, aber nun ist es öffentlich: Eine der Hautpinitiatorinnen von Foodsharing in Kiel hat, nachdem sie als Hauptverantwortliche geschasst wurde eine Alternative aufgebaut, die sich „Foodsharing Schleswig-Holstein e.V.“ nennt. Und das obwohl der Name eine eingetragene Marke ist. Zudem steckt hinter der Registernummer ein ganz anderer Verein. Auf Facebook findet man den Hinweis:

Der Verein mit der Registernummer: VR 5256 KI verweist auf einen Verein namens “Kinderwald-Gesellschaft für Waldpädagogik e.V.”.

Ich habe eigentlich alle „Foodsaver“ immer nur als engagierte Menschen kennengelernt und kann aus dem persönlichen Kontakt nichts Negative über eine Person sagen bis zu dem Zeitpunkt als es zur Spaltung kam. Da sind dann Aussagen gekommen, die eindeutig falsch waren und mit der Neugründung eines fast gleichnamigen Vereins hat die eine Seite sich auf eine Ebene begeben, die sehr kontraproduktiv ist.

Da beide Gruppen in Kiel aktiv sind daher hier mein eindeutiger Hinweis sich an den offiziellen Verein zu halten, der aus meiner Sicht sehr viel seriöser aufgetreten ist. Sicher wäre es besser, man müsste in der Öffentlichkeit nicht darüber berichten, aber da der Verein eben öffentlich aktiv ist und es sowohl für zukünftige Foodsaver aber auch Betrieb wichtig erscheint die richtige Wahl des Vereins zu treffen, habe ich mir gedacht, dass Thema auch mal in diesem Lokalblog anzusprechen.

Written by tlow

8. Juli 2015 at 17:11

#Katzheide: Die Unsicherheit bleibt

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Auch nach einem Monat habe ich vom Büro von Dezernent Stöcken nicht einmal eine negative Antwort erhalten.

Nun öffnet die Schwimmhalle Gaarden nächste Woche.Und das Nichtschwimmerbecken von Katzheide soll auch nächste Woche eröffnet werden.

Es steht aber noch die Aussage im Raum, dass die SHG schließen müssen, wenn Katzheide öffnet. Die Frage hatte ich u.a. auch gestellt, aber darauf gibt es keine Antwort. Den Badegästen zeigt man die kalte Schulter. Die sollen sie dann aus der Zeitung informieren, sobald es so weit ist.

Nicht einmal einen Aushang hatte die Stadt Kiel an Katzheide angebracht, der darüber aufgeklärt hätte das und warum geschlossen war. Vom Verein „Katzheide: JA!“ (Hinweis: In dem ich selbst aktiv bin), wurde dann ein Zettel hilfsweise angebracht, damit die vielen Spontanbadegäste wenigstens etwas Information haben und auch in dem Verein einen Ansprechpartner.

Weiterhin ist für die Badefreunde noch völlig offen zu welchen Konditionen sie das Bad benutzen können – auch darauf bisher keine Antwort. Sollte nur das Nichtschwimmerbecken offen sein, zahlen dann auch Schwimmer den vollen Preis.

Und zu guter letzt, sollte im Frühsommer ein Bürgerbeteiligungsverfahren zur Nachnutzung von Katzheide stattfinden. Ob das nun obsolet ist, denn ggf. würden sich die Ergebnisse der Verfahren (Bürgerentscheid und Bürgerbeteiligung) widersprechen.

All das, wie ich meine, legitime Fragen um deren Beantwortung ich gebeten hatte. Das nicht einmal eine Eingangsbestätigung oder ein Bearbeitungshinweis erfolgt ist, ist schon sehr dreist. Ein Dezernent ist für die Bürger da und wenn Presse, Blogs aber auch einfache Bürger anfragen, so sollte da auch reagiert werden.- ganz davon abgesehen kann die Stadt davon ausgehen, dass sie mehr Einzelanfragen bekommt, wenn sie Multiplikatoren Antworten bewusst verweigert.

Zu erklären ist das nicht mit Unwissenheit. Aber vielleicht verfolgt die Stadt auch gar keinen Plan mehr in Katzheide, sondern fliegt auf Sicht?

Es passt aber aus meiner Sicht zusammen, dass man nicht einmal daran gedacht hat, die BürgerInnen per Zettel am Eingan zu informieren, warum geschlossen ist. Traditionelle Zeitungen haben eine sinkende Leserschaft. Viele BürgerInnen informieren sich nicht mehr (ausschließlich) über die KN  – entweder aus Desinteresse, oder aus finanziellen Gründen, oder weil ihnen die KN nicht gefällt. Daher müsste eine Verwaltung eine offene Informationspolitik (OpenGovernment, OpenData) verfolgen.

Der Verein Katzheide: JA! hatte auch eine Gläserne Akte gefordert. Denn was wann gewesen ist, ist für viele gar nicht mehr nachvollziehbar. Die Folge ist eine absolute Intransparenz und der Eindruck, dass im Rathaus die reine Willkür regiert.

Written by tlow

5. Juli 2015 at 08:08

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