KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Offene Fragen zum Hintergrund des #Katzheide-Beschlusses #rvkiel

with one comment

Es gibt ein Papier der Interessensgemeinschaft Sportpark Gaarden, dass folgende wegweisende Sätze enthielt:sportpark_logo

In der IG Sportpark wurden bereits bei der Jahresversammlung der Mitglieder im Januar 2010 folgende Voraussetzungen für zukünftige Planungen des KatzheideGeländes zusammengestellt und bis heute befürwortet:

1)
a) öffentliche Nutzung des Areals
b) ganzjährige Nutzung des Areals …

Dann wird auch noch auf den folgenden Beschluss der Ratsversammlung 2012 verwiesen:

„Die Verwaltung wird auf der Grundlage des Beschlusses der Ratsversammlung vom 10./11.12.2009 (Drs. 1141/2009) beauftragt, eine Nachfolgenutzung des Sommerbades Katzheide unter Einbeziehung der Vorstellungen der Akteure vor Ort zu erarbeiten.“

Unterzeichnet ist das Ganze u.a. von dem Vorstandsmitglied Bünning vom „TuS Gaarden. e.V.“.

Unter dem Strich bedeutet dieses Papier den Antrag aller Mitgliedsvereine vom Sportpark, Katzheide zu schließen, da eine ganzjährige Nutzung mit einem Freibad nicht vereinbar wäre. Dies wird auch durch den Bezug auf den Beschluss der Ratsversammlung 2012 und den Begriff „NACHNUTZUNG“ deutlich.

Nun gibt es die Ankündigung eines Boxturniers am 10.10. unter dem Titel „Kampf für Katzheide“ organisiert vom TuS Gaarden. Auf Nachfrage bei einem der Organisatoren via Facebook stellte sich dann heraus, dass zum einen der Vorstand von TuS Gaarden voll hinter dem Motto und Ziel steht und zum anderen offenbar das vom TuS unterzeichnete Papier, dass die Grundlage der Schließung sein soll in diesem Verein gar nicht allgemein bekannt ist.

Zur Klärung dieses Widerspruchs (Beschluss des Endes von Katzheide vs. Kampf für Katzheide) habe ich den Vorstand am 1.9. angeschrieben und um Antwort gebeten:

Der TuS Gaarden hat zusammen mit anderen Akteuren 2010 im Rahmen des IGS ein Papier [1] beschlossen, dass dann maßgeblich für eine Beschlussvorlage (Drucksache – 1154/2013 -[2] ) der Stadt Kiel war

Dort steht explizit “ Daher nimmt die Verwaltung den Vorschlag der IG-Sportpark auf und schlägt die Durchführung einer mehrphasigen, moderierten und transparenten Öffentlichkeitsbeteiligung vor.“

Ziel der Öffentlichkeitsbeteiligung ist der Abriss von Katzheide und die Findung einer Nachnutzung des Geländes. Auf einem Treffen zwischen Katzheide: JA! und dem IGS wurde explizit gefragt, ob denn alle Anwesenden (darunter auch Herr Bünnung vom Vorstand TuS Gaarden) für die Auflösung von Katzheide ohne Abstriche in der heutigen Form eintreten. Dies wurde von keinem der Anwesenden verneint.

Daher ging ich bisher davon aus, dass der TuS Gaarden das Aus für Katzheide mit seinen Mitgliedern diskutiert und beschlossen hatte. Die Veranstaltung nun mit einem „Kampf für Katzheide“ erscheint mir daher widersprüchlich. Denn man kann ja nicht zum einen das Aus für Katzheide anstoßen und dann für den Erhalt kämpfen. Da stellt sich dann ja die Frage, welche Position der TuS Gaarden nun wirklich hat?

Zur Erläuterung, falls es da Mißverständnisse gab: Aus meiner Sicht sagt das beschlossene Papier, dass das bisherige Konzept von Katzheide nicht weitergeführt werden soll. Das Gelände soll ganzjährig offen sein. Dies würde eine regulären Badebetrieb ausschließen: Auch ein Weg mitten durch Katzheide bis Ellerbek würde so wie eingezeichnet ja mitten durch die Nutzungsfläche führen.

Ich würde gerne eine offizielle Stellungnahme des TuS als Grundlage eines Artikels auf meinem Blog (KielKontrovers) haben, damit die Kieler sich ein Bild machen können, wo denn der TuS nun wirklich steht, insbesondere darauf, dass der TuS 2010 maßgeblich die Schließung von Katzheide mit beschlossen hat.

Über eine baldige Antwort würde ich mich freuen, da die Bürgerbeteiligung ja schon diesen Monat startet.

Bisher habe ich überhaupt keine Reaktion bekommen. Daher kann ich nur diese offenen Fragen formulieren und spekulieren:

  1. Wurde das Papier innerhalb des TuS Gaarden e.V. diskutiert oder zumindest im Vorstand diskutiert. War den Aktiven die Tragweite des Beschlusses bewusst?
  2. Wie sieht es bei den anderen Vereinen aus, die Teil des Sportparks sind?
  3. Sollte das Papier überhaupt nicht breit diskutiert worden sein in den beteiligten Vereinen, welche Legitimität hat es dann überhaupt?
  4. Welche Legitimität hat eine Bürgerbeteiligung, wenn das Papier selbst keinen Rückhalt in der Basis der Vereine hat, sondern evt. nur von einer handvoll Vorstände ohne Wissen der Mitglieder verabschiedet wurde?

Ich denke das sind Fragen, die jetzt dringend beantwortet werden müssen, bevor die Bürgerbeteiligung startet. Dies ist insofern auch ein Aufruf an alle Mitglieder dieser Vereine/Organisationen als Paten des Sportparks:

  • Ellerbeker Turnvereinigung e.V.
  • Freie Turnerschaft Eiche v. 1901 e.V.
  • Inter Türkspor Kiel e.V.
  • MGC Olympia Kiel e.V.
  • TuS Gaarden e.V.
  • Arbeiterwohlfahrt Kiel e.V.
  • BfW / inab – Unternehmen für Bildung
  • Deutsche Angestellten Akademie 
  • Ev. Stadtmission Kiel gGmbH
  • Förde VHS
  • Gerhart-Hauptmann-Schule
  • Hans-Christian-Andersen Schule
  • KJHV/KJSH-Stiftung
  • Kiel-Sozial.de
  • Kirchengemeinde Gaarden
  • K34 Gaarden
  • Stadtteilgenossenschaft Gaarden e.G. / Vinetazentrum
  • Regionales Berufsbildungszentrum Technik
  • ZBBS – Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten e.V.
  • Alte Gaardener Gilde von 1738 e.V.

sich dazu zu äußern:

  1. War Ihr Verein/Organisation an dem Papier beteiligt? Wenn das unbekannt ist, wäre es hilfreich nachzufragen
  2. Wie steht ihr Verein/Organisation heute zu diesem Papier und dem Ziel Katzheide zu schließen?

Sollte sowohl das Papier und der darauf bezugnehmende Beschluss der Ratsversammlung jeder Grundlage entbehren, so steht die gesamte aktuelle Planung auf tönernen Füßen. Und anders als von der Stadt geplant, wurden die Akteure im Sportpark unzureichend eingebunden. Insofern sind diese Fragen sehr wichtig. Es wäre sehr hilfreich, wenn möglichst viele Mitglieder in ihren Vereinen nachhaken.

Es wäre dann auch interessant zu erfahren in welchen Rahmen das oben zitierte Papier des Sportparks entstanden ist und wie die Unterschriften dazu dann auf dem Papier landeten.

Unzweifelhaft ist, dass der TuS nicht gleichzeitig FÜR und GEGEN Katzheide sein kann. Da muss man jetzt Farbe bekennen. Daher wäre jetzt z.B. eine Distanzierung des Vorstands vom damaligen Papier mit Begründung sehr wichtig!

Written by tlow

10. September 2015 um 07:35

Eine Antwort

Subscribe to comments with RSS.

  1. […] hatte nach dem TUS Gaarden am 16. und 17. September folgende Vereine (der IG Sportpark) um Stellungnahme zu ihrem Beschluss […]


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: