KielKontrovers

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Archive for Oktober 2016

… wie Politik funktioniert

Aus einer Pressemitteilung der SPD:

Drei Tage lang haben Jugendliche aus ganz Deutschland an dem Planspiel der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin teilgenommen und hautnah erlebt, wie Politik funktioniert – und wie viel Spaß Politik machen kann.

Hier zeigt sich aus meiner Sicht das Grundproblem von „POLITIK“: Zum einen ist eine große Frage, ob Politik (noch) funktioniert.

Leider gehen Berufspolitiker fast immer davon aus, dass sie es sind, die wissen, wie es laufen muss. Das die Verfahren zur Willensbildung vorbildlich sind und Selbstzweifel unnötig. Daher sind Bemühungen zur Förderung der Beteiligung an Politik meist so aufgebaut, dass in Richtung Bevölkerung gesendet wird. Die Politiker haben ihr Verständis so weit verinnerlicht, dass sie sich viel zu selten selbst als Lernende betrachten, oder die Defizite in der parlamentarischen Demokratie noch erkennen könnten.

Aus der Außensicht erkennt man dagegen oft albern wirkende Kämpfe um Themen, die viele gar nicht bewegen, wie das Beispiel „Schweinefleischverbot“. Auf der anderen Seite erlebt man täglich, dass Dinge überparteilich durchgesetzt werden, die von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt werden. Es kostet Bürgerinnen teilweise Monate und Jahre und viel Engagement, um entweder Beschlüsse zu verhindern, umzukehren oder Neuregelungen zu erwirken.

Dagegen gibt es bezahlte Lobbyisten, die mit einem Freischein direkten Zugang z.B. im Bundestag haben. So sehen dann auch Gesetze aus. Sinnvolle Änderungen, wie z.B. für Sammelklagen werden dann schnell mal rausgekickt. Und da sollen die Leute nicht politikverdrossen werden? Es werden bewusst Weichen gestellt, entgegen der Wählerinnen, die diese Politiker gewählt haben. Stattdessen schreiben andere die Gesetze.

Wichtig wäre seitens der Politik primär das Ohr bei der Bevölkerung zu haben. Die sind sich auch nicht immer einig. Aber mit Bürgersprechstunden ist es da nicht getan. Hier muss es einen großen kulturellen Wandel geben, damit sich üb erhaupt etwas ändert und nur annähernd das umgesetzt wird, das Vielen auf dem Herzen liegt.

Written by tlow

23. Oktober 2016 at 13:22

Beschwerde beim #Presserat wg. #KN_WLAN Berichterstattung von @kn_online #Freifunk #TNG #WLAN

KN_WLAN Logo

Das Logo von #KN_WLAN

Seit Monaten berichtet die Kieler Nachrichten intensiv über den angeblichen Einstieg Kiels ins WLAN-Zeitalter. Das es bereits seit vielen Jahren weitere freie WLANs gibt, wie von Freifunk und von der Firma TNG verschweigt sie dabei vollkommen. Auch am vergangenen Samstag wurde wieder auf der Titelseite der Eindruck erweckt, dasss es nur ein freies WLAN in Kiel gäbe. Berichte zu Alternativen in Kiel fehlen vollkommen.

Ich habe daher heute Beschwerde beim Presserat nach verschiedenen Ziffern des Pressekodex eingereicht, zu denen ich hier einiges Erläutern möchte:

  • Gegen Ziffer 1: Wahrhaftigkeit – Die KN bewirbt hier ein eigenes Produkt bzw. eine Kooperation, aber nicht gegenüber dem Leser transparent, dass sie Pressemeldungen bzw Werbung veröffentlicht.
  • Gegen  Ziffer 2: Sorgfaltspflicht – Die KN verzichtete vollkommen darauf andere Netze ebenfalls in Relation darzustellen.
  • Gegen Ziffer 6: Trennung von Tätigkeiten  – Die KN ist hier Berichterstatter und Internetprovider in einem.
  • Gegen Ziffer 7: Trennung von Werbung und Reaktion – Die KN wirbt unverblümt, ohne dies klar als Werbung zu kennzeichnen.
  • Gegen Ziffer 15: Vergünstigungen – Die KN lässt sich für die Werbung u.a. von der Förde Sparkasse bezahlen. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten (KN, Addix, Förde Sparkasse)

Wie weit welche Punkte zutreffen sollen die Experten für Journalismus beurteilen. Für mich steht nur fest, dass diese Art der Berichterstattung bzw. Werbung weit von dem entfernt ist, was zulässig sein sollte. Es geht dabei weniger um das #KN_WLAN als Solches, sondern darum, dass es nicht in der Berichterstattung einen Platz unter Vielen einnimmt, sondern es hier eine ungute Vermischung von Rollen kommt, die für Presse nicht akzeptabel ist.

Aus Transparenzgründen gebe ich hier auch an, dass ich selber ehrenamtlich beim dem Projekt Freifunk Kiel mitwirke als Privatperson. Dies ist aber ein unkommerzielles Projekt. Im Idealfall könnten sich verschiedene Netze ergänzen. Eine Tageszeitung,gerade wenn es die einzige im Ort ist, darf aber ihre Marktmacht nicht nutzen, andere Netze in der Berichterstattung auszuschließen!

Written by tlow

16. Oktober 2016 at 09:29

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