KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

#Stadtbahn: Chance verpasst

with 2 comments

Einer der größten Fehler der Vergangenheit bei der Stadtregionalbahn war, dass konkrete Schritte zur Umsetzung nicht passierten. Leider hat die Ratsversammlung die falschen leeren aus der Vergangenheit gezogen und man meint, dass man  nicht langsam genug vorangegangen wäre und nicht alle Bürger mitgenommen hätte im Prozess der Umsetzung.

Nun hat man am 15.11. beschlossen lediglich ein Konzept bis 2020 zu erstellen, anstatt die konkrete Umsetzung. Damit ist eigentlich GAR NICHTS in die richtige Richtung beschlossen worden. Nicht ein mal ein Konzept steht nach einer derart langen Zeit zwischen Beerdigung der SRB und dem Neustart.

Damals war der Fehler u.a., dass das Konzept von der Zustimmung aller Kreise abhängte. Und man war nicht flexibel genug bei dem Ausstieg von Rendsburg-Eckernförde 2014 sofort eine Konzeptänderung umzusetzen. Seitdem sind weitere vier Jahre ins Land gegangen inklusive einer neuen Kommunalwahl. Bereits vor genau acht Monaten wurde der OB bereits beauftragt  „eine Einführung der Stadtbahn vorzubereiten“.

Im Vergleich dazu hat man bei der Stadtbahn Regensburg von einem ersten Gutachten lediglich acht Monate bis zu einem konkreten Beschluss gebraucht.

Damit hätte er auch bereits dann ein Konzept erstellen lassen können. Das Symptom ist aber abermals, dass der politische Wille zur Umsetzung nicht wirklich vorhanden ist. Zudem wird die unzulässige Verbindung zu Dieselfahrverboten gezogen. Bei Letzterem geht es um Sofortmaßńahmen. Sollte die Stadtbahn wirklich erst in 10 Jahren kommen (und beim Kieler Tempo glaube ich nicht daran!) wäre das viel zu spät um Fahrverbote zu verhindern. Bei Fahrverboten geht es um 2019. Alles was in dem Jahr nicht Wirkung zeigt, wird keinen Einfluss haben. Und es zeigt noch ein mal die fraktionsübergreifenden Inkompetenz.

Eine Verurteilung der Stadt Kiel wegen Untätigkeit ist bereits heute unausweichlich. Die Pläne für den neuen Luftreinhalteplan enthalten wieder keine ausreichenden Maßnahmen, um sofort eine Verbesserung der Luftsituation am Theodor Heuß Ring zu bewirken. Man wird mit Sicherheit auch gegen das absehbare Urteil gegen Kiel Berufung einlegen und auch wieder verlieren. Denn bisher hat die DUH in jeder Instanz und in jeder Instanz gewonnen. Da wird wieder auf Zeit gespielt zu Lasten der Gesundheit der Bevölkerung. Und zu Lasten des Kieler Haushalts.

Written by tlow

16. November 2018 um 05:56

2 Antworten

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  1. Moin Thilo,

    die alte Stadtbahn war schön, die hätte mal unter Denkmalschutz stellen und erhalten müssen, aber mal ehrlich, die Idee mit einer neuen ist ein Fetisch einiger weniger (aber sehr lauter) Kieler. Aberwitzig teuer, neben dem Auto und Busverkehr nicht sinnvoll zu realisieren ohne das letzte Grün etwa in der Holtenauer zu betonieren und den Vorteil gegenüber Bussen, die etwa mit Wasserstoff fahren, wird wohl auch nur Lutz Oschmann „erklären“ können … Kieler Posse wie Pinkelrinne und Zentralbad … wenn man keine Ideen hat, kapriziert man sich auf so etwas…

    LG Helge

    Neue Kontaktdaten ab 01.04.2016!

    Rechtsanwalt Helge Hildebrandt Gutenbergstraße 6 24118 Kiel

    Telefon: (0431) 88 88 58 7 Telefax: (0431) 530 11 544 Internet: sozialberatung-kiel.de

    Sprechzeiten: 10-13 Uhr und 15-18 Uhr Freitagnachmittag geschlossen Besprechungen nur nach Vereinbarung

    ________________________________

    Helge Hildebrandt

    16. November 2018 at 09:45

    • Sehe ich anders. Busse sind langfristig viel teurer. Und bei Stadtbahn wäre gleich größer eigentlich auch langfristig billiger. Aber da wird auf dem Papier lieber gespart, auch wenn es dann hinterher teurer wird. Wasserstoff ist eine Übergangstechnologie, die sich m.e. nur durchsetzen wird und viel zu wenig effizient ist.

      tlow

      19. November 2018 at 11:01


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