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Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

#HeinSchönberg Politik im Panikmode?

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Eine Kostensteigerung beim Bau der Strecke für Hein Schönberg von 35 auf 50 Millionen € (rund 43%). Nun ziehen einige in der Politik das Gesamtprojekt trotz Baubeginns und Fortschritte in Frage.

Zum Vergleich: Alleine 2015 verteuerte sich nur die Anbindung der A21 um mal eben 15 Millionen Euro. Niemand aus der Politik zog damals die A21 als Ganzes in Frage, Obwohl es für den Autoverkehr zahlreiche Alternativen gibt. Und obgleich die A21 auch ökologisch weit umstrittener ist.

Die alleinige Reaktivierung von Hein Schönberg (ohne Stadtregionalbahn und weitere Anbindung) war natürlich teurer. Das ist in erster Linie Schuld der Kieler CDU, aber auch von Teilen der GRÜNEN im Kieler Umland, die das Projekt gestoppt haben. Jede Mini-Lösung ist meistens teurer als ein Gesamtpaket. Auch insbesondere weil dann eine Weiterfahrt nicht möglich ist und im Effekt weniger Fahrgäste die Strecke nutzen werden.

Aber das sind wir ja in Kiel gewohnt: Während man ständig für das Auto mit beiden, vollen Händen das Geld zum Fenster raus wirft, beginnt man bei Bahn und Bus das Erbsen zählen. Es war immerhin erfreulich, dass das Projekt nach so langer Planungs- und Vorbereitungsphase begonnen wurde.

Der Theodor-Heuß-Ring macht deutlich, dass bei Thema Stickoxide und Luftschadstoffe dringend etwas passieren muss. Denn alle Menschen, die statt mit dem ÖPNV nach Kiel fahren statt mit dem Auto, verringern auch dort die Abgase. Insofern betrifft das Thema Anbindung vom Schönberger Strand auch andere Teile Kiels. Denn es geht auch darum: Wie gut kann man sich in Kiel ohne Auto bewegen?

Kiel möchte Klimaschutzstadt sein und hat dazu auch einen Masterplan vorgelegt. Hein Schönberg ist dabei eines der Projekte, die einen Aufschlag für eine Verkehrswende bilden könnte. Nachdem die Umsetzung der Stadtregionalbahn verhindert wurde ist bisher auch nicht in Sicht, dass es einen Baubeginn einer Stadtbahn geben würde. Aber CO2 muss dringend eingespart werden.

Insbesondere da der Hein Schönberg sich ja bereits mitten in der Umsetzung befindet. Der Bau wurde ja bereits begonnen, gehe ich nicht davon aus, dass man die Reißleine ziehen wird. Auch weil die Politik gar keine ökologisch und ökonomisch sinnvollen Alternativen hat. Im Gegenteil: Es darf nicht bei einem einzigen Leuchtturmprojekt bleiben. Und es sollte hinterher auch für niemanden eine schlechtere ÖPNV-Anbindung in der Region geben,

Aber für CDU und FDP gibt es keinen Automatismus wie bei einem Autobahnausbau. Als eher autofreundliche Parteien legen sie hier nicht die gleiche Toleranz an den Start wie bei Autobahnausbauprojekten.

Written by tlow

12. März 2019 um 05:04

3 Antworten

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  1. VCD fordert klares Bekenntnis der Landesregierung zu Hein-Schönberg

    In den vergangenen Tagen wurden Kostensteigerungen bei den Bauarbeiten zur Reaktivierung der Bahnlinie Kiel-Schönberg-Strand bekannt. Der VCD Landesverband Nord und die VCD Ortsgruppe Kiel fordern von der Landesregierung ein klares Bekenntnis zum Weiterbau des Projektes. Die Bahnlinie ist ein wichtiger Beitrag zur dringend benötigten Verkehrswende in der Region. Die Zugverbindung kann dabei in keinster Weise mit der heutigen Busverbindung verglichen werden.

    Der VCD bedauert die aktuell bekannt gewordenen Kostensteigerungen, diese müssen selbstverständlich gründlich untersucht werden. „Das Projekt zum jetzigen Zeitpunkt zu Debatte zur stellen ist aber falsch“, sagt Frederik Meißner vom VCD Landesverband Nord. „Wir erwarten von der Landesregierung, dass sie sich eindeutig zu Hein-Schönberg bekennt.“ Alles andere wäre angesichts der Verkehrssituation im Kieler Umland absurd. Die heutige Busverbindung von Kiel nach Schönberg ist keine Alternative zur geplanten Bahnstrecke. Fahrgäste, die in ländlichen Gegenden den Bus nutzen, tun dies meist in Ermangelung von Alternativen: Schüler*innen, Menschen ohne Führerschein oder Auto, Mobilitätseingeschränkte. Trotz der regelmäßigen Busanbindung nach Schönberg nutzt der überwiegende Teil jedoch weiter das eigene Auto.

    „Die Region braucht ein Verkehrsangebot, dass so attraktiv ist, dass Menschen auf die Fahrt mit dem Auto verzichten, das kann der Bus nicht leisten“, stellt Meißner fest. Im Fokus stehen dabei insbesondere Pendler*innen, die auf dem täglichen Weg zur Arbeit die Propstei Richtung Kiel verlassen. Die Reaktivierung der Bahnstrecke von Kiel nach Schönberger-Strand kann diese Aufgabe in Zukunft leisten und über den Kieler Hauptbahnhof auch Touristen aus dem gesamten Bundesgebiet schnell und zuverlässig in die Propstei bringen.

    Kostensteigerungen im Rahmen öffentlicher Projekte sind bedauerlicher Weise an der Tagesordnung. Im Fall von Hein-Schönberg müssen jedoch auch die allgemeinen Preissteigerungen in der Baubranche und die lange Planungszeit berücksichtigt werden. „Wenig Verständnis haben wir allerdings für das aktuelle Hinterfragen der Fortführung von Hein-Schönberg, während Kostensteigerungen in Millionenhöhe bei der Festen Fehmarnbelt-Querung oder bei Straßenbauprojekten üblicher Weise nicht zu einer solchen Debatte führen“, so Meißner.


    Verkehrsclub Deutschland – Landesverband Nord e.V.

    Presse Schleswig-Holstein

    presse-sh@vcd-nord.de
    VCD – Mobilität für Menschen

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    tlow

    12. März 2019 at 12:33

  2. […] droht der Abbruch des bereits teilweise umgesetzten Ausbaus des Hein Schönberg. Der Witz dabei: Ein großer Teil der […]

    Gefällt mir

  3. Wahrscheinlich liegt’s am Traumata einer Kieler Strassenbahn aus dem Jahr XY bis 1985. Die KN Artikelüberschrift „Strandbahn“ geht auch völlig am Thema vorbei. Parteien in SH haben eine gewisse Abneigung gegen Schienen ÖPNV Systeme. Abgesehen es ist im Hamburger Umland und nützt mehr den Hamburgern. Oder es gibt Parteien, die wollen gleich eine RegioTram (SRB Kiel) im grossem Umfang. Vergleichen wir die Kosten der S4 und der Renovierung der Bahntrasse Kiel-Schönberg. Wie soll es erst werden, wenn in Kiel eine 1. Teststrecke, womöglich von der Uni bis zum Hbf Kiel gebaut wird? Die Kieler Verkehrspolitik, steckt in einer Sackgasse ohne Sinn und Verstand wird rum gewerkelt. Eine vollgestopfte Strasse, die einzige, 4 spurige Schnellstrasse die das West,- und Ostufer verbindet dessen Trassenverlauf aus den 1970er Jahren stammt, mit 70% weniger Fahrzeugaufkommen. Zudem verbindet diese Strasse zudem die Regionen ECK/ RD mit Plön und Lübeck. Manche Buslinien platzen aus allen Nähten und der Kopfbahnhof Kiel bekam neue Bahnsteige. Im Zuge des Dieselskandals, wo wieder einmal das Staatsversagen der Volksparteien zum Vorschein kam, reagieren die Verantwortlichen, insbesondere in Kiel: Langsam und Träge. Siehe Holstein Stadion. Die Jamaika Koalition, ausser Teile der Grünen, würde das Schienenprojekt am liebsten beerdigen. Wäre ich OB, würde ich ein Strassentunnel unter der Förde propagieren, damit sich der Verkehr verteilen kann. Zeitgleich fordere ich eine Stadtbahn, die jeden Stadtteil anfährt. Und wenn die Politik wegen dieser Kosten anfängt rum zu jammern, sollte man sich die Kosten der Gorch Fock Sanierung ansehen. Es besteht ein kleiner aber feiner Unterschied: Die Strandbahn würde wenigstens fahren, während die Gorch Fock, (Bei diesen Politikern), immer noch in der Werft liegt, seit nunmehr 3 Jahren!? Übrigens: Das Kraftfahrt-bundesamt warnte schon vor Betrügereien die Politik im Jahr 2009/ 10. Man hätte also ausreichend Zeit gehabt vieles positiv zu ändern.

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    tkyle

    17. März 2019 at 00:25


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