KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Aus den Augen aus dem Sinn? #refugeeswelcome

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Die Situation in Griechenland konnte man ja vorhersehen. Was soll auch passieren, wenn Menschen flüchten und dann aus Griechenland nicht mehr weiter kommen. Für Kritiker einer offeneren Flüchtlingspolitik (CSU, NPD, AfD, Pegida & Co) ist die Situation jetzt das höchste, was sie erreichen können. Denn was soll schon passieren, wenn Menschen fliehen (nach Griechenland) und dann nicht weiterkommen.

Diejenigen, die quasi eine Null-Einwanderungspolitik befürworten enden mit ihrer Argumentation, sobald ihr Ziel erreicht ist, dass hier keine Flüchtlinge mehr ankommen.  Alles weitere ist ihnen egal und wird als nicht-existentes Problem angesehen.

Das ist eine Sichtweise, in der die Geflüchteten selbst als Menschen gar keine Bedeutung mehr haben, solange sie sich nicht mehr oder noch nicht auf dem Boden der eigenen Nation befinden. Auch die EU insgesamt hat eine ähnliche Sichtweise, in dem die unbegreifliche Vorstellung herrscht, dass eine Abschiebung Geflüchteter in die Türkei die abschießende Lösung der Flüchtlingsfrage darstellt.

Es ist eine Vogel Strauß-Politik, in der der Kopf in den Sand gesteckt wird. Denn was man nicht sieht oder ignoriert, existiert ja nicht? Es war immer ein Punkt, der mir unverständlich war – welche Art Lösung eine Abschottung Deutschlands darstellen soll. Bis man begreift, dass es wirklich Menschen gibt, die denken, dass eine Verschiebung des Problems die perfekte Lösung darstellt.

Das ist ähnlich wie Menschen, die Benzin ins Klo kippen oder ihren Müll in den Garten vom Nachbarn. Es ist der Glaube, dass alles, womit man nicht mehr unmittelbar konfrontiert ist, eigentlich auch nicht mehr existiert. Aus meiner Sicht siehts anders aus: Sowohl die Flüchtlinge in Griechenland als auch in der Türkei sind das Gleiche, als wenn sie in Passau auftreten würden. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass ihre Situation schwieriger ist, es zu mehr Krankheiten und Todesfällen kommen wird. Es ist dort schwieriger als hier unsere Verantwortung zu tragen. Aber wir sind mitverantwortlich für ihre Situation und ihr Schicksal. So einfach können wir unserer Verantwortung nicht entkommen. Insbesondere da Deutschland von Anfang an den bewaffneten Widerstand in Syrien gefördert hat und selbst Kriegspartei in Afghanistan war.

Written by tlow

6. März 2016 um 10:53

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