KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Aufruf an die Stadt Kiel: #Refugees helfen, statt Olympiavorbereitungen #rvkiel #nolympia #nolympiakiel #feuerundflamme #kielfuerolympia

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Momentan sieht es so aus, dass für die Olympiade 2024/28 sowohl bei der Landeshauptstadt Kiel als auch im Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein extra Stellen geschaffen wurden, um vielleicht irgendwann einmal Mitausrichter der Olympischen Spiele (Segelwettbewerbe) zu sein.

Nun muss man sich angesichts der Einwanderung, die auch Kiel zur Zeit erlebt fragen, ob die personelle und finanzielle Prioritätensetzung noch haltbar ist. Bisher ging es nur um eine teilweise Abwägung der Folgen. Nun aber werden Millionen ausgeben nur für eine Idee, während es reale Probleme in der Stadt gibt, für die es noch keine Lösungen und zu wenig Geld und Personal gibt.

Man muss an diesem Punkt, wo die Kommunen und Länder nach mehr Geld vom Bund und Land schreiben, schon fragen, ob in den Köpfen der Politiker schon angekommen ist, was die derzeitige Situation für die nächsten Monaten, Jahre und Jahrzehnte an Herausforderungen bringt?

Die vergangenen Jahrzehnte waren davon geprägt, dass Deutschland sich bei der Asylproblematik auf dumm gestellt hat und so getan hat, als würde uns das, was um uns passiert und auch die realen Menschen, die eingewandert waren, nichts angehen. Auch der NSU-Komplex ist Anzeiger dafür, wie man stets Rassismus verniedlicht und Menschen kriminalisiert hat. Und gleichzeitig reale Morde geholfen hat zu vertuschen.

2015 nun scheint die Absurdität der Unterteilung der Menschen nach Geburtsort oder Herkunft noch größer. Es hilft niemanden die anstehenden Probleme zu lösen. Statt diese aber konkret anzugehen steckt man lieber wortwörtlich viel Geld in Brot & Spiele – oder besser gesagt in die fast nicht vorhandene Chance auf Brot & Spiele.

Veranstaltungen wie die „Muschelwochen“ am Bootshafen, die von Kiel Marketing ausgingen scheinen angesichts der Not nur wenige Meter entfernt in der Markthalle als pervers. Statt Muscheln für Reiche sollte ausreichend Nahrung für die in Kiel angekommenen bereitgestellt werden. Deren Versorgung ist nach wie vor kritisch und unzureichend. Wobei die Mehrheitsgesellschaft sich in der Sicherheit wiegt, dass das ja gar nicht sein könne, weil wir ja Hilfsorganisationen haben. Zur Realität gehört aber auch, dass wenn nicht Freiwillige, die keiner festen Organisation angehören von Anfang an aktiv gewesen werden und nach wie vor einen Großteil der Informations- und Versorgungsarbeit leisten würden, die Zustände absolut katastrophal wären. Die Hilfsorganisationen sind eben zwar groß, aber auch schwerfällig. Leerstehende Unterkünfte werden teilweise nicht genutzt, weil nicht klar ist, nach welchen Regelungen sie freigeben werden sollten. Gleichzeitig platzen aber alle Unterkünfte aus allen Nähten. Von den Massenmedien werden diese Mißstände oft gar nicht aufgegriffen (wie in Kiel).

Ich kann nur den Kopf schütteln, wenn wir jetzt Ende November über Olympia abstimmen sollen und währenddessen eine Werbekampagne läuft, wie schön das Ganze doch wäre im Jahre 2024! Aber wir leben heute, wir müssen heute zusammenleben, es braucht heute Wohnungen und Unterkünfte für alle. Jeder Euro in Olympia fehlt an anderer Stelle. Auf Dauer kann die Stadt und das Land nicht die ganze Last auf einzelne BürgerInnen abschieben. Und da muss man auch mal die Reissleine ziehen und sagen: Bestimmte Projekte, die eher mehr Probleme schaffen, als gegenwärtige zu lösen, sollten beendet werden. Wir haben eine andere Realität jetzt als noch für fünf Wochen. Es wäre schön, wenn das mal in mehr Köpfen ankommt!

Written by tlow

6. Oktober 2015 um 08:51

Veröffentlicht in Allgemein

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